I'll be there to catch you
von
MusicJunkie91
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„AAAAAAAAHHHHHHHHH!!!“
Aua. Das war mein Ohr gewesen. Wie hatte ich nur so dumm sein können ..
Vor wenigen Tagen hatte meine beste Freundin Geburtstag gehabt. Ich gratulierte ihr und fragte, was sie denn von ihren Eltern bekommen hatte. Fataler Fehler.
„Kaaarten füühüür Hooot Booooys! .. Kommst du mit?!“
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass meine beste Freundin ein riesiger Boygroup – Fan ist.
„Na ja, ich hör solche Musik nicht so gerne, weißt du doch.“
„Och, biiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, bitte, ..“
Und das machte sie den ganzen Vormittag. Mein Gott. Hot Boys. Schon wieder eine elende Boygroup. Hot Boys. Bestehend aus Mattie, Freddy und Benny, schlimmer noch als US5, Backstreet Boys oder gar Tokio Hotel. Hot Boys. Einer Blond, einer braunhaarig und einer rothaarig. ROTHAARIG! Blaue Augen, grüne Augen und braune Augen.
Wie ich so etwas verabscheute.
Und jetzt stand ich hier. Inmitten einer Menge kreischender Mädchen.
Meine beste Freundin krallte sich an meinem Arm fest.
„Los! Ich will weiter nach vorne!“
Ich lachte verzweifelnd. Nach vorne. Geeeeenau. Wie um alles in der Welt wollte sie .. Ach. So. Sie kratzte, boxte und biss die Mädchen. Am Ende standen wir vor dem Gitter.
„Jetzt bekommen wir ihren Schweiß ab!“, kreischte sie in mein Ohr. Na lecker.
Das Kreischen wurde noch ein paar Oktaven höher, als die ersten Töne des bisher größten Hits der drei Jungs erklang. „Catch the fire“. Fang das Feuer. Lachhaft.
Alle außer mir sagen mit. Als die Drei auf die Bühne kamen erreichte das Kreischen seinen Höhepunkt. Also ich sah nur Beine.
Nach gefühlten zwanzig Stunden sagte der Typ, der Mattie (Mattie. Genau. MattIE!) hieß: „And now one of you get the chance to sing with us the song „Believe the light“! I'll pick one of you! Watch my finger's moving. Say „stop“ if it has to stop!“
Und die Tussen hier machten auch noch mit.
„Stop!“, brüllten sie alle.
„All right Beauty, come here!“
Das nächste, das ich spürte war, dass mich vier muskulöse Arme auf die Bühne hoben.
„Hey, lucky girl! You get two backstage passes! And now..“
Musik ging los, er begann zu singen. Freddy und Benny stiegen voll ein. Mitten im Refrain hielt mir Mattie das Mikrofon hin und zwinkerte.
„Come on baby, sing with me!“
„Ähm ..“, sagte ich ins Mikro, „no? I don't know any of you lyrics. I hate this kind of music and you three are gaylords. You look like Ken, like you're not real.“
Mattie schaute mich stirnrunzelnd an. Er kam mir immer näher, dabei blickte er mir in die Augen. Als sein Gesicht nur noch wenige Millimeter von mir entfernt war flüsterte er: „Wir sehen uns backstage.“
Ich wurde erneut von zwei großen, muskelbepackten Männern von der Bühne gezogen. Sie wollten wissen, wen ich mit nach hinten nehmen wollte und ich zeigte auf meine Freundin. Sie wurde zu mir hinter die Bühne geholt. Sie sprang mir in die Arme und heulte.
„Du bist soooooo toll, das ist das beste Geschenk, dass du mir je hättest machen können!“
Ich tätschelte unbeholfen ihren Rücken.
Während wir auf Schluss des Konzertes warteten lief sie (ich sollte langsam mal ihren Namen erwähnen. Diese Geschichte scheint länger zu werden, als ich dachte), also meine beste Freundin, Alice, als hin und her und her und hin und machte mich wahnsinnig.
Endlich kamen die Drei. (Habe ich endlich gesagt?!) Alice sah aus, als ob sie jeden Moment in Ohnmacht fallen würde. Erst sah es aus, als ob sie einfach an uns vorbeilaufen würden, aber dann sah Mattie mich da in der Ecke stehen und er blieb ruckartig stehen. Er hielt seine Bandmitglieder fest und zischte ihnen irgendwas zu. Dann sah er uns an.
„Hey!“, sagte er zu Alice, „you wanna check out our tourbus?!“
Sie nickte nur. Freddy und Benny (ich konnte die beiden einfach nicht auseinander halten. Abgesehen von den Haarfarben sahen sie sich so ähnlich, dass ich sie für Klone hielt.)
Als Mattie und ich alleine waren schaute er mich bestimmt drei Minuten einfach nur an.
„Danke“, sagte er.
„Hä?“
„Danke, dass du ehrlich warst. Das war bisher noch keiner zu uns.“
„Du sprichst Deutsch.“
Er lächelte.
„Ich bin Deutscher. Aber erzähl das bloß keinem.“
„Ich weiß ja nicht ..“
„Dann muss ich dich verklagen. Ehrlich.“
Alles klar.
„Hör mal zu, Mattie“, sagte ich mit soviel Verachtung wie möglich in der Stimme, „ich mag dich nicht. Ich mochte dich erst nicht, wegen deiner Musik und jetzt mag ich dich nicht mehr, weil du arrogant und eingebildet bist. Du denkst du hättest es drauf, aber dem ist nicht so. Du bist einfach nur eklig.“
„Matt. Nenn mich Matt. Mattie ist nur eine Erfindung des Managements, damit ich besser zu den anderen passe.“
Er lachte verächtlich.
„Nie, nie wollte ich diese Art von Musik machen. Aber ich brauchte Geld. Macht nicht jeder von uns Sachen, die er nicht will, nur um des Geldes willen? Ich wollte Rockmusik machen, aber leider hat das nie geklappt. Alle sagten mir, dass meine Stimme nicht passt. Ich bereue es so sehr, dass ich diesen Vertrag unterschrieben habe. Du kannst mich nicht so sehr hassen, wie ich es tue.“
„Und aus welchem Grund erzählst du mir das?“
„Ich weiß nicht. Wie bereits erwähnt, du bist anders.“
„Wir kennen uns nicht.“
„Aber ich will dich kennenlernen.“
„Wieso steigst du nicht einfach aus?“
„Und was soll ich dann tun? Auf der Straße leben? In drei Jahren bei Dschungel Camp mitmachen, weil ich das Geld brauche?“
„Deinen Traum verwirklichen.“
„Zu spät. Jetzt bin ich Mattie von Hot Boys.“
Ein schmierig aussehender Mann kam in den Raum und steuerte auf uns zu.
„Mattie, go to bed! And you have to go now. Pick up your friend.“
Matt schaute mich entschuldigend an und steckte mir einen Zettel zu.
„Meld dich mal.“
Er verschwand und Alice kam rein. Sie begann zu plappern und wir nahmen die letzte Straßenbahn nach Hause. In einem war ich mir sicher. Ich würde mich nie bei ihm melden.
Die Monate vergingen. Die Hot Boys hatten keinen Erfolg mehr, selbst Alice schwor ihnen ab. Sprunghaft wie sie war hörte sie jetzt Hip Hop, egal von wem er kam. Ich stritt mich mehr und mehr mit meinem Vater. Er verstand nicht, dass ich mein Abi nicht machen wollte und er verstand nicht wieso ich mir die Haare abschnitt. Ich wollte nicht mehr zur Schule gehen, darum war ich mit meinem Realschulabschluss vollkommen zufrieden. Aber nein, ich sollte besser werden, besser, besser, besser, so lange, bis ich die Beste war.
Schule nervte. Meine Klasse trieb mich in den Wahnsinn, alle waren furchtbar aufgeregt, dass wir in der nächsten Woche Prüfungen hatten und benahmen sich wie Kleinkinder, die einen Keks gefunden hatten. Schrecklich war das. Sie fühlten sich supertoll, immerhin waren sie besser als die aus den Klassen unter uns, weil die mussten ja noch länger zur Schule.
Ich verstand es nicht.
Und ich verstand vor allem die Leute nicht, die noch weiter Schule machen wollten. Vielleicht wiederhole ich mich, aber ich hatte keinen Bock mehr auf Schule. Verdammt.
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Kommentare
www.top3-suche.de schrieb am 2010-03-25 20:48:40:
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anonym schrieb am 2010-03-23 17:13:12:
ich hoffe sehr, dass es eine fortsetzung gibt! bitte bitte schreib eine=)
lg
Moon Dancer schrieb am 2010-03-23 16:18:38:
ich finde die geschichte sau gut!! mach weiter so=)
lg
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