Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Aus dem Leben > Entwicklung

"Im Herzen Bulgarin " 4. Abschnitt

von Katrinka

1

Morgenflüstern



Es war angenehm frisch. Erst hörte ich die Spatzen piepen. Der Regenpfeiffer pfiff. Ich schnupperte. Roch es nach Regen? Nein. Neben dem Fenster saß wieder die Krähe und krächzte, als hätte sie Halsweh. - Blätterrascheln. Ein leichter Windzug war zu hören. Die Schritte der Großeltern tönten auf dem Holzboden. Ich machte kurz die Augen auf. Es war halbdunkel.
"Spinkai, spinkai!", sagte die Großmutter leise und gab mir damit zu verstehen, daß ich weiterschlafen darf. Ich war munter. Die Großeltern sollten sich in Ruhe vorbereiten. Djado Mitjo
und Baba Vantsche hatten immer viel Arbeit. Iliana und Tantsche schliefen noch wie Murmeltiere.
Wieder hörte ich den Regenpfeiffer, aber es war nur kurz. Das heißt, daß es regnen würde, aber erst abends oder am nächsten Morgen. Jetzt hörte ich das Klappern von Blech. Die Oma ging also mit den Hühnereimern los. Jetzt schrie endlich der Hahn. Danach zwitscherten und piepten alle großen und kleinen Vögel und die gierigen Hennen im Stall begannen unter Geräusper und Gezeter ihre Eier zu legen. Die Gänse gaggerten und als nächstes hörte man Hundebellen aus dem ganzen Dorf. Auch die Schweine waren wach, sie grunzten und scharrten.
Als ich die Wasserpumpe hörte durch die der Garten bewässert wurde, stand ich auf. Im Hof stand ein selbstgebautes großes Waschbecken. Dort wusch ich mich mit frischem klarem Wasser. Frühstück hatte später Zeit. Ich wollte zu Baba, die jetzt Eier einsammelte und Hühner fütterte."Naspa li si vetche?- Hast Du schon ausgeschlafen?", fragte sie. "Du darfst helfen." Ich freute mich. Beim Arbeiten sang Baba schöne Volkslieder. Das liebte ich und half mehr als gerne. Als wir fertig waren schaute ich nach Djado. Der stand mit dem Spaten neben einem Beet.
Er hatte diese komische Mütze auf. "Dobro Utro Katrinche", grüßte er und bat mich mit einer Handbewegung zu ihm zu kommen. Beim Toilettenhäuschen war ein Fläschen versteckt. Ich brauchte nur die Hand etwas hinter den Brombeerbusch zu stecken. Hinter dem Rohr war es.
Djado freute sich, als ich es ihm gab. Ich bekam eine gelbe Paprikaschote. "Du weißt, der Baba nichts sagen." Er gab mir ein Küsschen und ich lachte, weil sein Bart stachelte, Außerdem hatte er auch seine Zähne wieder nicht drinn. " Los Mädchen, geh die Schote waschen und iß sie, Du brauchst Kraft zum Arbeiten". So meinte er das nicht, aber Djado wußte, daß ich neugierig war und überall mithelfen wollte. Er liebte mich dafür und ich liebte ihn dafür, weil er mich so gut kannte und mir alles zeigte. Von meinen Großeltern habe ich den Spruch und die Lebenseinstellung : " Die Arbeit verschönert den Menschen. - Rabota krasi choveka."
Ich bin stolz, diese Lektion und dazu auf so liebevolle Art, gelernt zu haben. Dem Herren sei Dank.

*

Djado= bulgarische Ansprache für Großvater, Großonkel oder bekannten alten Mann
Baba= bulgarische Ansprache für Großmutter, Großtante oder bekannte alte Frau


1

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.