Im Seebad
von
Astron
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Im Seebad:
Nun, ein Jahr später, war wieder Frühling. Die Blumen öffneten ihre Blüten, streckten sie der Sonne entgegen und warteten auf die Insekten.
Vorgestern hatte das Seebad wieder geöffnet und heute ging ich mit Melindora hin.
Wir standen beide da, betrachteten das leere Seebecken und sahen die Fische, die wild auf ihren schuppigen Füsschen umhereilten.
Melindora wollte vom Zehnmeter-Sprungbrett springen und bestand darauf, dass ich mitkam. Ich hatte aber bedenken bei dieser Höhe, doch sie liess nicht locker und mit einem Blick tief in ihre schönen Augen konnte ich nicht mehr ablehnen.
Gemeinsam gingen wir zum Sprungbrett und kletterten hinauf. Dies war eine lange Angelegenheit. Das Sprungbrett war immerhin zehn Meter hoch und der Aufstieg dauerte geschlagene zwei Stunden, bis zu seiner Spitze. Der Schweiss rannte nur so durch meine Poren, mein Puls pochte und mein Blut schoss durch meinen Körper. Es muss an der steigenden Höhe liegen, dass mein Blutdruck stieg, denn je höher wir kletterten, desto höher stieg auch er.
Oben angekommen war es wundervoll. Die weite Einsamkeit, alleine, nur ich und die Tiefe rund um mich. Eine schwache Brise wehte und die Sonne schien stark. Es war heiss. Langsam, um dieses herrliche Gefühl da in zehn Metern Höhe möglichst lange geniessen zu können, lief ich zur Absprungstelle. Tief unter mir lag der See, das Licht wurde von seiner blauen Oberfläche reflektiert. Ich nahm noch einen letzten Zug der herrlich frischen Luft da oben, bevor mich die Gravitation in die Tiefe zog. Die Luft blies nach oben und zerzauste mir das Haar. Mein Magen rutschte mir in den Kopf. Während dem Flug entdeckte ich ein Kind, das einen abgebrochenen Ast in den See warf. Es spritzte, bevor er flach auf dem blauen Wasser trieb. Gleich darauf traf ich auf das Wasser. Mit steif gestreckten Beinen tauchte ich ins kalte Wasser ein. Es war ein Schock, urplötzlich mit ihm in Berührung zu kommen. Doch alsbald ich ganz eingetaucht war, erwärmte es sich angenehm warm und ich tauchte auf und sog gierig neue Luft ein. Nun bemerkte ich auch Melindora wieder, die neben mir aus dem Wasser auftauchte.
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