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Kategorien > Fabeln & Märchen > Liebe

Im Wind

von Bertl

Es lebte einst ein junger Schäfersohn mit dem Namen Ranir im grünen Osten des wunderschönen Königreichs Ghonu. Er lebte in einem Land, das in der Sprache des Südens Fernasil genannt wurde und seine eigentliche Heimat befand sich am Fuße der weiten Sonnenhügel.
Ranir war rein im Herzen und frei im Gemüt. Es plagten ihn keine Sorgen und tief in seiner Seele trug er wahren Frohmut, denn er kannte keine Sehnsüchte und auch nahezu keine Gründe für Verdruss. Er lebte in der Abgeschiedenheit seines Daseins ein ruhiges und besonnenes Leben, das trotz seiner Einfachheit glücklicher war, als so manch ein Leben eines Abenteurers.
Doch als er eines Abends im Walde vor sich her wanderte, um Brennholz und Andenken vom Holzschnitzer Galar herbeizubringen, welcher für Ranirs Mutter Nirda und seinen Vater Lonn immer kunstvolle und wunderschöne Holzfiguren schnitzte, erblickte der junge Schäfersohn eine Kutsche in der Ferne.
Vielleicht war es Schicksal oder vielleicht auch nur Zufall, dass Ranir, obwohl er eigentlich in Eile gewesen war und obwohl der Weg, den er zu gehen hatte, schon in eine Abbiegung gen Süden zu münden drohte, stehen blieb, um jener Kutsche aus der Ferne nachzusehen.

Die Kutsche war mit wunderschönen Lilien und Lotusblüten bepinselt worden und die Pferde, welche den Anhänger zogen, waren weiß wie frischer Firn. Der Kutscher führte nach erlernter Hofart das Gespann und Ranir wunderte sich, dass es dem Herren, den großen und eleganten Hut, den er am Haupte trug, nicht in die, längs des Weges gelegenen, Wälder fortgeweht hatte.
Und als Ranir dastand, um zu sehen in welche Richtung die Droschke wohl fahren und wer mit diesem Gefährte eigentlich umherreisen sollte, war es ihm im Inneren so, als würde in ihm eine Sonne erblühen, die Ihn ganz von alleine zum Lächeln brachte und nicht mehr losließ.
Plötzlich, von dem einen Augenblick auf den anderen fiel Ranir ein Blick zu. Sofort fühlte er ein Prickeln in den Händen und ein Kribbeln im Bauch, als er erkannte, dass ihn eine junge Dame entgegenlächelte. Sie hatte die Schönheit und die Anmut einer Prinzessin und niemals zuvor hatte Ranir solche wunderschönen und tiefen Zauberaugen gesehen. Ihre Haare waren feenhaft und ihre Haut war ein wenig bleich. Ihr Gesicht war schmal, doch ihr Lächeln war breit und herzlich. Ranir ward heiß und kalt zu gleich, als er ihr Antlitz erblickte.
Das Mädchen lächelte ihm zu und musterte ihn mit ihren engelgleichen Augen, doch Ranir stand nur da und blickte aufs äußerste verwirrt und verlegen der jungen Dame entgegen.
Am liebsten, so wusste er insgeheim, hätte de junge Schäfersohn die Kutsche mit gellenden und flammenden Rufen angehalten, doch er schämte sich für seiner selbst und vor allem für seine Herkunft.
Und so fuhr die Kutsche weiter des Weges und Ranir blieb zurück. Der Jüngling hatte die Fassung verloren und es dauerte Minuten, bis er wieder zur Gesinnung kam. Dann ging er nach Hause.
Am Abend des selbigen Tages beschloss er zu seinem Vater zu sprechen, denn der junge Ranir plante sein Zuhause zu verlassen, seinem alten Leben den Rücken zuzukehren, und in die weite, weite Welt hinauszuziehen.

Er hatte dies schon lang geplant, doch den Mut dazu hatte er nie finden können. Doch nun war alles anders. Ranir sprach lange und in Ruhe mit seinem Vater und erklärte diesem auch, dass sich sein jüngerer Bruder Gordag ohnehin besser um die Familiengehöfte kümmern würde und dass Ranir daher freiwillig auf seinen Erbanteil verzichten würde und diesen an Gordag weitergäbe.
Ranir war der Zweitälteste der vier Söhne des Schäfers Lonn und es war sein gutes Recht auf seinen Anteil am Familiengut zu verzichten. Dass sein älterer Bruder Farangous vom Familienbesitz nahezu alles erben würde stand sowieso außer Frage. Also war es Ranir relativ egal wer, was bekommen würde nach dem Tod seiner Eltern; er verzichtete gleich ganz auf Alles.

Ranirs Vater war tief enttäuscht von seinem Sohn, denn insgeheim hatte der alte Schäfer bereits beschlossen, seinem zweitältesten Sohn den größten Erbanteil zu vermachen, weil er ihn als den Würdigsten von allen Vieren erachtete- doch dies sollte Ranir niemals erfahren.
Es folgte ein stundenlanger Streit. Vater und Sohn sprachen miteinander, brüllten sich gegenseitig an und vertrugen sich zum Ende wieder. Der Vater sprach dann, als die Nacht schon angebrochen war im Vertrauen zu seinem Sohn: "Junge, wir haben oft gestritten, gezankt und gelärmt. Wir haben uns oft Dinge gesagt, die wir nicht hätten sagen sollen und wir haben uns nie richtig beieinander entschuldigt. Wir haben viele Fehler gemacht und vor allem ich als dein Vater habe viel falsch gemacht, doch du bist mein Sohn. Ich will und kann dich nicht gehen lassen. Es würde mir und vor allem deiner Mutter das Herz brechen. Geh' nicht fort, wir brauchen dich doch hier!"
Ranir wurde von den Worten seines Vaters nicht kalt gelassen, aber dennoch entschied er sich fortzuziehen. Er sprach: "Vater, ich weiß, dass ich hier immer einen Platz haben werde. Aber trotzdem, mein Schicksal führt mich in die weite Welt, wo ich Ruhm für unsere Familie zu finden glaube. Ich weiß nicht, was mich erwartet, aber ich bin auf alles gefasst."
"Du engstirniger Tölpel!" antwortete der Vater mit erhobener Stimme. "Du glaubst auf alles gefasst zu sein? Wenn du wirklich gehst, so wirst du verenden noch ehe der erste Tag deiner Wanderung zur Neige geht! Wo würdest du denn hinwandern? Und wie solltest du dich ernähren und wo wolltest du wohnen? Und selbst wenn du alleine überleben könntest, sag mir, wo du in diesem Land Freunde und Verbündete finden könntest außer hier! Fernasil ist ganz und gar kein ungefährliches Land. Dein Fortgang wäre dein Untergang! Also überlege dir noch einmal genau was du tun wirst, Ranir!"
Ranir blickte zum Boden und antwortete mit flüsternder Stimme: "Mein Entschluss steht fest, Vater. Zürne mir nicht nach, denn ich tue kein Unrecht. Ich werde unserer Familie Ehre bringen, du wirst es sehen."
Die Augen des Schäfers verengten sich und man sah, dass sein Geist von Wut entbrannt wurde. Sein Blick war schneidend. "Sohn, wenn du gehst, töte ich dich bei deiner Rückkehr. Das schwöre ich. Du hast nämlich keine Ahnung was du deiner Mutter antun würdest!"
" Dennoch werde ich gehen!" entgegnete Ranir. " Weil ich nämlich genau weiß, dass meine Mutter meinen Entschluss besser versteht, als mein Vater, der mir sogar androht, mich bei meiner Rückkehr zu töten."
"Du bist nicht mehr mein Sohn.", brüllte der gute Lonn in seiner Wut und es sollte kein weiteres Wort fallen, das von beiden Männern nicht im Nachhinein bereut wurde. Und so schieden die beiden im Streit und sahen einander niemals wieder, außer vielleicht im Himmel.
Ranir ging danach wild entschlossen fort und keiner seiner Brüder konnte ihn umstimmen zu bleiben, nicht einmal sein geliebter und älterer Bruder Farangous.

Er ging fort von den Sonnenhügeln und durchstreifte die Länder. Die Jahre vergingen und der Ranir wanderte und wanderte, über weite Felder und Wiesen, durch Wälder und Eiswelten, solange bis sich die Sohle seines rechten Schuhes ablöste und immer merkwürdig knallte, wenn er einen Schritt tat.
Der junge Schäfersohn lebte nur von der Jagd und von seinem Überlebensgeschick. Er durchstreifte Gegenden, von denen viele nicht einmal gewusst hatten, dass es sie gab. Er traf Menschen, die Dinge wussten, von denen Ranir nichts verstand und der junge Wanderer hörte Lieder aus alten Zeiten, die sich um das schwere Schicksal eines Diebes namens Lornuk drehten, welches durch das Zentrum des heftigsten Umsturzes in der Geschichte verlief. Es waren traurige Sagen, die er hörte.
Von vielem, von dem er zuvor nichts verstanden hatte, wurde ihm nun kund, doch von der jungen Dame, die er insgeheim zu finden hoffte, fand er nichts. Sie war gar nur ein einziger Mensch, in der Weite der Welt, und Ranir hoffte genau sie zu finden. Ein verlorenes Spiel für Ranir den Schäferssohn!
Doch eines Tages kam Ranir in eine Stadt, und er sah, was er sich nie erträumt hätte.
Er sah eine Statue von der großen Prinzessin Niriehl und sie war genau das Mädchen, das Ranir aufspüren wollte. Er war verliebt in eine Prinzessin!
Der junge Schäfersohn fühlte sich nun erst recht unwürdig und auch dumm, da er auf Grund einer Frau, die er ohnehin nie haben konnte, seine treue Heimat verlassen hatte. Eine Adelige konnte er nie haben; nur Helden aus dem Volke bekamen Adelige zur Frau; und Ranir war kein Held, nur ein Narr! Und so suchte er dann tief enttäuscht irgendwo Obdach und übernachtete im Stall eines freundlichen Bauers außerhalb der Stadt. Er schlief unruhig, von Sorgen der Liebe geplagt.
Am nächsten Morgen bedankte sich Ranir bei dem Bauern und seiner ebenso freundlichen Frau und nahm Einzug in der Stadt. Ohne wirklich nachzudenken ging er dann bald in jene Richtung, in der das Schloss der Prinzessin lag.
Eigentlich war er in die Ortschaft gekommen um sich endlich neue Schuhe zu kaufen, von dem wenigen Gold, das er noch hatte, doch stattdessen wanderte er alleine durch die Straßen und dachte immer wieder an die erste Begegnung mit dem Mädchen mit den Zauberaugen. Sie ging ihm einfach
nicht mehr aus dem Kopf.

Doch als ihm sodann das Herz am schwersten wurde, und er daran dachte einfach wieder zurück ins Heimatland zu ziehen und alle nahezu ausgeträumten Illusionen von Wärme und Liebe zu vergessen, sah er plötzlich die Prinzessin im Garten des Schlosses auf einem Felsen sitzen, eine wunderschöne Blume beobachtend. Ranir war sofort gänzlich aufgelöst!
Er wünschte sich mit ihr zu sprechen, doch er war ungewaschen und hatte sich seit Tagen nicht rasiert. Er stank, jawohl er stank bestialisch. Und so konnte er nicht einmal daran denken Niriehl so entgegenzutreten.
Also rannte Ranir los in die Stadt, kaufte sich von seinem letzten Gold, wertvolle, duftende Seife und neue Gewänder; und wusch sich im Fluss. Ehe er dann wieder zurück zum Schloss kehrte, richtete er noch seine völlig zerstrubbelten Haare ein wenig zu Recht. Er fühlte sich baldigst sehr unnatürlich, ging dann aber zurück zum Schlosse und traf unverhofft auf die Prinzessin selbst, als diese das Burggelände verlassen hatte, um Füchse zu beobachten. Das erste Mal trafen sie sich im Wind.
Erst nach ein paar tiefen Atemzügen und nervösen Blicken fragte Ranir wer die Prinzessin wohl sei, und ließ sich natürlich deutlich an seinen Blicken anmerken, dass er ganz genau wusste, wer diese war.
Doch ferner überraschte Niriehl ihn, indem sie Ranir beteuerte, dass sie ihn sehr wohl wiedererkannte, und ihn in den vergangenen Tagen nicht vergessen hatte können. Der Schäfersohn wurde ein wenig stiller (weil sein Herz so heftig pochte) und erklärte der jungen Edelfrau wieso er in ein fernes Land gereist war- um Ihretwillen.
Ranir und Niriehl sprachen stundenlang und der Auswanderer merkte, dass die Prinzessin Gefallen an ihm fand. Bald darauf, als Ranir schon gar nicht mehr klar denken konnte vor Übermut, trennten sich die beiden und beschlossen sich am darauf folgenden Tag an der selben Stelle wiederzutreffen. Was sie auch taten.
Und schon am dritten Tag küsste Niriehl den jungen Schäfersohn. Eine glückliche Liebe und eine tiefe Einigkeit erstand zwischen den beiden in kurzer Zeit und nach Wochen konnten sie sich nicht einmal mehr vorstellen ohne einander sein zu können, obwohl sie auch oft zu streiten begannen und sich auf grauenhafte Weise in die Haare bekommen konnten. Dennoch vertrugen sie sich immer wieder und waren dann wie ein Herz und eine Seele. Sie hielten ihre Zuneigung geheim.

Und so verging die Zeit bis Ranir, der bis zu diesem Zeitpunkt schon fixer Stallbewohner geworden war, um Niriehls Hand anhielt. Und diese, obwohl sie große Angst davor hatte, ging sogleich zu ihrem Vater König Balduin und erzählte ihm alles. Niriehl gestand ihrem Vater, welcher sie sehr liebte, dass sie sich in Ranir verliebt hatte, und dass er von sehr weit her gereist war, nur um sie zu finden. Niriehl verlangte von ihrem Vater das Jawort und dieser entgegnete nur: " Ich will mir diesen Jungen erst einmal ansehen, bevor ich ihm auch nur annähernd gestatte eine solche Bitte an den König zu wenden."
Tagsdarauf kam Ranir dann vor den König und die beiden sprachen sehr lange bei einem Mahle, ohne dass Niriehl anwesend gewesen wäre. Der König sprach: "Nun gut. Ihr sagt also junger Mann, ihr liebt meine Tochter?"
"Das ist wahr, euer Majestät.", antwortete Ranir.
"Und ihr meint weiters, dass ihr es wert seid meine Tochter zu lieben?" fragte der König sogleich.
"Nein euer Majestät, nicht wenn man meine Herkunft und meinen Lebensweg betrachtet. Dann sicher nicht. Doch jeder, der in mein Herz blicken kann, weiß, dass ich es wert bin der Gatte eurer Tochter zu werden."
Die Miene des alten Mannes verfinsterte sich.
"Wie ihr seht, kann ich nicht in euer Herz blicken. Und ich will es auch gar nicht. Ich wünsche es nicht, dass ihr meine Tochter begehrt! Ich möchte es nicht, und dem wird auch nicht so sein."
Dann fügte er mit klarem Blick und einem schmunzeln hinzu: "Ich biete euch Fünfhundert Reinmünzen Gold aus Gashan. Ich rate euch nehmt es und verschwindet!"
"Niemals.", entgegnete Ranir scharf und von Wut so gepackt wie ein Berglöwe.
"Dann ist dies euer eigen Verschulden.", antwortete der König postwendend, bevor er den Wachen befahl Ranir in die Schlosskerker werfen zu lassen. Doch dieser wehrte sich entschlossen, ehe er übermannt wurde.

Zur selben Stunde versank Niriehl in Tränen, als sie sah, dass Ranir nicht wie vereinbart zu einem Treffen der beiden gekommen war. Sie rannte in ihrer Verzweiflung zu ihrem Vater und fragte ihn von höchster Trauer umfangen, wo wohl ihr Verlobter sein könnte.
Der König belog sie und sagte ihr er sei gegangen- um des Geldes wegen.
Dies brach Niriehl das Herz. Sie hörte auf zu essen, zu schlafen und auch zu lächeln. Sie sprach zu niemandem mehr und hörte auch niemandem mehr zu. Ihr Vater sorgte sich sehr um sie, dachte jedoch nicht einmal daran Ranir, welcher unter dem Joch eines fetten, glatzköpfigen Gefängniswärters schwer zu leiden hatte, zu befreien.
Niriehl verzweifelte. Ihre Seele war nicht mehr glücklich. Sie ging Tag für Tag alleine zu dem Platze, an dem sie Ranir zum ersten Mal getroffen hatte, doch niemals fand sie ihn dort. Er war gegangen. Niriehl wurde immer traurig an diesem Ort- Ihr fehlte etwas; ihr fehlte Ranir.
Ihr Vater natürlich hatte in der Zwischenzeit, apathisch wie er nun einmal war, drei neue, mögliche Bräutigame heranschaffen lassen. Herzog Cuivad, ein fremdartiger Mann aus fernen Gefilden, der zwar freundlich, aber ein großer Angeber war, Graf Brafoney von Schloss Gelun, ein sympathischer Mann der selbst anderer Liebe zugetan war und Baron von Prosh, ein unheimlicher und bösartig wirkender Mann, welcher von den Meeresgestaden des Landes Ki-Nam entstammte. Man erzählte sich über ihn, dass er der stärkste und grausamste Krieger in seinem Land war, der gnadenlos über sein Land herrschte und oft mordete. Mit Sojemandem hätte sich die blaublütige Schönheit nie betrauen lassen. Sie hatte sogar Angst vor Baron von Prosh. Und er, ausgerechnet er, war des Königs Favorit.
Niriehl dachte nur noch an ihren Ranir, und wusste, dass wenn eine Hochzeit arrangiert werden würde, ihre Heimat verlassen würde, um ihren Geliebten zu suchen, ebenso wie dieser es einst für sie getan hatte. Nie würde sie ihn vergessen.
Ranir erging es inzwischen sehr schlecht in den Kerkern unterhalb der Burgbauten. Er musste Tag und Nacht hart arbeiten, durfte nie nachlassen, sonst wurde er von dem fetten Aufseher, der den ganzen Tag nur furzte und schrecklich aus dem Mund stank, mit der Peitsche bestraft. Es gab kein gutes Essen für ihn und wenn überhaupt, dann nicht einmal genug, um damit Enten oder Hühner zu nähren. Überall in den Kerkern stank es, doch daran konnte man sich gewöhnen, doch unten kursierten auch Krankheiten, weil die Männer sich nie waschen oder neu kleiden durften.
In den Kerkern arbeiteten eigentlich nur Verbrecher und Gauner. Doch diese arbeiteten unter solch schrecklichen Umständen, dass sie damit jede Schuld einbüßten.
Wenn zum Beispiel ein Mann starb, an Schwäche oder Krankheit, dann lachte der fette glatzköpfige Aufseher nur und war heiter, was er sonst nie zu sein pflegte. Es war schlichtweg schrecklich und Ranir plante eine Flucht. Er wusste an welchem Tag, er wusste wie, denn alle Insassen des Kerkers würden zusammenhalten. Er wusste auch wohin, einfach nur weit weg. Und er wusste mit wem, mit Niriehl, wenn dies möglich war.

An jenem Tage, an dem Niriehl und Ranir sich das erste Mal getroffen hatten, beschloss die junge Prinzessin ein letztes Mal zu dem Platze nahe des Schlosses zu wandern. Sie sehnte sich einfach danach zumindest den Ort, an dem alles seinen Anfang genommen hatte, wiederzusehen. Sie wanderte alleine und weinte. Sie weinte nicht wie ein Kind vor Leidenschaft und Kummer, sondern ihre Augen verloren die Tränen einfach, welche nach und nach, immer rascher zu Boden kullerten. Sie wusste tief in ihrem Herzen, dass sie Ranir, den einfachen, ungeschickten und ehrlichen Schäfersohn, niemals wieder sehen würde. Nie in ihrem Leben.

Plötzlich sah die Prinzessin wie fremde, verdreckte und unheimliche Mannen aus den Grüften unter dem Palast strömten. Es waren hunderte, und einer sah unheimlicher aus als der andere. Niriehl beschloss zum Schloss zurückzulaufen.
Doch plötzlich! Niriehl wurde von hinten von zwei kräftigen Armen gepackt. Sofort brüllte sie auf, denn sie erschreckte sich zutiefst. Irgendjemand wollte ihr an die Wäsche, doch nicht mit Prinzessin Niriehl.
Sie zwickte den Unbekannten in den Unterarm, schlug dann mit ihrem Kopf aus und schlug dem Fremden rückwärts genau in den Schritt. Sie hörte nur wie jener zu Boden sank.
Die Prinzessin wirbelte kampfbereit herum, mit finsterem Blick, um einen sich windenden, nasenblutenden und verdreckten Ranir auf dem Boden wiederzufinden. Sofort begann ihr Herz vor Glück zu rasen und sie stürzte sich auf ihn. Die beiden umarmten sich lange. Dann versteckten sie sich und Ranir erzählte Niriehl was ihm das vergangene Jahr zugestoßen war. Er erzählte solange bis die Sonne unterging, auf den sonnigen Heiden, weit entfernt von der Königsburg, wohin sie gelaufen waren und wo selten jemand hinkam.
Zuerst wollte Niriehl nicht glauben, dass ihr Vater solch Ding mit Ranir getan hatte, doch als sie dann die Spuren der Peitschenhiebe sah, glaubte sie ihm und die beiden entschlossen zu entfliehen.

Und so flohen sie, sie flohen so weit das Land sie trug mit Pferden aus des Königs Stall. Ranir wusste zu überleben, dennoch gerieten die beiden oft in Streit, weil die Prinzessin das Leben in der Wildnis einfach nicht gewohnt war. Doch an ihrer Liebe und an ihrem Willen zur Zweisamkeit bestand nie ein Zweifel. Die Prinzessin gab ihre noble Existenz gerne für Ranir auf, der ihr nur zu oft nahezu rohes und merkwürdig aussehendes und seltsam schmeckendes Fleisch von unbekannten Tieren als Abendessen servierte. Und das über viele Mondwenden hinweg!
Doch dann eines Tages, als die beiden zu den Gestaden des weiten Ostmeeres kamen, lernte das junge Paar viele Freunde kennen und beschloss dieserorts zu verweilen. Die Truppen des Königs hatten die Suche wahrscheinlich bereits aufgegeben und so beschlossen Ranir und Niriehl sesshaft zu werden und tatsächlich zu heiraten.
Sie gründeten eine Stadt nahe der See mit dem Namen Raniehl. Diese Stadt wuchs und wuchs und wurde die prächtigste Stadt Erdnachts, mit den schönsten Bauten aller Zeiten. Sogar fast schöner als die Zwergenstädte wurde sie und alle Menschen die sie besuchten, fühlten noch Jahrhunderte später ein zartes Gefühl von Harmonie, wenn sie Raniehls Boden betraten.

Ranir und Niriehl allerdings heirateten und bekamen sieben entzückende Kinder. Ranir wurde zum Truchsess der Stadt und Niriehl wurde vom späteren König zur Gräfin ernannt. Die beiden lebten glücklich und wurden zum Inbegriff der treuesten und ehrlichsten Liebe in Erdnachts Erzählungen. Sie lebten miteinander ins hohe Alter ehe sie dann eines Tages gemeinsam verschwanden, in Liebe, in Freiheit. Von ihrem Tod wurde nie berichtet, doch man sagt noch heute, dass nicht einmal die Götter selbst ihre Zweisamkeit zerstören konnten, und das sie miteinander ins weite Paradies gewandert sind.

Kommentare

susy schrieb am 2007-03-24 15:25:37:
ich fand die geschichte einfach super
die hätte noch länger werden dürfen ich hätte sie aufjedenfall ganz gelesen
Boncas schrieb am 2006-03-05 14:25:29:
hi autor ich bins nomal (Boncas) also muss sagen deine geschichte supi *****
boncas schrieb am 2006-02-18 12:44:47:
Ähm ähm............naja eigentlich les ich swas nicht aber die geschichte war gut
keule@mns.at schrieb:
wie vom winde verweht du tuntn!
autor@selbst.at schrieb:
gusch du kastrati!
Hofmann-Britta@web.de schrieb:
Süße Geschichte, echt zauberhaft!
lena@t-oline.de schrieb:
Schluchz,schmalz,sabber
schreib mir ich liebe deine Worte
- schrieb:
Ich finde die Geschichte spitze , obwohl ich gar nicht so etwas Lese , weil normalerweise lese ich nicht solche Geschichten , ich muss sdagen super gelunge
lalalal schrieb:
zu lang
blabla schrieb:
kein bock zu ´lesen zu lang
melisim3@hotmail.com schrieb:
Die Geschichte war toll wie ist dir das alles eingefallen. Ich find sie überhaupt nicht lang passt genau. lg vielleicht meldest die ja mal
lalilo@gmx.de schrieb:
Etwas lang. Schön, aber auch spannend.
Ich finde es super.
www.ludiknuddel@gmx.de schrieb:
es war eine schöne geschichte
das einzige was gestört hat war ihn ließ es auch nicht kalt da du sonst in älterer Sprache geschrieben hast supi
lara@love.de schrieb:
ist ´ja richtig lang
Lena schrieb:
Das liest sich niemand durch. Nur Lehrer

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