Immerdar – Wo die Ewigkeit sterblich ist (Allmacht
von
Leinad Linguisti
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gebracht. Schieb nicht mit die Schuld zu. Ich habe dich zu nichts gezwungen. Das warst du selbst.“
V.
„Ich soll hier elendig verrecken, oder wie?“
Der Korrektor kochte vor Wut. Sein Schwert sauste aus der Scheide und schlug alles nieder, was ihm in die Quere kam. Fast zeitgleich kam die Wahrheit über ihn.
35.Teil: Das Herzlicht (9) – Blinder Hass
I.
Roland erinnerte sich.
Als seine Frau niedergestreckt durch sein eigenes Schwert auf dem Boden lag, wanderte sein Blick weiter. In seiner blinden Wut hatte er alles zerstört was ihm im Weg gestanden hatte. Ein weiterer Leichnam lag unweit von ihm entfernt. Roland ließ das Schwert sinken.
„Nein. NEIN.“
Seine Tochter. Sie war tot. Getötet durch den Hass der ihn beflügelt hatte. Er drückte ihren zerbrechlichen Körper an seine Brust.
II.
„Du hast sie in jener Nacht getötet“, sagte die Stimme des Nichts. Bis jetzt hast du dieses Ereignis verdrängt. Jetzt endlich begreifst du, dass du hinter einem Phantom her gejagt hast. Es tut mir so leid.“
Roland wischte sich über die Augen. Keine Tränen. Nichts. Er konnte nicht einmal mehr weinen.
„Ich bin ein Monster.“
„Du hast deinen Weg aus freien Stücken gewählt, Roland. So sehr du mir auch die Schuld geben willst, ich werde sie nicht für dich tragen können.“
„Spar dir dein Mitleid.“
III.
„Alles entwickelt sich so wie ich es sah. Du hasst mich. Du kannst es nicht verstehen. Deine Gefühle beherrschen dich. Deine Menschlichkeit nagt an dir. Du willst mich töten, doch das ist unmöglich.“
„Wenn ich dich schon nicht töten kann, dann eben jemand anderen.“
Roland stieß das Schwert durch seine Brust. Er spürte keinen Schmerz. Die Klinge war ganz durch ihn hindurch gefahren, doch als er sie wieder herauszog verschloss sich die Wunde von selbst.
„Sehr gut“, lobe Neu´tris. Du hast dir deine Unsterblichkeit verdient.“
„Ich will sie nicht.“
IV.
„Sie ist da. Deine zweite Reinkarnation wird sie brauchen. Mein ewiger Held soll alle Macht erfahren.“
„Wir sind nur ein Baukasten für dich. Du suchst dir die besten Teile aus.“
„Kämpfe nicht mehr dagegen an, Roland. Jetzt nicht. Dein Lebensweg endet gleich. Dolnar wird dich zu einem letzten Kampf herausfordern. Ich danke dir für alles mein Krieger.“
36.Teil: Dolnar, der Krieger der letzten Stunde (4) – Auge um Auge
I.
Die Stimme löste sich von seinem Ohr. Roland war wieder allein. Er fühlte sich auf einmal unendlich müde. Es gab nun keinen Sinn mehr in seinem Leben. Er hatte jeden einzelnen Menschen verloren den er geliebt hatte. Ihm blieben nur noch die Erhabenen. Die göttlichen Vertreter des Seins.
„Bitte ich flehe euch an. Helft mir.“
Ein Blitzschlag fuhr hernieder. Dolnar lächelte ihm zu.
„So also endlich, fügt sich dein Schicksal zusammen, Roland. Dies wird das letzte Mal sein, dass wir miteinander kämpfen.“
II.
Blut spritzte als Dolnars Klinge durch Rolands Panzerung traf. Der Korrektor konnte den Schmerz spüren.
„Die Unsterblichkeit hindert dich selbst nur daran zu sterben. Alle anderen können dich verletzen. Leiste mir wenigstens etwas Widerstand, damit ich meinen Spaß habe.“
Roland parierte einen Angriff und trat dem Krieger gegen den Magen. Dolnar krümmte sich. Er stützte sich auf sein Schwert.
„Du bist fast soweit, Unsinniger. Jetzt zeig mir was du kannst.“
III.
Das Schwert sauste hernieder. Roland konnte nicht mehr ausweichen. Er sah sein Leben noch einmal an sich vorbei rasen. Dolnars Augen schimmerten, als er den Sieg auf seiner Zunge schmecken konnte. Doch es kam alles ganz anders. Eine unsichtbare Wand baute sich zwischen den beiden Kämpfern auf. Dolnars Schwert wurde absorbiert und vom Nichts verschlungen.
„Du kannst deine Kräfte doch aktivieren. Du hast mich verarscht.“
Roland schloss die Augen. Atmete tief durch.
IV.
„Ich will kein Blutvergießen mehr. Es ist so sinnlos. Ich habe einen anderen Weg im Sinn. Einen Gleichwertigen. Dolnar steht auf.“
Roland ließ die Barriere fallen. Er glaubte schon Neu´tris Stimme zu hören, doch die Allmacht blieb stumm.
„Stich zu, Krieger der letzten Stunde. Ich werde mich nicht mehr wehren.“
„Das kann nicht dein Ernst sein.“
„Wenn du zu feige bist, dann lass es bleiben.“
V.
Dolnar ließ sich nicht lange bitten. Umbarmherzig stieß er zu. Roland lächelte.
37.Teil: Das Herzlicht (10) – Äonum, das Herz der Welt
I.
„Warum lachst du?“
„Weil es nun vollbracht ist. Unser beider Aufgabe ist erfüllt.“
Der Krieger der letzten Stunde sah an sich herunter. Sein Körper wurde durchscheinend. Er begann zu verschwinden.
„Aber wieso?“
„Nur du konntest mich töten. Du bist mein Spiegelbild. Roland und Dolnar. Zwei Seiten derselben Medaille. Du wirst nun gehen müssen. Lass los.“
Dolnar schloss die Augen und seufzte wohlig. Endlich war es vorbei.
II.
„Du wusstest das es diese Wende nehmen würde, oder?“
Neu´tris kicherte kindlich.
„Ich habe es gehofft. Bist du noch böse?“
„Nein, ich möchte dir danken. Für alles. Ich hoffe das auch mein Nachfolger einen guten Weg finden wird.“
„Ich werde ihn begleiten. Bis zu dem Tag an dem wir uns wiedersehn.“
III.
„Muss die Welt für immer finster bleiben?“
Roland sackte in die Knie. Allmählich verließen ihn die Kräfte.
„Das liegt bei dir. Willst du es so?“
„Nein.“
Der Korrektor griff in die Wunde und riss sie auf. Sein Brustkorb klappte zur Seite. Er entnahm sein Herz und schleuderte es mit letzter Kraft in den Himmel.
„Äonum, Herz der Welt. Erhelle die Herzen aller die glauben.“
Roland schloss die Augen. Sanft fiel er in tiefen Schlaf.
38.Teil: Erhabenheit und Ewigkeit
I.
Die vier erhabenen Götterwesen. Die Sendboten der Allmächte des Seins fluchten.
„Du hast unseren Krieger überlistet, Schwester.“
„Mein Held war dem euren nur an Klugheit überlegen, Brüder. Eure Herrschaft ist vorbei. Finsternis entsage dieser Welt. Eingesperrt für lange Zeit, bis das Äonum zerbricht.“
Die Götterwesen schrien und tiefe Spalten und Risse zeichneten sich in ihrer Welt ab.
II.
„Du hast uns hintergangen.“
„Das Tor nach Immerdar wird für sehr lange Zeit unpassierbar sein. Übt euch in Geduld vielleicht geht die nächste Runde an euch.“
Die Erhabenen versprühten ihre dunkle Macht, doch es half ihnen nichts. Sie waren an klare Regeln gebunden. Doch die Zeit würde es zeigen, welcher Macht die Menschen entsagen würden. Den das Spiel von Sein und Un-Sein geht weiter.
Ende des letzten Teils
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