In Memory Of Awful Days
von
*Besito*
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Es war ein Morgen wie jeder andere, als ich, Ruthie McKenzie mit meinem Fahrrad die englische Stadt Walsall verließ. Der Himmel war mit schwarzen Wolken verhangen und es sah so aus, als ob es gleich anfangen würde in Strömen zu Regnen. Und Regnen tut es hier sehr oft. Ich war wie jeden Tag, auf dem Weg zum Eleanor Roosvelth College in Wolverhampton. Das E. R. College ist eine der besten Colleges hier in der Umgebung.
Doch das war nicht immer so gewesen. Früher besuchte ich das Chilton College. Doch das ist Vergangenheit. Es fällt mir sehr schwer darüber zu reden, doch ich will euch einmal erzählen, was mir vor einem Jahr widerfahren ist. Es war das schlimmste Jahr, was ich mit meinen nun schon 15 Jahren erlebt hatte (und ich habe schon viele Momente erlebt, auf die ich nicht gerne zurückblicke).
Vielleicht sollte ich noch etwas über meine Familie erzählen. Wenn man es denn überhaupt Familie nennen darf. Wir leben in der englischen Stadt Walsall, in einem relativ großen Haus, dass wir von meinen Großeltern, die vor drei Jahren leider verstorben sind, geerbt haben. „Wir“ ist meine Mum Deleisha und ich. Geschwister habe ich keine. Mein Dad Lavell, oder besser gesagt mein Erzeuger, hat meine Mum verlassen, als ich 5 Jahre alt war. Für sie war es das schlimmste, was hätte passieren können. Er ging. Wegen einer anderen Frau. Seit diesem Zeitpunkt haben wir nichts mehr von ihm gehört. Und ehrlich gesagt ist mir das auch lieber so. Denn nun mal ehrlich, wer will schon Kontakt zu jemandem, der einer entzückenden Frau und einem 5-jährigen Kind das Herz gebrochen hat!? Er hat alles zerstört was wir uns aufgebaut hatten. Meine Mum, hat das nie verkraften können. Sie hat mit dem Trinken angefangen. Immer wenn ich von der Schule komme weiß ich, dass sie wieder zur Flasche gegriffen hat. Es ist schrecklich, denn ich kann ihr nicht helfen. Und professionelle Hilfe will sie auch nicht annehmen. Dafür ist sie zu stolz. Nach außen hin, spielt sie die taufe Geschäftsfrau, die erfolgreich, mitten im Leben steht. Doch hinter der Fassade, steckt eine Frau, die die Freude am Leben verloren hat. Die die Freude leider auch nicht in mir finden kann. Das ist schade, denn ich liebe sie, wobei ich davon überzeugt bin, dass sie mich auch liebt. Denn ich bin das einzige, was sie noch hat, wenn man mal von dem Alkohol und ihrem eigenem Modegeschäft absieht. Einen neuen Mann hat sie bisher auch noch nicht gefunden. Aber wahrscheinlich hat sie noch nicht einmal nach einem gesucht. Denn es ist für sie sicherlich nicht schwer einen zu finden. Sie ist bildhübsch, hat gelocktes, blondes Haar, dass ihr bis über die Schultern langt, Augen, so blau wie das Meer und eine Figur, von der jede Frau träumt. Geschäftlich läuft es bei meiner Mum prima. Sie besitzt eine eigene Mode-Boutique. Der Stil dieser Mode entspricht nicht gerade meinem Geschmack, aber solange es Geld bringt stört es mich nicht weiter. Wir leben sparsam, das Geld was sie dort verdient bringt uns über die Runden. Zu dem Rest meiner Familie haben wir auch keinen Kontakt mehr. Sie leben entweder weit weg, oder wir haben uns mit ihnen zerstritten. Fast hätte ich jedoch ein wichtiges Familienmitglied vergessen. Unseren Kater Buddy. Ich habe ihn von meiner Mum bekommen, als ich 5 war. Sie hat ihn mir als „Vaterersatz“ geschenkt. Als Trost. Ich bin sehr froh, dass ich ihn habe und ich möchte ihn nicht missen.
So und nun zu der Zeit, als ich noch das Chilton College besucht habe:
Es fing schon am ersten Tag an. Da ich verschlafen habe, war ich sehr spät dran. Meine Mum schmierte mir noch schnell zwei Brote und brüllte durchs ganze Haus: „Honey, beeil dich. Du willst doch wohl nicht schon an deinem ersten Tag zu spät kommen, oder?!“ Was denkt sie nur, wer sie ist, um so eine dumme Frage zu stellen. Hallo?! Natürlich will ich nicht zu spät kommen. Im Übrigen ist sie die jenige die immer zu spät kommt. Also gab ich patzig zurück: „Nein, aber was kann ich dafür?! Du weckst mich doch immer zu spät, weil du es selbst nie schaffst pünktlich zu sein.“ „Hör mal, so kannst du mit deinen Freunden reden, aber nicht mit mir. Hast du das verstanden? Und jetzt beeil dich.“, bekam ich als Antwort. Ja, mit meinen Freunden. Da gibt es nur ein kleines Problem: Ich habe keine Freunde. Meine einzige und zugleich beste Freundin Lyssie eine Französin, ist in den Ferien umgezogen. Aber nicht in eine andere Stadt innerhalb Englands. Nein. Sie musste gleich das Land verlassen. Sie zog mit ihrer Familie nach Frankreich. Das ist echt hart für mich, da sie ja, wie schon gesagt, meine einzige und beste Freundin war. Mit ihr konnte man jeden Scheiß machen, aber auch über alles reden. Kurz gesagt: Eine Freundin, mit der man Pferde stehlen konnte bzw. es noch könnte. Aber die Zeiten sind jetzt vorbei. Von nun an war ich auf mich allein gestellt. Eine neue Schule, fremde Leute, eigentlich ein komplett neues Leben. Ich war gespannt, hatte aber auch Angst. Das versteht ihr, oder?! Warum musste Lyssie auch gerade jetzt während dem Langersehnten Schulwechsel von der Constance–Billard Highschool auf das Chilton College umziehen?! Wir haben uns beide sehr auf die Zeit im College gefreut. Jedenfalls musste ich jetzt auch allein zur Schule fahren. Und zwar mit dem Bus, der morgens, wie mir gesagt wurde, sehr überfüllt sein soll. Na super. Wenn ich eines hasse dann dieses. Ein überfüllter Bus bei dem die Scheiben von der Hitze beschlagen und es extrem nach „Penner“ riecht! Ich wollte nicht. Doch ich musste. Es war mittlerweile schon 07:55 Uhr und der Bus kam schon um 08:00 Uhr. Ich musste mich echt sputen, damit ich ihn noch kriege, denn am ersten Tag zu spät zu kommen ist nicht nur blamabel sondern entspricht auch wirklich nicht meinem Stil. Vielleicht solltet ihr noch wissen, wann bei mir die Schule eigentlich anfängt, um 08:30 Uhr. Ich schlüpfte in meine Schuluniform und packte schnell mein Zeug zusammen. „Denkst du den Bus kriege ich noch?“ „Ehrlich gesagt, nein. Leider kann ich dich auch nicht fahren. Du weißt doch, wie die Kunden stänkern, wenn ich nicht pünktlich den Laden aufmache.“ „Aber Mum, jetzt geht es um mich. Nicht um deine Kunden. Was soll ich denn jetzt bitteschön machen?“ „Du nimmst einfach den nächsten Bus. Das ist jetzt alles ein bisschen dumm gelaufen und es tut mir auch leid. Du schaffst das schon, schließlich bist du meine Tochter und wir haben ja wohl schon ganz andere Dinge überstanden, oder?“ „Ja, da hast du sicher recht.“ „Siehst du! Also Kopf hoch.“ „Ich werde dann mal gehen, bevor ich den nächsten Bus auch noch verpasse.“ Aber etwas Gutes gibt es an der Sache schon: Ich musste nicht mit dem überfüllten Bus fahren. Man war mir schlecht. Alle möglichen Gedanken schossen mir durch den Kopf, mein Herz raste wie wild und Buddy schlich um mich. Man hätte denken können er wolle mir helfen. Aber das nutze auch nicht viel. Also machte ich mich auf den Weg zur Bushaltestelle, wo ich ganz alleine war, was wiederum klar war, weil ja alle pünktlich mit dem Schulbus
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