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Kategorien > Fantasy > Außergewöhnliches

In der U-Bahn

von Slyte

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So meine erste Geschichte :) Hoffe, die Kategorie is ok^^
(Kritiken ausdrücklich erwünscht!!)

In der U-Bahn


Am Donnerstag Abend saß in der U-Bahn, neben mir ein junger Anzugträger mitsamt Aktenkoffer.
Es herrschte eine bedrückende Stille im Abteil. Worüber sollte man auch reden, wenn man niemanden kannte?
Plötzlich bemerkte ich, dass die Frau mit den hochhackigen Schuhen mir gegenüber meine Hose mit verächtlichen Blicken begutachtete. Sie hatte wohl was gegen Jeans. Der Aktenmann neben mir hüstelte.
"Nächste Haltestelle Brünnsdorf-Oberheim, Ausstieg in Fahrtrichtung links," verkündete die mechanisch klingende Stimme aus den Lautsprechern über uns. Der Aktenmann lockerte seine Krawatte etwas.
Der Zug wurde langsamer und hielt schließlich, allerdings nicht ohne ein lautes Quitschen von sich zu geben und so zu ruckeln, dass einem kleinen Mädchen zwei Sitze weiter ihr Milchshake über die Hose lief.
Die Türen öffneten sich und eine junge Frau kam herrein, ein älterer Herr und ein grünlicher, riesengroßer Troll mit gelben Hauern, Glatze und einer Keule in der Hand.
Er zwängte sich umständlich durch die Schiebetür und ließ sich mit verdrießlichem Blick auf die andere Seite des Krawattenkerls fallen, sodass der ganze Zug leicht erzitterte.
Die Türen schlossen sich wieder und weiter ging die Fahrt.
Ich las vor lauter Langeweile die Sprüche, die am Zugfenster eingeritzt worden waren, obwohl ich sie eigentlich schon auswendig kannte; 'Thomas ist dumm', 'Ich grüße alle, die mich kennen, gez. Ich'...
Der Troll gab einen grunzenden Schluchzer von sich.
Ich hob die Augenbrauen und wagte einen Blick auf den kahlen Schädel meines Mitreisenden. Erst jetzt fiel mir auf, dass der Riesentroll ganz und gar nicht verdrießlich aussah: Viel mehr tottraurig.
"Kann ich ihnen helfen?," fragte der Aktenmann.
"Nein," wimmerte der Troll.
Wieder kehrte Stille ein, bis die Lautsprecherstimme sagte; "Nächste Haltestelle Brünnsdorf-Vorschpossen, Ausstieg in Fahrtrichtung links."
Ein weiteres Wimmern und ein ohrenbetäubendes Schniefen des Trolls folgten. Ich lehnte mich vor, um am Krawattenkerl vorbei den Troll ansehen zu können.
"Geht's Ihnen auch echt gut, Herr...?"
"W-W-Wagner," stotterte er. "Fridolin Wagner. Alles in Ordnung, wirklich."
Ich hob die Schultern und sah wieder aus dem Fenster. Das kleine Mädchen mit dem Milchshake begann zu heulen.
Und Herr Wagner heulte plötzlich mit, vergrug das Trollgesicht in den riesigen Pranken und schluchzte hemmungslos.
"Herr Wagner!," rief der Aktenmensch neben mir. "Was ist den los mit Ihnen?!"
"Ach, es ist alles so schrecklich," heulte der Troll.
Ich rückte ein Stück näher zu meinem Nebenmann, um den Troll besser zu verstehen.
"Heute morgen war eigentlich alles noch ganz gut, aber dann bin ich wach geworden... Als erstes habe ich mir Kaffee übergeschüttet und mich verbrüht, mein Jüngster hat mich angespuckt und ich habe auf den Hund getreten... Naja, Sie können sich ja vorstellen, was dann aus dem armen Kerl geworden ist... Als ich auf dem Weg zur Arbeit war, hat es angefangen zu regnen. Und als ich dann endlich bei meiner Arbeit beim Brückenzoll-komitee ankam, wurde mir meine fristlose Kündigung wegen Stellenabbau überreicht. Als ich dann wieder nach Hause kam, war meine Frau mit meinen drei Kindern nicht mehr da und an der Tür hing ein Zettel: 'Ich bin zu meiner Mutter gezogen. Ich kann einfach nciht mehr, liebe Grüße. Franzi.' Dann wollte ich zu ihrer Mutter fahren, da ist der Wagen nicht angesprungen. Dann wollte ich zu meinem besten Freund - Schosch - damit er mir sein Auto leiht, aber als ich bei ihm ankam, erfuhr ich, dass Schosch wegen Verdacht auf Steuerhinterziehung verhaftet wurde. Ich wollte zur Bank und mir Geld von meinem Konto holen, doch meine Frau hat alles gesperrt und unsere Versicherungen aufgelöst. Dann wollte ich zu meiner Mama und als ich da ankam, taten mir die Füße weh und meine Mama war nicht da. Eine Nachbarin hat mir gesagt, dass sie heute morgen uns Krankenhaus gebracht worden ist und dass es schlecht um sie steht. Dann habe ich versucht, mich zu erhängen, aber der Strick ist gerissen. Und jetzt gerade habe ich mich in ein Kaugummi gesetzt!"
Herr Wagner heulte laut auf und schlug die übergroßen Hände vors Gesicht. "Maaaamaaaa!"
Nun ist ein zweieinhalb Meter großer Troll, der wie ein Baby weint, kein erfreulicher Anblick. Ich und der Aktenmensch sahen uns kurz und ratlos an.
"Lieber Herr Wagner," begann mein Sitznachbar. "Es wird schon alles wieder gut... Haben sie schon versucht, Ihre Frau anzurufen?"
"Ich kann nicht, meine Frau hat den Hausschlüssel mitgenommen und bei meinem Handy ist der Akku leer."
"Oh," machte mein Nebenmann.
"Sie haben auf den Hund getreten?," fragte ich ungläubig.
"Jaaaaa," heulte Fridolin Wagner. "Armer, armer Wasti!"
Die Frau gegenüber rümpfte die Nase.
"Mein lieber Mann, bitte sehen sie doch nicht alles so schwarz! Das bekommen wir alles schon wieder hin."
Der Anzugmensch nickte zustimmend und ich tätschelte den riesengroßen Arm des Trolls. Das Mädchen hatte inzwischen aufgehört zu heulen und sah den Troll mit großen Augen an.Ich zog mein Handy aus der Tasche, klappte es auf und reichte es dem Troll.
"Hier, Sie können mein Handy nehmen, Akku ist voll und genug Geld ist auch drauf."
"D-D-Danke, sehr nett von Ihnen," heulte Fridolin und griff nach dem Telefon, doch das Plastik war nicht für Trollhände gemacht.
Ein Knirschen ertönte und mein nagelneues Handy brach mittendurch.
Ich atmete durch die Zähne ein. "Oh."
Herr Wagner heulte herzzerreißend.
"Entschuldigen Sie! Ich wollte nicht-Ich wollte nicht Ihr Handy-"
"Schon gut," unterbrach ich ihn gezwungen ruhig. "Gar kein Problem, regen sie sich nicht auf, ja?" Wagner schniefte und die Hackenfrau rückte ihre Brille gerade.
"Ich denke, ich kann Ihnen mit dem Arbeitsproblem helfen, Herr Wagner. Sie kennen sich mit Brücken aus, oder? Nun, mein Mann sucht Fachkräfte. Er leitet eine Architektengruppe, die zurzeit besonders viele Brücken baut. Ich wette, er würde sich über jemanden wie Sie freuen."
Der Troll Herr Wagner sah auf. "Wirklich?"
"Wirklich," erwiederte die Frau.
Der Aktenmann machte "Hmmm..." und rieb sich nachdenklich das Kinn.
"Herr Wagner, ich habe ein Haus mit einer großen Garage, die ich zurzeit nicht brauche, weil mein Auto in der Werkstatt ist. Wenn Sie wollen, können Sie eine Weile bei mir wohnen."
"Aber wie kann ich das bezahlen?"
"Ach, das ist kein Problem," lächelte der Krawattenkerl. "Ich nehme erst Miete von Ihnen, wenn sie wieder Arbeit haben."
Der Troll und ich waren wohl beide über die Großherzigkeit der Fahrgäste überrascht. Ich dachte nach.
"Mein Vater arbeitet in einer Kanzlei," sagte ich schließlich.
"Ich wette, er würde Sie kostenlos beraten in sachen Rechte, Konten, Scheidung und so weiter. Macht er auch bei vielen Familien, die sich nicht so viel leisten können."
Fridolin sah mich, die

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Kommentare

Debbie schrieb am 2008-09-25 12:43:30:
Ich finde deine Geschichte schön un witzig. Gut geschrieben!
Gimliy schrieb am 2008-09-24 09:19:15:
Toll!!! Die Geschichte ist einfach super! Nur leider fällt mir auch keine passendere Kathegorie ein.
lg: Gimliy

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