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Kategorien > Aus dem Leben > Drama

In guter Gesellschaft

von Michael Behofsics

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"Bei der nächsten Haltestelle müsste ich raus." dachte ich. Doch ich blieb sitzen. Jemand stieg ein.
Eine alte Frau, der Kopf im Nacken, der Rücken gebeugt. Sie hustete, hustete und hustete wieder. Ihre Kleidung, alte Lumpen.
Ihr Gesicht, faltig und eingefallen. Sie war dürr.
Die Augen leer und traurig. Sie hustete wieder ein paar mal. Setzte sich neben mich. Ein seltsames Gefühl beschlich mich. Ein gutes Gefühl. Die anderen Fahrgäste sahen die alte Frau voller Verachtung und Ekel an. Snobs.
Sie geht genauso Scheißen wie ihr!!
"Hast du etwas Kleingeld für mich übrig, mein Junge?" fragte mich die Alte mit verrauchter, kratziger, und gleichzeitig unvorstellbar sanfter Stimme.
"Nein" entgegnete ich, nahm meine Tasche und holte eine Flasche Absinth heraus. Ich hielt sie ihr entgegen. Sie griente mich an. Wenig Zähne noch im Mund, das Zahnfleisch dunkelrot. Ich lächelte auch. "Wo wohnen sie?" fragte ich. Sie nahm einen Becher aus ihrer Manteltasche und goss sich etwas Absinth ein. "Noch zwei Stationen und wir stehen vor meiner Haustür, mein Junge."
"Macht es ihnen etwas aus wenn ich ihnen Gesellschaft leiste?"
Sie leerte den Becher.
"Aahh. So etwas gutes bekommt jemand wie ich nicht jeden Tag."
Die U-Bahn hielt und wir stiegen aus. "Home Sweet Home!" lachte die Alte. Ich lachte mit ihr. Eigentlich war ich auf dem Weg zu einer Party zu der ich nicht wollte, ich ging ja auch nicht hin.
Die Alte griff sich zwei Sackerl die auf einer Bank standen und ging voraus. Wir ließen uns in einer Nische nieder. Es roch süßlich und sah aus wie auf einer Müllhalde dort. Egal. Es störte mich nicht weiter. Obwohl es noch nicht spät war, waren die fahlen Lampen der einzige Lichtspender. Wir wechselten kaum ein Wort miteinander, saßen nur da und tranken. Der Absinth wirkte schon. Die Alte sah mich mit ihren traurigen Augen an: "Danke."
Sie verschränkte die Arme und schlief ein. Kurz darauf schlief auch ich ein. Als ich aufwachte lag die Alte noch genauso da wie sie eingeschlafen war. Ich stieß sie an, wollte mich verabschieden. Keine Reaktion.
Ich stand auf, nahm meine Tasche und schob ihre Augenlieder nach oben. Ihren Augen war alle Farbe gewichen, sie war tot .Ich nahm die leere Flasche Absinth und stieg in die U-Bahn ein.
Ich fuhr nach Hause.

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Kommentare

Moritz schrieb am 2009-01-12 05:33:04:
Du scheinst zu wissen wie man schreibt, hast aber keine Ahnung was du schreiben sollst. Die Geschichte ist wirklich spannend geschrieben aber inhaltlich einfach Schrott. Schade
Layla schrieb am 2008-09-09 17:06:36:
gute geschichte doch ein wenig zu wenig!!!! ist sie jetzt tot???
Jules schrieb am 2007-01-02 20:08:56:
Ja, echt super geschrieben!!
Gehört absolut zu meinen Favoriten! :)

mach bitte weiter so!! :)
Mady schrieb am 2006-11-14 18:52:26:
Gute Geschichte, allerdings hättest du noch ein wenig mehr über die alte frau erzählen können, über ihre Stimme, wei sie auf den jungen wirkte, warum genau er einfach so mit ihr gin..was ihn so anzog..
Aber schön geschrieben

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