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Indimuni 3

von Darkangel

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Das Wetter hatte innerhalb weniger Minuten umgeschlagen, wo eben noch Sonne war, spannte sich nun ein grauer, wolkenverhangener Himmel, der selbst den Unwissenden vom nahenden Regen zeugte, über das Land das zu Füßen der mächtigen Mauern Der Feste lag. In dem Moment als die Sonne hinter den Wolkenschleiern verschwunden war, begann die winterliche Kälte, die immer noch gierig hinter der Wärme des beginnenden Frühlings lauerte, wütend an Eldarius's Knochen zu nagen und er wusste, die Schmerzen in seinen gichtigen Fingern und rheumatischen Beinen würde noch zunehmen, sollte die Sonne nicht wieder auftauchen. Er schloss das Buch das aufgeschlagen vor ihm auf seinem Schreibtisch lag, um sich schwankend und ächzend zu erheben und zum Kamin zu gehen, in dem bereits ein fröhlich vor sich hin flackerndes Feuer brannte. Er starrte in die tanzenden Flammen und seufzte wohlig, als die Wärme der Flammen seine alten Knochen verwöhnte und zumindest ansatzweise die Kälte aus ihnen vertreiben zu schienen. Das war ein Tag gewesen, dachte er sich im Stillen. Der neugeborene Prinz lag nun gestillt an der Brust seiner Mutter und es war ihm gleich, im Moment zumindest, dass die Frau die ihm das Leben geschenkt hatte die Hohe Frau Medara war oder eine billige Dorfschlampe, die ihren Körper für ein Kupferstück an den Erstbesten verkaufte der des Weges kam. Die Hohe Frau schlief den tiefen Schlaf einer jeden Frau die weiß, dass sie großes vollbracht hat indem sie einem neuen Menschen das Leben geschenkt hat. Er mußte lächeln als er an den Anblick des gerade erst geborenen Prinzen dachte, an den erbosten Blick in den kleinen blauen Augen und den wütenden Schrei über die Ungerechtigkeit dem warmen, weichen Bett, in dem er neun Monate vor sich hin geschlafen hatte, entrissen worden zusein, der das kleine, verschrumpelte Gesicht unter dem blonden, wirren Haarschopf, rot anlaufen ließ. Es gab keinen Zweifel, dass der Neugeborene ein glückliches leben führen würde. Sogar die Engel hatten ihn begrüßt und willkommen geheißen. Er sah noch jetzt das Kind vor sich, den großen, schimmernden Gestalten die über der Bettstatt der Hohen Herrin schwebten, zuwinken und glucksende Freudenlaute ausstoßen. Eldarius wandte sich lächelnd vom Feuer ab und durchquerte den Raum. Es war bald an der Zeit, dass sein Sohn seinen Namen erhielt.
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<br>Aus einem Manuskript des Ascravius, (Alter unbekannt, aber vermutlich aus dem 1. Jahrhundert A.D.)
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<br>". eine weiter Tatsache die unsere beiden Völker unterscheidet ist der Umgang den die einzelnen Bevölkerungsschichten miteinander pflegen. Formalitäten und Umgangsformen werden bei offiziellen Anlässen zwar großgeschrieben - ich möchte hier nur am Rande darauf hinweisen, dass der Briefverkehr der zwischen dem Imperium der Sonne und unserem Kaiserreich besteht, zu einem Großteil nur aus Worthülsen und ausschmückenden Floskeln, ohne rechten Inhalt besteht. Formulierungen wie, <das leuchtende Antlitz der Sonne möge euren Ländereien und euren Untertanen eine gesegnete und reiche Ernte bescheren, auf dass, der Reichtum und die Lieblichkeit des Landes, das unter eurer weisen Führung liegt.> sind für unser Verständnis von Höflichkeit ein wenig zu übertrieben.Trotzdem, obwohl die Menschen diese Reiches auf Förmlichkeiten und Höflichkeiten großen Wert legen, so finden diese Tugenden im häuslichen oder informellen Rahmen keine Anwendung. Dort herrschen Sprache und Umgangsformen wie sie hierzulande nur unter Knechten und Bauern gebraucht werden. Selbst in der kaiserlichen Familie werden Schimpfworte und Beleidigungen gebraucht und sobald der offizielle Anlass beendet ist, werden sogar hohe Würdenträger und Botschafter - zumindest was ihre Sprache betrifft - zu wahren Barbaren."
<br>
<br>"Du bist ein närrischer alter Ziegenbock!"
<br>"Und du solltest lernen dich zu benehmen, junger Mann!"
<br>"Warum sollte ich? Ich bin immerhin schon fast siebzehn!"
<br>"Fast siebzehn! Na das ist ja toll. Er ist fast siebzehn. Hat's jeder gehört? Er ist fast siebzehn!"
<br>Leises Gelächter war im Raum zu hören, als einige der älteren Männer in ihre Bierkrüge oder Weinbecher prusteten. Zand starrte in das gerötete Gesicht von Hamil, den Obersten Wächter des Palasts der Lichter und ballte wütend die Fäuste.
<br>"Ich habe mindestens so hart wie die anderen Männer gearbeitet," fuhr er ihn an, "warum soll ich dann auch kein Bier wie die anderen bekommen?"
<br>"Weil," seufzte Hamil, "du ein Junge bist, und Jungen dürfen kein Bier trinken, es ist dir noch nicht erlaubt bei den Männern zu sitzen. Du kennst die Regeln genauso gut wie ich." Er blickte den Knaben von oben bis unten an.
<br>"Nein," verbesserte er sich selbst, "wahrscheinlich kennst du sie mittlerweile besser als ich, sooft wie du sie brichst, beugst oder einfach ignorierst, das kann nicht nur zufällig passieren." Aus dem Raum war erneut Gelächter zu hören und Zand fühlte wie sein Gesicht heiß wurde.
<br>"Aber ich,..."
<br>"Komm mir nicht schon wieder mit ABER, oder ich werde wirklich sauer. Und auch wenn du siebzehn bist, du bist noch kein Mann!"
<br>"Als Prinz des Imperiums der Sonne BEFEHLE ich dir mich einen Krug Bier trinken zu lassen," brüllte Zand und bereute das Gesagte in dem Moment in dem die Worte seine Lippen verlassen hatten. Jegliches Geräusch im Raum verstummte schlagartig und Hamil's Gesicht verlor jede Farbe. Er presste die Lippen so fest zusammen, dass sie wie blutleere Striche in seinem Gesicht wirkten.
<br>"Du wagst es?" zischte er mit mühsam unterdrückter Wut, als er sich näher zu Zand beugte, "Du kleiner,... ich sag dir was. Du gehst da rüber und holst dir deinen Humpen Bier und ich werde dir den prinzlichen Arsch versohlen, dass du ihn den Rest deines Lebens nicht mehr in der bisher gewohnten Art und Weise gebrauchen kannst. Haben wir uns verstanden?"
<br>Während dieser Rede war das Schweigen lautem Gelächter gewichen und Zand starrte den Obersten Wächter mit einer Mischung aus Panik, Angst und Wut an, die sich deutlich auf seinem jugendlichen Gesicht spiegelten. Dann, plötzlich schien er etwas hinter Hamil zu bemerken, sein Gesichtsausdruck veränderte sich zu Erstaunen und Freude, er nickte, drehte sich um und verschwand so schnell ihn seine Beine tragen konnten aus der Wachstube. Allerdings nicht ohne dem alten Wächter noch einen wütenden Blick zuzuwerfen.
<br>"Immer noch Ärger mit den Kindern, Hamil? Es scheint du hast dich nicht zu deinem Vorteil verändert, zumindest was die Figur betrifft," flüsterte eine lachende Stimme in Hamil's Ohr. Mit den geübten Reflexen eines erfahrenen Kämpfers fuhr er herum, packte den Neuankömmling an der Schulter und riss ihn herum. Solcher Art festgenagelt blickte Dialah ihn lachend an und meinte:
<br>"Genauso wie immer."
<br>"Du aber auch," grummelte Hamil, "schleichst dich immer noch von hinten an mich ran."
<br>"Bist du so alt geworden, dass du Angst hast tot zusammen zu brechen wenn ich mich von hinten anschleiche?"
<br>Mehrere Männer lachten lauthals los, verstummten aber als Hamil ihnen einen Blick zuwarf, der für jeden der auf den Gedanken kommen sollte, dass er das Gehörte lustig fand, mehrere äußerst unangenehme Zukunftsplanungen beinhaltete.

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Kommentare

agu schrieb:
Hi,

ich habe mich mal durch die ersten zwei Seiten gelesen - finde es ganz schön, wie die Story sich entwickelt.

Allerdings - ein bißchen Basiskritik, die generell auf den ganzen Text zutrifft:
Lange Sätze / Schachtelsätze! (noch schlimmer, wenn ein paar Kommas fehlen - da sitzt man dann davor und versucht zu ergründen, was will der Autor mir jetzt sagen :-) Schachtelsätze bitte konsequenz ausmerzen. (beschreibende Nebensätze sind der Tod für den Lesefluss) Und zu lange Sätze auseinandernehmen.
Beispiel:
"Das Wetter hatte innerhalb weniger Minuten umgeschlagen, wo eben noch Sonne war, spannte sich nun ein grauer, wolkenverhangener Himmel, der selbst den Unwissenden vom nahenden Regen zeugte, über das Land das zu Füßen der mächtigen Mauern Der Feste lag." ähm - ja.
Besser auseinandernehmen in mehrere Sätze:
"Das Wetter hatte innerhalb weniger Minuten umgeschlagen. Die Sonne war verschwunden; der Himmel spannte sich grau und wolkenverhangen und verhieß Regen. (//"selbst dem Unwissenden" würde ich weglassen, man muss ja nicht gerade ein Meistermagier sein, um von grauen Wolken auf Regen zu schließen.//) Das Land zu Füßen der mächtigen Feste lag noch immer erstarrt im Griff des schwindenden Winters... (oder so ähnlich. Kann man mit etwas Überlegung sicher noch eleganter formulieren).

Zweites Beispiel:
"Er schloss das Buch das aufgeschlagen vor ihm auf seinem Schreibtisch lag, um sich schwankend und ächzend zu erheben und zum Kamin zu gehen, in dem bereits ein fröhlich vor sich hin flackerndes Feuer brannte."
--> besser so:
Er schloss das Buch, in dem er gelesen hatte. Ächzend erhob er sich und und ging zum Kamin. Er starrte in die tanzenden Flammen...

Prüf deinen Text auch unter der Prämisse, wo du etwas weglassen kannst. Zuviel Illustration ist dem Textfluss ebenfalls nicht förderlich.

Was mir sonst noch aufgefallen ist:
Attribute. Du hast den Attributismus schon ganz gut im Griff, aber nobody is perfect :-)
Beispiel: "an den erbosten Blick in den kleinen blauen Augen und den wütenden Schrei über die Ungerechtigkeit dem warmen, weichen Bett, in dem er neun Monate vor sich hin geschlafen hatte, entrissen worden zusein, der das kleine, verschrumpelte Gesicht unter dem blonden, wirren Haarschopf, rot anlaufen ließ"
In diesem Satz, der auch wieder viel zu lang ist, hast du tatsächlich 11 Attribute untergebracht. Und zwar immer zwei in Folge.
Probier mal, einen Abschnitt neu zu schreiben gänzlich ohne Attribute und dann guck mal, welche du wirklich brauchst, um die Stimmung zu transportieren.

Und gelegentlich hast du Wortdopplungen in kurzen Abständen. z.B.
"Er starrte in die tanzenden Flammen und seufzte wohlig, als die Wärme der Flammen seine alten Knochen verwöhnte"
//Fammen - Flammen.//

So weit erst mal -
laß dich bitte nicht von der Kritik verschrecken, sie ist konstruktiv gemeint :-) Ich habe einen Roman dreimal neu geschrieben - was sehr hilfreich ist, weil man lernt, wie Textrhytmus und Erzählfluss funktioniert. Beim zweiten Mal habe ich ca. 700 Seiten auf 400 Seiten zusammenkürzt, beim dritten Mal kannte ich die Story und meine Figuren gut genug, um Unlogiken, die sich zwangsläufig einschleichen, zu vermeiden.
Was ebenfalls hilft - leg den Text mal ein paar Wochen oder Monate beiseite und guck ihn dir dann erneut an - und bewerte dann, so objektiv Du kannst, ob du beim Lesen ein gutes Gefühl hast.

Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass aus diesem Text nach einiger intensiver Überarbeitung eine schön lesbare Geschichte werden könnte.

Grüße, agu
r.laure@arcor.de schrieb:
Hallo Agu,

Kritik - wenn konstruktiv - verschreckt mich nie! Die von dir angesprochenen Punkte sind der Grund warum ich meine Geschichten auf stroyparadies.de veröffentliche. Auch wenn man noch so genau arbeitet, vier, sechs, acht, zehn Augen sehen einfach mehr als nur zwei :-)

LG
Darky
agu schrieb:
Hi Darky,

finde ich gut, dass du das so betreibst :)
PS. Ich habe noch einen Tipp, der mir persönlich sehr geholfen hat, Grundsatzfehler zu erkennen und dann zu vermeiden. http://www.andreaseschbach.de
Schau Dich mal auf seiner Website um, insb. die Rubrik "Übers Schreiben". War für mich die beste Ansammlung von Tipps, die ich bisher finden konnte - und obendrein sehr unterhaltsam zu lesen. Ich habe dort eine Menge gelernt.

viele Grüße, agu

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