Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Essay > Sozialkritisches

Information - Schatten ohne Wahrheit?

von Bertl

Wir Menschen leben dieser Tage im 21. Jahrhundert und sind Kinder unserer Zeit. Es ist uns im Laufe einer langen Evolution gelungen, eine dynamische und ruhelose Gesellschaft hervorzubringen, welche dem Menschen in seiner Rolle als Bürger eine fortwährende Konditionierung an das logisch-deduktive System des Kollektivs abverlangt.
Der Austausch von Informationen ist in der heutigen Zeit nicht mehr wegdenkbar, da ohne ihn fernerhin die Wirtschaft, die Stütze des gewaltlosen, gesellschaftlichen Daseins und unseres Wohlstandes zu Bruch gehen beziehungsweise extrem eingeschläfert werden würde. Kommunikation (in diesem Fall visuelle, auditive und digitale Weiterleitung von Auskünften) ist sozusagen unser wertvollstes Werkzeug; und die Brücke für eine globale Kommunikation in der heutigen Zeit sind ohne Frage die Medien.
In der Politik hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts der viel zitierte und gleichzeitig arg strapazierte Begriff der globalen Völkerverständigung etabliert. Diese Völkerverständigung ist eine der wesentlichsten Friedensvorrausetzungen und wird auf offizieller Ebene zum größten Teil durch die Medienwelt gewährleistet. Diese dient als Kontrollorgan der modernen Informationsgesellschaft, welche es dem Menschen ermöglicht immer wieder zu neuen Informationen zu gelangen. Doch wie lange ist dem schon so?
Die Geschichte der Information reicht weit zurück, sie erstreckt sich fast bis zum Anfang der Menschheitsgeschichte. Ein Beispiel hierfür wären Buschtrommeln oder Rauchsignale.
Anders ist es mit der so genannten Informationswelt, ein Begriff, welcher eigentlich eine alltägliche Bedeutung findet, jedoch erst von einem Philosophen namens Jean-Paul Sartre gänzlich ausformuliert und in die moderne Gedankenwelt eingegliedert wurde.
Die moderne "Informationswelt" begann grundsätzlich 1450, mit der Erfindung des Buchdrucks. Ab 1570 begannen sodann die ersten periodischen Veröffentlichungen von so genannten Flugblättern, welche die ersten Zeitungen darstellten. Diese wurden alsbald das wichtigste Informationsmittel der städtischen Bevölkerung. Ab 1850 gab es die ersten Bildzeitungen und rund 20 Jahre später wurde das Telephon erfunden. Um 1890 wurden technische Errungenschaften wie Film und Schallplatten Realität. Die ersten öffentlichen Radiostationen wurden 1925 ins Leben gerufen und so richtig fernsehen lässt es sich erst seit 1936.
Mit der Eingliederung jener genannten technischen Errungenschaften in das allgemeine Sozialwesen ist es dem Mensch gelungen alle räumlichen Distanzen, welche in einstigen Tagen Verständigungshindernisse darstellten, relativ zu überbrücken und eine Informationswelt zu gründen, welche sich in Zeiten wie diesen im so genannten Multimediazeitalter befindet. Das moderne Informationswesen ist also durch den Einfluss der Technik sozusagen erst richtig erweckt worden.
Informative Transaktionen sind heutzutage nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Selbstverständlichkeit. Die mediale Präsenz wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts durch eine bessere Produktion von Bulletins, Sachbüchern, neuen technischen Errungenschaften wie zum Beispiel dem Fernseher, dem Computer oder auch dem Handy dermaßen gesteigert, dass diese zum Fixbestandteil des Lebens eines jeden Menschen geworden sind, welcher über das finanzielle Pouvoir verfügt, sich diese auch anzueignen. Was nur wiederum bedeutet, dass den Armen wie eh und je der Weg zu Information und Aufklärung erschwert wird.
Gegensätzlich hierzu muss jedoch angemerkt werden, dass zwar die Systeme und das Gedankengut, welche sich der Mensch wie schon bekannt zurechtgelegt hat, eine gewisse Abhängigkeit gegenüber der modernen "Informationsgesellschaft" aufweisen, dass dies, aber nicht für den Menschen an sich, für den Bürger irgendeines Staates gelten muss. Ganz im Gegenteil sogar, teilweise herrscht ein erschreckendes Desinteresse gegenüber jener obig genannten Informationswelt vor, da grundsätzlich viel zu viel an Information besteht. Viele Menschen reagieren heutzutage immer öfter recht abgestumpft und apathisch gegenüber vielerlei Berichten der Medien, da ihnen oft ein gewisser Empathiespielraum fehlt, diese vollständig nachzuvollziehen. Hierzu ein konkretes Beispiel aus meinem Leben:
Schon zweimal war ich im Laufe meiner Schullaufbahn im Konzentrationslager Mauthausen und habe dort viele Informationen über die damalige Zeit erlangen können, dennoch ist es mir und auch vielen anderen nicht möglich sich vorzustellen, was ein Inhaftierter Zwangsarbeiter dieses Lagers in der Zeit des Nationalsozialismus hat durchmachen müssen- ich stehe dem ganzen also recht ahnungslos gegenüber und es wäre in diesem Fall auch nicht sinnvoll die erwähnte Situation nachzuvollziehen, eine Anteilnahme erfährt höhere Bedeutung. Diesen Fall nennt man in laut den Werken des Dalai Lama "bewusstes Befremden".
Diese Definition erfährt angeblich einen sehr weiten Anwendungsbereich, da der Mensch sozusagen seine ganze Vergangenheit irgendwie "befremdet", also diese leicht verdrängt und verleugnet. Der Grund für dies sind oft entstehende Zweifel wegen der Unwiederbringlichkeit des Vergangenen, welchen angeblich nur der Allwissende nicht unterworfen ist.
Es ist jedoch ein Faktum, dass niemals jemand über unendliches Wissen verfügen wird, es sei denn, er hätte die Möglichkeit neun Tage tot am Weltenbaum Yggdrasil zu hängen, um dann wiederaufzuerstehen, wie Odin, der oberste Gott der nordischen Völker es angeblich einst getan hat, um alles wissen- um alles kennenzulernen.
Aus diesem Grund eben stehen wir den Antworten auf die wirklich zwingenden und entscheidenden Fragen des Lebens ohnehin nur mit säkularem Dilettantismus gegenüber. Was teilweise schon ein Kind zu erfragen vermag, vermag kein Erwachsener dieser Welt zu beantworten, denn das gute, alte "Warum" ist sozusagen unser aller Crux.
Peter Turrini hat einmal gesagt: "Ich glaube, wir sind die informierteste und gleichzeitig ahnungsloseste Gesellschaft, die es je gegeben hat."
Mit diesem Zitat tätigt dieser Autor auf den ersten Blick zwar eine wohl paradoxe Gegenüberstellung, indem er die Gesellschaft als informiert und gleichwohl als ahnungslos hinstellt, jedoch beleuchtet er auf den zweiten Blick aber dennoch auch, dass heutzutage eine weitverankerte Ahnungslosigkeit der Allgemeinbevölkerung nicht abzustreiten ist, obwohl wir in einer Kommunikationsgesellschaft leben, in der uns nahezu keine Info (so das moderne, mediale Kurzwort) mehr vorenthalten bleibt.
Doch was könnte Turrini mit dieser angesprochenen Ahnungslosigkeit wohl meinen? Vielleicht handelt es sich hierbei, um eine Mischung aus Verantwortungslosigkeit, Sorglosigkeit und schlichter Dummheit, welche das Wirken vieler Gesellschaften unserer Erde ohne Frage omnipräsent beeinflusst. Oder wir haben es hier mit einer Anklage an dem bereits erwähnten Halbgelehrtsein der Masse zu tun, was jedoch sehr untypisch für Turrini wäre. Vielmehr wahrscheinlich ist die Annahme, dass der Kärntner Autor mit seinen Worten Kritik an jener unserigen Gesellschaft üben möchte, die mehr auf eine Welt der Unterhaltung als auf eine Welt der Repliken wertlegt.
Performance, Action und Entertainment erfahren einen sehr hohen Stellenwert in der heutigen Zeit und zehren gleichwohl dennoch nur von den Erkenntnissen unserer Informations- und Kulturgesellschaft, was bedeutet, das Informationen indirekt über Unterhaltung an den Mann gebracht werden. Ein plakatives Beispiel hierfür ist die Werbung. Sie dient ausschließlich der Manipulation und ihr Prinzip ist ein Teilaspekt der Theorie der triangulären Autosuggestion, welche in groben Zügen nachweist, wie leicht ein Mensch manipulierbar ist. Gerade in der heutigen Zeit besteht eine riesige Gefahr des Verzehrs von Fehlinformationen sowie eine Beeinflussung durch die Unterhaltungsbranche und vor allem durch die Medien, denn man darf niemals diesen, einen Satz versessen:
Es gibt keine objektive Berichterstattung!
Es ist daher für uns Informationskonsumenten extrem wichtig allen Berichten und Neuigkeiten aus aller Welt extrem kritisch gegenüberzustehen.
Laut der triangulären Autosuggestionstheorie schützt nur Besinnung, couragierte Überzeugung und Vorstellungskraft gegen eine allgemeine Manipulation.
Man kann den Worten von Peter Turrini also auch jene Aussage des bereits verstorbenen Meisterphysikers Albert Einstein hinzufügen: "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."
Dies würde in einem Satz erklären warum wir die Informierteste und gleichzeitig ahnungsloseste Gesellschaft sind, die es je gegeben hat- weil es uns schlichtweg an Phantasie fehlt.
Diese Behauptung kann freilich nicht für alle Teile der Gesellschaft Gültigkeit haben, jedoch leider für den Großteil. Für jene Mehrheit, die alle Infos kritiklos hinnimmt und konsumiert. Diese Mehrheit ist wahrscheinlich erschreckend groß, doch dies ist nicht genau verifizierbar. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass wir alle nach und nach durch den Einfluss der Gesellschaft zu simplen Informationsträgern umfunktioniert werden, welche zwar von Neuigkeiten und Nachrichten gespeist werden, diese aber nicht verwerten oder verdauen können. Vielleicht sind wir alle Laien in einer großen und weiten Welt, die erst zu lernen haben, wie tiefsinnig und wichtig jede einzelne Tat ist, die wir setzen. Vielleicht sollten gerade wir Menschen des Multimediazeitalters noch einmal überdenken, welche Bedeutung unsere Gesellschaft hat, ob wir nicht von den Deduktionen und Diktaten unserer Zeit hypnotisiert und geblendet werden und ob nicht auch wir schon der Ahnungslosigkeit verfallen sind.

Kommentare

chr!stoph schrieb am 2006-03-23 22:44:48:
Gefällt mir eigentlich recht gut, nur finde ich, dass du versuchst recht einfache Sachen mit zu komplizierten Wörten
auszudrücken. Mir gefällt halt nur der Stil nicht so, der Inhalt ist gut =)
autor@selbst schrieb:
das war eine meiner deutschhausübungen! das thema war eine freie erörterung zu den obig eingebeuten zitat von peter turrini.... ich bekam diesmal keine note, diesmal kein nicht genügend!
pla@pla.de schrieb:
Ich find es gut!
Big-Fritz@web.de schrieb:
Das ist einfach nur langweilig und dient ausschließlich dem Selbstzweck.
autor@selbst.at schrieb:
das glaube ich nicht big-fritz
syronimus@web.de schrieb:
Allgemein gefällt mir dein Essay sehr gut, aber du hättest den Leser sprachlich mehr anlocken können.
thuerritz@web.de schrieb:
Was in dem Essay steht ist die Wahrheit. Lesern wie (jojo@i.mir)dort oben fehlt leider jegliches Verständnis dererlei Themen, da auch das nötige Hintergrundwissen fehlt. Er ist das klassische Opfer der beschriebenen Gesellschaft.
Lieber Autor wir Adepten bewegen uns in mitten einer Welt von bereits hirngewaschenen Menschen. Wir werden immer aufs neue anecken. Phantasielosigkeit und Unwissenheit sind heute "In". Wer etwas nachdenkt oder zu viel ließt ist den Leuten unheimlich. Es lässt sich nicht mehr leugnen dass wir alle von wenigen Leuten regiert werden die den Menschen ganz genau kennen. Sie nutzen die niedersten Instinkte um alle gegenseitig auszuspielen, um dann auf den Trümmern eine neue Diktatur zu errichten. Es ist schade dass sich selbst gescheite Menschen unter dem Weltuntergang nur einen großen Knall vorstellen!

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.