Into the West
von
Alucard
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Into the West
Eine junge Frau stand an einer hohen Klippe. Unter ihr brachen sich die Wellen mit einem ohrenbetäubenden Lärm. Doch davon bemerkte sie fast gar nichts. Denn ihre Augen waren auf den stillen und ach so blauen Ozean gerichtet der sich vor ihr erstreckte bis an den Horizont. Es wehte ein kalter Wind von Osten her. Doch auch das bemerkte die Frau nicht. In ihren blauen Augen spiegelte sich nur die Weite des Ozeans. Und das schon seit Monaten. Seit damals als er hinaus gefahren war, stand sie nun schon an dieser Stelle. Jeden Morgen, mit der aufgehenden Sonne, verließ sie ihre kleine Hütte unten am Strand um sich an diese hohe Klippe zu stellen um zu warten. Erst wenn das Schwarz der Nacht die weite, offene See verschluckte nahm sie den steilen Rückweg in Kauf, nur um am nächsten Morgen wieder hinauf zu steigen.
Die Monate wurden zu Jahren. Und die Sommer wurden zu Wintern. Aber nichts rührte sich an den fernen Weiten des gigantischen Ozeans. Und an manchen Tagen, während der Regen ihr schwarzes, langes Haar benetzte und ihr weißes, seidenes Kleid an ihrem Körper klatschte als wäre es aus Leder, da verlos sie all die Hoffnung und überlegte warum sie eigentlich noch warten sollte? Und doch war ihre Liebe so stark das sie einfach warten musste. Ihr Innerstes wusste jedoch, dass er zurückkommen würde. Und deshalb würde sie warten. Warten bis der Wind und die Wogen ihr den einzigen Mann zurück bringen würden, den sie bisher geliebt hatte. Und sie würde niemals jemand anderen lieben. Niemals.
Ihm standen Tränen in den Augen, als er das Festland immer näher kommen sah. Die ach so vertrauten Hügelkuppen und die hohen Klippen mit ihren wunderschönen Wiesen, die im Frühling so herrlich rochen. Ach wie hatte er all das vermisst. Aber neben alle den schönen Erinnerungen gab es noch eine andere. Und daran hatte er sich schon sehr oft geklammert. Nur wegen ihr, hatte er den Willen nicht verloren zurück in die Heimat zu gelangen.
Und dann sah er sie. Oben auf ihrer einstmaligen Klippe stehend. Ihr schwarzes Haar war schon schlohweiß. Genau wie das seinige. Doch er würde sie wieder in die Arme schließen können, nach all den vielen Jahren. Und das war doch das einzige das zählte.
Sie standen sich gegenüber. Keiner sprach ein Wort. Bis sie nach langen Sekunden des sich Anschweigens, sie die Initiative ergriff: „Komm endlich. Das Essen steht schon auf dem Tisch. Es gibt heute übrigens dein Leibgericht: Gefüllte Pfannkuchen.“, mit diesen Worten trat sie an ihm vorbei und machte sich auf den beschwerlichen Abstieg, nach Hause. Doch was er nicht sah. Sie lächelte. Seit 60 Jahren lächelte sie wieder.
Nachwort:
Ich hab diese Geschichte unter das Thema "wahre Geschichten" gestellt, weil ich finde, dass sich solche Geschichten ja tausendfach auf unsrer schönen Erde abgespielt haben müssen.
Und diese Geschichte sehe ich als Gegenpart zu einer andren Geschichte die hier auf dieser Seite veröffentlicht wurde. von einem autor den ich sehr schätze. Dem werten Dr. Soltberg. Mit seiner Geschichte "Destination Gothic" finde ich hat er ein perfektes Gegenteil geschaffen. Diese Geschichte würde ich auch gerne jedem nahe ans Herz legen.
Gruß Der Autor
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Kommentare
Milly schrieb am 2008-10-21 14:27:42:
Wundervoll!
Traumfänger schrieb am 2008-10-21 14:27:28:
Eine wirklich wundervolle Geschichte.
Das lässt einen doch wieder an die wirklich wahre, tiefe Liebe glauben.
Sehr, sehr schön!
LG
Alucard schrieb am 2006-09-21 18:48:05:
und natürlich auch dir sarki
Alucard schrieb am 2006-09-16 15:16:45:
Vielen Dank Lexa.
Sarki schrieb am 2006-09-16 15:07:52:
Also ich bin ganz Lou und Lexa`s Meinung!Eine echt tolle Story!Weiter so!
L.G.
Sarki
Lexa schrieb am 2006-09-15 15:24:18:
Es bezieht sich auf die Anzahl, dass es sich so häufig abgespielt haben soll. Vielleicht gab es nur diese eine Tragödie, die sich im Laufe der Zeit tausendfach wiederholt hat, nur diese beiden Seelen, immer wieder verloren, doch immer zusammen. Die Menschen sind Pragmatiker, müssen sich um vieles kümmern, haben keine Zeit und vielleicht noch weniger Geduld für so große Gefühle. Ich hätte vielleicht nur 10 Jahre geschafft*g*. Trotz alledem eine großartige Geschichte, mit einer mir nicht unbekannten Thematik.
Alucard schrieb am 2006-09-14 11:00:08:
Vielen Dank wieder mal für eure Kommentare, besonders dir Lou.... und Lexa, definiere irratioanl mal ein bisschen besser.. was genau meinst du??
Lexa schrieb am 2006-09-13 16:12:58:
Tausendfach,- irrational!
Lou schrieb am 2006-09-13 15:12:58:
Eine wunderschöne, ergreifende Geschichte. Sie hat mich wirklich zu tränen gerührt, denn ich glaube, dass es so eine Liebe, wie sie deine beiden Hauptcharaktere verbindet, kaum noch gibt!
Wirklich wunderschön beschrieben! Wiedermal einfac nur fantastisch!
Gruß, Lou
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