Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Zeitreise > Historisches

Isabelle - 4

von Moonwish

1

Vorwort: Hier nun das vierte Kapitel von "Isabelle". Ich hoffe, es gefällt euch.




Vorsichtig tupfte Isabelle ihm den Schweiß von der blassen Stirn, immer darauf bedacht, keine falschen Bewegungen zu machen.
Der Marquis hatte es befohlen und lag nun vom Fieber entkräftet in den Kissen. In der Linken hielt er den Dolch und würde sie damit ohne Weiteres erstechen, würde sie auch nur kurz aufstehen.
Diejenigen, die er zu sehen wünschte, würden heute wohl nicht mehr kommen. Der König hatte dringende Unterredungen zu führen und der Arzt war mit dem Zustand seines Patienten angeblich zufrieden. Würde er dafür bezahlt werden, hätte er deutlich besser gearbeitet.
Ich will hier weg!, dachte sie ärgerlich und tunkte den Lappen zum Auswaschen in die vergoldete Elfenbeinschüssel.
Immer wenn sie dies tat, öffnete der junge Mann die Lider und beobachtete jede ihrer Bewegungen. So auch jetzt.
"Wie spät ist es?", fragte er müde und musterte ihre angespannten Züge.
"Ich... ich weiß es nicht. Es muss aber schon nach Mitternacht sein.", gab die Blonde zurück und linste zum Kamin hinüber. Das Glimmen der Kohle erhellte den Raum nur spärlich mit seinem rötlichen Licht.
Sie war müde und hungrig. Seit gestern Nacht hatte sie nicht mehr geschlafen und das einzige, das sie gegessen hatte, war die Hälfte einer dürren Karotte.
Wieder wringte sie den Lappen aus und tupfte den Schweiß von seinem Haupt.
Wie von alleine schlossen sich seine braunen Augen und ein tiefer Seufzer erklang.
Er ist müde, dachte Isa erfreut und hoffte, bald auch endlich verschwinden zu dürfen. Fast euphorisch bemerkte sie, dass sich seine Finger, die den Dolch hielten, entspannten. Auch sein Gesicht verlor an Spannung und wurde ganz weich.
"Du kannst nun gehen.", murmelte er, fast schon im Schlaf versunken. "Wage es nicht, mir in meinen Träumen zu schaden."
"N... nein..." Isabelle nickte kaum merklich und legte den Lappen auf den kleinen Tisch. Vorsichtig erhob sie sich und trat in den Flur. An der Wand blieb sie stehen. Kraftlos sank sie zu Boden.
Fast schon im Traum spürte sie starke Arme, die sie sicher in ihr Bett legten.

Der nächste Tag begann äußerst seltsam.
Tilde-Anne schien Isa für ein Gespenst zu halten und Lisa warf ihr staunende Blicke zu. Friedhelm schwieg die ganze Zeit. Nur Martin war der einzige, der sich normal verhielt.
"Hey, Marquisa!", rief er ihr fröhlich zu und hob einen Becher Wasser in die Höhe. "Wie war die Nacht?"
"Lass den Unfug, Dummschwätzer!", scholt Tilde und knallte ihm einen Suppenlöffel um die Ohren. "Und du, Isabelle, geh und bring den Schweinen die Abfälle!"
Verwirrt nahm sie den hölzernen Trog und ging in den Stall.
Was hatte er mit Marquisa gemeint? Hatte er etwa mitbekommen, dass sie bei diesem Adeligen gewesen war? Dachte er etwa, sie hatte mit ihm...?
"Nein!", fauchte sie, während sie den müffelnden Trog in den Stall der grunzenden Schweine stellte.
In dieser Zeit konnte ein Reicher keine Affäre mit einer Armen eingehen. Erst recht nicht mit einer Dienstmagd! In der Schule hatte die junge Frau gelernt, dass es damals strenge Regeln gab. In solchen Sachen besonders. Es war entwürdigend für einen Adligen , mit einer Magd zu schlafen, außer er hätte sie...
"Isa?" Friedhelms Stimme erklang hinter ihr.
Erschrocken wandte sie sich ihm zu. "Ja?"
"Ich wollte dich etwas... fragen.", meinte er zurückhaltend und sah zu Boden. "Warum... warst du... solange bei ihm?"
Ungewollt erschien ein Lächeln auf ihrem Gesicht. War er etwa eifersüchtig? Oder eher besorgt? "Der Marquis hat mit befohlen, ihm die Stirn zu kühlen.", sagte sie betont lässig.
"Ach so. Hat..." Der Blonde räusperte sich, bevor er weitersprach. "Hat er dich... angefasst?"
"Nein, hat er nicht."
Nur zu deutlich fiel ihm die Last von den Schultern. Er blickte auf. "Ich habe mir nur Sorgen gemacht. Du warst so blass als ich dich gefunden habe."
"Mich gefunden?" Hatte er nach ihr gesucht? "Wo?"
"Du bist zusammengebrochen, nachdem er dich hat gehen lassen. Ich habe dich dann zurückgebracht."
Friedhelm war es also gewesen, der sie auf den Armen getragen hatte. Hätte sie sich eigentlich auch denken können.

"Es heißt, der Mann und sein Herr werden noch eine ganze Woche hier bleiben.", verkündete Tilde-Anne. Sie freute sich über ihr Wissen. "Der Herr hat hohes Fieber. Glücklicherweise erlaubt ihm der König, noch so lange hier bleiben zu können. Man erzählt sich sogar, dass der Arzt sich weigert, dem Marquis zu helfen. Ich finde das unverschämt!"
Schnee fiel ihr auf die rötlichen Haare und schmolz fast augenblicklich.
Isabelle zitterte heftig als sie das Leinentuch in den Bach tunkte und versuchte, die gelblichen Flecken herauszubekommen. Wieso kann es hier keine Waschmaschine geben?, fragte sie sich. Ihre Hände waren ganz blass von der Kälte und ihre Fingernägel bereits blau angelaufen. Der Schnee unter ihr schmolz und nässte ihren Rock.
"Isa? Wie sieht er eigentlich aus?", wollte Lisa wissen und wringte eine grüne Hose aus.
Das Mädchen zögerte, ehe sie antwortete: "Braune Haare, braune Augen, blasses Gesicht... krank."
Die Augen der Magd glühten auf einmal auf. "Ist er jung? Dünn? Attraktiv? Erzähl mir mehr!" Völlig unerwartet traf Lisa eine nasse Hose am Kopf und ließ sie verstummen.
Tilde warf ihr einen bösen Blick zu. "Scht! Gerate bloß nicht in Schwärmereien wegen diesem Marquis!"

1

Kommentare

eli schrieb am 2008-05-14 08:56:35:
juhu es geht wieder

freu mich schon auf kapitel 5 ... klasse geschrieben

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.