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Kategorien > Zeitreise > Historisches

Isabelle - 7

von Moonwish

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Vorwort: Dieses Kapitel wird manche vielleicht irritieren oder erschrecken, aber so erfährt man etwas über Isabelles geheime Gedanken... ;-)




Zwei Tage waren nach dem Zwischenfall vergangen.
Lisa hatte sich während dessen um den jungen Marquis gekümmert und voller Stolz berichtet, dass es ihm besser ging. Weniger froh hatte sie gesagt, dass er immer wieder nach Isabelle verlangte.
Isabelle hingegen traute sich nicht mehr, zu ihm zu gehen. Zweimal hatte er ihr bereits gedroht. Auf ein drittes Mal wollte sie es nicht ankommen lassen. Sie wusste nicht warum, aber es schmerzte sie, dass er ihr so wenig vertraute. Andererseits hatte er den Dolch weggelegt und ihr beinahe zärtlich über die Wange gestrichen. Was hatte er damit erreichen wollen?
Ferner hatte sie die Zeit genutzt, über ihr Leben nachzudenken. Oft hatte sie geweint, sich zurück nach Hause gesehnt. Angst, die sie immer verdrängt hatte, hatte sie mit aller Wucht gepackt und Hilflosigkeit versetzte ihr schmerzhafte Striche. Es gab keine Möglichkeit, wieder zu ihrer Familie zu kommen. Wie sehr hatte sie sich den Traum herbei gesehnt, der sie wieder zurück brachte, doch nichts geschah. Musste sie denn wirklich bis an ihr Lebensende hier bleiben?
Tränen kündigten sich an, während sie den Trog für die Schweine füllte. Das Grunzen nahm sie nur als Hintergrundgeräusch wahr. Ihr Herz fühlte sich kalt und leer an.
Friedhelm hatte dauernd versucht sie aufzuheitern, obwohl er den Grund ihrer Trauer nicht kannte. Selbst Martin, der nur mit ihr redete, wenn er etwas brauchte, hatte sie mit derben Witzen aufzumuntern versucht. Nur Tilde-Anne war es egal, wie es ihr ging. Sie kommandierte weiterhin herum und befahl Isa Sachen, manche sogar zweimal.
Lisa hatte keine Zeit, mit ihr zu reden. Der Marquis nahm ihre ganze Aufmerksamkeit in Anspruch, sodass sie nur noch bei ihm war. Isa dachte aber, dass sie bei ihm bleiben wollte. Wie glücklich sie doch immer umherlief und wie sie doch strahlte! Genau das war es seltsamerweise, was der Blonden missfiel.
Ich will nicht mehr!, dachte sie und schubste ein Schwein etwas zu heftig vom Eingang weg. Es quitschte und verschwand grunzend in der hintersten Ecke des Stalles.
Gereizt sah Isa an sich hinab. Das dämliche Vieh hatte ihren Rock mit Schlamm beschmutzt! Gierig klebte dieser an ihrem Bein und lief ihr geradezu schadenfroh über den Knöchel in ihren Schuh.
Angeekelt stapfte sie durch den Gang in Richtung Bach. Sie würde sich jetzt waschen, auch wenn das Wasser eisig war!
Dort angekommen sah sie sich um, um sicherzugehen, dass keine Wachen anwesend waren und zog sich dann ihre Schuhe aus. Hastig tauchte sie beide gleichzeitig in das eiskalte Wasser. Erde und Stroh verteilten sich im Bach und flossen vom Strom geleitet davon. Danach trat sie selbst hinein und ließ den Rocksaum nass werden. Schmerzhaft kroch die Kälte in ihre Knochen, doch sie ignorierte es...
Diese Kälte könnte einen Menschen, läge er vollkommen darin, sehr schnell töten. Man würde doch eigentlich nur ganz kurz den Schmerz spüren, oder?
Auf einmal war es ihr egal, ob sie dabei krank werden würde. Es war ihr egal, ob sie starb. Was brachte ihr denn ein Leben, dass sie ohne ihre Familie leben musste?
Ihre Kniee gaben unter ihr nach und ließen sie fallen. Die Kälte packte sie wie ein hungriges Raubtier und lähmte schlagartig ihre Muskeln.
Es war ihr egal.
Lieber starb sie als noh länger ohne Hoffnung hier bleiben zu müssen...

"Isabelle?"
Seit einer Ewigkeit schon rief jemand ihren Namen.
"Réveiller!"
Und immer wieder wollte jemand, dass sie aufwachte.
Doch wollte sie nicht aufwachen, wollte das schwarze Nichts nicht aufgeben, in dem sie sich befand. Es war schön, nichts zu fühlen und nichts zu sehen.
"Isabelle, wach endlich auf!"
"Nein!", wollte sie sagen, tat es dann aber nicht. Warum sollte sie diesem jemand gestehen, dass sie ihn hörte? Sollte er sich doch Sorgen machen.
"Ist sie noch immer nicht wach?", fragte plötzlich eine andere Stimme etwas ferner.
"Nein..."
"Wann genau habt Ihr sie denn gefunden, Monsieur?"
"Heute Nachmittag... Es ist so komisch: Erst pflegt sie mich und ich nun sie. Was soll ich davon halten?" Ein Seufzer ertönte von irgendwoher.
"Nichts, Monsieur. Lasst mich, ich werde mich um sie kümmern. Dann braucht Ihr Euer Bett nicht mehr zu teilen."
Das Bett teilen? Mit wem?! Sollte sie vielleicht doch nachsehen, wo sie sich befand?
"Nein. Sie wird hier bleiben. Bis morgen muss sie gesund werden.", widersprach die männliche Person.
"Warum?"
Er zögerte, ehe er antwortete. "Ich nehme sie mit mir. Es gibt noch so viele Geheimnisse, die es zu lüften gilt."
Weg von hier? Wohin?! Niemals!
"Wie Ihr wünscht."
Was sollte das alles heißen? Welche Geheimnisse? Wohin wollte wer sie mitnehmen?
Ganz vorsichtig öffnete Isabelle die Augen einen Spaltbreit und sah sich soweit es ging um. Ein Kissen verwehrte ihr teilweise die Sicht.
Lisa stand in einiger Entfernung neben einem Kamin, dessen Kohle blutrot glühte und erhellte somit das Zimmer. Fenster wurden mit Vorhängen geschlossen, die aussahen, wie überlange Schatten an der Wand. Eine seltsame Gestalt saß auf der Kante des Bettes, auf dem sie lag. Sie war es auch wohl, die mit Lisa sprach. Woher kannte sie die Stimme bloß?
"Habt Ihr noch Wünsche?", fragte die Magd neben dem Kamin und zupfte an ihrer Schürze.
"Nein. Du kannst jetzt gehen.", meinte die Gestalt mit der männlichen Stimme. "Isabelle wird heute hier schlafen. Ich habe genug zu tun als dass ich es tun könnte."
"Jawohl." Lisa verneigte sich und verließ dann mit einem Blick zurück den Raum. Die Tür klackte leise als sie ins Schloss fiel.
Fast zeitgleich wandte sich das seltsame Ding um und blickte auf Isa.
Sofort schloss diese die Augen und hoffte, er hätte nicht bemerkt, dass sie wach war.
"Isabelle.", begann er wieder. Diesmal ein wenig sachter. "Wach doch endlich auf."
Bestimmt nicht!, dachte die junge Frau entschlossen. Die Gestalt sollte erst raus gehen, ehe sie aufwachte!
"Immerhin sind deine Lippen nicht mehr blau..." Plötzlich wurde ihr Mund von etwas Weichem berührt.
Erschrocken riss sie die Lider auf und wich zurück. Als sie erkannte, wer dieses Ding war, blieb ihr Herz einen unangenehmen Moment lang stehen: Henri!
Seltsamerweise sah er ebenso erschrocken aus, fasste sich aber schneller wieder. "Du bist wach, Gott sei Dank!"
Er hat mich doch nicht etwa geküsst?!, schoss es ihr durch den Kopf. "Ist alles in Ordnung mit dir?"
Das Mädchen verstand zwar seine Worte, konnte aber nicht antworten.
Das Bett teilen... Was hatte er damit gemeint?!
"Isabelle, hörst du mich? Ist alles in Ordnung?", fragte Henri noch einmal und kam vorsichtig auf sie zu.
Er wird dir etwas antun!, schrie jemand in ihr. Aber sie hatte nichts, mit dem sie sich wehren könnte! Oder... Wo war der Dolch? Er hatte ihn doch immer in seinem Bett!
Eilig tastete sie mit einer Hand unter der Bettdecke, bis sie sich an etwas schnitt. Sie

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Kommentare

Moonwish schrieb am 2008-08-22 11:56:26:
Seltsam!
Ich habe vor einer Woche schon was dazu gesagt, aber es steht hier immer nocht nicht!
Es wird bald weitergehen, habe gerade aber eine Schaffenskrise bei DIESER Story. Hoffe, ihr habt noch etwas Geduld!
Liebe Grüße,
Moonwish =)
eli schrieb am 2008-08-08 15:08:20:
wann geht es weiter?
Lilli schrieb am 2008-07-24 19:25:13:
Bitte schreib schnell weiter.. ist echt hammer..
LG
eli schrieb am 2008-06-11 13:44:50:
wow!!!!!!!!!! bitte schreib schnell weiter

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