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Kategorien > Romane > Fantastisches

Iskari's Herz

von Darkangel

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ERSTES BUCH
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<br>Prolog
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<br>Es war bereits dunkel als ich geboren wurde. Die letzen Scheite des Feuers waren herunter gebrannt und die Finsternis hatte sich bis in die hintersten Winkel des kleinen Wohnraumes der schlichten Holzhütte verbreitet. Meine Mutter lag stöhnend und mit geschwollenen Händen auf dem blutverschmierten Laken das Mütterchen unter ihr ausgebreitet hatte, um das Blut, welches diese Geburt zweifellos mit sich bringen würde, aufzufangen, und damit nicht das leinene Betttuch zu verschmutzen. Meine Mutter wand sich und schrie vor Schmerz auf als eine neue Wehe ihren geschwächten, wie einen Ballon geblähten, und entstellten Körper schüttelte. Mütterchen strich ihr über die schweißnasse, eiskalte Stirn und sprach beruhigend auf sie ein. Ihre Erfahrung und ihr Alter waren groß, größer als das der meisten anderen, die sich dem Geschäft der Geburt verschrieben hatten und sie war sicher schon in hunderten ähnlichen Situationen gewesen und hatte diese souverän gemeistert. Doch heute schien sich in das unermüdlich lächelnde Gesicht die Sorge um die werdende Mutter wie mit einem Messer eingraviert zu haben. Auch die verzweifelt kämpfende Frau schien das trotz ihrer Schmerzen zu bemerken, denn sie versuchte sich entspannt zu geben, und sich die Qualen nicht anmerken zu lassen. Doch war der Druck in ihrem Leib zu groß, als daß sie noch viel länger hätte durchhalten können.
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<br>Seit ungezählten Stunden schon ertrug sie, manchmal leise wimmernd und dann wieder laut schreiend die Schmerzen meiner Geburt. Mütterchen hatte ihr Kräuteraufgüsse gegeben um den jungen Körper auf die Anstrengung vorzubereiten, und das weiße Linnen unter ihr ausgebreitet als die ersten Wehen eingesetzt hatten. Sie war geduldig geblieben als die Fruchtblase geplatzt war und versuchte nun mit allen ihren Kräften und ihrem, in jahrzehntelanger Praxis erworbenen, Wissen um das Wunder der Geburt, Mutter und Kind zu retten. Doch schien ihr diese Anstrengung heute vergebens. Das Kind lag schief im Bauch der jungen Frau und wollte sich nicht drehen lassen. Verzweifelt hatte sie mit in Schweineschmalz getauchten Händen versucht den Kopf im Schoß der Mutter zu ertasten und vorsichtig zu drehen, aber es wollte sich nicht bewegen. Sie hatte mit dem Nagel ihres Zeigefingers, denn sie aus eben diesem Grund so wachsen ließ, daß er lang und spitz wie ein kleiner Dolch war, die geschwollene Gebärmutteröffnung geritzt, bis helles, rotes Blut floß, aber auch dies brachte der Frau keine Erleichterung, und dem Kind nicht das Leben.
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<br>Schließlich tat sie das Einzige was ihr noch blieb. Noch nie hatte sie es gewagt dieses Mittel einzusetzen. Es war alt, unglaublich alt, älter als die Welt die sie heute bewohnten und älter als die Menschen. Die Geheimnisvollen hatte es ihr anvertraut, unter der Voraussetzung und dem Schwur auf ihr Leben es nur im Angesicht des Todes zu benutzen. Die Alte wußte auch nicht wie es wirkte und was es tat, denn noch nie zuvor hatte sie es hervorgeholt. So zögerte sie und ließ ihre Gedanken in die Ferne schweifen, um zu spüren was die Geheimnisvollen zu ihrer Wahl sagen würden. Aber die Geheimnisvollen blieben stumm wie immer in den letzten Jahren. So beschloß sie zu handeln, denn der Schmerz der jungen Frau und das ungeboren Kind rührten zutiefst an ihr altes Herz. Zitternd beugte sie sich über die junge Frau, legte ihre zerbrechliche, fast durchscheinende alte Hand, in der doch so viel Kraft steckte auf die Stirn der Mutter, und legte die andere auf ihr Herz. Sie blickte in die weiten, sie vor Schmerz und Erschöpfung bereits nicht mehr erkennenden Augen der jungen Frau und sagte: "Schlaf!" Augenblicklich wurden die Bewegungen der Frau langsamer, ließen schließlich ganz nach und die Augen schlossen sich. Mühsam erhob sich die Alte, streckte ihre alten Knochen und holte ihr Bündel an das Lager. Sie öffnete den Lumpensack der ihr zum Transport ihrer Kräuter, Tücher, Messer, und aller restlichen Habseligkeiten diente, begann darin herum zu wühlen, und förderte aus den Tiefen der Tasche, aus einem im Stoff eingenähten Fach schließlich einen versiegelten Bogen Pergament. Nachdem sie das Siegel erbrochen hatte nahm sie eine kleine Blüte aus ihrer schützenden Hülle, in der sie jahrelang unbemerkt und vergessen geruht hatte. Vorsichtig, als hätte sie das Kostbarste auf der ganzen Welt in ihren Händen führte sie die unscheinbare, getrocknete Blüte, die im Licht des Feuers wie aus purem Gold zu sein schien, an die Lippen, beugte sich über den aufgedunsenen Körper zu ihren Füßen und blies leicht darüber. Blütenstaub tanzte durch die Luft und das Dunkel schien vor einem goldenen Glühen zurückzuweichen, das sich einem aus Lichtstrahlen gewirkten Netz gleich über die junge Frau breitete, sie umschloß und in einen Kokon aus Licht hüllte. Die Alte wich etwas zurück und legte die Hand schützend über die Augen denn das Leuchten gewann die Intensität eines Sommertages, wenn man in die Sonne starrt. Der Duft von frischem Gras und Blumen schien den muffigen Geruch der Hütte und die scharfen Ausdünstungen des Schweißes, des Blutes und der Qual verschwinden zu lassen, und schließlich glaubte die Alte sogar von ferne Lachen herüber klingen zu hören. Nach einer Zeit die ihr wie eine kleine Ewigkeit vorkam war alles vorbei. Sie hielt immer noch die Hand vor die Augen aus Angst davor was sie sehen würde, sollte sie die Blüte sinken lassen. Schließlich siegte jedoch ihre angeborenen und mit den Jahren beträchtlich gewachsene Neugier, über ihre Angst und sie ließ die Hand, der Schrecken die sie erblicken könnte ungeachtet, sinken. Die Frau lag auf dem Boden zu ihren Füßen wie vorher. Das Haar strähnig und verfilzt, die Haut blaß und das Kleid verschmutzt. Die Alte ließ die Schultern hängen und schien sichtlich zusammenzuschrumpfen, es hatte nicht gewirkt. Sie packte die Blüte vorsichtig in die Tasche zurück und bereitete sich auf den Tod der jungen Frau und ihres noch ungeborenen Kindes vor. Auch dieses Mittel hatte versagt. Ihre letzte Hoffnung hatte sich als nichts anderes als ein Hokuspokus der Geheimnisvollen entpuppt.
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<br>Mühsam erhob sie sich. Sie mußte Wasser heiß machen um die Sterbende zu wärmen und anschließend zu waschen. Als sie sich dem Herd zuwandte gewahrte sie im dunkeln eine Gestalt auf einem der Stühle am Feuer sitzen. Erschrocken schrie sie auf und machte instinktiv einen Schritt zurück, als sich die Gestalt erhob, und eine gesichtslose Schwärze sie unter der Kapuze des Mantels her anstarrte. Sie brauchte das Gesicht nicht zu sehen. Sie wußte es gab da kein Gesicht zu sehen, der Tod war immer gesichtslos; nahm jede Gestalt an die er annehmen wollte, und suchte die Menschen heim wie sie ihn erwarteten. Meist kam er zwar unerwartet und war kein willkommener Gast in ihren Stuben, erschien als grauenvolle Knochengestalt oder als sanfter, dunkler Engel, der die Leidenden von ihren Qualen erlöste und nichts als Frieden und Ruhe verhieß. Jetzt blickte er sie wortlos an und hob wie zum Gruß die Hand, führte die Geste jedoch nicht zu Ende sondern, ließ sie in etwas, das wie die Karikatur einer Verbeugung aussah, enden.

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Kommentare

darkangel schrieb:
zu lang? zu verwirrend? zu schlecht?
bitte Kritik!
dark_ang3l@web.de schrieb:
hallo ich finde deine geschichte bisher sehr gut bin gerade bei 39sten teil! Ich finde deine beschreibungen sehr präzise und genau so das man sich die einzelnen szenarien und menschen und deren gefühle sehr gut vorstellen kann und sich in diese hineinversetzen kann.
RedMel schrieb:
Supergute Geschichte, zwischendurch zwar ein bisschen verwirrend aber mit der Zeit löst sich alles auf! :-)
Super geschrieben, bitte stell bald die Fortsetzung rein! Ich werde sehnsüchtig drauf warten und bin mir sicher dass ich nicht die Einzige bin! :-)
rcl25@gmx.net schrieb:
Wieso wird dir die story "ne gute note bringen" ???

das würd mich jetzt schon interessieren...

darkangel
kk@gmx.de schrieb:
coole geschichte, freue mich, wird mir ´ne gute Note bringen! nicht zu lang, konkrete darstellungen, SUPER!!!!
rcl25@gmx.net schrieb:
Danke für die blumen, allerdings wirds ein wenig dauern bis es eine fortsetzung gibt..

Gruß darkangel
chrissie@mpem.de schrieb:
Mann, Mann, Mann... Wie kommt man denn auf sowas? Okay, is ja nicht schlecht geschrieben, aber du baust irgendwie 58 Seiten eine Handlunga auf und dann ist Ende, keiner weis worum es eigentlich geht... Wenn du ein paar Handlungsstänge weggelassen hättest, dann wär's bessser.
Laudwig@gmx.de schrieb:
Wunderschön die Geschichte und für den Leser anspruchsvoll wegen den vielen Zeit- Ort- und Handlungssprüngen. Was passiert dann? das ist nicht einmal ein offenee Schluss, die Geschicht hört einfach auf. Schade! Schreib sie doch mal zu ende
r.laure@arcor.de schrieb:
Hallo Laudwig@wgmx.de

Leider muss ich dir sagen, dass Iskari vorerst nicht weitegeschrieben wird. Ich muss gestehen, dass ich mich recht plan und ziellos ans Schreiben gemacht habe und mich schlussendlich so verzettelt habe, dass ich keine Ahnung mehr habe wie es weitergehen soll. Also bleibt die Geschichte erstmal liegen und wird vielleicht später einmal weitergeschrieben werden.

LG
Darky

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