Ist das Leben nicht schön?
von
Chandler Buffay
Kotzen! Das einzige was sie wollte, war in das Klo zu reihern. Raus mit den Fischstäbchen, raus mit dem Kartoffelsalat, und auch der vormals leckere Schokoladenpudding. Einfach raus mit dem Gift, das ihren Körper fett machte; daß jedenfalls war ihre Meinung. Was die anderen dachten war ihr egal. Deckel hoch, Kopf rein, Mund auf, und schon lief es heraus. Das Gift verließ ihren Körper, und sie war wieder gesund; so dachte sie jedenfalls. Daß es sich um eine falsche Meinung handelte, war ihr egal. Die anderen Mädchen ihn ihrer Klasse, waren so dünn, und sie war fett; so sagten es jedenfalls die anderen Kinder. Sumo-Ringer und Fettbacke waren noch die harmlosen Sprüche, die sie sich jeden Tag ausgesetzt fühlte. Kinder können ja so grausam sein, manchmal können sie so fies sein, daß es nur noch einen Ausweg gibt: Selbstmord. Ok, es ist feige, würden sie jetzt sagen, toll! Wenn sie mutig sind, dann bringen sie sich um! Was soll es denn sein? Pistole? Gift? Oder doch das gute alte Pulsader-Aufschneiden? Aber ich schweife ab. Kommen wir wieder zu "Ihr". Das sie Probleme hat, würde sie niemals zugeben. Selbst wenn man sie mit dem Kopf voraus in eine Tonne voll Zement stecken würde: ihr Mund wäre verschlossen. Am Ende wäre er mit Zement verschlossen. Angenommen sie atmet, wenn sie in den Zement gesteckt wird. Mein Gott, und schon wieder schweife ich vom eigentlichen Thema ab: Das Problem mit der Magersucht. Sie ist nicht fett, sie ist sogar richtig zierlich. Würde man sie auf der Straße treffen, würde man denken: "Ist die Magersüchtig?" Würde man sie darauf ansprechen, würde sie Aggressiv werden. Sie würde anfangen zu schreien; andere Passanten zu treten, oder zu beißen; sie würde sich den Kopf selber gegen die Wand rammen. Dann würde sie bewusstlos werden, man würde sie in ein Krankenhaus bringen, und dort würde sie dann aufwachen, und sich denken: "Was mache ich eigentlich hier? Ich will raus!" Sie würde in den Spiegel sehen, sich betrachten, und denken "Du bist fett, keiner mag dich, was willst du eigentlich auf dieser beschissenen Welt?" Dann würde sie zum nächsten Fenster gehen, auf das Fenstersims steigen, die Arme wie ein Adler auseinander strecken - wie Flügel - und sich in die Tiefe stürzen; und ihre letzen Gedanken wären: "Nun ist ein fetter Mensch weniger auf der Welt." Mit diesen Worten würde sie dann auf dem kalten Asphalt klatschen, und sich das Genick brechen. Wäre der Sprung vom ersten Stockwerk des Krankenhauses erfolgt, hätte ihr Genick nicht nachgegeben. Aber wenn man vom zwanzigsten Stockwerk in die Tiefe springt, kann es sein, daß es weh tut. Weniger für das Mädchen, als für die Rettungskräfte, die ihre Überreste wie ein Pfannekucken mit heißem Sirup - einmal dürfen sie raten was der Sirup ist - von der Straße kratzen. Die Feuerwehr - keine andere Rettungsstelle würde sich zutrauen so was ekelhaftes von der Straße zu entfernen, nicht mal die Müllabfuhr - gilt ja allgemein als sehr sarkastisch. Dann würden so Sprüche fallen wie: "Hättest du nicht morgen springen können? Heute läuft doch Fußball." , oder "Selbst mit dem platten Gesicht siehst du besser aus als meine Frau.". Aber am schlimmsten wäre es für die Eltern, die sich dann vom Doktor folgendes anhören müssen: "Wussten sie, daß ihre Tochter Magersüchtig war? Und das mit sechs Jahren. Grauenhaft, aber das passiert jeden Tag. Dieses Magersüchtigen werden ja auch immer jünger. Aber geben sie ihr nicht die Schuld! Nicht der Gesselschaft! Nein! Sie sind Schuld! Sie haben ihr Kind in die Abhängigkeit geführt!" Das wäre dann meistens der Satz, der das Faß zum überlaufen bringt: Die Mutter kriegt einen Heulkrampf, und der Vater greift nach der Pistole die für ihn bestimmt war. Er wollte sich nämlich umbringen. Warum? Ganz einfach: 1. Die Frau konnte nicht kochen. 2. Der Sex war beschissen. 3. Das Kind war zu fett. 4. Dauernd ging die Glotze kaputt. Die Gründe eins bis drei hätte er ja lächelnd überstanden, aber die Sache mit der Glotze verpasste ihm den Todesstoß. Aber zurück zu unserem Drama. Der Vater knallt den Doktor ab, und dann seine Frau, weil sie am nerven ist. Würden sie das nicht auch tuhen? Wenn ihre Frau nur am heulen ist. Ihr einfach die Knarre an den Kopf halten, und abdrücken? Nein? Dann sind sie ein Lügner! Und schon wieder komme ich vom Thema weg. Der Vater dreht durch, erschieß drei oder vier Krankenschwestern, und die beiden schwulen Zivildienstleistenden, die er in der Besenkammer erwischt hat. Während dessen wäre aber schon das SEK da, und Heckenschützen würden im das Gehirn rausballern. Damit wären wir am Ende angelangt. Was ich mit dieser Geschichte sagen wollte? Denken sie nicht auch, daß unsere Gesselschaft immer mehr verkommt? Die Gewalt in der Schule! Die Abhängigen, die sich täglich ihre hundert Büchsen Bier reinkippen, zehn Stangen Zigaretten rauchen, und ´ne Tonne Kokain sich durch die Nase ziehen, werden immer jünger. Und wenn es so weit gekommen ist, daß alte Omas von sieben jährigen mit einer Waffe bedroht werden, muss man sich doch ernsthafte Gedanken über unsere Gesellschaft machen, und Angst davor haben, geboren zu werden. Ich will keine Angst verbreiten, natürlich ist das Leben was wunderbares, aber gehen sie doch mal vor die Tür! Ist das die perfekte Welt? Ist ja auch egal. Jeder soll leben, wie er will, und wenn er sich mit zehn Jahren den finalen goldenen Schuss in einer stinkenden Bahnhoftoilette setzt, dann hat er sich nicht mit dem Leben auseinander gesetzt. Jeder Mensch sollte das tuhen. Das Leben ist das beste was man hat, und wen wir es wegwerfen, und andere Menschen dazu ermutigen das selbige zu tuhen, dann ist das der falsche Weg. Ich schließe mit den Worten des französischen Schriftstellers Marcel Pagnol: " Für den Optimisten ist das Leben kein Problem, sondern bereits die Lösung."
Kommentare
space-hexe@web.de schrieb:
Ich finde die Geschichte gut ,weil ich der Meineung bin jeder der dies liest wird näher gebracht wie sich dicke fühlen ,und wie weh es ihnen tut wenn mann es ihnen sagt.
Natürlich finde ich es schlimm das man einen Menschen zur Magersucht treiben kann ,und deshalb würde ich nie einem dicken Dinge sagen die ihm zu tiefst weh tun könnten .
stephanieliebau@versanet.de schrieb:
diese geschichte ist echt heftig ich kann teilweise sehr gut nachvoll ziehen wie sich das mädchen fühlt .....leider....
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