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Kategorien > Aus dem Leben > Liebe

Ja oder Nein? (Teil 1)

von Mularion

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Was nun? Ja oder Nein? Sie schweigt, spricht ansonsten in Rätseln und gibt mir keine klaren Antworten.
Ich bin verzweifelt, kann keinen Gedanken von ihr abwenden oder nicht an sie verlieren. Immer wieder stelle ich mir vor, wie sie antwortet. Immer wieder habe ich zwei Versionen in meinem Kopf, die nicht verschwinden wollen.
Ich stehe mit ihr Draußen in der Dunkelheit. Eine Straßenlaterne leuchtet auf uns herab. Ich stehe da und trage ganz normale Partyklamotten, halte ihre Hand, die sie mir in meine gedrückt hatte. Sie trägt ein langes seidenes Kleid, ihre Haare fallen über Schultern hinweg. Erst schaut sie zu Boden, dann sieht sie mich mit ihren wundervollen Augen an und nickt. Kein Wort spricht sie, aber unsere Lippen kommen immer näher bis sie sich gefunden haben. Ein Feuerwerk der Gefühle durchschießt meinen Körper. Ich will nicht mehr meinen Mund von ihrem nehmen, habe den Drang sie noch herzhafter zu küssen.
Es vergehen drei Tage. Ich gehe mit ihr durch die Stadt, helfe ihr bei ihren Wühlaktionen in den einzelnen Geschäften, trage ihre Taschen, küsse sie immer wieder. Die Blicke meiner Freunde und Bekannten genieße ich nur allzu gerne. Sie schauen verwirrt, verdutzt und völlig sprachlos zu uns herüber. Sie können nicht glauben, dass eine Hand an meiner hängt, dachten immer ich würde erst in zehn Jahren eine abbekommen. Mir geht es aber nicht um die Blicke, das Staunen, sondern um die Person für die ich sterben würde.
Auch diese Szene springt immer wieder in meinen Kopf. Ich gehe langsam durch die Straßen und höre eine bekannte Stimme. Sie schreit nach Hilfe, ich laufe. Sie schreit lauter, ich renne. Sie sieht mich mit hilflosem Blick an, ich balle meine Faust und schlage ihrem Peiniger ins Gesicht. Trete ihm in den Magen, weiche ein paar Mal seinen Schlägen aus und treffe ihn mit meinem Fuß am Kopf, sodass er schwächend zu Boden fällt. Ich helfe ihr auf, nehme sie fest an mich gedrückt und gehe mit ihr zu mir nach Hause oder an einen anderen sicheren Ort.

Nun stehe ich allein in meinem Zimmer, tippe ein paar Zeilen in den Computer hinein und dann ergreife ich das Telefon. Ich wähle ihre Nummer, höre ihre Stimme und frage sie nach einem Date, doch ihre Antwort ist Nein. Sie erklärt mir warum sie sich nicht meldete. Sie hatte Angst mir zu sagen, dass sie nichts für mich empfindet. Ich breche das Gespräch unter einem falschen Vorwand ab, setze mich auf den Boden mit dem Rücken zur Wand und den Kopf daran gelegt, sodass meine Augen nur die Decke erkennen. Ich atme ein paar Mal tief ein, schließe meine Augen und beginne meine Trauer aus mir hinaus zu lassen. Ein salziger Tropfen folgt nach dem Nächsten und rutscht meine Wange hinunter bis zum Kinn. Im Takt lösen sie sich von meinem Gesicht und fallen hinab auf die Marmorfließen, zerspringen und fliegen in alle Richtungen. Ein zischender Schmerz quält meinen Körper. Wie eine Peitsche schlägt sie mich, pausiert kurz und schlägt erneut zu. Ich schaue um mich, greife nach einem Bild von ihr, schaue sie an und fahre mit dem Finger über ihr Gesicht. Ich beginne lauter zu weinen, atme immer stärker, doch mein Klagen hört niemand. Mein Telefon klingelt, mein bester Freund ruft an, doch drücke ich ihn fort, brauche meine Ruhe. In meinem Kopf spielt sich allerlei Trauermusik, lässt mich immer weiter in die Trauer versinken.
Mir kommen die Gedanken, dass ich nicht geschaffen für die Liebe sei. Diese Gedanken quälen mich abgrundtief. Immer wieder schießen mir Erinnerungen durch den Kopf, wie ich durch das Einkaufszentrum alleine schlendere und die Blicke der Mädchen mich durchbohren. Obwohl sie Flüstern höre ich was sie sagen. Höre ihre Kommentare zu mir. Hässlich…. Nicht schön…. Schwul….. Dünner Hans….. Noob… und weitere Grausamkeiten muss ich mir Tag für Tag anhören.
Kein Mädchen würde mit mir ausgehen wollen, geschweige ein paar Worte mit mir wechseln. Ich gebe alles, um attraktiver zu werden, doch immer wieder scheitert es an meiner Figur. Schmal, nicht athletisch, knochenharter Körper. Ich esse, laufe so oft ich kann, doch zunehmen hilft nichts.
Viele sagen mir: ,,Der Charakter ist das was zählt, nicht das Äußere!” Ich mache mir diesen Satz immer wieder klar, doch helfen tut er nicht. Er ist einfach nur ein kurzer Trost, zeigt keine Wirkung.

Was nun? Ja oder Nein? Sie schweigt, spricht ansonsten in Rätseln und gibt mir keine klaren Antworten.
Was sie schließlich antwortet wird noch eine Weile dauern. Ich rufe sie an und frage sie nach einer Verabredung. Sie antwortet………



Fortsetzung folgt in Kürze……
(Hoffe auf ein paar Kommentare von euch!)

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