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Kategorien > Gedichte > Mystisches

Jagdfieber

von Scent-Of-Eden

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Jagdfieber

Diskret und behäbig nimmt er sie ins Visier,
Er denkt sich: „Wo sonst, wenn nicht hier?“
Sein Finger umfasst behutsam den Abzug,
Es trennt ihn nur noch ein einziger Atemzug,
Kalter Schweiß läuft ihm über den Rücken,
Sie ahnt nichts Böses zu seinem Entzücken,
Seine Überlegenheit steigert seine Lust,
Zu lange hämmert das Herz gegen die Brust,
Ein entschlossener Biss auf die Unterlippe,
er verfolgt eisern jede ihrer eleganten Schritte,
Warm läuft ihm das eigene Blut in den Mund,
Wie Larva bahnt es sich den Weg zum Schlund,
Nervös zuckt er ein letztes Mal mit den Augen,
Mit einem Mal könnte er ihr das Leben rauben,
doch sein Nervenkitzel zögert ihren Tod hinaus,
und so nimmt das quälende Spiel seinen Lauf.
Zaghaft hebt sich ihre Brust erst auf und dann ab,
Langes und goldenes Haar hängt lasziv an ihr herab,
betont die weichen Konturen ihres zarten Körpers,
lässt höher schlagen das gierige Herz des Jägers.
Sie fixiert ihn jäh mit einem unschuldigen Blick,
wendet an weibliches und raffiniertes Geschick,
Ihr unwissendes Opfer langsam aber sicher lockend,
lässt er sein Gewehr fallen und geht zu ihr stockend,
Ihre Beute nun mit zarten Armen fest umschlungen,
fühlt sie sich durch ihren Urinstinkt dazu gedrungen,
Seinen zarten Hals mit ihren Zähnen zu durchdringen,
und das Ende der quälenden Jagd endlich zu vollbringen.

© S.O.E

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Kommentare

Sabrina Trippner schrieb am 2006-11-16 18:38:53:
wow, echt interessanter schreibstil, ist mal was anderes. aber sehr gelungen. nur ein zwei reimzeilen reimen sich nicht ganz flüssig, aber bei dem gedicht kann man sämtliche hühneraugen zudrücken =) würde gern mehr von dir lesen.

lg sabrina
Scent-Of-Eden schrieb am 2006-11-16 18:15:43:
Hey StreetFaither!
Wow, das war nun wirklich nicht meine Absicht, dich um den Schlaf zu bringen! :D Hehe... Nicht schlecht, nicht schlecht... Hast das Gewehr personifiert und in ein Licht gestellt, dass zum nachdenken und philosophieren einlädt ;)
LG,
S.O.E.
Scent-Of-Eden schrieb am 2006-11-15 18:09:57:
lol, tja, sowas doofes auch! Vielleicht folgt im zweiten Teil ein neuer Arbeitgeber für dich! :D
Vielen Dank für eure Kommis,
GLG
S.O.E.
StreetFaither schrieb am 2006-11-15 15:50:37:
Dein Gedicht hat mich aufgewuehlt & ich habe schlecht geschlafen: here I go with "AK-47":
Ich bin ein uraltes Sturmgewehr - Und meine Meister leben nicht mehr
Die Hitze im Lauf vermisse ich sehr - Aber dieser Planet ist nun menschenleer
Von Natur aus bin ich weder gut noch boes - Aber die Schmerzen die ich bringe sind gross
Die Menschen zu toeten ist mein traurig Los - Warum haben DIE mich nur erfunden bloss
An das letzte Gefecht erinnere ich mich gut - In den Herzen meiner Meister brannte die Glut
Jeder Ruckstoss von mir eine Hymne aus Wut - Und alle meiner Patronen knallten ins Blut
Nun liege ich verlassen auf dem Planeten allein - Zum Hassen & Jagen fehlt mir Herz & Bein
Meine Kaelte ist todsicher aber mein Karma ist rein - Ich funktioniere immer: bei Abel wie auch Kain
StreerFaither schrieb am 2006-11-14 19:36:10:
Ich bin das alte Jagdgewehr
Und mein Meister ist nun tot
Aber Dein Gedicht gefaellt mir sehr
Dumm nur: jetzt bin ich arbeitslos
Ebony schrieb am 2006-11-14 01:09:30:
Wahnsinn,irre, geil = könnte auch andere biedere Worte gebrauchen, wie, sehr gelungen, Spannungsbogen haltend, aber ich find es zum Gänsehaut kriegen.

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