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Kategorien > Liebe&Leben > Liebe

Jede Sünde wert

von Renard

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Es war kaum auszuhalten! Sie und er! Er hielt sie im Arm und schaute mich dabei an, als hätte er gewonnen. Eine gewisse Genugtuung lag in seinem Gesicht. Und sie glaubte ihm. Er hatte sie so verletzt, hatte sie abgeschoben, weil sie ihm leid wurde und nun hatte er bemerkt, dass sie doch spezieller war als jeder andere Mensch, den ich zumindest kannte. Und trotz diesen Schmerzen, die er ihr zugefügt hatte, tanzt sie gleich bei ihm an, als wäre nichts gewesen. Wer war bei ihr, als sie am Boden war? Wer hat sie beschützt, sie am Leben erhalten? Das war alles ich und so dankt sie es mir. Sie macht mich rasend vor Wut, sie macht mich zu etwas, dass ich nicht sein will. Und doch kann ich sie nicht hassen. Obwohl ich viel an sie denke, versuche ich sie zu vergessen. Obwohl ich ihre Nähe suche und erhoffe, wünsche ich mir sie nie wieder zu sehen. Obwohl ich sie glücklich sehen möchte, will ich, dass dieses Arschloch stirbt. Wo war sie, als ich sie jetzt brauchte? Und doch musste ich mich von ihr lösen, musste sie vergessen.
In den letzten Tagen hatte ich mich mit Alkohol angefreundet. Es war eigentlich nicht meine Art meine Sorgen zu ersäufen, doch ich hoffte dieses Zeug würde meine Erinnerungen an sie auslöschen und wirklich, für kurze Zeit tat es das auch. Doch auf die Dauer war Whisky nichts für mich. Doch wie sollte ich mich ablenken? Ich konnte nicht. Egal wo ich hinging, sie kam in meinen Gedanken mit mir, war mein ständiger Begleiter. Wieso hatte sie sich nicht für mich entschieden? Weil ich in ihren Augen ein Monster war? Nein, ich war und bin kein Monster. Nicht mehr wie ihr Freund. Ich ging umher, in der Dunkelheit und hielt die Flasche fest in meinem Griff. Da sah ich die Klippe. Von da war sie gesprungen und ich hatte sie gerettet. Ich hatte damals Angst, ich hätte sie für immer verloren. Diese Zeit war so magisch. Ich durfte nicht von ihrer Seite weichen. Und beinahe hätten wir uns geküsst, wenn diese Alice nicht gewesen wäre. Durch sie hat mein Unglück begonnen. „ Hey was machst du da!“ Es war keine Frage sondern einfach ein Ausruf. Doch ich achtete mich nicht auf die Stimme. „Komm von da weg, ich geb’ dir auch einen aus, ja?“ Die Stimme war freundlich und hatte ein leises zittern. Ich dachte mir, dass es bestimmt an mir liegen musste. Also war ich doch ein Monster. Ich schnaubte vor mich hin und dachte mir nur, dass sie endlich verschwinden sollte. Vielleicht sollte ich den Schläger raushängen lassen, damit sie vor lauter Angst wegrennt. Doch nun hörte ich wie sie näher kam und sich zu mir an die Klippen stellte. Erst jetzt bemerkte ich wie nah ich eigentlich war und nur ein paar Zentimeter hätten gereicht und ich wäre ins schwarze Meer gefallen. „Ganz schön hoch was?“, fragte sie. Erst jetzt sah ich sie an. Sie reichte mir nicht ganz zu den Schultern und schaute ebenfalls in die Tiefe. Sie war weiss im Gesicht, so dass man sie beinahe für eine Leiche hätte halten können. Aber sie roch recht gut. Ihre Haare waren schwarz und lang und fielen ihr ins Gesicht, als sie runter sah. Ihre Haare reichten ihr knapp bis über die Schulter. Ihre Lippen waren rot und voll. Als sie meinen Blick erwiderte glänzten ihre Augen und sie lächelte sanft, als würde sie wissen was in mir vorgeht. Als würde sie mich schon ewig kennen, nahm sie mich bei der Hand, als wäre es das Natürlichste auf der Welt und zog mich wieder in Richtung Wald. Ich liess es zu. Als sie mich durch den Wald führte starrte ich sie weiterhin an und sie hielt meine Hand immer noch fest. Während sie mich durch den Wald zog blickte sie immer wieder kurz zu mir zurück und schenkte mir ein wundervolles Lächeln. Vielleicht war nicht Jenny diejenige die mich aus meinem Trübsinn befreien sollte, sondern sie. Doch wer war sie? Sie schien sich hier in der Gegend auszukennen, obwohl ich sie noch nie hier gesehen hatte und das will schon was heissen. Bar Harbor ist nicht gerade gross, um jemanden wie sie nicht zu bemerken. Plötzlich fing sich alles um mich herum an zu drehen und mir wurde speiübel. Rasch zog ich mein Hand zurück und lehnte mich an einen Baum. Sie trat auf mich zu doch ich wollte nicht, dass sie das mitbekam, was mir in kürze passieren würde. „Geh weg“, sagte ich. Doch sie bewegte sich keinen Schritt. Sie erhob eine Hand und legte sie behutsam auf meine Stirn. Ein paar Sekunden vergingen und das Gefühl des Schwindels war verschwunden. Überrascht sah ich sie an. Was hatte sie da getan? Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass nur das Handauflegen ein solches Gefühl verschwinden liess. Doch ich fühlte mich besser. „Komm“, sagte sie wieder und reichte mir ihre Hand. Ich musterte sie, doch ihr Gesicht verriet nichts. Doch ich nahm ihre Hand nicht an und ging einfach neben ihr her. „Soll ich dich nach Hause bringen?“, fragte sie. Doch ich verneinte. Ich konnte meinen Nachhauseweg schon alleine finden. Mir ging es jetzt wieder auf einmal gut und ich war nüchtern, als hätte ich nie diesen Fusel getrunken. Und dann kam diese Leere zurück. Ich war wütend auf sie, da sie mir geholfen hatte. Ich hatte keine Ablenkung mehr und mein Zimmer schien mir nicht der geeignete Ort um alleine zu sein. Es war so beengend. „Wir können auch was anderes machen, wenn du möchtest?“ Ich wurde aus ihr nicht schlau. Wer war sie überhaupt? Diese Frage kam immer und immer wieder. Doch ich hatte Hemmungen sie ihr zu stellen. „Gehst du immer so offen auf Fremde zu? Hast du nie daran gedacht, dass etwas Schlimmes passieren könnte?“, sagte ich wütend. Ich konnte meine Wut nicht verstehen, denn sie wollte mir nur helfen. „Mir kann nichts passieren. Nicht heute. Nicht bei dir.“ Sie trieb mich fast zum Wahnsinn. Sie weckte in mir ein Verlangen, dass ich nur bei einer Person kannte. Und selbst das war nicht so intensiv, wie ich es in diesem Augenblick verspürte. Ich wollte sie an mich ziehen, sie küssen, ihre Haare aus ihrem Gesicht streicheln und es kostete mich viel Kraft es nicht zu tun. Ich kannte sie nicht, hatte sie noch nie gesehen, sie tauchte auf wie ein Engel aus dem nichts und doch fühlte ich mich ihr schon so sehr verbunden, dass sie meine Erinnerungen an Jenny verblassen liess, ja sogar als eine kindliche Liebe betrachten liess. In ihrer Nähe wurde ich nervös und fing an zu zappeln, konnte nicht stehen bleiben und lief dann endlich weiter. Sie folgte meinem schnellen Schritt, doch schaffte sie es nicht ganz aufzuholen. Ich wurde immer wie zorniger. Auf mich, auf sie und auf Jenny. Alles machte mich aus irgendwelchen Gründen so zornig. Aber ich zitterte nicht, wie sonst, aber ich war kurz davor das aus mir raus zu lassen, was ich eigentlich war. Doch sie durfte von diesem Ich nicht das Geringste erfahren.

Der Wecker riss ihn unbarmherzig aus dem Schlaf. Er hasste Wecker. Er mochte es lieber, wenn eine schöne Frau ihm sanft über die Wange strich und vielleicht noch mit der Hand abwärts wandern würde und ihn so aus dem Schlaf weckte, als dieses penetrante Klingeln am Morgen. Er war kein Morgenmensch. Er hob

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Kommentare

Liz schrieb am 2012-05-03 18:39:05:
Du bist echt begabt und musst unbedingt weiterschreiben!!
Wie geht die Story weiter?

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