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Kategorien > Besinnliches > Erinnerung

Jens und Marianne VII

von Nacht

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Ein Arzt eilt herbei. Dazu stürzt auch eine Schwester. Sie sagen: "Warten sie bitte draußen." Lisa verlässt das Zimmer. Aufgeregt geht sie auf den Gang auf und ab. Dabei betet sie laut um Mariannes leben.

Plötzlich öffnet sich die Türe. Die Beiden betreten den Flur. Lisa sieht sie mit fragenden Augen an. Der Arzt schüttelt nur den Kopf.
"Es war zu spät. Ihre Freundin hat keine Kraft mehr gehabt." Langsam entfernen sie sich. Lisa steht auf dem Gang wie in Blei gegoßen. Nicht einmal weinen kann sie.
Langsam geht sie ins Zimmer. Eine junge Frau lößt die Schläuche und Geräte. Dann klebt sie die Wunden mit Pflaster ab, und deckt Marianne zu.
Lisa fragt unter Tränen: "Darf ich Marianne nochmal sehen? Ich will mich verabschieden." Die Frau nickt, schlägt die Decke zurück, und lässt die Beiden alleine.
Friedlich liegt Marianne auf dem Bett. Sie ist nun von allen Schmerzen, sowie Sorgen befreit. Sie wirkt sogar glücklich. Lisa gibt Marianne einen Kuß auf die Stirn, und sagt: "Tschüß liebste Freundin, und gute Reise."

Nach diesen Worten verläßt sie das Zimmer. An der Türe dreht sie sich um, und grüßt zum letzten Mal. Nun geht sie ihres Weges. Immer wieder laufen ihr die Tränen übers Gesicht. Vor ihren Augen erscheinen die Bilder von Marianne. Glückliche Zeiten. Marianne lächelt immer, was auch geschieht.

Zuhause angekommen trifft sie auf ihre Mutter. Diese kommt gerade von einer Reise zurück. Sofort fällt sie ihr um den Hals, und weint bitterlich. Sie nimm Lisa bei den Schultern, und fragt: "Was ist denn los? Warum weinst du? Und wo ist Marianne? Habt ihr gestritten?"
Lisa schüttelt nur den Kopf und ruft ihrer Mutter planlos entgegen: "Marianne ist tot! Und ich bin schuld!" Lisas Mutter glaubt erst garnicht, was sie hört. Dann sagt sie: "Was Marianne ist tot! Was um Himmelswillen ist denn geschehen?"
"Sie rief mir nach, und will sich verabschieden. Dann rennt sie auf die Straße. Ein Wagen erfaßt sie, und dann stirbt sie im Krankenhaus. Ich glaube sie hatte jeden Tag Angst mich zu verlieren. Und fühlte sich auch nie richtig akzeptiert. Und nun ist sie tot."

Zwei Tage später treffen sich Mariannes Mutter, Lisas Mutter, sowie Lisa am Eingang des Friedhofs. Mariannes Mutter sagt: "Vielen dank für eueren Beistand. Aber es muß ja sein. Zusammen betraten sie die Kirche. Marianne stand aufgebahrt in einem hellen Eichensarg neben dem Altar. Als Lisa dies sieht, läuft ihr ein eiskalter Schauer über den Rücken. Sie tritt neben den Sarg, und sagt: Ade liebe Freundin. Ich vergesse dich nie, verzeih mir bitte."
Dann tritt sie zur Seite, und macht Platz für die anderen Trauergäste.

Die Feier nimmt ihren Verlauf. Lisa glaubt nicht es zu überstehen. Zum Ende öffnen sie die Türen am Ausgang. Mariannes Sarg wird zur letzten Ruhestätte gefahren. Als der Wagen stoppt, säumen die Trauergäste den Rand des Grabes. Dann fährt der Sarg in die Gruft.

Lisa tritt als Letzte an das Grab. Unter Tränen sagt sie: Gute Reise, liebste Freundin. Wir sehen uns bald wieder." Kraftlos fallen die Blumen auf das Holz.........

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