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Kategorien > Drama > Drama

Jenseits der Sehnsucht

von Pan-Paul von Kudis

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Das Leben eines Mannes, vom Immigranten zum Großindustriellen. Nach dem Tod der Mutter ging Alexander nach Amerika. Durch Härte sich gegenüber, Zielstrebigkeit, beispiellosem
Ergeiz und viel Fortune baut er, in einer Zeit des Umbruchs, des Fortschritts aber auch der Krisen, nach und nach ein weltweites Imperium auf.

Die Geschichte einer Dynastie.

Teil I
Erste Jahre

»Was noch? Wann lässt Du endlich ab?«

Der alte Mann streckt die geballte Faust voller Zorn zum Himmel. Aber genauso schnell wie sie kamen verschwanden auch die prägnanten Falten auf seiner Stirn...

»Und Du...Du hast mich auch verraten…« flüsterte er mit gesengtem Kopf um einen Moment später wieder bei Sinnen »...ach...mein Herz!« zu jammern.

Wirklich im Klaren über seine Gefühle, schaut er mit heruntergezogenen Augenbrauen und stechendem Blick auf die See...

»Du Ungeheuer, gestreichelt und liebkost hab ich Dich Du eifersüchtige Dirne!« schreit er in den Morgen hinaus! Wenn er könnte würde er sie, wie einst Xerxes, auspeitschen um sie gefügig zu machen!

»Du hast mir das Liebste genommen...!« fauchte er voller Zorn.

Sein Blick fällt auf einen kleinen Punkt, den schmalen Pfad nach oben gehend, hinauf zum Plateau. Es wird noch einige Zeit dauern bis er dort oben Gesellschaft bekommt. Er, der alte Kapitän Alex Papas, hochgewachsen wie sein Vater, geschätzt, bewundert, beneidet und gefürchtet, einer von der Sorte Männer, den jeder respektiert, auch wenn er nicht will. Ein Patriarch durch und durch aber in der Seele karg wie seine Insel, hart und keinem Rechenschaft schuldig!

Jetzt steht er dort oben, hoch über der Ägäis, oberhalb von Vathi, einem kleinen Ort, der sich hartnäckig an den baumlosen Hängen krallt, und schaut einem behäbigem, dickbäuchigem blauweißen Kutter hinterher, das die seichten Wellen wie ein Ozeandampfer schneidet und, mit einer überheblich frechen langen Spur hinter sich im Schlepptau, in den kleinen Hafen einfährt. Einen Steinwurf entfernt sieht man schemenhaft die Nachbarinsel Kos und die türkische Küste.

»Du bist heute wieder so verführerisch...« murmelt er, wieder versöhnlich, ohne den Blick von der See zu nehmen. Er liebte sie, aber sie betrog, wie sie es sonst auch tut. Sie gab Ihm alles und verlangte ihren Preis!

Seine Augen durchwühlen unruhig den Horizont, als ob sie etwas suchen würden, um dann unbewusst einen Punkt auf der gegenüber liegenden Insel zu fixieren. Er suchte in seinem Gedächtnis einzelne dann viele Bilder und ein Durcheinander zog vor seinen Augen vorbei.

Achtzig Jahre zuvor: Es ist das Jahr 1890. Der junge griechische Staat ist, seit der Befreiung von den Türken, gerade mal 60 junge Jahre alt geworden. Er hatte das Gefühl bis zum 14 Lebensjahr, ein einschneidendes Ereignis ausgenommen, eine unbeschwerte Kindheit auf seiner Insel, die, wie alle Inseln der Dodekanes, zum italienischen Protektorat gehörte, gehabt zu haben, umsorgt und verwöhnt. Sein Vater nahm ihn oft mit zur Arbeit auf seinem Boot. Mit stolzem Brüstchen half er als 7-jähriger und kam sich sehr wichtig vor mit den Tauen und Schläuchen auf den Schultern um, bei der Rückkehr, schon von Weitem seine Mutter zu rufen um ihr alles zu erzählen.

»Alexander...pssst...Alexander...hier...Junge, bis Du blind? Hier oben...«
[»Aaa, Georgios « erinnert sich der Alte Kapitän »dieses Schlitzohr...!«]

Der 13-jährige winkt Alexander, der gerade die Straße entlang ging, zu sich auf den Feigenbaum im Garten der schönen Bubulina. Beide klopften an das Tor zur Pubertät, wo gewisse Hormone dominanter werden, und begehren Einlass.

Und heute...heute ist Freitag...und Freitag...Freitag ist Bade-tag! Bubulina ist eine hübsche junge Frau von 18 Jahren, im besten Heiratsalter und sie ist sich dessen bewusst, der Tagtraum der jungen Männer auf der Insel zu sein.

»Bist Du verrückt...?« flüsterte Alexander und darauf bedacht nicht gesehen zu werden klettert er vorsichtigen über die niedrige Gartenmauer geradewegs zum Kirschbaum des weitläufigen Gartens. »Man wird uns sehen und...«

»Nicht so laut, Dummkopf!« herrscht ihn entnervt der andere »Hier, nimm meine Hand und halt den Mund. Wie soll uns hier oben einer entdecken?«

Beide kannten wohl den Unterschied zwischen „erlaubt“ und „verboten“. Aber was schert es die Jugend; ihre Neugier, eine erwachsene Frau nackt zu sehen, war schlitzohrig. Von der Stelle im Feigenbaum haben die beiden einen direkten Einblick in die gute Stube...

»Oh Gott, oh Gott, da ist sie...!« Aufgeregt und ohne mit den weitaufgerissenen Augen zu zwinkern, sie könnten ja etwas verpassen, beobachten sie mit offenen Mündern wie das Objekt ihrer Begierde einen dampfenden Kübel Wasser vom offenen Kamin holt und in die Zinkwanne gießt.

»Da, sie knöpft sich ihre Weste auf...man hat die einen Busen!«

»Du siehst sie doch noch gar nicht.« bemerkte Alexander ungläubig. »Die trägt doch noch ihre Tracht...!«.

»Ein Mann erkennt das...« antwortete der andere altklug.

Bubulina stand seitlich zur Zinkwanne und frontal zu den beiden. Langsam knöpfte sie sich, ein Lied summend, ihre Tracht auf. Mit jedem Knopf wurden die Augen der beiden größer. Sie konnten schon den Busenansatz sehen und ahnen was die junge Frau zu bieten hat. Noch zwei Knöpfe, dann haben sie alles vor sich. Ihr Blut kochte und ließ die kleinen Herzen wild schlagen!

Georgios schubst Alexander an und will etwas sagen, als in diesem Moment...

»Ihr Lausejungs, ihr Streuner. Ich reiß Euch die Ohren ab...« hörte man ein lautes Geschimpfe das sich steigerte je näher es kam.

»Oh Gott, die Alte!« riefen beide gleichzeitig und, als ob sich gerade ein schreckliches Gespenst in Bubulinas Mutter materialisiert hätte, sprangen sie mit einem Satz vom Baum und nahmen die Füße in die Hände. Keine Zeit nach hinten zu schauen! Alexander konnte noch im Augenwinkel sehen wie Bubulina ihr Nachthemd öffnete und war daraufhin so überrascht, dass er beinahe gegen die Gartenmauer lief. Erst zweihundert Meter weiter unten und in Sicherheit hielten die beiden an.

»Verdammt!« fluchte Alexander »wo kam denn die alte Hexe her. Von wegen, sie kann nicht mehr gehen«.

»Ja, das hab ich gesehen! Die hätte mich beinahe erwischt mit ihren Krallen und ihren Stock hat sie auch nach mir geworfen...sie hat mich voll erwischt« und zeigte dem anderen sein zerrissenes Hemd und den beginnenden kreisrunden Bluterguss am Rücken.

»Das fällt nicht auf.« sagte Alexander »Dein Hemd ist eh voller Löcher...«, schubste ihn heftig an und lief davon. Georgios schlug im Vorübergehen enttäuscht mit einem Ast gegen die Blätter eines Baums...

Im Lauf... »Verdammt! Diese alte Hexe…!«

»Ich hab sie gesehen!« sagte Alexander.

»Wen?«

»Na ihre Dinger« und formte mit den Händen, Rundungen vor seiner Brust.

»Hast Du nicht! Du lüüügst...« Alexander schaute aber verdächtig abwesend aus »...Du hast doch? Ist das wahr?«

»Ich schwöre.« und hob seine rechte Hand. Georgios bekam den Mund nicht zu! »Die sind gewaltig sag

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