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Kategorien > Schulzeit > Freunde & Beziehungen

Jolandas Geschichte

von Peter Rüctwart

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Jolandas Geschichte:

Jolanda wirkte immer etwas schüchtern. Ihre langen Haare verdeckten ihr Gesicht, wenn sie schrieb. Aber sie war immer freundlich, hatte stets ein Lächeln auf ihren Lippen, wenn man sie etwas fragte. Sie war nicht gerade ein Star der Klasse, hatte aber auch keine Feinde. Sie blieb eher zurückhaltend und unauffällig.
Bevor Jolanda zur Schule ging, besorgte sie sich, wie täglich, am Büdchen, das an der Straße lag, die zur Schule führte, ein Schinkenbrötchen mit Salatblättern für die Pause. Sie war nicht alleine, als sie dort ankam.
Als sie plötzlich nach ihrem Portmonne greifen wollte, fasste sie ins Leere, ihre Geldtasche befand sich auch nicht in den Hosentaschen. Doch der kräftige etwas größere Junge neben ihr hatte ihr Problem schon erkannt und reichte ihr Geld. „Geschenkt”, sagte er locker, halbwegs abwesend. „Ach- wäre eigentlich nicht nötig gewesen!”, bedankte sich Jolanda und ging besser gelaunt, als vorher zur Schule. Der Junge stand noch lässig am Laternenpfahl und lächelte ihr zu, bis sie um die Ecke verschwand. Sie kam an der Schule an und ihre Freundinnen Christina, Merve und Alice begrüßten sie fröhlich, an ihren Blicken war schon abzulesen, dass sie Jolanda herzlich willkommen hießen. Alle umarmten sie und Merve sagte erfreut: „Heute schreiben wir die Mathearbeit!” Jolanda stöhnte. Sie hatte die Arbeit schon wieder vergessen, aber Merve hatte Spaß am Lernen. Die meisten Mitschüler nannten sie oft Streberin, weil sie gute Noten schrieb und gerne nachsitzen würde, wenn es eine Zusatzaufgabe für sie gab. Und dies stimmte. „Leider”, fügte Christina seufzend hinzu. Sie hatte besonders schiss vor Arbeiten, auch wenn sie ordentlich übte, obwohl sie bisher noch nie eine drei minus geschrieben hatte. „Herr Röhmel wird uns bestimmt auseinander setzen”, sagte Alice streng. Ihr Haar wirkte etwas rötlich und war offen und buschig. Alice hatte immer einen offenen, coolen Blick drauf und sie sah gelassen aus, obwohl sie sich manchmal genervt fühlte. „Auf jeden Fall”, stimmte ihr Merve ihr zu. Denn Alice konnte einfach gut unbemerkt andere beobachten und deren auf die Arbeit sehen. So setzten sie sich meist nebeneinander und dies hatte noch niemand bemerkt. Die Arbeit war gar nicht so schwer, als sie sich es vorgestellt hatten. Es war eine Wiederholung der vier Grundrechenarten, Jolanda wurde schnell damit fertig, aber der Lehrer sagte im Nachhinein: „Ich verstehe es nicht, warum ich jetzt schon so viele sechsen geben muss. Jungs sind doch noch fauler und schrieben bisher in meinem Unterricht bessere Noten, als die Mädels. Da ihr doch von Natur aus fleißig seid, sehe ich trotzdem von euch nicht ausgefüllte Aufgaben! Nach Mathematik stand Erdkunde auf dem Stundenplan. Der große Kontinent Pangäa, die Dinosauerier und die Zeiten nach deren Aussterben waren im Unterricht ein ausführliches Thema. Nach dem Fach war Pause und das letzte Fach des Schultages war Sport. Obwohl Jolanda sich nicht kaum sportlich fühlte, ging sie trotzdem jeden Freitagabend zum Volleyball und am Mittwochnachmittag direkt nach der Schule in einen Schwimmkurs, in dem man mit anderen 10 Jugendlichen für Abzeichen übte. Ausdauer und Langstreckenschwimmen war der Schwerpunkt. Aber Frau Ulrich die Sportlehrerin stellte fest, dass Jolanda seit dem vorletztem Mal nicht gekommen war und auch jetzt wieder fehlte. Christina erklärte ihr: „Arzttermin oder was.” Am nächsten Tag in der letzten Pause war Jolanda mal auf Toilette gegangen, vorher spürte sie starken Schwindel im Wasserbecken und ihre Lehrerin riet ihr dringend sich auszuruhen und viel zu trinken. Und im Unterricht erschien sie auch nicht. Am darauffolgendem Tag kam sie zur zweiten Stunde und musste Nachsitzen, nur weil ihre Ausrede war: „ich habe verschlafen.” Eine Woche später, bevor Jolanda zur Schule ging, kaufte sie sich, wie üblich, am Büdchen, dass an der Straße zur Schule lag ein Brötchen mit Schinken und Salatblättern für die Pause. Ein Junge kam ihr entgegen, sie erkannte, dass es ihr Freund Gregor war. „Hi”, sagte sie, während sie das Geld ins Portmonee fallen ließ, sie bemerkte jedoch nicht, dass ihr eine 1€-Münze auf den Boden fiel und sie sich nun auf den Weg zur Schule machen wollte. „Hast du Lust nach der Schule mit zu Severin zu kommen?”, fragte er. „Er lädt dich herzlich ein.” „Au ja!”, freute sich Jolanda. „Ich hole dich wieder von der Schule ab”, meinte Gregor und fügte noch schnell hinzu: „Mit einem Überraschungsgeschenk.” Sie freute sich jetzt schon auf die Überraschung, wahrscheinlich war es wieder eine kleine weiße, runde, tablettenähnliche Schokolade, die aber kaum irgendwelchen Schokoladengeschmack enthielt, aber dies schmeckte trotzdem gut. Jolande beeilte sich, um nicht zu spät in der Schule aufzutauchen und um nicht schon wieder 100 mal schreiben zu dürfen, dass sie eher ins Bett gehen sollte. Sie sah noch wie Gregor wieder weg ging, er taumelte ein bisschen.

Da sie sich die nächsten Tage immer zu ein und der gleichen Uhrzeit sahen und sich das Wichtigste erzählten, ludt der Junge, Gregor, sie mal zum Essen gehen ein und es kam dazu, dass sie sich in ihn verliebte, er konnte einfach sehr gut und spannend erzählen. „Ich habe vor, morgen Abend Party zu machen”, erzählte er ihr an einem Dienstag am Büdchen vor der Schule. „Hast du Lust zu kommen?”, fragte er mit großer Begeisterung. „Au ja! Um wie viel Uhr? Ich darf aber nicht bis 22 Uhr aufbleiben”, sagte sie noch etwas unsicher, aber freute sich, dass er sie einlud.
Am Abend dann kannte sie noch niemanden und Gregor stellte seine Kumpels der Reihe nach vor. Frank, Klaus und Severin. Es wurde eine Party, bei der sie tanzten und es sich gut gingen ließen. Jolanda genoss ihre Cola und probierte auch einen Miniaturschluck vom Bier, aber es schmeckte furchtbar.
Die Jungs trafen sich mit Jolande immer öfter im Stadtpark und alle leerten eine Zigarettenschachtel nach der anderen.
Die Schule interessierte Jolanda immer weniger und als sie zu schaute, als Klaus dem Frank etwas in den Arm spritze, fragte sie: „Was wird das?” „Schon mal etwas von Drogen gehört?”, fragte Frank etwas stürmisch. Jolanda nickte. „Sie richten zwar nicht ganz so viel an wie du denkst, fühlst dich danach aber besser, als sonst.” „Ich bin nicht mehr so gestresst wie früher”, erklärte Gregor. Jolanda spürte, dass sie mal unbedingt probieren wollte, aber sie wollte es irgendwie doch nicht.
Eine Woche später nach der Schule, als sie auf dem Weg nach Hause war, traf sie Gregor, Frank und Severin, die sich unterhaltend auf sie warteten. „Ich habe dir etwas mitgebracht”, sagte Gregor. „Zur Aufheiterung des Schultages”, und hielt ihr ein verpacktes Geschenk hin, die sehr die Form einer Spritze einnahm. Sie sagte nicht nein und öffnete schnell ihr kleines Paket.
2 Monate später war sie abhängig von den Drogen, die ihre Freunde ihr einmal am Tag anboten. Ihr Taschengeld war auch schon sehr knapp und so nahm auch mal heimlich Geld von ihren Eltern, als sie sturmfreie Bude

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