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Kategorien > Gewalt und Mord > Fantasyhauch

Jonathan - or Bloodbread

von golden

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London 1662, es ist mitten in der Nacht, Jonathan ist auf dem Hinterhof eines Bordels.

Es regnet. Der Wind kommt aus dem Norden. Dummerweise stehe ich mit dem Rücken nach Süden. Drinnen Gelächter. Draußen Kälte und Regen, schon seit c.a. eineinhalb Stunden und ein bestialischer Uringestank. Links von mir ist die Rote Rose. Die Rote Rose ist einer von jenen Orten, in denen man viel Geld in einer Nacht ausgeben kann, dafür aber alles erhält was man sich wünscht.
Die Rote Rose und dieses Viertel ist noch ein recht anständiges, wenn ich bedenke wo ich wohne. Die Leute in diesem Viertel haben es recht gut. Sie gehören zwar nicht zu der reichen Oberschicht, doch geht es ihnen auch nicht schlecht. Selbst die Huren aus diesem Viertel haben es besser als die meisten Leute aus den armen Vierteln. Sie verdienen in der Roten Rose etwa das Zehnfache von dem, was die Nutten die ich kenne kriegen. Die Gäste sind dementsprechend auch reicher und ich hatte schon mehrere Chancen, einen von ihnen auszurauben, doch bin ich nicht wegen des Geldes der Kunden hier. Ich stell mir vor, wie Big Ben reagieren würde, wenn ich ihn enttäuschen würde. Es läuft mir kalt den Rücken herunter.
Ich stehe mit dem Rücken Richtung Süden und der Wind treibt den Regen aus dem Norden gegen mich. Umdrehen ist nicht drinne, zu riskant. Ich stehe zwar in einem Gebüsch, kann auch ein Baum sein, doch kann jederzeit jemand herauskommen und mich sehen.
Auf einmal ist links von mir ein Geräusch, die Tür der Roten Rose ist aufgegangen. Licht erhellt die ersten Meter des Hinterhofs der Roten Rose.
Das Gelächter ist lauter geworden, wird aber vom Wind davongetragen.
Den gesammten Abend schon kommen Kunden in den Hinterhof um zu pissen, was auch den Geruch erklärt. Entweder die Rote Rose hat keine Klos oder diese sind so versifft, dass man sie nicht benutzen kann. Ich denke allerdings, dass die Klos ausgebaut wurden, um ein neues Zimmer für die Mädchen und die Kundschaft einzurichten, so hätte ich es gemacht; je mehr Zimmer, desto mehr Gewinn.
In der Tür steht ein Mann, hinter ihm sehe ich wie eines der Mädchen des Hauses vorrübergeht. Der Mann kommt in den Hof getorkelt und gibt merkwürdige Geräusche von sich. Er kommt auf mich zu, das macht es leichter für mich ihn abzustechen. Er tritt in den Mondschein und ich kann sein Gesicht sehen, die letzte Kontrolle, bevor ich ihn niederstrecke.
Doch ich werde ihn nicht niederstrecken. Er sieht nicht so aus, wie Mr. Steward. Mr. Steward ist ein Händler. Er hat drei Kinder und eine Frau, die
denkt, dass er noch im Lager arbeitet, so wie er es ihr schon seit Monaten erzählt. Mr. Steward wird heute Nacht noch sterben. Das Warum interessiert mich nicht, ich führe nur die Wünsche von Big Ben’s Kundschaft aus. Der gesammte Abend ist ein Reinfall. Regen, Wind aus dem Norden, ein Hof der nach Urin stinkt. Ich höre ein würgen und ein lautes Geräusch, als ob jemand einen Eimer Wasser auskippt. Langsam werden meine Füße warm und der Geruch von Erbrochenem steigt in meine Nase. Der Typ geht wieder Richtung Tür. Was für ein beschissener Abend. Zum Glück stehe ich mit dem Rücken nach Süden und der Wind kommt aus dem Norden, so können meine Hosenbeine und meine Schuhe schnell wieder sauber werden. Mir ist schlecht. Ich muss an irgendetwas anderes denken. Ich denke an meine Kindheit. Uninteressant. Der Regen durchnässt meine Klamotten. Die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Wie lange ich noch warten werden, frage ich mich mitlerweile. Eine Ewigkeit ist vergangen. Die Tür zu dem Hinterhof geht auf, es muss Stunden her sein das ich den Auftrag angefangen habe. Ein Mann kommt heraus, die Statur würde zu Steward passen, aber auf soetwas soll man sich nicht verlassen, sonst wird einem auf die Hose gekotzt. Endlich habe ich Glück. Das Gesicht sieht genauso aus wie es mir Big Ben beschrieben hat. Der Kerl sollte nicht schwierig werden, zumal im Grunde genommen niemand schwierig ist, solange man ihn von hinten absticht, oder ihm mit einer Armbrust den Schädel aufsprengt. Steward ist acht Meter vor mir, hoffentlich weht der Wind sein Blut nicht in meine schönen Sachen. Ich gehe langsam auf ihn zu. Er ist pinkeln und besoffen dazu, hat Glück gehabt, dann merkt er nicht so viel. Der Auftrag ist eindeutig ein Racheakt und keine Art Anschlag. Laut Big Ben soll es kein einfaches Halsdurchschneiden werden, sondern ich soll mehrere Stiche langen, dass er möglichst lange lebt. Kein schöner Auftrag, aber solange das Geld stimmt wird der Bitte nachgegange. Ich stehe nun direkt hinter Mr. Steward, dies war wohl seine letzte Nacht auf Erden. Eine schnelle Bewegung und die linke Hand hält ihm den Mund zu, mit der rechten Hand stoße ich meinen Dolch c.a. sechs mal in den Bauch und in die Brust von Mr. Steward. Die Geräusche, die der Dolch verursacht, wenn er die tödlichen Wunden säht, sind leise aber deutlich. Da aber niemand außer uns beiden auf dem Hof ist, ist es scheißegal. Mit der linken Hand spüre ich deutlich wie sich der Mund bewegt, doch kommt kein wahrnehmbares Geräusch hervor. Die rechte Hand spürt die Wärme des Blutes, welches über sie läuft und sich auf dem Boden mit dem Regen vermischt. Ich lasse ihn los und er fällt wie ein nasser Sack auf den Boden und bleibt liegen. Er muss merken, dass ich in seinen Taschen rumwühle und alle Wertsachen raussuche; das ist mir aber relativ egal. Die Geldbörse ist noch voll, Mr. Steward hatte noch nicht mal seinen Spaß. Drei Minuten arbeiten und vorher drei Stunden warten, so ist das. Die Mauer ist hoch, ein bisschen Anlauf, ein frischer Wind bläst mir ins Gesicht. Ich höre wie die Hintertür der Roten Rose aufgeht, jetzt aber nichts wie weg. Die Landung auf der anderen Seite der Mauer ist schön leise, ich kann echt stolz auf mich sein. Ich sehe auch schon eine geeignete Pfütze um mir die blutverschmierten Hände zu waschen. So ist das nunmal mit dem Blut. Ich denke noch eine Sekunde an Mr. Steward und habe das Gefühl, dass ich eine Sekunde ein Gefühl von Mitleid habe, aber Mitleid ist Schwäche und dies ist meine Bestimmung, meine Bestimmung ? Nein, dies ist mein Beruf, das was ich am besten kann, Menschen töten. Die einzige Person, mit der ich ein bisschen Mitleid habe, ist seine Frau. Klar, er hat sie betrogen, aber es wird wohl trotzdem schwer für sie, aber um ehrlich zu sein, es betrügt sowieso jeder jeden.


Eine Stunden ist es her seit ich Feierabend habe. Mr. Steward ist Madenfutter. Ich denke ich sollte noch einen trinken gehen, ist gut für die Gesundheit. Der Regen hat noch immer nicht aufgehört. Am Straßenrand sitzen ein paar Penner im Regen. Eigentlich könnte ich ihnen einen Gefallen tun und sie von ihrem Schicksal erlösen, doch irgendwie fangen sie immer an rumzuschreien und somit hab ich vor c.a. einem Jahr aufgehört ihnen zu helfen. Wenn sie weiter so leben wollen ist es ihr Ding. Ich sehe einen Polizisten, wie er die Straße hochkommt. Mein Puls wird schneller. Ich weiß zwar, dass meine Hände und die Kleidung sauber sind, doch

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Kommentare

sina schrieb am 2007-08-14 15:41:17:
man die gewschichte ist wirklich richtig gut aber das ende konnt ich mir schon denken ;)

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