Julia und Ian
von
Ciina
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Julia und Ian
Der Himmel strahlte in einem fröhlichen blau, doch das bekam Julia nicht mit. Die junge Frau mit den hellbraunen Haaren verließ gerade die Praxis ihrer Frauenärztin. Ihr Gesicht war blass und die dunkelgrünen Augen waren weit aufgerissen, dennoch sahen sie nichts. Eine ältere Passantin sprach sie besorgt an:
Ist alles in Ordnung?
Julia blickte sie verstört an und murmelte:
Ich bin schwanger!
Aber das sich doch ein schönes Ereignis!, sagte die Passantin.
Ich bin schwanger, ich bin schwanger!, wie ein Mantra sagte Julia es immer wieder.
Nun beruhigen Sie sich doch. Weiß es denn schon der Vater?, fragte die Passantin und legte einen Arm um die junge Frau. Julia sah sie Frau an und schenkte ihr ein dünnes Lächeln:
Danke. Ich muss los!
Alles Gute, mein Kind!, die alte Dame lächelte ihr hinterher. Julia ging und holte ihr Handy heraus. Langsam wählte sie die Nummer von Simon, ihrem Freund an.
Ja?, ertönte es aus dem Handy.
Simon, ich bins. Hast du Zeit?
Klar, was ist los?
Ich muss dir was sagen!, Julia konnte es nicht verhindern, dass ihre Stimme zitterte.
Süße, was ist los?
Komm einfach in den Stadtpark, an der Bank am Hundeplatz., Julia legte einfach auf. Sie konnte es ihm nicht am Telefon sagen. Nun ging sie in Gedanken versunken in den nahen Stadtpark und setzte sich auf die vereinbarte Bank. Simon kam erst nach einer halben Stunde. Er strahlte sie an als er sie begrüßte. Sie war immer noch sehr blass und nun begann sie auch noch zu zittern:
Wieso hast du so lange gebraucht?, fragte sie und löste sich aus seiner Umarmung.
Ach, Ted hatte kurz nach dir angerufen und wollte mir sein neues Auto zeigen. Da bin ich eben noch dort vorbei!, Simon grinste sie an.
Ich muss mit dir reden und du gehst noch mal eben bei einem Kumpel vorbei?!, Julia sah ihn ungläubig an.
Mensch, Süße. Reg dich ab. Wir können ja jetzt reden. Wird schon nicht so wichtig sein!, murmelten er hinterher.
ICH BIN SCHWANGER!, schrie sie ihn an. Simon blieb der Mund offen und sah sie sprachlos an.
Du bist WAS?, Simon war geschockt.
Ich bin im zweiten Monat schwanger von dir!, Julia hatte Tränen in den Augen, aber noch liefen sie ihr nicht über die Wangen.
Das kann nicht sein!
Doch natürlich. Vor zwei Monaten ging es mir morgens nicht so gut. Ich habe mich morgens übergeben. Am Abend haben wir miteinander ungeschützt geschlafen, weil du unbedingt wolltest.
Gibst du mir die Schuld?
Ja
Nein. Wahrscheinlich kann keiner von uns dazu!, lenkte Julia ein. Simon schwieg. Julia kam einen Schritt auf ihn zu und fragte leise:
Was machen wir nun?
Simon sah auf sie hinab und trat dann einen Schritt zurück. Dann noch einen und sagte:
Treib ab oder es ist aus!
Darauf hin drehte er sich um und ging. Julia sah ihm nach. Sie fühlte sich leer als sie auf den Rücken ihres Freundes sah. Als er verschwunden war, setzte sie sich auf die Bank, zog die Beine an den Körper und begann zu weinen. Sie verlor jegliches Zeitgefühl und sah erst auf als ein junger Mann sie ansprach:
Alles in Ordnung?
Sie sah ihn nur verschwommen und konnte nicht antworten, da nur Schluchzer aus ihrem Mund kamen. Der junge Mann setzte sich neben sie und legte einen Arm um sie.
Ganz ruhig. Alles wird gut!, murmelte er ihr ins Ohr und strich ihr sanft über den Arm. Sie begann noch heftiger zu weinen, doch der Mann hielt sie fest. Nach einiger Zeit beruhigte sie sich und ihr Weinkrampf verwandelte sie sich in einen Schluckauf. Sie löste sich aus der Umarmung und kramte in ihrer Tasche.
Tempo?, fragte der junge Mann und reichte ihr einen Packung Tempos. Sie nickte dankbar und nahm sie. Sie schnäuzte sich und trocknete ihre Augen. Dann sah sie den jungen Mann an. Er hatte kurze blonde Haare und freundliche grüne Augen. Er trug ein rotes T-Shirt und eine Jeans. Er sah sie besorgt an.
Danke., murmelte Julia und reichte ihm die restlichen Taschentücher zurück.
Ist alles in Ordnung?, fragte er sie.
Nein, aber Sie werden mit kaum helfen können. Ich bin schwanger und mein Freund ist der Meinung, ich sollte abtreiben lassen. Ich bin mitten in der Ausbildung und kann kein Baby gebrauchen. Was wird aus meiner Zukunft und was werden meine Eltern sagen?, brach es aus Julia heraus und sie begann wieder zu weinen. Der junge Mann nahm sie wieder in den Arm und wartete still bis sie sich wieder beruhigt hatte. Julia sah ihn darauf hin entschuldigend an:
Aber ich sollten Ihnen nicht mit meinen Problemen auf die Nerven gehen. Danke, dass sie da waren!
Ist doch kein Problem. Und deine Probleme gehen mir nicht auf die Nerven. Wie wäre es mit einen Kaffee?, fragte er sie lächelnd.
Danke, aber ich habe Ihre Zeit schon mehr als genug beansprucht., Julia wollte aufstehen.
Gut, dann anders. Ich bestehe darauf, dass du mit mir einen Kaffee trinkst. So zu sagen als Wiedergutmachung für die Verschwendete Zeit., der junge Mann stand ebenfalls auf.
Ich kenne noch nicht einmal Ihren Namen., Julia sah ihn skeptisch an.
Ich heiße Ian Stevens., erwiderte er.
Julia Wilms. Gehen wir zum Café am Rand des Parks?, fragte sie.
Ja, einen Moment., Ian Stevens drehte sich zur Hundewiese und pfiff. Ein schwarzer Schäferhund kam auf sie zu gerannt.
Das ist Night, mein bester Freund!, erklärte Ian und kraulte seinen Rüden. Auch Julia ließ ihre Hand durch das weiche Fell gleiten.
Hübscher Hund!, sagte sie. Dann gingen sie zum Café.
Trösten Sie eigentlich immer wildfremde heulende Frauen?, fragte sie ihn.
Nur wenn sie so verzweifelt und alleine sind wie du., erklärte er ihr und fügte hinzu:
Und belass es bei DU. Wenn man mich siezt, komm ich mir so alt vor.
Julia lachte auf. Ian lächelte sie an und meinte:
So gefällst du mir besser.
Sie erreichten das Café und setzten sich draußen an einen Zweiertisch. Sie bestellten zwei Cappuccino und Ian sagte:
Nun erzähl mir alles noch mal von Anfang. Vielleicht kann ich dir ja doch helfen!
Gut. Ich bin schwanger und das ist mein Problem., seufzte Julia.
Hm, das kann ich verstehen. Du bist noch in der Ausbildung?
Ja, ich möchte Designerin werden und habe einen Ausbildungsplatz bei dem Designer Michael Arnolds. Nebenbei studiere ich auch noch Design in Abendkursen. Durch die Schwangerschaft werde ich das alles aufgeben müssen.
Und dein Freund?
Simon war total geschockt. Ich soll abtreiben oder er macht Schluss., murmelte Julia und klammerte sich an ihre Tasse.
Idiot!, knurrte Ian und ballte seine Hände zu Fäusten.
Er kann mit der Situation nicht umgehen. Er ist Maurerlehrling und verdient nicht mal soviel, dass er sich eine eigene Wohnung leisten kann., verteidigte Julia ihren Freund.
Aber er kann sich doch nicht einfach aus der Verantwortung drücken, in dem er dir so ein Ultimatum stellt. Er hat genauso viel Verantwortung., erklärte Ian.
So ist Simon. Und vielleicht hatte er Recht. Eine Abtreibung und alles ist wie
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Kommentare
Moondreamer schrieb am 2010-10-03 18:21:05:
wow, echt gut. war ziemlich ergreifend die story.
mach weiter so
glg
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