Kämpferherz - Part 1 Der Verlust
von
Nachtmond
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Der Boden war bedeckt mit Blut und mit Leichen gepflastert. Einige der Körper wurden bereits von kleinen Tieren angenagt, andere wurden von weit aus größeren Tieren fortgezerrt.
Der Gestank der Verwesung breitete sich aus und verpestete die Luft. Ja,selbst die Luft schien zu sterben und langsam in den Verfall überzugehen. Diese Luft brachte den Tod. Wer nicht durch einen Kampf starb, der wurde durch eine der unzähligen Krankheiten dahingerafft.
Core sah zum Himmel hinauf. Die Sonne schien kaum noch und die Wolken waren schwarz wie der Tod, wie die Welt. Er zog die faulige Luft ein und stieß sie wieder aus. Den Gestank nahm er schon lange nicht mehr wahr. Und auch der Schmerz störte ihn nicht.
Er betrachtete seinen linken Arm, der reglos an ihm herunterhing. Das Blut strömte nur so an ihm herab und tropfte auf die Erde.
Ausdrucklos wandte er seinen Blick dem Mann zu, der ihm gegenüber stand. Das lange, weiße Haar fiel ihm ins Gesicht und schien das diabolische Grinsen verbergen zu wollen.
Core spürte die Flamme der Wut wieder auflodern. Dieser Mann war verantwortlich für den Tod einiger Leute, die ihm sehr wichtig waren.
"Freu dich nicht zu früh! So einfach mache ich es dir nicht!Ich bin noch lange nicht geschlagen!",brüllte er. Doch er wusste das er sich nur selbst zu täuschen versuchte. Innerlich hatte er sich bereits aufgegeben. Er würde in einem Kampf, einem harten Kampf, sein Leben lassen. Und da waren sie wieder, die Erinnerungen. Erinnerungen an vergangene Zeiten. Als sie noch alle lebten und lachten. Ihre Gesichter waren in seinen Geist gebrannnt und er hörte immer noch ihre Schreie. Ihre Hilferufe. Aber er kann nichts tun...
Verzweifelt fiel er auf die Knie und versank in dem Grauen seines Geistes.
Er bemerkte nicht, dass sein Gegner auf ihn zu trat und den großen Zweihänder in den Händen hielt. Der Mann beugte sich zu ihm hinunter und musterte ihn.
"Wie erbärmlich. . .", hauchte er ihm ins Ohr. Als Core sich aufraffte ihm ins Gesicht zu sehen, durchbohrte die Waffe seinen Bauch. Entsetzt starrte er den Mann an. Das Blut füllte seinen Mund und lief an seinem Kinn hinunter. Verzwifelt versuchte er es zu schlucken um es wieder in sich zu versiegeln, doch es nützte nichts.
Mit einem Ruck wurde die Waffe herausgezogen und er fiel rücklings zu Boden. Nacht Luft ringend starrte er den Träger der Waffe an, der um ihn umkreiste wie ein ausgehungertes Tier, welches sich jeden Augenblick auf seine Beute stürzen würde.
"Ich will dich ja nicht leiden lassen, alter Freund.", sagte der Mann
"Weißt du noch damals, als du und ich noch die Welt gemeinsam entdeckten. Ja, das waren noch Zeiten. Aber sieh uns nun an. Während ich erfolgreich durchs Leben gehe, liegst du hier und wartest auf den Gnadenstoß.Und das nur weil du dich für diese erbärmlichen Huren und Bastarde entschieden hast! Jetzt siehst du was du davon hast!"
Mit diesen Worten stieß er das Schwert in Cores Brustkorb und drehte es mehrere Male. Er genoss die ächzenden und gurgelnden Geräusche die sein Opfer für kurze Zeit noch von sich gab.
Als Stille eintrat, riss er die Waffe wieder hinaus und betrachte das Blut, welches sich zügig um den Toten ausbreitete. Erfreut über sein Werk versenkte er das Schwert in dessen Scheide und schlug die Hände ineinader.
Dann wandte er sich um und sah einen kleinen Jungen.
Er stand einfach nur da und starrte in panisch an. Tränen liefen über seine Wangen und sein Gesicht war kreidebleich. Die Augen waren bereits rot geschwollen und die Klamotten vollkommen verdreckt.
Der Mann sah ihn neugierig an.
"Hast du Angst? Wirklich ein Jammer das du ihn so sehen musstest. Tut mir ja leid, aber besser man lernt sich daran zu gewöhnen. Ansonsten kommst du in diesem Leben nicht weit."
Der Junge sagte nichts sonder sah hinüber zu der Leiche.
"Weißt du was, ich werde dich verschonen. Für's erste. Solltest du mir noch einmal über den Weg laufen, wirst du dich bald bei ihm wiederfinden."
Er wies auf Core.
Als er an dem Jungen vorbeilief, blieb er kurz stehen und legte eine Hand auf dessen linke Schulter. "Als kleine Warnung.",verkündete er. Dann bohrten sich seine Finger in das Fleisch und
das Hemd färbte sich schlagartig dunkelrot. Der Junge schrie auf und sackte zusammen.
Schmerz durchzog seinen Körper und er fühlte sich verloren und einsam.
Das Letzte was er warnahm, war das Grinsen des Mannes, der seinen Vater vor seinen Augen getötet hatte.
Schweißgebadet fuhr Setten auf und rang nach Luft. Er rieb sich die Arme und versuchte sich wieder zu beruhigen. Nur ein Traum, es war nur ein Traum. Oder nicht?
Er taste seine linke Schulter ab. Zwar fühlte er sie kaum, doch sie war da: die Narbe. Setten wusste nicht mehr woher er sie hatte und hatte sich damit abgefunden, sich als kleiner Junge einfach beim Spielen verletzt zu haben. Eine andere Erklärung würde es ohnehin nicht geben.
Er fuhr sich durchs kurze, struppelige, braune Haar und dachte wieder an den Traum.
Was sagte Ol'Ter immer? Sein Traum zeigte ihm nur ein krasses Bild über den Verlust seines Vaters. Wie er starb konnte ihm keiner sagen ,doch in seinem Traum wurde er immer von diesem Mann getötet. Eine einfache Personifikation des Todes? So sagte Ol'Ter es zumindest.
Was auch immer es zu bedeuten hatte, Setten war es unheimlich und er wollte es so schnell wie möglich vergessen. Doch tief in seiner Seele wusste er, dass noch mehr dahinter steckte. er wusste bloß nicht wann.
Langsam stieg er aus dem Bett, ging zum Fenster hinüber, zog den Vorhang beiseite und sah wie die Sonne das Land erhellte und das Leben erweckte.
Ja, einer neuer Tag begann und ein neuer Abschnitt seines Lebens...
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Kommentare
jess schrieb am 2008-06-23 13:21:01:
cool. würde gern mehr davon lesen!:)
TJ Omar schrieb am 2008-06-22 20:17:38:
Das ist eine gute Geschichte. Gut geschrieben, spannend vor allem. Leider aber ein wenig kurz. könntest ein wenig mehr schreiben, aber ich will ja nicht nörgeln. also schreib weiter und setz die geschichte hier ein.
MfG TJ Omar
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