Kapitel zwei (Dunkle Gedanken)
von
Elina
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Die eine ist Emilie, sie ist ein schüchternes aber treuherziges Mädchen, auf das man sich immer verlassen kann. Sie verzeiht jedem, der ihr etwas angetan hat, da sie nie jemandem ernsthaft böse sein kann. Und dann ist da noch Tessa – eigentlich Theresa, aber sie hasst ihren richtigen Namen – die ziemlich brutal sein kann, wenn sie will. Manchmal werden sogar ältere Jungs durch ihren Blick eingeschüchtert, was mich immer wieder aufs Neue erstaunt. Außerdem ist sie durch und durch eine Optimistin. Wann immer etwas unabwendbar scheint, hat sie immer noch die Hoffnung auf das Gute an der Sache.
Sie sind beide sehr gutherzige und vertrauenswürdige Personen, denen ich alles anvertrauen kann.
Ich unterhalte mich manchmal mit ihnen, ohne dass sie etwas sagen müssen, da ich einfach ihre Gedanken lese und ihnen dann antworte.
Es ist Winter. Alles ist weiß bedeckt, die Dächer und der Boden schimmern im weißen Schein der Sonne und lassen die ganze Stadt glitzern. Ich hatte Schule und darum zog ich mir eine Jeans und einen dicken roten Winterpullover an. Ich mochte den Winter, da man da keine kurzen Sachen tragen musste. Ich hasste es mich wie diese Mädchen am Strand zur Schau zu stellen. Darum mochte ich kurze Röcke auch nicht. Vielleicht hatte ich auch ein Trauma davon, denn meine Mutter hatte mich zehn Jahre lang gezwungen so etwas anzuziehen. Nachdem ich das Frühstück gemacht hatte, kam Nadine herein. Sie hatte einen schwarz – blau karierten Minirock an, darunter eine schwarze Leggings. Oben hatte sie ein langes, dünnes Shirt und darüber Spaghettiträger – Top an. Sie war so ziemlich das Gegenteil von mir, was Kleidung, Jungs und überhaupt den Lebensstil anging. Nadine hatte lange, wellige, blonde Haare, war schlank und hatte im Gegensatz zu mir wirklich ein hübsches Gesicht und wusste das auch. Ich fand ihre Haare einfach toll, denn meine Haare hingen gerade und ohne jede Welle oder Locke meinen Rücken hinunter.
Sie gähnte einmal laut, murmelte so was wie „Guten Morgen“ und ließ sich auf einen der fünf Holzstühle am Tisch plumpsen. Sie sah mich lange an.
Wie verklemmt… so bekommst du nie einen Freund!
„Das lass mal meine Sorge sein!“, entgegnete ich trocken. Natürlich war dieser Gedanke an mich gerichtet – sie wusste auch, wie man sich mit mir ohne Worte verständigen konnte.
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