Karlchen und die roten Schatten - Damen
von
Erpi
Wenn er so gekonnt hätte, wie er wollte; dann hätte er schon weit oben geschwebt. Mindestens einhundert Meter über dem Wald. Aber er konnte nicht so. Er musste ein großer Held sein, ein Beschützer der Kleinen und Schwachen. Die Kleinen waren alle jünger als er. Und sie gingen in die unteren Klassen ! Er hingegen war doch schon in der siebenten ! Und die siebente Klasse saß viel weiter vorne in dem einen Klassenzimmer der Waldschule. Gleich hinter der achten und neunten Klasse. Er ging in die siebente Klasse ! Nur wenige Schüler waren größer und älter und gingen ... zum Beispiel in die achte oder neunte Klasse. Und die waren jetzt auch nicht da. Sie hatten heute schon viel früher Unterrichtsschluß gehabt und demzufolge war nur er auf dem Schulhof gewesen, als es passierte.
Gerade hatte er sein Pausenbrot umständlich aus dem Papier gewickelt und anschließend überprüft, was ihm die Siebenkindermutter darauf getan hat. Er war mit dem Ergebnis zufrieden, denn selbst gemachte Jagdwurst gehörte doch zu seinen Lieblings- Pausenbrot- Belägen. Das hatte seine Mutti nicht vergessen. Mit Genuß hat er hinein gebissen und mit vollen Backen gekaut. Brauner Senf oder Mostrich kleckerte aus der Klappstulle direkt auf seinen Pullover, aber es störte ihn nicht. "Hmmh, das schmeckt gut ...", innerlich rieb er sich zufrieden mit einer Hand auf dem Bauch. Ringsum tobten sich die Kleinen aus. Stillsitzen und dann noch eine ganze Stunde, das ist schon eine Plagerei, wie er genau wußte. "Laß sie doch toben.", dachte er so bei sich. Und, ja es schmeckte gut und trotzdem blieb ihm im nächsten Moment schon der Brocken Brot und Wurst im Halse stecken.
Ringsum kreischten die Kleinen los. Auch ihm schlich sofort, alleine vom Zuhören eine Panik in das Herz. Laut und schrill vor Angst kreischte eine vielstimmige Schar von Kindern, ganz in seiner Nähe. Ganz offensichtlich wurde er gebraucht. Sein Pausenbrot fiel zu Boden. Die Jagdwurststücke kullerten weiter als die Brotscheiben. Ein gelber Klecks von Senf oder Mostrich klebte auf dem Erdboden. Seine Gedanken überschlugen sich fast, sie purzelten, einer nach dem anderen in sein Bewußtsein. Kein anderer, vergleichbar Großer stand auf dem Schulhof der kleinen Waldschule am Jasminbusch. "Du mußt was machen !", rief ihm irgendein Gedanke in seinem Kopf laut zu. "Was ist passiert ?", fragte ihn ein anderer. Seine Augen gaben die Antwort, aber keine Erklärung. Dicht über den Büschen auf der gegenüberliegenden Seite des Schulhofes, auch weit entfernt von dem kleinen Waldschulgebäude, strichen schnell und fast lautlos rote Schattengestalten heran, überzogen die meisten, nein alle Kleinen auf dem Schulhof mit einem engmaschigen, roten Nebelnetz. Die Kleinen zappelten darin, wollten panisch flüchten und verhedderten sich doch immer mehr in den Maschen des Netzes. Schon zogen die schnellen roten Schatten das Netz wieder zusammen. Dabei sahen sie sich deutlich um, als ob sie nach den nächsten Opfern Ausschau hielten, obwohl sie den ersten Fang noch gar nicht verstaut hatten. Mit einem Ruck hob das Netz mit den zappelnden Kleinen von der Erde ab. Schnell nun stieg es mit den Kleinen, die noch laut um Hilfe riefen und wie wild zappelten, höher und höher. Eine zweite Gruppe roter Schatten erschien.
"Wollen die auch noch mich holen ?", rief hektisch nun ein dritter Gedanke in seinem Kopf. Aber "Sollen sie nur kommen ! Die werden was erleben !", trotzte ein ganz anderer Gedanke in ihm auf. Ja, er hatte Charakter, ohne Zweifel. Aber er hatte auch Angst, innen ganz tief in ihm saß sie und schien nur auf eine Gelegenheit zu warten, um zum Vorschein zu kommen. "Ist denn gar keine Lehrer- Pausen- Aufsicht da ?", stellte einer von den Gedanken, die in der Nähe der Angst gesessen haben, eine Frage, die er sonst nie gestellt hätte, im Gegenteil hieß es sonst immer nur: "Was denn schon wieder steht ein Lehrer in der Nähe.".
"Quatsch mit Soße !", donnerte ein anderer Gedanke, eindeutig weit entfernt von seiner Angst. "Wir müssen die Kleinen wieder befreien !", das war der gleiche Gedanke noch einmal. Seine Augen bestätigten ihm, weder Schuldirektor Specht noch die Lehrerin Busch waren auf dem Schulhof zu sehen. "Wenn man sie braucht, sind sie nicht da !", das war einer von den frechen Gedanken, ja ein geradezu respektloser Gedanke. Also von daher war keine Hilfe zu erwarten. Aber schon hatte wieder einer von den Gedanken das Wort genommen, der mehr der Angst entsprang, die ihm die roten Schatten bescherten, die im schnellen Fluge näher und näher kamen. Seine Blicke hetzten von einer zur anderen Ecke des Schulhofes. "He, die wollen dich auch noch holen ! Versteck dich ! Hau ab !", schrie dieser ängstliche Gedanke laut und panisch in seinem Kopf. Aber seine Augen beruhigten ihn wieder schnell "Die haben jetzt kein Netz in ihren Händen, weder ein rotes noch ein grünes oder gar ein lilanes !", berichteten sie und richteten sich auf die näher kommenden roten Schattengestalten. "Menschen sind das nun aber auch nicht !", bemerkt ein erster Gedanke, der sich das Ergebnis der Augen näher angeschaut hatte. "Aber erst recht keine Teufel ! Die haben ja keine Hörner oder einen Pferdehuf !" echot ein weiterer Gedanke, fast schon zufrieden. "Doch Engel können es auch nicht sein, kann jedenfalls keine Flügel auf ihren Rücken entdecken.", macht ein weiterer Gedanke, der eben beginnenden Beruhigung wieder ein Ende. "Hört jetzt mal auf so unkoordiniert herum zu quatschen !", meldet sich da ein wichtiger Gedanke. "Wir müssen heraus bekommen, was diese roten Schatten überhaupt wollen. Warum sie die Kleinen im roten Netz gefangen haben und wohin die Kleinen gebracht wurden." Recht hat der Gedanke, denkt er sich. Die Kleinen im Netz sind inzwischen genau in der Richtung hinter den Büschen und Bäumen verschwunden, aus der die roten Schattengestalten mit dem noch leeren Netz kamen. Die hinzu gekommenen roten Schattengestalten ohne Netz kommen langsam näher und näher. Genau vor ihm bleiben sie stehen. Sieben sind es, er kann ihre Gestalten schon zählen, aber richtig erkennen, kann er sie nicht. Sie flirren in der Luft, in etwa so wie heiße Luft. Sie sind auch durchsichtig. Und doch erkennt er so etwas Ähnliches wie ein Gesicht an ihren Köpfen. Ihre Mienen blicken finster. "So rot, so durchsichtig und doch so finster.", bemerkt einer seiner Gedanken. "Los frag sie, was sie wollen !", fordert wieder einer von den mutigen Gedanken. "Wo schleppt ihr die Kleinen hin und was wollt ihr überhaupt hier ?", herausfordernd stößt sein Mund die Worte aus. Fliehen kann er sowieso nicht, er steht mit dem Rücken an der Wand vom Schulgebäude und vor ihm sind die sieben roten Schattengestalten, da kann er ruhig auch noch herausfordernd sein. Wie als Antwort schwebt aus der Mitte der rotfinsteren Gestalten eine rote Schattengestalt noch ein Stückchen auf ihn zu.
"Sieben Tage weit entfernt, liegt ein Land.
Ist sehr viel Wasser, sehr viel Land.
Da wohnen jene Damen,
die einst von hierher kamen.
Die sind nun tausend Jahre alt,
und ihre Herzen werden kalt.
Ein junges Kind soll helfen nun,
und selber tausend Jahre ruhn.
Es müssen kleine Kinder sein,
die großen gehen ins Netz nicht rein.
Vergiß das Helfen, vergiß das wieder holen,
die Damen werden dich versohlen.
Sag auch den Eltern schnell Bescheid,
zum Wiedersehen ist keine Zeit.
Und als die heiseren Worte aus der roten Schattengestalt verklungen sind, weht es wie ein Windhauch und sie lösen sich langsam auf. Nur von der Gestalt, die vorgetreten war, ist noch lange Zeit ein hoch erhobener Zeigefinger zu sehen. Wie ein dickes, rotes Ausrufezeichen schwebt er vor der Wand, an der er mit dem Rücken stand und vor ihm die sieben Schattengestalten. "Merkwürdige Typen.", stellt der eine Gedanke fest und "He, die brauchen die Kinder, damit sie wieder jung und knusprig aussehen, die alten Damen. Als wenn nicht tausend Jahre schon genug sind, für solche Weiber !?", stellt ein anderer Gedanke fest. "Was werden bloß die Eltern der Kleinen sagen ?", fragt ein weiterer, besorgter Gedanke. "Na freuen werden die sich nicht !", stellt ein nächster Gedanke fest und ein ganz praktischer Gedanke schließt sich an: "Auch für tausend Eurosse nicht ! Und überhaupt, was sind denn eigentlich die Eurosse !?". Kein Gedanke antwortet. Logisch, es gibt ja zu jener Zeit noch keine Eurosse.
Karlchens Augen sehen sich um.
Allein steht er auf dem Schulhof. Ringsum liegen Schultaschen, Trillerpfeifen, ein großer Ball, eine doofe Barbi-Puppe, drei Katapulte zum Verschießen von Papier- Krammen, Silberpapierfetzen, wahrscheinlich von Schulbrotpackungen, zwei Kämme, einer mit drei abgebrochenen Zähnen auf der Seite mit den dicken Zähnen, vier Packungen von Kaugummi, aber leer, eine Haarschleife von einem der kleinen Mädchen, die noch lange Haare tragen, dicke und dünne Murmeln und eine grüne Jacke.
"Wollen wir jetzt einfach so nach Hause gehen, als ob nichts passiert wäre ?", fragt sich ein nachdenklicher Gedanke. "Quatsch mit Soße !", antwortet prompt der freche Gedanke von vorhin. "Wir können nicht so tun, als ob gar nichts passiert wäre !", fordert ein energischer Gedanke. "Gut ! Wir sagen den Eltern Bescheid. Dann marschieren wir los. Richtung ist klar. Sieben- Tage- Viel Wasser- und Land- Land.", meint ein weiterer. "Nein, zu allen Eltern zu gehen dauert ja viel zu lange !", gibt ein neuer Gedanke zu bedenken. "Na dann, ab ins Klassenzimmer und eine Nachricht an die Tafel, die große schwarze Tafel geschrieben. Wenn die Kinder nicht rechtzeitig nach Hause kommen, dann kommen die Eltern sowieso hier her und dann können sie die Nachricht ja lesen. Außerdem können der Schuldirektor und die Lehrerin ja auch erfahren, was mit den Kindern der Schule passiert ist und vielleicht haben sie ja eine Idee, wie sie helfen können.", so äußert sich ein praktischer Gedanke. Gedacht, getan. Karlchen hat den Spruch von dem roten Schattengespenst genau behalten, er hat ihn zusätzlich an die Tafel geschrieben und auch, daß die Kleinen nun schon zehn Minuten unterwegs sind und er schnell hinterher flitzen will, damit ihnen nichts passiert. Wie er das anstellen will, weiß er jetzt noch nicht. Aber er muß ja sowieso noch sehr lange Zeit Laufen und hoffentlich findet er genug spuren unterwegs, damit er nicht in die falsche Richtung läuft. Es wird ihm bestimmt, hoffentlich, vielleicht noch der richtige Gedanke kommen.
Für unterwegs hat sich Karlchen nichts eingepackt. Schnell wollte er sein und so ist er einfach los marschiert. "Das hätte er sich aber besser überlegen müssen.", stellt ein Gedanke fest, der in der Nähe von Karlchens Magen wohnen muß. Ja, obwohl er gerade noch sein Pausenbrot wenigstens zum Teil genossen hatte, plagt ihn schon dieser Gedanke. "Ach was !", antwortet da ein anderer Gedanke. "Viel wichtiger ist doch, daß Karlchen etwas zum Trinken hat. Und da gibt es ja den sauberen Bach, der den Wald durchzieht. Da brachen wir gar keine Sorgen zu haben.". Zufrieden mit diesem Gedanken und auch wieder beruhigt macht sich Karlchen auf den weiteren Weg. Wir sind natürlich auch ganz ruhig, denn wir wissen ja, daß Karlchen als Kind vom Jäger und der Siebenkindermutter nicht ohne Schutz durch den Wald läuft. Da sind die grünen Wald- und Wiesenmännchen, Elfen und Zwerge, die die Abenteuer der Mitglieder dieser Familie stets wohlwollend begleitet haben. Die haben natürlich längst von den roten Schattengestalten erfahren, nicht zeitig genug, um noch zu helfen, aber rechtzeitig genug, um Karlchen auf seinem mutigen Weg zu behüten. So muß es uns auch nicht wundern, dass plötzlich am Wegesrand ein Moped auftaucht. Ein Moped für den Waldgebrauch und für Kinder, ab der siebenten Klasse. "Hehe, da steht ja ein Moped !", stellen sofort die Augen fest. Und ein schlauer Gedanke äußert: "Und sogar für Kinder ab der siebenten Klasse !". Karlchen ist hoch zufrieden. Nun wird der Weg nicht mehr sieben Tage dauern. Entschlossen setzt er sich auf das Moped und startet den Motor. Leise schnurrt der Motor, wie eine Katze, die sich richtig wohl fühlt. Auch Karlchens Beine fühlen sich wohl, denn sie können jetzt ausruhen. Aus dem Auspuff kommt ein grüner Nebel heraus. Eine richtige Spur für Nachfolgende legt das Moped. "So werden die Eltern, die vielleicht ihre Kinder selber retten wollen, auf den richtigen Weg gebracht.", ein richtiger Gedanke muß natürlich auch seinen Senf dazu geben. Aber Karlchen ist nun frohen Mutes und fährt schnurstracks in Richtung des Viel-Land-Viel-Wasser-Landes. Schließlich will er die Kleinen aus den Klauen der tausendjährigen Damen retten.
Im ersten Kreis
Mitten im schönsten Surren des kleinen schnellen Mopeds, mitten im fröhlichen Fahren und grünen Nebel hinten raus spuken, also als keiner denkt, jetzt passiert etwas, passiert etwas !
Das Moped stottert. Nicht so: "Wwewewewas wewewoeleleleltest dddddu jäjäjetzt ssssagggen ?", sondern : "Blupp !" und dann kam kein grüner Nebel mehr aus dem dünnen Auspuffrohr. Als erster bemerkte es eines von den grünen Wiesenmännchen, die sich an der Strecke, die Karlchen fahren sollte, Wache hielten. Sofort nahm der sein Handy, ach Quatsch, das gibt es ja noch gar nicht, also er nahm eine von den silbergrünen Trompeten und blies heftig hinein. "PhhTeräähh !", hallte es noch ein wenig jämmerlich durch den Wald. Die Einsatzleitung der Waldmännchen verstand jedoch sofort und gab den Befehl, dass die grünen Waldmännchen nun die Spur für die Eltern der gestohlenen Kinder legen müssen. Und so gab es eine Fortsetzung der grünen Nebelspur inform von grünen Klebestreifen an den Stämmen der größeren Bäume. Die leuchteten am Tage im Sonnenlicht und am Abend und in der Nacht im Licht des silbernen Vollmondes. Der spielte ja immer wieder gerne bei unseren Geschichten mit und hier konnte er sich also so richtig austoben. Schließlich war Karlchen ja schon den ganzen Tag unterwegs und nun wurde es Abend und Nacht. Natürlich lenkte der Mond das Licht der Sonne von der anderen Seite der Erde auf den Weg unseres kleinen Helden. Die grünen Wald- und Wiesenmännchen, von denen das Moped für Karlchen stammte - wie wir ja wissen- ,hatten natürlich nicht allzu große Ahnung von Mopeds und es glatt vergessen, eine richtige Lampe nach vorn und einen Rückstrahler nach hinten anzubringen. Das sah der Mond gleich und half in seiner bekannten Art und Weise. Aber er tat noch etwas. In seinem Licht konnte Karlchen und die grünen Wald- und Wiesenmännchen erkennen, dass Karlchen mit seinem Moped gerade eine Lichtgrenze überfahren hat. Nur der Mond allerdings sah den weiten Kreis, den diese Lichtgrenze zog. Ein riesengroßer Zirkel war das . Bestimmt hunderte Kilometer breit und in seiner Mitte, auch die konnte nur der Mond sehen, saßen auf der einen Seite im Mittelpunkt sozusagen sehr, sehr alte Damen und auf der anderen, auch im Mittelpunkt aber noch in roten Netzen gefangen, die kleinen Kinder aus der Waldschule. Während die alten Damen, die ja in Wirklichkeit sogar richtige Hexen waren, miteinander beratschlagten, machten das die kleinen Kinder in den roten Netzen auch.
Wir können ja mal hinein hören, was sie so beraten.
Bei den alten Damen klang es so: "Seht zu, dass wir den Kindern so schnell wie möglich den lila Brei zu essen geben. Dann werden sie tausend Jahre alt und wir wieder jung !", schlug die eine, auf deren Kopf nicht ein einziges Haar zu sehen war und deren Glatze im Mondlicht so hell glänzte, als ob sie Schuhcreme drauf getan und dann noch mit einem Lappen nach poliert hätte. Und eine andere, mit langen, fettigen und sehr grauen Haaren, die ihr in Strähnen über das linke Auge herunter hingen, so das sie mit diesem Auge gar nichts und mit dem rechten Auge eben nur die Hälfte sehen konnte, fügte hinzu: "Ja, so schnell wie nur möglich. Er ist auch gerade so richtig heiß, da können sie sich auch gleich noch die Mäuler dran verbrennen !".und dabei rührt sie mit einem großen Holzlöffel, den sie am langen Stiehl gefasst hatte in einem dampfenden Kessel irgend etwas herum. Sicherlich der lila Brei, von dem sie gerade sprachen, denn es steigt ein lila Dampf aus dem Kessel auf. Logisch, eine dritte alte Dame legt dicke Holzstücke unter den Kessel und bläst in die glühende Asche damit wieder eine helle Flamme den Kessel heizt. Wir können also fest stellen, dass diese alten Damen so ganz und gar nicht freundlich zu den Kleinen sind, obwohl das ja nun nicht gerade typisch für alte Damen ist. Aber sicherlich lag es daran, dass sie schon so furchtbar alt geworden sind und außerdem handeln sie ja in einem Märchen. Und da ist alles möglich !
Auf der Seite der Kinder gab es auch heftige Diskussionen. Natürlich in erster Linie darum, so schnell wie möglich aus dem roten Netzt heraus zu kommen, nicht von dem lila Brei zu essen, denn sie haben ja gehört, was die alten Damen so beratschlagten. Außerdem hatten sie überhaupt keinen Hunger, eher Angst wegen der langen Reise durch die Luft im roten Netz. Der kleine Edwart rief den anderen Kindern zu: "Heh ! Hört mal zu ! Die alten Frauen da drüben wollen, dass wir den lila Brei essen. Dann werden wir alle tausend Jahre älter und sie wieder um tausend Jahre jünger. Also, nix vom süßen Brei glauben und auch nix vom lila Brei kosten. Wer es doch tut, dem geht es schlecht !". Alle Kleinen wissen nun genau Bescheid, sind dadurch noch mehr verängstigt und drücken sich noch ein wenig dichter aneinander, denn in der Angst ist es gut, wenn man jemanden neben sich spürt. Außerdem hatten sie alle ein kleines Stückchen Hoffnung in ihren Herzen. Einmal wegen der Eltern, die würden sie bestimmt suchen. Und außerdem sahen ein oder zwei der Kinder kurz bevor sie den Schulhof im Netz verließen, dass Karlchen ihnen etwas nach gerufen hatte. Es klang so wie "..werden helfen, ...holen.". und Das hatten sie nun den anderen erzählt und - siehste - ja, auch aus diesen wenigen Worten schöpften sie ein bißchen Hoffnung. Und noch etwas ! Wir wissen doch genau, dass die Kleinen nicht unclever sind und schon noch eine Weile ohne Unterstützung durch Karlchen und die Eltern auskommen werden.
Und noch einmal lauschen wir bei den alten Damen.
"Der Kerl ist schon im ersten Kreis, aber mehr als den Auspuff von diesem vermaledeiten Moped konnten wir nicht stoppen !", erbost scheint eine ganz andere alte Dame zu sein. Sie hatte sich wohl einen größeren Erfolg von ihrer Zauberei erhofft. Aber so ist es manches Mal, man denkt wie gut man ist und dann kommt ein anderer und kann es noch besser. Doch auch die alten Damen geben so schnell nicht auf. Schließlich ist so ein hohes Alter nicht bloß schlecht, sondern auch gut. Warum ? Wegen der vielen Erfahrungen, die man so sammeln kann. Zum Beispiel, wenn man beim ersten Mal keinen Erfolg hat, dann sollte man es noch einmal probieren, oder noch öfter ! Die alten Damen wissen das also genau, ich glaube es sind insgesamt nur fünf alte Damen, und wenden sich einem zweiten Kupferkessel zu, der auf einem anderen Holzfeuer vor sich hin köchelt. Das glaube ich jedenfalls, denn die Flamme unter dem Kessel ist viel kleiner, als die Flamme vom Kessel mit dem lila Brei und außerdem ist dieser Kessel kleiner, steht auch tiefer, so dass alle alten Damen, aber auch wir, dort hinein schauen können. Nur wenige Blasen steigen in diesem Kessel auf, dessen Flüssigkeit, ich hoffe dass es nicht schon wieder Brei ist, der da eine klare Oberfläche im Kessel bildet. Wenn nun eine von den alte Damen mit einem etwas kürzeren Holzlöffel langsam darin rührt, dann erscheint darauf ein Bild. Allerdings erstemal ohne Ton. Aha, da fährt das Karlchen mit dem Moped. Gut zu erkennen ist sein Gesicht, das er mutig in den Fahrtwind hält. Seine roten Haare flattern im Fahrtwind direkt über seinen Ohren. Und keine Spur von Angst ist an ihm zu erkennen. "Ja will denn der ohne Angst und Schrecken bei uns ankommen !?"; ruft entsetzt eine der alten Damen mit schrillen Tönen, so dass die anwesenden Eulen auf den zwei Kastanienbäumen an der einen Seite von dem kleinen Feuer erschrocken auf ihrem Ast hoch springen und nur deswegen wieder weich darauf landen, weil sie klug die Flügel schnell auseinander falteten und damit den Sturz zurück abbremsen konnten. Die alten Damen nicken sich zu und antworten: "Nein, so geht das aber nicht ! Wir sollten etwas dagegen tun. Machen wir den zweiten Kreis auf !" Und schon umfassen sich die alten Damen an den Schultern und bilden einen Kreis um den zweiten Kupferkessel. Dann beginnen sie zu tanzen. Nun ja, es ist kein Twist und auch kein Rock, eher so ein Tänzeln. Immer drei Schritte links herum und dann zwei zurück. So kommt man irgendwann dann auch im Kreis herum. Und dazu singen sie murmelnd und undeutlich in Richtung des nun dampfenden zweiten Kupferkessels.
Wir bilden, mit sehr großem Fleiß,
dem Karlchen nun den zweiten Kreis.
Karlchen dreh um,
sei doch nicht dumm !
Gold und Euros woll´n wir geben,
sollst auch tausend Jahre leben,
wenn du nicht kommst zu uns her,
ja das wollen wir, wirklich sehr !!
Das "wirklich sehr" rufen sie mit klaren, hellen Stimmen in Richtung auf den Himmel über dem ollen, dampfenden Topf. Hoch haben sie die Köpfe gestreckt und wir können bei dieser Gelegenheit deutlich die langen, krummen Nasen sehen. In ihren alten Augen glitzert Gier und Hoffnung darauf, dass es ihnen gelingen würde, die Kleinen zum Brei essen zu bringen, Karlchen auf dem Weg zu ihnen zu stoppen und wieder, endlich wieder eintausend Jahre jünger zu werden.
Aber bei Karlchen passiert wirklich etwas. Wir wissen ja,
dass die alten Damen den sogenannten
Zweiten Kreis
gebildet haben. Direkt auf dem Weg vor Karlchen blinkt am Wegesrand ein hell silberner Haufen auf. Karlchen hält an und will genau wissen, was das ist. Die alten Damen an ihrem Guck- Kessel freuen sich riesig, denn sie glauben Karlchen würde jetzt nicht mehr weiter fahren, der Zauber wirkt, Karlchen hat ja angehalten ! Nur Karlchen, der wusste das nicht. Das Moped hat er angehalten und an einem Baum gelehnt, der am Wegesrand steht. Dann sieht Karlchen sich das silberne Glänzen genauer an. Der Mond schickt einen extra hellen Strahl herunter, so dass Karlchen die silber und messingfarbenen Münzen erkennen kann. Vorsichtig beißt er auf eine Münze, denn so - das hatte er einmal auf dem Markt gesehen, wo die Siebenkindermutter immer einkaufen ging und ihn mitgenommen hatte, machte das auch der Händler, bei dem sie die Stoffe für neue Hosen gekauft hatten. Aber Karlchen kann nichts schmecken, und ob die Münzen nun echt oder nicht sind, ist ihm eigentlich egal. Er hat sowieso keine extra Tasche dabei, in die er die Münzen hätte tun können und außerdem würden sie ihn bei seiner Rettungsaktion nur behindern. Er ließ also den kleinen Münzen- Haufen liegen, holte das Moped wieder auf den Weg, setzte sich drauf und fuhr einfach weiter. Ein wütendes Geheule setzte bei den alten Damen ein, als sie das beobachteten. Die Enttäuschung war wohl zu groß und sie mußten deswegen so laut heulen. Aber, "Ein As habe ich noch im Ärmel !", verkündete eine der alten Damen den vier anderen. "Was willst du machen ? Hauptsache, der fährt nicht mehr weiter, dieser Lümmel !", stellte sie die Aufgabe klar. Die alte Dame, die meinte sie hätte noch ein As im Ärmel, was ja nichts anderes bedeuten sollte, dass sie noch einen Zauber kennen würde, der Karlchen zum Stehen bringt, winkte ab. "Wartet einen Augenblick, ich komme gleich zurück." Und schon huschte sie erstaunlich schnell und leichtfüßig für so eine alte Dame fort. Sie suchte an dem einen Baustamm ein paar Blätter, an einem anderen irgend etwas und irgend eines, dann kam sie schon wieder zurück. Alle Hexen stellten sich wieder im Kreis um den Guck- Kessel. Wieder wiegten sie sich in kleinen Tippeltanzschritten hin und her. Dann trat die eine alte Dame vor, es ist die - ihr wißt es sicher schon - mit dem As. Hoch hat sie beide Hände erhoben und spricht nun ihren Hexenzauberspruch:
" Korrax, Querex,
jetzt hex, hex, hex !
Essen muß ein jedes Tier,
was aber macht das Moped hier ?
Weil es auch was essen muß,
ist jetzt mit dem Fahren Schluß !!"
Dann wirft sie erst alles aus der rechten Hand in den Kessel und dann alles ,was sie in der linken Hand hat. Schon wallt der Kesselinhalt auf, Blitze zucken in den Nachthimmel und ein dünner Nebelarm macht sich auf den Weg zu Karlchen. Jubelnd wünschen die alten Damen dem Nebel viel Erfolg. Er soll es nun schaffen, Karlchen zu stoppen. Siegesgewiß schauen die alten Damen zu den Kleinen im roten Netz hinüber. Bald schon wollen sie um tausend Jahre jünger werden. Bald schon sollen die Kleinen um tausend Jahre älter geworden sein. Es wird immer beängstigender dort im Mittelpunkt der Kreise.
Karlchen konnte das aber nicht wissen, denn nur wir konnten die alten Damen belauschen. Munter fuhr er seinen Weg, den der Mond so gewissenhaft erleuchtete. Munter schnurrte sein Moped, dessen wohl größter Vorteil bisher darin lag, dass er an keiner Tankstelle anhalten und tanken mußte. So war er denn auch plötzlich total verblüfft, weil an seinem Moped ein rotes Licht aufleuchtet. Es blinkte ihm frisch in sein Gesicht und weil es ja schon dunkel war, da sah es Karlchen besonders deutlich. Direkt vor ihm, auf dem Mopedrücken sozusagen, blinkte ein rotes Lämpchen auf, ging wieder aus, ging wieder an. Karlchen hielt das Moped an. Er fuhr rechts heran, falls ihn jemand überholen wollte, so wollte Karlchen ihn nicht behindern. Karlchen schaute sich das rote blinkende Licht auf dem Mopedrücken genauer an. "Moped braucht Benzin !", stand da plötzlich in kleinen, aber gut lesbaren Buchstaben. Karlchen rief verwundert darüber und auch darüber, dass er das so ohne zu stocken lesen konnte: "Was soll das denn sein ? Benzin ? Und wo soll ich es denn her bekommen ?" Tja, das wußten auch die grünen Wiesen- und Waldmännchen nicht, die das alles sehr genau beobachtet hatten. Es gab ja zu dieser Zeit noch keine Benzin- oder Dieselmotoren. Auch Tankstellen gab es damals noch nicht und auch kein PCK, also eine Raffinerie, wo aus alter Ölpampe Benzin und Diesel und so was alles hergestellt wird. Also, die alte Dame hat offenbar einfach mal in die Zukunft geschaut, bei so ein paar Mopeds herum geschnüffelt und dabei die Sache mit dem teuren Benzin aufgeschnappt haben. Das hat sie denn auch gleich für dieses Märchen hier genutzt, sind gar nicht so dumm, die alte Dame. Aber die grünen Wald- und Wiesenmännchen und unser Karlchen sind natürlich auch nicht dumm !
Klar, sie konnten jetzt nicht auch noch in die Zukunft flitzen, um jetzt schnell eine Tankstelle und Benzin zu besorgen. Nein, das konnten sie nicht. Aber, sie konnten etwas anderes. Einer von den grünen Männchen trat zu Karlchen.
Er tippte ihn vorsichtig an der Schulter an, denn Karlchen sollte ja keinen dollen Schreck bekommen, sondern nur dem grünen Männchen zu hören. Das sagte zu ihm:
" Der zweite Kreis wart aufgetan,
Benzin bekommen wir nicht ran.
Dagegen hilft uns also nur
Die Kraft und Stärke der Natur !
Sitz auf du starker Recke,
das Moped wird jetzt nicht zur Schnecke !"
Und mit einem grünen Knall, also grün war jetzt der Rauch hinter den sich das grüne Männchen nach diesen Worten verzogen hatte, saß Karlchen wieder auf dem fahrenden Moped. "Aber, das geht doch gar nicht !", rief Karlchen aus und weiter "Ich habe doch gar kein Benzin ?!". richtig, das hatten die grünen Männchen ja auch nicht vergessen. Und auch Karlchen bekam es mit. Das Moped unter ihm war plötzlich irgendwie anders. Statt des breiten, silber glänzenden Lenkers aus Metall und Plastik, mit den Gummigriffen an beiden Seiten, hielten Karlchens Hände weiße, große und lange Hasenohren. Auch der Sitz, der ihn schon einige Male recht heftig am Hintern drückte war verschwunden. Statt dessen bewegte sich unter Karlchen ein breiter, mit weichem Fell versehener grau und weiß gefleckter Hasenrücken. Gerade groß genug, um Karlchen zu halten, gerade lebendig genug, um Karlchen weiter zu den alten Damen und den armen Kleinen zu tragen, die entführt wurden, um aus den alten Damen wieder junge zu machen. Durch Karlchens Kopf zuckte ein schlauer Gedanke. Er hatte eine Frage. "Wie heißt der Hase hier eigentlich ?", fragte er vorwitzig. Aber der Hase hatte genug Luft in den Lungen und Grips im Kopf, um diese Frage zu beantworten.
"Paul- Heinrich ist mein Name,
den ich gerne trage.
Antworten gebe ich grade,
auch auf ´ne blöde Frage."
Der schlaue Gedanke verzog sich sofort wieder und Karlchen wußte nun genau Bescheid. "Ich sage dann mal Paul zu dir ! Ist dir doch recht ?", ruft er dem Hasen im rasenden Lauf zu. Und der läßt seine Nagezähne aufblitzen und mummelt laut: "Das ist schon in Ordnung." Und während er mit Karlchen durch die Nacht stürmt, noch immer im Lichte des Mondes, ertönt bei den alten Damen ein großes Jammern. "Och wie doof, die haben ja schon wieder eine Lösung für Karlchen gefunden. Der wird uns noch alles verderben !", habe ich hier mal nur einen Ausschnitt von der Jammerei der alten Damen mit gebracht. Einige liefen aus dem Kreis, den sie gebildet hatten, heraus um wütend, aber doch ziemlich machtlos, den gefangenen Kleinen im roten Netz zu drohen Sie reckten ihre dürren Arme mit den zur Faust geballten Krallenfingern in die Richtung der Kinder und schüttelten die Arme. Die Kleinen standen noch immer zusammen gedrängt, aber nicht mutlos den drohenden Gebärden und Damen gegenüber. Klar, sie haben wieder Mut gefasst, denn die Worte der alten Damen wußten sie wohl richtig zu deuten. Die Kinder beschlossen bei sich, wieder etwas weniger Angst zu haben, denn Karlchen würde sie bestimmt retten. So jedenfalls hofften sie immer stärker.
Eigentlich komisch, denn sie hatten ja auch Eltern. Wo waren die eigentlich geblieben. Wir wissen es zwar nicht genau, aber wir gehen einmal einfach davon aus, dass alle Eltern auf dem Weg waren, ihre Kinder wieder nach Hause zu holen. Gut, bei der einen oder anderen Familie musste die Mutter oder ein Vater zu Hause bleiben, schon wegen der anderen Geschwister, aber das waren ja gut verständliche Ausnahmen. Alle anderen Eltern verfolgten anfangs den grünen Nebel, später dann die grünen Klebestreifen an den Baumstämmen, um Karlchen zu den alten Damen zu folgen und ihre Kinder zu retten. Sie sind darauf gekommen, es so zu machen, weil sie ja Karlchens Nachricht an der großen Tafel im Schulzimmer der Waldschule gelesen hatten. Also zuerst waren sie nur wütend. "Wieso kommen die Kinder nicht von der Schule direkt nach Hause, wie ich es immer schon gesagt habe !?"" fragten die einen Väter ihre Frauen. "Was hat er denn schon wieder ausgefressen , dass er nach sitzen muss?", eine andere Mutter den Vater. Oder "Wo bleibt der Bengel denn heute wieder ? Na warte, der kriegt was mit dem Hosenträger, lass ihn mal nach Hause kommen." Aber auch: "Ich weiß gar nicht wo das Kind heute bleibt, es ist doch sonst immer sooo pünktlich und folgsam.", wie eine dickliche aber feine Mutti zu ihrem Diener spricht. Worauf der dann erwidert: "Gnädige Frau, ich werde sofort anspannen lassen und dann wird das Kind von der Schule abgeholt werden.".
Als die Kinder dann auch Stunden später noch immer nicht zu Hause ankamen, sind dann die ersten Eltern in die Schule gegangen. Im Klassenzimmer lasen sie dann die krakeligen Buchstaben, die Karlchen an die Tafel geschrieben hatte:
" Alle Kleinen sind entführt worden. Von den alten Damen vom Sieben- Tage- Viel Wasser- und Land- Land. Die roten Schatten haben gesagt, die Eltern haben tausend Eurosse bekommen dafür. Ich werde sie trotzdem retten."
Da fiel es den meisten Eltern auf, dass sie so plötzlich genug Eurosse im Geldbeutel hatten. Aber die meisten Eltern wollten nun wirklich nicht, auch nicht für tausend Eurosse ihre Kinder verkaufen, und bei der gnädigen Frau waren tausend Eurosse ja nun gar keine Diskussionsgrundlage. Deswegen waren es eine Menge Erwachsene, die der Spur von Karlchen folgten. Sogar noch dann, als die grünen Klebestreifen nicht mehr an den Baumstämmen klebten. Nein, sie konnten Karlchen nicht folgen, weil der Hase beim Laufen so laut klapperte, wie ein alberner Gedanke es behauptete, nein. Kleine grüne Kügelchen lagen da auf dem Weg, den der Hase und Karlchen verfolgten. Kleine grüne Kügelchen ? Na ist doch klar, oder weißt du nicht wer kleine Kügelchen aus frischem Gras herstellen kann !? Jedenfalls war der Weg, den Hase und Karlchen nahm für die nachfolgenden Eltern gut zu erkennen. Ich weiß nun nicht, ob es der Mond war, der dafür sorgte, dass die kleinen grünen Kugeln in der Nacht auch noch hell leuchteten, als ob in jeder kleinen Kugel ein kleines Kerzenlicht angezündet worden wäre. Fast fröhlich leuchteten sie den Weg für die Eltern. Schon von Weitem war der Weg und die leuchtende grüne Linie erkennbar.
Ganz oben, so zwischen Mond und alte Damen, so ungefähr in der Mitte, flog ein Adler. Ruhig glitt er auf seinen Flügeln im Wind und schaute mit seinen scharfen Augen hinunter. Zuerst konnte er die beiden Feuer unter den Kesseln, einmal der mit dem lila Brei und zum anderen der mit dem die alten Damen Bild ohne Ton gucken konnten, erkennen. Logisch, denn in der Nacht leuchtet Feuer ja viel weiter als am Tage. Auch das rote Netz mit den Kleinen konnte er deutlich erkennen. Den Kindern wurde wohl langsam kalt in der kühleren Nachtluft, denn sie standen dicht aneinander gedrängt. Und das Netzt wärmte sie bestimmt nicht, denn es hatte ja einfach viel zu viel Löcher. Wild herum springende alte Damen waren auch zu erkennen.. In einiger Entfernung noch, zwischen einem silbrig hell erleuchteten Weg und einer grünlich leuchtenden grünen Kügelchenspur, flitzte ein großer, überwiegend weißer Hase dahin. Deutliche Lauf- Richtung : die alten Damen, Feuer, Kessel, Netz und Kinder ! Auf dem Hasen ein dunkler Fleck. Der Adler weiß es nicht, aber wir wissen es, es ist Karlchen, der sein Moped gegen einen Hasen tauschen mußte. Dahinter, wieder in einiger Entfernung und ziemlich ungeordnet, ein Haufen von Erwachsenen. Einige stolpern ziemlich oft über die Bodenwellen und Wurzel des Weges. Das sieht für Kinder lustig aus, für Adler nicht. Darum fliegt der Adler weiter, er hat schließlich kleine Adler im Nest und muß Beute machen, damit die nicht verhungern.
Die alten Damen finden, dass sie nun schnell erneut handeln müssen, sonst ist ihre ganze Aktion zum Scheitern verurteilt. Schon holen sie die roten Schatten näher heran, um ihnen neue Aufträge zu erteilen. Ganz dicht müssen wir nun heran gehen, denn sie sprechen leise, so dass die Kleinen im roten Netz nichts davon mit bekommen können, was die roten Schatten nun tun sollen. Die alten Damen denken nämlich, dass es eine Verbindung zwischen den Kindern im Netz und Karlchen auf dem Hasen gibt, nur so konnten sie sich erklären, dass es Karlchen gelungen ist durch den zweiten Kreis zu kommen.
Aber wir können das Ergebnis der Flüsterei der alten Damen mit den roten Schatten sehen. Zwischen den Eltern, dem Hasen mit Karlchen und den alten Damen und den Kindern im roten Netz ist ein dritter Kreis entstanden.
Ein Feuerkreis !
Hell lodern Flammen, in einem weiten Kreis, rund um die Kinder im roten Netz und rund um die alten Damen, die zufrieden das Ergebnis der Arbeit ihrer roten Schattengestalten betrachten. Alles, was diesen Feuerkreis durchdringen will, scheint gnadenlos zu verbrennen. Die heißen Flammen vernichten Strauch, Gras und Bäume. Jedes Tier, das dem Feuerkreis zu nahe kommt, spürt die vernichtende Hitze der Flammen und wenn es zu lange an einer Stelle dicht an den Flammen verweilt, dann stirbt es den Feuertod. Hochauf schlagen die Flammen und erreichen gar alle Vögel, die weiter oben noch versuchen über den Flammenkreis zu gelangen. Entsetzen herrscht im Wald. Mit diesem Feuerkreis erlischt alles Leben in unmittelbarer Nähe der heißen Flammen. Hasen, Rehe, Wölfe und Füchse, sogar der alte Keiler sind sich einig: "So etwas gab es noch nie hier !" Auch die grünen Wald- und Wiesenmännchen beratschlagen. Wer näher heran kommt an die Stelle im Wald, wo sie einen dichten Kreis gebildet haben und miteinander beratschlagen, der kann einige Worte verstehen. "Feuerwehr erfinden, kann freiwillig sein oder auch als Beruf, gab es ja noch nie, entsetzliche Erfindung, blöde Zauberei, helfen und Kinder", klingt es deutlich an das Ohr des Lauschenden. Auch "Lösung, löschen , Wasser und Sand". Während dessen lodern die Flammen weiter und mancher Käfer und Schmetterling hat sich schon die Flügel verbrannt, weil er - angelockt von den hellen Flammen- zum Licht in der dunklen Nacht geflogen ist. Logisch, daß sich da die Zwerge und Elfen zu den Wald- und Wiesenmännchen gesellten, schließlich haben die Elfen auch so zarte Flügel, wie Schmetterlinge und Käfer und Schmetterlinge und Käfer ziehen ja bekanntlich die kleinen Campingwagen der Zwerge bei ihren Wanderungen. Also waren Elfen und Zwerge überhaupt nicht mit dieser Flammenwand einverstanden oder gar zufrieden. Zufrieden waren nur die alten Damen, die sich hinter dem Flammenkreis versteckten und diesen Verjüngungszauber durch führen wollten. Ja, die alten Damen sind zufrieden. Undurchdringlich scheint die Feuerwand, hinter der sie sich nun wieder daran machen, die Kinder und den lila Brei miteinander "anzufreunden". Ganz sicher sind sie sich darin, daß weder Karlchen noch die Eltern hinter Karlchen in der Lage sein werden, die Feuerwand des Feuerkreises zu durch brechen. Auch seine zauberhaften Helfer nicht, so meinen die roten Schattengestalten.
Karlchen ist mit seinem Hasen inzwischen am Feuerkreis angelangt. Erschöpft mummelt der Hase an ein paar ziemlich trockenen Grashalmen, während Karlchen sich suchend an der Feuerwand umsieht. Unten am Boden, da wo die Flammen beginnen sich in die Höhe zu recken, kann er kein Brennholz sehen, wie er es eigentlich vom offenen Kamin in seinem Elternhaus gewohnt ist. Während zu Hause also ständig einer Holz nachlegen muß, damit das wärmende Feuer nicht ausgeht, scheint das bei dieser Feuerwand nicht der Fall zu sein. Es entsteht hier auch keine Asche vom verbrannten Holz !? Irgend etwas ist anders, als beim normalen Feuer, denkt Karlchen so bei sich, während er neben dem Hasen einen Platz findet, wohin er sich setzen kann. Ein vorwitziger Gedanke beginnt einen Lösungsvorschlag zu formulieren: "Man müßte ...", beginnt er reichlich zerstreut und endet ohne einen richtigen Schluß. "Das wäre vielleicht ...", hat ein anderer Gedanke einen neuen Versuch gestartet, kommt aber ebenfalls nicht auf eine schlaue Lösung. "Vielleicht könnte der Hase mal richtig ...?" fragt nun wieder der vorwitzige erste Gedanke an, aber da antwortet der Hase gleich einmal selbst: "Nein ! Soviel Urin kann ich hier nicht an den Feuerkreis pinkeln. Schließlich trinken wir Hasen nur sehr, sehr wenig Wasser." Es scheint, als ob in den nächsten Minuten keine praktikable Lösung heraus kommt. Verlassen wir also Karlchen und seine forschenden Gedanken und schauen wir einmal, was der Mond macht.
Weit oben am Nachthimmel hat er natürlich das Geschehen genau verfolgt und auch gesehen, wie dieser Feuerkreis entstand. Da er sehr hoch oben am Himmel seinen Weg geht, kann ihn der Feuerkreis nicht erreichen, ja nicht einmal warme Füße bekommt er davon. Ungefährdet vom Feuerkreis kann sich der Mond ein Bild von der Lage da unten machen. Er sieht auch deutlich, dass die Rettungsaktion erstemal nicht weiter geht, einzig die Eltern der Kinder holen etwas auf. Ist ja klar, sie können noch weiter laufen, während Karlchen und sein Hase zwangsläufig rasten müssen. "Es wird nicht mehr lange dauern, dann sind sie zusammen.", denkt sich der Mond schon. Sein Blick gleitet noch einmal hinüber zu den grünen Wald- und Wiesenmännchen, den Elfen und Zwergen. Deren Debatte geht weiter, scheint aber noch von keiner Lösung zu stehen. Hin und wieder zuckt eine der versammelten Gestalten mit einem Finger hoch in die Luft, so als ob sie nun auf den richtigen Gedanken gekommen sein, aber schon kurze Zeit später verschwindet der Finger wieder und enger noch rücken die Gestalten zusammen, um von Neuem zu beraten. Nein, sie haben auch noch kein Mittel gegen den Flammenkreis gefunden. Auf der andere Seite kann der Mond von seiner Höhe aus sehr gut verfolgen, was die alten Damen und die Kinder gerade machen. Es sieht nicht gut aus ! Er sieht, wie die alten Damen, bewaffnet mit Holzlöffeln an langen Stielen versuchen den lila Brei an die Kinder im roten Netz zu verfüttern. Näher und näher kommen sie. Und die Kinder im Netz können langsam nicht weiter zurück weichen, zum Einen hält sie das rote Netz fest und zum anderen nähern sie sich langsam dem Feuerkreis von innen. Nicht mehr lange dauert es, da können die Kinder nicht mehr weiter vor den alten Damen zurück weichen, dann sind sie gezwungen vom lila Brei zu essen, dann wird das Schreckliche geschehen. Die Kinder werden um tausend Jahre älter werden, während die alten Damen um die gleichen Jahre jünger werden wollen. Das will der Mond aber ganz und gar nicht ! Ich weiß jetzt nicht, ob ihr das wußtet, aber der Mond hat ja auch Strahlen. Die können von der Höhe des Nachthimmels herab steigen, zu uns Menschen.
Es dauert nicht lange und schwupps sind sie da.
Karlchens Gedanken sind wieder leise geworden. Nichts, aber auch wirklich nichts haben sie gefunden, um diesen Feuerkreis zu über winden. Inzwischen sind auch die meisten Eltern bei Karlchen angekommen. Auch ihre Gedanken konnten an dieser Stelle nicht weiter helfen, sie sitzen oder hocken müde vom langen Weg und erschöpft von ihren ängstlichen Gedanken um ihre Kinder auf dem Waldboden und habe nicht einmal mehr die Kraft sich über den großen Hasen zu wundern, der Karlchen immerhin bis an diese Stelle hier gebracht hatte. Alles schien hier trostlos und verloren. Selbst die Flammen des Feuerkreises scheinen die beginnende neue Dunkelheit, die Erwachsene, Karlchen und seinen Hasen sowie die Wald- und Wiesenmännchen, Zwerge und Elfen wegen der schwindenden Hoffnung erfasst, vertreiben zu können. Ohne Hoffnung hat sie alle der Mut verlassen, ohne Hoffnung vergeht das Licht. Sind die Kinder nicht mehr zu retten ? Sollte ihr Leben, ihre Kindheit den alten Damen geopfert werden ? Sollten am Ende die Bösen siegen ?
"Quatsch ! Wir sind ein Märchen, da muß doch das Gute siegen !", ein richtiger Gedanke meldet sich zu Wort. Er hat zwar keine Lösung anzubieten, aber eine Forderung. Na das kann ich leiden !
Noch immer sitzen die Eltern, der Hase und Karlchen am Feuerkreis. Schon ein bißchen mehr ausgeruht, denn wenn sie schon anhalten müssen, dann können sie sich auch gleich mal ausruhen und Kraft sammeln. Dicht neben Karlchen regt sich etwas. Nein, der Hase ist es nicht. Der ist noch ein Stück weiter gegangen, um bessere Grashalme zu finden. Etwas anderes ist es. Ein Mädchen, offenbar gerade so um die zehn oder dreizehn Jahre alt. "Und hübsch ist es auch noch.", denkt Karlchen so bei sich. "Hübsch wie eine Prinzessin !". "Na,na übertreib mal lieber nicht!", antwortet seinen Gedanken eine freundlich, helle Stimme. Aber das strahlende Lächeln im Gesicht des Mädchens verrät Karlchen genau, wie gut die freundlichen Gedanken dem Mädchen getan haben. Etwas verwirrt, "Habe ich es nur gedacht oder gesagt ?", fragt Karlchen das Mädchen: "Hallo, wo kommst du denn her ? Habe dich ja noch nie hier im Wald gesehen." Lacht das Mädchen noch heller. "Mein Vati ist der Mond, der da oben thront." und weiter spricht es "Ich heiße Theresa und will dir helfen, die Kleinen zu retten und die bösen alten Damen zu besiegen." Seine hellen Augen strahlen Karlchen an. "Wie ? Was ? Der Mond ? Du ?", sprudelt es jetzt aus Karlchens Mund. Seine Gedanken wirbeln wild durcheinander. "Wie kommt es denn ? Womit kommst du denn herunter ? Ist der Mond ein Mann ?
Dein Vater ? Hast du keine Mutter ? Helfen ? Gegen die alten Damen ? Damit die Kleinen wieder zu ihren Eltern können ?", ein kleines bißchen geordneter wirbeln Karlchens Gedanken weiter. Sein Kopf ist rot, wegen der Überraschung und weil Theresa doch so ein hübsches Mädchen ist. Das macht ihn verlegen. "He Karlchen, ich mag dich auch !", sagt da die Tochter des Mondes Theresa. "Schon lange schaue ich dir zu, wie du auf der Erde lebst. Ich mag es, wenn du am Morgen das Fenster zu deinem Zimmer öffnest, damit frische Luft herein kann und die Pupse der Nacht heraus kommen können. Du siehst dann immer so lustig aus, deine roten Haare stehen rund um deinen Kopf in die Höhe, als wollten sie dich sofort verlassen. Und deine Augen blinzeln in das Tageslicht, weil sie noch das Dunkel der Nacht gewöhnt sind. Und wie sie sich freuen, wenn du dann ein Häschen auf eurem Hof dabei erblickst, wenn es gerade noch ein paar Halme vom saftigen Gras fressen möchte, das auf der einen Hofseite wächst und nun erschrocken davon rennt. Aber am lustigsten sieht es aber aus, wenn du dich unter der Pumpe mit dem kalten Wasser wäschst. Als ob ein Wasserstrahl auf einen Stein fällt und von dort überall hin in tausend kleine Spritzer weg spritzt, so spritzen deine Gedanken im Kopf herum, wenn das kalte Wasser dein Gesicht berührt. So entsteht übrigens die Gänsehaut, wenn ihnen kalt wird, dann spritzen die Gedanken auseinander und wollen aus dem Körper raus, aber die Haut leistet ihnen Widerstand, daher die vielen kleinen Spitzen auf der Haut.", ernst sieht Theresa Karlchen an. "Ach so !?", echot der noch immer verblüfft. Und Theresa redet weiter: " Und weil du so ein hilfsbereiter tapferer Junge bist, hat mir mein Vater erlaubt, dass ich zu dir kommen darf." Und Karlchen antwortet wieder mit "Ach so.", und dann "Boah eh, da bin ich aber froh. Dass du so ein hübsches Mädchen bist, Dann auch noch schlau, jeden falls habe ich mich erkennen können, bei deiner lustigen Beschreibung. Da bin ich auch ganz stolz drauf, aber ...", nachdenklich schaut er Theresa an. "Wie wollen wir das jetzt machen, mit diesem blöden Feuer hier ? Wir müssen es doch löschen, sonst schaffen wir es nie die Kleinen zu retten. Da sieh nur, die alten Damen machen sich schon wieder mit dem doofen lila Brei an die Kleinen heran. "Lange halten die Kleinen nun aber nicht mehr aus, Wir müssen endlich etwas tun !", dringend und auffordernd schaut Karlchen auf die Mondprinzessin und die Eltern, die um sie herum schweigend und auch wohl verzweifelt in die Flammen dieses heißen Feuerkreises schauen, die sie vor den alten Damen und ihren Kindern trennt.
"Vor rund zweitausend Jahren waren die alten Damen gar nicht so schlecht.", beginnt Theresa. "Sie waren damals gerade 14 Jahre alt und sahen sogar hübsch aus.", erzählt sie weiter. "Na sag doch mal !", fährt Karlchen auf. "Willst du uns jetzt die Geschichte der alten Damen erzählen, wo die Gefahr für die Kleinen immer größer wird ? Wie soll das denn helfen ?", Karlchen ist nun fassungslos. Da drüben könnte es gleich geschehen und die Kleinen werden tausend Jahre älter, aber Theresa will die Geschichte von den alten Damen erzählen. Er schüttelt seinen Kopf. Doch Theresa bleibt ruhig und gelassen. "Ein bißchen Vertrauen könntest du mir schon schenken.", entgegnet sie mit ernstem Blick. "Wer seine Gegner besiegen will, der muß sie kennen." Und "Willst du nun weiter hören ?". Karlchen wird verlegen und dennoch ist er aufgeregt von der Sorge um die Kleinen. "Haben wir denn noch die Zeit ?", fragt er nun wieder etwas ruhiger. Und Theresa nickt ihm zuversichtlich zu. "Ja !", betont sie mit festem Blick und fährt mit der Geschichte der alten Damen fort: "Damals kümmerten sie sich noch nicht um ihr Alter. Sie, ihre Eltern und die vielen anderen Menschen rundum wurden ja auch älter. Alle kamen als Baby auf die Welt und wuchsen zu Kindern heran. Sie spielten untereinander wie auch mit den Kindern der Nachbarschaft. Später schlossen sie sogar Freundschaften, gingen in die Schule und erlernten einen Beruf. Die heutigen alten Damen wurden damals Kosmetikerinnen. Sie erlernten das Handwerk bei einer alten Kräuterfrau, die nahe der Stadt ihr kleines Häuschen hatte. Dort wohnte sie und bildete auch die fünf jungen Mädchen aus. Alle fünf Mädchen begannen zum gleichen Zeitpunkt mit ihrer Lehre. Sie lernten den Umgang mit kleinen Waagen, Messlöffel, Glasgefäßen, die auch auf dem Feuer nicht zerplatzten oder schmolzen und in denen sie mit Glaslöffel und Glasstäbchen nach den Anweisungen der alten Kräuterfrau herum rührten. Aber auch Holzspachtel, allerlei Pöttchen in die zum Beispiel die fertige Creme kam und Alkohol lernten sie kennen und her zu stellen.", endet Theresa für den Moment, weil Karlchen sie am Arm berührte. "Alkohol ?", fragt Karlchen sie erstaunt "Alkohol, das ist doch Schnaps und den trinkt mein Papa manchmal." "Ja, das Alkohol auch, aber für die Kosmetik braucht man ihn eben damit alles wieder sauber wird, was man z.B. bei der Cremeherstellung alles schmutzig machen muß. Ja sogar bei der Herstellung von Seifen werden Gegenstände, so die Töpfe und Rührstäbe erstemal schmutzig gemacht. Also, das alles und noch viel mehr erlernten unsere fünf Damen bei der alten Kräuterfrau. Und sie lernten mit Menschen umzugehen. Es kamen eine Menge Menschen zur Kräuterfrau. Menschen die es selber wollten mit allerlei Mittelchen, Cremes, Kräuter, Soßen und Tinkturen so gepflegt zu werden, das sie viele Jahre ihres Lebens aussahen, als wenn die Zeit für sie stehen geblieben sei. Das sah aber nur so aus und innen wurden diese Menschen auch immer älter. Besonders den Frauen wurde damals immer öfter eingeredet, dass es für sie viel besser sein würde, wenn sie so viel Cremes wie möglich am Morgen und am Abend und vielleicht auch noch einmal zwischendurch in das Gesicht schmieren würden. Dann würde sie auch jeder Mann lieben. Ehefrauen, die davor Angst hatten, dass sie ihren Mann verlieren könnten, kamen zu der alten Kräuterfrau und baten sie um ein Süppchen oder eben eine Tinktur mit deren Hilfe sie wieder ihren Gemahl - so hießen damals die Väter in den Familien- fester an sich binden könnten oder einer anderen Frau, die vielleicht jünger war als sie, die Tour mit ihrem Gemahl zu versalzen. Damit sie immer genug Salben und Cremes, Wässerchen und Tinkturen verkaufen kann, hatte die alte Kräuterfrau einen kleinen Zaubertrick angewendet. Auf dem Berg über der kleinen Stadt, in deren Nähe sie wohnt, hat sie schon vor vielen Jahren einen Zauberteppich ausgebreitet. Die ganze Stadt liegt darunter und keiner spürt ihn oder bemerkt ihn, denn er ist unsichtbar. In seinen Falten aber hat die alte Kräuterfrau jenen Duft geklebt, der jede Sekunde in die Stadt strömt und vor allem den Frauen dort eingibt, dass sie nur geliebt werden, wenn sie jung und schön sind und immer brav die eine oder andere Creme benutzen, die es nur bei der alten Kräuterfrau in der Nähe der Stadt zu kaufen gibt. So sicherte sich die Kräuterfrau ihren Lebensunterhalt. Ihre fünf Lehrlinge musste sie in diesem Jahr einstellen, weil der Zauberteppich wie verrückt wirkte und die Frauen in Scharen bei der alten Kräuterfrau ankamen und nach den Mittelchen fragten, von denen ich euch ja schon erzählte. Und die fünf Mädchen lernten sehr schnell. Sie waren fleißig und wißbegierig. Weil sie so fleißig die Mittelchen anfertigten, die die Frauen der Stadt bei der Kräuterfrau kaufen wollten, hatte die Kräuterfrau nun mehr Zeit, sich um die Ausbildung ihrer Lehrlinge zu kümmern.
Ihre Ausbildung war so gründlich. Theorie und Praxis gingen sozusagen Hand in Hand. Mehr und mehr übernahmen die fünf Mädchen das Geschäft. Sie stellten nicht nur die Mittelchen her, nein, sie verkauften die auch an die Frauen oder trugen sie, gleich neben dem Verkaufsraum stand in einem anderen Zimmer eine ganze Batterie von Liegen, den Frauen auf. Die meisten Mittelchen mußten in das Gesicht von den Frauen. Da lagen sie nun, die grüne Gurkenmaske neben der rosafarbenen Mus- Maske. Bunt durcheinander waren alle Farben vertreten. Auch Lila.
Besonders die Fliedermus- Maske hatte einen guten Ruf in der Stadt. Nicht nur, dass in jedem Jahr zu Silvester die Karpfen mit dem Fliedermus zubereitet wurden, nein auch als praktische Maske für die Dame des Hauses, abends vor dem Schlafengehen in dicken Schichten aufzutragen, bei 38 Grad Celsius am wirkungsvollsten. Schon am Morgen erkennt der Gemahl die verschwundenen Wochen, Falten sind fort und das Gesicht seiner Gemahlin ist ein Gedicht. Der Duft des unsichtbaren Zauberteppichs über der Stadt hatte für den Fliedermus sogar ein besonderes Gedicht erfunden und säuselt es nun Tag und Nacht, Stunde um Stunde den Menschen in die Gehirne:
Im Fliedermus die Seele steckt,
der Gemahl wird abgeschreckt,
nie geht er fort
zu anderen Frau´n,
dem Fliedermus kannst du vertrau´n.
Aber nur der von der Kräuterfrau,
ist dafür so besonders schlau.
Geh schnell zu ihr,
das rat ich dir !
Die fünf Mädchen bei der Kräuterfrau hatten alle Hände voll zu tun, die Fliederbeeren vom Holunderbusch zu ernten, sie mit den anderen Mittelchen zu zerkleinern, zu kochen, zu rühren, abzuschmecken, weiter zu rühren, Holz unter das Feuer zu legen, wieder zu rühren, zu kosten bis der Fliedermus genau so war, wie er sein sollte. Dann noch schnell in Gläschen und Fläschen abgefüllt, einen Zettel drauf geklebt schon konnten die Frauen, die dem Werbegedicht des Zaubertreppichs nicht mehr widerstehen konnten, einen neuen Vorrat von diesem lila Brei erwerben. Die alte Kräuterfrau wurde immer reicher, schon hatte sie im Keller ihres Hauses keinen Platz mehr für die vielen Goldstücke, so dass sie auch noch ein paar Haufen davon auf dem Dachboden unterbringen musste. Auch die Mädchen hatten etwas von dieser Lehre. Sie wurden schlauer und schlauer. Bald schon dachten sie, dass es eigentlich auch ganz gut ohne die alte Kräuterfrau weiter gehen könnte. Sie dachten schon alles zu wissen und wollten etwas von diesem Geschäft abbekommen. Auf jeden Fall mehr, als die alte Kräuterfrau ihnen für ihre Arbeit im Moment bezahlte. Die hatte natürlich selbst ein bißchen schuld daran, dass die Mädchen so dachten, denn sie speiste sie mit wenig Kupfermünzen ab, obwohl sie wissen musste, dass die Mädchen ja mit den vielen Goldstücken vertraut sind, die jeden Tag über die Ladentheke von den Kundinnen gereicht wurden.
Irgendwann also beschlossen die fünf Mädchen, die alte Kräuterfrau mit Hilfe der bei ihr gelernten kleinen Zaubermittelchen für immer aus dem Weg zu räumen, wie man so schön zu "umbringen" oder "abmurksen" ja auch sagen kann. Als die alte Kräuterfrau eines Tages wieder einmal in die Stadt ging, um sich bei den Leuten zu erkundigen, wie die Stimmung so im Allgemeinen und vielleicht auch im Besonderen war, brauten sie einen Fliedermus, der es in sich hatte. Statt nun so zu wirken, dass die Jahre überaus langsam vergehen, mixten sie jenes Mittelchen hinein, dass genau das Gegenteil machte. Blitzschnell würden die Jahre für jene Frau vergehen, die diese Maske auch nur mit dem kleinen Finger berühren würde. Damit die fünf Mädchen bei der Herstellung des teuflischen Fliedermuses nicht selbst davon betroffen sind, hatte sie ein unreifes Mittelchen verwendet, das im Fliedermus erst nach einem Tag ausreifte und dann seine volle Wirkung entfaltet.", erschöpft vom Erzählen atmet die kleine Mondprinzessin durch.
Karlchen schaut bei der Gelegenheit zu den alten Damen und den Kleinen hinter dem Feuerkreis. Verblüfft beobachtet er, dass die alten Damen und die Kleinen genau wie zu Beginn der Erzählung der Mondprinzessin herum stehen. Still und starr, als würde Zeit hinter dem Feuerkreis einfach nicht vergehen. Mit offenem Mund staunt er seine Mondprinzessin an. "Ein bißchen kann ich auch zaubern !", lacht die ihn an und erzählt weiter:
"Als die alte Kräuterfrau nun so durch ihr Städtchen geht und den Leuten beim Schwatzen zu hört, erfährt sie so Einiges. So erzählen sich zwei Damen auf dem Markt, dass es zwar ganz gute Mittelchen für Dieses und Jenes bei der alten Kräuterfrau am Rande der Stadt zu kaufen gäbe, aber die Kräuterfrau selber nun nicht mehr die richtige Reklame für ihr Geschäft sei. Viel zu alt und viel zu faltig würde sie aussehen. Das trifft unsere alte Kräuterfrau denn doch. Sie ist eben auch nur ein Mensch. Suchend schaut sie sich um.
Ja ! Da ist ein Geschäft am Rande vom Markt. Ein Bäcker stellt hinter einem dicken Schaufenster aus Glas seine frischen Kuchen, Torten und sogar Brötchen aus. Die alte Kräuterfrau schaut sich in diesem Schaufenster. Die Sonne steht ziemlich günstig, so dass sie sich im Schaufenster genau spiegelt. Die Brötchen hinter dem Schaufenster bekommen vor Schreck richtige Falten auf beiden Hälften. Die alte Kräuterfrau stellt fest: Richtig, genau richtig ist, was die Klatschweiber da auf dem Markt erzählt haben. Tiefe Falten an den Seiten, auf der Stirn und über der Nase. Da hätte ich längst mal eine Maske vom lila Brei, dem Fliedermus nutzen sollen. Da werde ich doch gleich einmal nach Hause zurück gehen und die Mädchen können mir eine frische Maske machen. Gedacht getan. Schon ist sie auf dem Wege zurück zu ihrem Haus. Dort ist inzwischen der böse lila Fliedermus von den Mädchen fertig gerührt und reif für den bösen Zweck. Die alte Kräuterfrau ahnt nichts ! Sie kommt gut gelaunt, weil sie denkt nun das Richtige fürs Geschäft zu tun, in das Haus und verkündet ihren Wunsch. Dann geht sie in ihren eigenen Wohnraum. Vier Mädchen bringen eine von den Liegen aus dem Zimmer neben dem Verkaufsraum und stellen sie im Wohnzimmer der Kräuterfrau auf. Die sieht noch, wie das fünfte Mädchen in einer Schale frischen Fliedermus hereinbringt, dann legt sie sich auf die Liege. Und während die vier Mädchen damit beginnen, das Gesicht der alten Kräuterfrau gründlich zu reinigen zieht sich das fünfte Mädchen Handschuhe aus dickem Gummi an, denn nun wird jeder, der diesen Fliedermus berührt . Wir erinnern uns: Blitzschnell würden die Jahre für jene Frau vergehen, die diese Maske auch nur mit dem kleinen Finger berühren würde. Die Mädchen können der alten Kräuterfrau nicht in die Augen sehen, darum haben sie ihr Gurkenscheiben drauf gelegt. Kosmetisch konnten sie das wohl begründen, so dass die alte Kräuterfrau noch immer keinen Verdacht schöpfte. Dann aber klatschte die erste Portion Fliedermus auf ihr Gesicht.
Schlagartig durchfuhr sie die Erkenntnis. Die Mädchen wollen mich los werden ! Für Sekundenbruchteile blieb ihr noch Zeit zu reagieren. Aber die Zeit reichte ihr nur, mit einer Hand auf die Schale mit dem Fliedermus zu schlagen. Obwohl ihre Augen von den Gurkenscheiben verdeckt waren, vielleicht war es ein Zufall ?, aber sie traf. Im hohen Bogen flog die Schale durch die Luft. Die fünf Mädchen standen vor Entsetzen ganz starr und folgten nur mit ihren Augen dem Flug der Schale mit dem gefährlichen Fliedermus, dem lila Brei. Da klatschte sie an die helle Wand. In kleine Splitter, die nach allen Seiten hinweg sprangen, brach die Schale auseinander und ebenso wie die kleinen Splitter der Schale spritzen viele tausend Tröpfchen vom lila Brei nach allen Seiten hinweg. Da traf ein Tropfen den Blumentopf mit der Zimmerlinde. Die Pflanze alterte in Sekundenbruchteilen um mindestens tausend Jahre und weil keiner ihr in diesen Jahren Wasser gegeben hatte, blieb nur noch ein Haufen Staub im Blumentopf übrig. Ein Apfel in der Obstschale hatte das gleiche Schicksal, keiner ahnte etwas von der kleinen Raupe, die drinnen im Apfel eigentlich überwintern wollte und im Frühjahr als flotter Falter durch den Garten fliegen wollte. Nein, daraus wurde nichts. Sie alterte ebenso blitzartig wie ihr Winterquartier. Apfel, Raupe, Schmetterling und Staub, so vergingen auch sie, verfolgt von den entsetzten Blicken der fünf Mädchen. Auch die alte Kräuterfrau verschwand. Die Liege. war plötzlich leer und im Unterschied zu den anderen Gegenständen und Sachen, die vom lila Brei getroffen wurden, blieb von der Kräuterfrau nicht einmal Staub übrig. Wer weiß ob sie wirklich gestorben ist ? Vielleicht war sie nur in eine andere Daseinsebene verschwunden ? Wir wissen es nicht ! Und auch die fünf Mädchen wissen es nicht. Jede bekam vom lila Brei einen Tropfen ab, aber im Gegensatz zu den anderen Gegenständen oder Pflanzen, die vom lila Brei getroffen wurden, starben sie nicht. Obwohl sie blitzartig um tausend Jahre alterten. Das war die eine Strafe für ihre böse Tat. Die andere Strafe traf sie auch hart, denn sie verschwanden aus dem Städtchen. Lange noch stand das Haus der alten Kräuterfrau leer und verfiel nach und nach zur Ruine. Einzig wohltuender Effekt dieser an sich bösen Tat der fünf Mädchen war die Tatsache, dass der Zauberteppich mit seinem betörenden Duft und seinen dummen Sprüchen einfach verschwand. Die Menschen erwachten aus dem geistigen Zwang ständig jünger und schöner aussehen zu müssen. Keine Frau hatte mehr Ängste, dass sich ihr Gemahl eine anderen, jüngeren Frau zu wenden und sie verlassen würde. Glückliche alte Ehepaare und glückliche alte und junge Menschen flanierten an sonnigen Sonntagen über den Markt und auch die Brötchen vom Bäcker, hinter ihrem Schaufenster sahen faltenlos glücklich aus. Und weil mit dieser bösen Tat auch ein guter Effekt erreicht wurde, bekamen die fünf Mädchen eine Chance. Wäre die böse Tat von guten Geistern begleitet worden, dann hätte diese Chance nicht so böse ausgesehen, wie diese Geschichte mit den roten Schatten, die unsere Kleinen im roten Netz entführt und zu den alten Damen gebracht haben, damit die den Kleinen lila Brei zum Futtern geben, um selber tausend Jahre jünger und die Kleinen tausend Jahre älter zu werden.", so endet die Mondprinzessin mit ihrer Erzählung.
"Was du alles weißt und kannst !?"; staunt Karlchen und lacht sie an. "Ja.", sagt die Mondprinzessin, "Nun weiß ich auch wie wir den Kleinen helfen können." "Los, heraus damit, wie retten wir die Kleinen !?", aufgeregt rufen Karlchen und die Eltern durcheinander. Und die Mondprinzessin, als Theresa antwortet: "Sammelt mit euren Händen soviel Staubkörnchen, die im Mondlicht wie kleine Sterne blinken und bringt sie mir hier her, wenn alle mitmachen und jeder mindestens ein Körnchen herbringt, kann ich dem Feuerkreis der alten Damen ein Ende bereiten. Macht schnell !", aber diese Aufforderung ist gar nicht nötig gewesen, denn Karlchen und die Eltern sind bereits los gesprungen, um die Staubkörner zu fangen. Da springt eine dicke Mutti mindestens zehn Meter hoch und fängt mit ihrer Schürze gleich mindestens drei Staubkörner. Und dort hat ein Vater sein sauberes Taschentuch auf eine Weidenrute gespannt und fängt ein Staubkörnchen nach dem anderen, indem er das Tuch an der Rute wie einen Käscher für Schmetterlinge in der Luft herum schlägt. Schnell wächst nun das Häufchen Staub vor Theresa. Die hat sich Karlchen an die Seite geholt. "Du mußt mir mal helfen.", sagte sie zu ihm und faßt fest seine Hand. "Gehe auf die andere Seite von dem Staubkornhaufen und reiche mir dann deine andere Hand.", gibt sie noch einmal das Kommando, um dann laut fest zu stellen, dass genügend Staubkörner, die im Mondlicht glänzen gesammelt wurden. "Genug ! Ihr könnt jetzt anhalten !", ruft sie laut den Eltern zu. Die verstehen und wenden sich Theresa und Karlchen zu.
"Immer wieder nach vorn,
Bring Korn zu Korn.
Gegen die Hitze
Hilft eine Feuerspritze !"
ruft Theresa laut und springt mit Karlchen einmal in die Höhe. Höher und höher steigen sie beide, bis sie da oben schweben, wo neben ihnen die Flammen des Feuerkreises enden. Unter ihnen aus den Staubkörnern, die die Eltern gesammelt und auf einen Haufen gelegt hatten, formiert sich ein silbernes Pferd, eine Deichsel in die es gespannt ist, ein Kutschbock, auch silberfarben, wo ein uniformierter Kutscher sitzt und schon lange Zügel in den Händen hält, dann folgt eine Feuerspritze mit zwei Hebeln vorne und hinten sowie viel Schlauch. Überall flitzen Feuerwehrmänner herum, viere bedienen die Hebel an der Feuerspritze, andere halten die Schläuche in Richtung des Flammenkreises und als auch noch silberhelles Wasser aus den Schläuchen spritzt, zischt es nur einmal überaus laut, dann wallt dichter Dampf über den Platz . Als der sich wieder verzieht, der Wind hat ein wenig nach geholfen, damit es schneller geht und keiner noch länger warten muß, sehen wir fünf alte Damen langsam in die Höhe schweben. Gleich neben Theresa und Karlchen, aber im ausreichenden Abstand. Jünger sehen die alten Damen nicht aus. Aber irgendwie doch ganz zufrieden. Aufmerksam schauen Theresa und Karlchen hinunter auf den Platz. Was ist wohl mit den Kleinen geschehen ? Mit lautem Gejaule nun zischen die roten Schatten in die Erde. Ab in die Hölle, scheint wohl ihr Motto. Und wer weiß, vielleicht kamen sie gerade von dort hier her ? Und das rote Netz mit den Kleinen ? Das rote Netz ist weg, einfach verschwunden, spurlos und wahrscheinlich auf Nimmerwiedersehen. Denn die Kleinen sind schon wieder gefesselt. Keiner von ihnen kann sich aus der Umarmung befreien. Mütter und Väter und Mädchen und Jungen halten sich in den Armen. Alle sind still. Alle fühlen sich. Still und voll zufrieden beginnen die ersten Familien ihren Weg zurück, nach Hause. Die alten Damen verschwinden immer höher und höher und sind vermutlich auf dem Weg in die Dimension ihrer alten Kräuterfrau. Zu Theresa spricht der Mond: " Höre Theresa, du kannst heute Nacht mit Karlchen los ziehen." Und dann sinken die beiden wieder zur Erde. Genau auf den Rücksitz dieser silbernen Kutsche mit dem Kutscher und den zwei Pferden. Wo die herkommt ? Schon als die Flammen des Flammenkreises gelöscht waren hatte sich die silberne Feuerspritze verwandelt. Die zahlreichen Feuerwehrleute sind wieder verschwunden, denn die Arbeit war getan und aus der Feuerspritze wurde dieser Rücksitz mit den weichen Polstern. In die sinken nun Theresa und Karlchen und während sie Arm in Arm vor Erschöpfung einschlafen, ziehen die silbernen Pferde mit der Kutsche und dem Kutscher los. Sie bringen die beiden nach Hause.
Viele Jahre später heiratet Karlchen die Theresa und sie bekommen sieben Kinder. Der Mond ist ein zufriedener und glücklicher Opa. Oft kümmert er sich um seine kleinen Enkel und schickt ihnen glückliche Träume in ihren Schlaf.
Kommentare
zeusel2010@yahoo.de schrieb am 2011-05-07 08:35:50:
sehr gut ich hofe du schreibst weiter !!!
phiber2000@gmx.de schrieb:
Gut ausgedacht und hervorragend formuliert. Die Frage, was genau die Damen letztlich erlöst hat, bleibt aber im Raum stehen. So kommt der Schluss der Geschichte nicht in Ansätzen an das hervorragende Erzählkonzept heran und entäuscht wirklich sehr...
Das Lesen hat jedoch eben bis zu "sehen wir fünf alte Damen langsam in die Höhe schweben" viel Freude bereitet.
Gruß
Phiber
chakeryc@web.de schrieb:
ich fand es sehr cool eigentlich mehr super!!!
chakeryc@web.de schrieb:
Gut ausgedacht aber auch sehr gut formuliert ich fand die Geschichte gut.Ich würde noch einmal so eine ähnliche Geschichte lesen wollen!
zumpis@t-online.de schrieb:
schöne geschicht wollte sie aber abschreiben für deutsch ist mir aber zulang
bo-stl@web.de schrieb:
zu lang!! :o)
www.michel@fermospot .de schrieb:
îch hätte eigentlich erwartet das hier ganze geschichten sind enn ich will üben und afür sind geschichten sehr gut ich muss nähmlich etwas besser in deutsch werden
bo-stl@web.de schrieb:
zu lang!! :o)
bo-stl@web.de schrieb:
zu lang!! :o)
bo-stl@web.de schrieb:
zu lang!! :o)
schleimfrei@web.de schrieb:
ziemlich lang.. aba zwischendurch sehr spannend.. und hat sich gelohnt sie zu lesen ;)
fand die gedanken auch ganz niedlich.. also ich find se super :)
baddy schrieb:
hi mir gefällt die geschichte das könnte sogar ein Buch werden und das ist sogar etwas für die augsburger puppenkiste und.....
ja was ich noch sagenwollt verbesser mal die Fehler und die wiederhohlten worte, denn mitten drin gibts da schon ein paar und schreib die geschichte ein bisschen um denn wenn des mal eine super story sein sollte was ich sehr hoffe, kann man ach kindlicher schreiben den es ist mir aufgefallen, weil ich einige worte nicht verstanden hab und auch mit den satzzusammenhängen aber trotzdem
wenn wir bei dsds (deutschland sucht den superstar) währen, und ich der Bohlen, würd ich sagen du ( die Geschichte) bist weiter!!!!
und die geschichte währe sogar noch unter den top 20 auch wenn schon insgesamt davon 6 ausgeschieden sind
( ich würde die geschichte trotzdem wählen.)
ich hoffe das die geschichte ein großer erfolg wird und schreib weitere geschichten
www.meinbu.ch
schau da mal vorbei.
Baddy
baddy schrieb:
der weg könnte noch mit ein paar gefahren verbunden werden z.b. einem Wald aus labyrinth wo er etwas suchen muss oder ein gefährlicher fluss oder ein berg wo karlchen mit dem mopet drüber muss und und und. auch wenn ich oben schrieb das es n buch wird wenn du willst ich finde die geschichte auch mit zu kurz bau sie einfach aus und schreib mehr. wenn du willst kann ich dir auch persönlich die unterlagen schicken von meinbu.ch ( mein buch)
das wollt ich dir noch als p.s. weitergeben
sebastian.axmann@gmx.de schrieb:
wenn du willst kannst du zu mir kontakt aufnehmen die E-Mail von mir
(baddy) ist:
karlheinz24@gmx.de schrieb:
Du hast die Geschichte von meiner Geschichte geklaut, weil deine Geschichte ist die gleiche Geschichte wie meine Geschichte ! Nur weil ich dich nicht zu meinem Kindergeburtstag eingeladen habe, Rainer, hast du deine Geschichte von meiner Geschichte geklaut, weil meine Geschichte ist die gleiche Geschichte wie meine Geschichte.
Dein ehemals bester Freund,
Karlheinz
lara-windhausen schrieb:
sehr gut die geschichte verfasst! Schön formuliert ,kann ich nichts gegen einwenden!Einfach super,toll beser gehts garnicht!
Dieter Online de schrieb:
sehr sehr lang
marcel@familie-alb.de schrieb:
viel zu kurz
Bill@tokiohotel.de schrieb:
Kurzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz???????????????
baddy schrieb:
ich schlies mich marcel an du kannst mehrere kapitel bringen und noch mehr ausarbeiten bis denne
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