Kastas Plan
von
xadhoom
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Dinnix himmelte seine Freundin an, die er nach einer wilden Verfolgungsjagd endlich in der Nähe des kleinen Teiches gestellt hatte. Zu guter Letzt waren sie noch einige Schritte weit über den moosigen Grund des Waldes gerollt und Tayrén saß nun rittlings auf ihrem jungen Freund, dessen Arme sie in Siegerpose am Boden festhielt. Ihre lange, im Licht des Tages funkelnde goldene Mähne vermischte sich mit den langen schwarzen Haaren von Dinnix und mit all den Farnrispen und Moosteilen im Haar sah sie eher wie eine wilde Dryade, denn ein jugendlicher Halbling aus.
„Wenn deine Eltern uns hier so sehen würden“, lachte Tayrén auf und ließ die Arme los, um Dinnix leichtes Hemd aus der Hose zu ziehen, „werden sie uns wahrscheinlich nicht mehr zusammen losziehen lassen.“
„Ich dachte“, grinste der junge Halbling unverschämt und zupfte Teile von Farn und Moos aus dem Haar seiner Begleiterin, „wir sollten Kräuter sammeln?“ Er hielt ihr die Pflanzenteile vor die Nase. Sie lachten laut auf.
„Wenn unser Clan davon erfährt, bist du tot, Dinnix!“ Die Unbekümmertheit wich einen kleinen Augenblick aus dem Gesicht des Halblings und er ergriff die Handgelenke seiner Begleiterin fest. Sie sah ihn irritiert an.
„Tay ...“, begann Dinnix flüsternd und seine Stimme zitterte dabei. „Ich will nicht daran denken, was passiert, wenn sie es erfahren würden. Schlimmstenfalls würden sich unsere Clans gegenseitig an die Gurgel gehen ... Aber ich liebe dich und der Tod scheint mir einfacher zu ertragen, als dich nicht mehr sehen zu dürfen. Ich ...“
„Dinnix!“ Tayrén sah auf ihre Handgelenke hinunter und dann mit schmerzverzerrtem Gesicht den Halbling unter sich an. Für seine siebzehn Lebensjahre war er ungewöhnlich kräftig und wild, was sie schon mehr als einmal eindrucksvoll erlebt hatte.
„Oh!“ rief er und blickte gedankenverloren auf. Dann ließ er schnell die Gelenke seiner Freundin los, um sie näher an sich heranziehen zu können. Tayrén kam ihm zuvor, schnappte sich die Mähne ihres Gegenübers gleich über den Ohren und fixierte ihn so auf den Boden, um gleich darauf kichernd über ihn herzufallen.
Auf dem weichen Moos hatten sie keinerlei Schwierigkeiten, einen geeigneten Platz zu finden, um sich mehrmals innig und ausgiebig zu lieben. Schließlich lagen sie erschöpft nebeneinander, während die Sonne sich langsam auf ihren Weg vom Himmelszelt machte.
„Lass uns schwimmen!“ rief Tayrén, sprang auf und sprang mit einem Satz in den Teich. Einig kleinere Tiere verließen voller Panik das Wasser. Die Halblinge waren in der jüngeren Vergangenheit oft genug hier gewesen und im Normalfall hieß dies, in Deckung zu gehen.
Dinnix setzte sich langsam auf und schüttelte den Kopf. Tayrén schien niemals genug zu bekommen. Sein Blick wanderte über die kleine Lichtung und mit einem Schmunzeln sah er die verschiedenen Kleidungsstücke auf einer großen Fläche verstreut. Er stand auf, sammelte Hosen und die weichen Lederstiefel ein; Gürtel und Messer, ein kurzes gebogenes Schwert, Hemden, ein lederner Beutel für Kräuter und ein kleines Amulett folgten, um auf einem Haufen zu landen. Dann eilte er zum Wasser, um sich ebenfalls eine kleine Erfrischung zu gönnen. Jedenfalls, wenn Tayrén und ihm nicht wieder etwas Besseres einfiel.
***
„Gib endlich zu“, zischte Arkan böse, „dass du dich verlaufen hast!“
„Wir haben uns verlaufen“, antwortete Kasta lakonisch. „Wir. Nicht nur ich.“
Gemurre entstand in der kleinen Truppe, doch Kasta blieb plötzlich stehen, drehte sich herum und schlug dem einen halben Kopf kleineren Arkan die Faust ins Gesicht. Unvorbereitet taumelte dieser rückwärts und stieß gegen Deeka, eine ältere Kriegerin, die ihn wütend von sich stieß.
„Nun wird mal nicht zudringlich, Kleiner“, setzte sie mürrisch hinzu und verzog ihr von zwei großen Narben entstelltest Gesicht zu einem hässlichen Grinsen. Der linke Mundwinkel zuckte dabei wild, offensichtlich war der Heiler ein Quacksalber gewesen oder aber die Amazone hatte nicht das notwendige Geld gehabt, sich einen vernünftigen Heiler zu suchen.
„Nenn mich nicht immer Kleiner!“, brauste der jugendliche Mensch auf, rollte herum und sprang auf. Dabei versuchte er, sein Schwert zu ziehen, welches sich allerdings mit dem Heft im Tragegurt seines Ruchsacks verheddert hatte. Deekas Linke schnellte vor und erwischte den Jungen an der Gurgel. Ihr Funkeln in den Augen verhieß nichts Gutes und Arkan ließ schnell vom Heft seiner Waffe ab und spreizte die Arme in einer unterwürfigen Geste von sich. Er hatte Deeka oft genug bei den Spielchen mit ihren Opfern beobachtet, um zu wissen, dass er hier und jetzt keine Chance hatte. Doch die Amazone hielt ihn noch immer in ihrem stahlharten Griff und langsam ging ihm die Luft aus.
„Komm, lass den Scheiß“, maulte Tek, ein weiterer Krieger in dem Tross, und legt seine Rechte auf die Schulter der Amazone. Der Junge entglitt ihrem Griff und sie wirbelte zu Tek herum, um ihm eine zu langen.
„Ich habe dir gesagt, dass du mich nicht anfassen sollst!“, keifte sie. Tek schlug ihren Angriff jedoch beiseite und verpasste der Kriegerin nun seinerseits einen leichten Stoß vor den ledernen Brustpanzer. Zwar war der Hieb keineswegs derart, dass er sie von den Füßen geschickt hätte, dennoch schien sie etwas überrascht.
„Wollen wir spielen?“ Tek sah sie herausfordernd an. „Kleine?!“
„Hört auf!“, ging Kasta nun herrisch dazwischen, sah Deeka fest an und hielt schon einmal seine Hand ausgestreckt, um Arkan wieder aufzuhelfen. Der schlug die Hilfestellung jedoch aus und erhob sich maulend aus eigener Kraft.
„Scheiße, Kasta!“, fauchte die Kriegerin und funkelte den Anführer böse an. „Der Typ ist ein Haufen Scheiße. Irgendwann schlitze ich ihm seinen feisten Wanst auf, schneide ihm sein Ding ab und stopfe es dir in die Fresse!“
„Sie ist einfach herrlich, wenn sie sich aufregt“, warf Nykor sarkastisch ein, nachdem er sich vergewissert hatte, außer Reichweite zu stehen.
„Krieg dich ein, De!“ Kasta wurde langsam sauer. Mit einer Handbewegung wies er Tek an, sich jetzt herauszuhalten. Sein Blick heftete sich auf den grinsenden Nykor.
„Komm schon, Kasta“, entgegnete Nykor und verzog das Gesicht zu einer Grimasse. „Ich halt ja schon die Klappe.“
„Wir hätten niemals in diese beschissene Gegend ...“, brüllte Deeka weiter. Sie war wirklich außer sich und gerade auch in den letzten Tagen überhaupt nicht mehr zu genießen gewesen.
„Deeka!“, schrie Kasta jetzt mit zornesrotem Kopf. „Es reicht jetzt! Jetzt! Wir sind doch gut bezahlt worden. Und wir werden den gleichen Betrag noch einmal bekommen, wenn wir hier wieder heraus sind.“
„Wenn ist übrigens das Stichwort, Kasta“, warf Nykor lakonisch ein und erntete einen giftigen Blick seines Anführers. Daraufhin hob er beide Hände in einer unschuldigen Geste an und setzte ein mitleidheischendes Gesicht auf. Kasta musste unwillkürlich grinsen. Nykors Art war geradezu einmalig und er hatte bislang noch jeden Gegenüber hereingelegt. Aber Kasta wusste nur zu genau,
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Kommentare
Bone1979 schrieb am 2007-03-11 17:37:12:
Eine sehr gute Geschichte. Würde mich über eine Fortsetzung freuen. Ich wüsste nämlich gerne weshalb Kasta seine Leute abgestochen hat. (oder ich habe nicht gründlich genug gelesen)
Gruß Alexander
silberhorn schrieb am 2007-02-11 09:53:08:
die Geschichte beginnt sehr gut und ist auch im Ablauf recht ordentlich, doch manchmal sind die Begriffe nicht richtig angeordnet. Damit meine ich die Ausdrucksweisen, aber ansonsten ist es eine gelungene Geschichte! Ich selbst schreibe gerade an einer. Viel Glück weiterhin, wünscht Silberhorn!!
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