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Katzo

von Suppe

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So stapft er also durch den Schnee, auch wenn er mit seinem seidigen Koerper und seinem glasigen Gemuet gar nicht stapfen kann. Doch wie so oft nimmt er die als huebsch verschriene Huelle nicht wahr und er spuert auch kaum wie er den Boden beruehrt oder die Schneeflocken sein Gesicht. Um ihn herum ist es dunkel. Nur der grelle Schein der Laterne ueber der Parkbank, die er gerade erreicht hat. Seine Jacke ist durchnaesst und es ist kalt. Doch er will sich nicht setzen. Er isst Bitterschokolade mit Orangen drin, laesst das Papier in den Schnee fallen. Es fliegt ein Stueck, ein paar Kruemel kleben daran. Er mag den Wind wenn er zum Sturm wird. Wenn man es an Regen oder Schneeflocken erkennen kann. Er fuehlt sich wie aufgehoben. Niemand ist da, nur der Wind. Wieder eine sehr einseitige Freundschaft, die er fuehrt. Doch anders ist es kaum moeglich. Er schaut sich um. Der Schatten tanzt im Wind. Er wellt seinen Koerper und von unten werden ihm Konfetti und Rosenblaetter zugeworfen. Er moechte etwas zu ihm sagen, doch er traut sich nicht. Er geht einfach weiter in den dunklen Park hinein, weg von der Laterne. Er ertraegt es einfach nicht und was der Schatten denkt, ist ihm egal. Er nimmt das letzte Stueck Schokolade, das er sich in seiner Jackentasche aufbewahrt hat in den Mund. Er schaut runter zu seinem Schritt, seinen Fuessen. Sein Freund hat ihn eingeholt. Er hat aufgehoert zu fragen, was er von ihm will. Er versteht die Sprache der Menschen nicht, wenn sie ihm sagen, was sie in ihnen sehen. Was sie denken, wer vor ihnen steht. Dass sie denken, dass er vor ihnen steht. Er entspannt sein Zwerchfell und stoesst Wind aus seiner Nase. Doch mehr Kraft als fuer den Feuersturm hat er nicht. Also verbrennt er ganz allein hier im Schnee. In der Angst nicht zu sterben, steckt er seinen Kopf in den Schnee und erstickt. Sein Freund hat ihn eingeholt und sagt nichts, setzt sich einfach zu ihm an den Schneehaufen neben der Laterne. Er muss gar nichts sagen, denn er ist in seinem Kopf drin. Er haengt an ihm.
Er spuckt in den Schnee und mimt Kraft in dem er die in Handschuhe eingepackten Haende ballt und aufsteht. Doch in Wirklichkeit ist es ein Seiltanz und es ist nicht so als ob er auf ein Netz bestehen wuerde. Doch Angst treibt ihn an, wie bei allem was er tut. Angst wovor genau weiss er nicht, doch er spuert sie jedes Mal anschwellen wenn er seine Pfoten vom sicheren Boden abhebt. Langsam wird es ihm zu kalt hier draussen. Er bleibt bei einem Baum stehen dessen Rinde sich familiar anfuehlt; im Auge und auch wenn er seinen pelzigen Ruecken daran reibt. Er schaut sich um. Sein Freund hat sich veraendert. Er laesst seinen Schwanz Wellen machen und spielt mit ihm. Er koennte jetzt ein kleines Gefecht gebrauchen. Einen Kampf gegen die Lethargie. Gegen den Schnee, den Baum, das Licht. Doch wie immer koennen sie sich nicht einigen und er schleicht frustriert in Richtung Haus. Er folgt dem Geruch der Kloake. Versucht sich zu erinnern, sich vorzustellen, wo er hinwollte, bevor er sich im dunklen Wald verirrt hat. Er leckt den Rest Schokolade aus seinem Schnurrhaar. Doch dieser Geschmack uebertuencht alle anderen Reize, sogar den Gestank. Nur einzelne Bilder von früher, als er sein Alter noch als jung empfand und als Superheld Tag fuer Tag rettete, schiessen ihm in den Kopf als wuerde ihm jemand Metallspieße in die Nase rammen, um ihm sein Gehirn zu entnehmen und es einzubalsamieren. Doch stattdessen hinterlaesst er nur ein wenig Blut vor der Haustuer wie der schwache Bann einer in die Enge getriebenen Hexe. Sein Freund folgt ihm durch die kleine Klappe. Er liebt es in den warmen, schlammigen Raum zu blicken und fuer einen Moment allein zu sein. Doch mit der Waerme kommt das Licht und sein Freund ist wie ein Parasit. Ihn zu fangen zu versuchen wäres sinnlos; er koennte genauso gut seinem Schwanz hinterher jagen.

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Kommentare

Ebony schrieb am 2006-11-11 09:24:27:
Na da fühlt sich aber jetzt einer geehrt.

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