Keep Breathing (Kapitel 15)
von
Fullmoon
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Hallo ihr Lieben,
so, wie ihr seht ist das neue Kapitel da! (Ein neuer Zeitrekord für mich, haha :D)
Ich hoffe es gefällt euch, bin mal gespannt auf eure Reaktionen! :)
Danke für die Kommentare zum letzten Kapitel, lasst mir ruhig wieder welche da ;)
Liebe Grüße
Fullmoon
~°~°~°~°~
Jean Marineau trat aus dem Aufzug und rückte etwas nervös seine silberne Brille zurecht. Die Knöchel seiner rechten Hand, die die schwarze Lederaktentasche festhielten, traten weiß hervor. Er räusperte sich leise, um den dicken Frosch in seinem Hals zu vertreiben.
Es war nicht das erste Mal, dass er Cains Büro aufsuchte und er wusste, dass für ihn keinen Grund für diese kindliche Nervosität bestand, doch es war nicht die Tatsache, dass er das Büro einer ihm höher gestellten Person betreten würde, sondern eher die Reaktion eines engen Freundes auf schlechte Neuigkeiten, die er befürchtete.
Clémentine zog eine ihrer perfekt gezupften Augenbrauen in die Höhe, als sie Jean unentschlossen vor Cains Bürotür herumtänzeln sah. Sie wollte etwas sagen, doch just in diesem Moment klingelte ihr Telefon. Jean nutzte den Augenblick, klopfte einmal kurz und trat dann ein.
Seit zwei Tagen war Cain ungewohnt gut gelaunt. Tatsächlich erinnerte er Jean an die Zeit, als Sarah noch gelebt und ihn vollkommen gemacht hatte. Er vermutete, dass Kara etwas mit dieser Veränderung zu tun hatte und befürwortete alles, was Cain half wieder ein normales Leben zu führen.
Als die Tür mit einem leisen Klicken ins Schloss fiel, wandte Cain seinen Blick von dem Computerbildschirm ab und lächelte. "Jean. Komm, setz dich."
Jean rückte sich den Stuhl vor dem Schreibtisch zurecht und nestelte ungeschickt an dem Verschluss seiner Aktentasche herum. Es behagte ihm gar nicht, dass ausgerechnet er derjenige war, der Cain die Hiobsbotschaft überbrachte.
"Du hast mich doch am Anfang der Woche um etwas gebeten, weißt du noch?" begann er vorsichtig. "Ich habe die Zahlen analysiert und deine Befürchtung hat sich leider bewahrheitet. Nur scheint es schlimmer zu sein, als vorerst angenommen." Er schob Cain ein Blatt über den Tisch. Dieser nahm es schweigend an. "Das ist die Übersicht, die ich erstellt habe. Genauere Zahlen habe ich hier." Er holte eine etwas dickere Mappe aus seiner Tasche und klopfte darauf, um seine Worte zu unterstreichen. "Aber wirf erst einmal einen Blick darauf." meinte er und zeigte auf das Blatt in Cains Händen.
Cain überflog es und erbleichte sichtlich. Bei jeder neuen Zeile rutschte ihm das Herz immer mehr in die Hose und seine Eingeweide füllten sich mit schwerem Metall.
"Wie… wie kann das sein?" presste er hervor.
"Zuerst waren es nur die Zinsen des Anlagevermögens. Das hatte kleine, aber keine zerstörerischen Auswirkungen. Doch mit der Zeit wurden andere Konten angezapft und zwar die, auf denen die Einnahmen und die Erträge verbucht wurden." Jean schlug seine Mappe auf und blätterte ein paar Seiten darin herum. "Hier. Alle neutralen Erträge. Weg." "Scheiße." entfuhr es Cain. "Oh mein Gott." In seiner Stimme lag Fassungslosigkeit und Entsetzen.
"Das einzig Positive ist, dass die Einnahmen und die Erträge konstant sind. Wir hätten also eine Chance den Schaden zu beheben."
"Wohin ist das Geld geflossen?"
"Auf ein Konto in die Schweiz. Es gehört dieser Frau." Jean wies auf einen Namen auf dem Blatt. "Ich denke, du hast ebenfalls Vermutungen angestellt, wer dafür verantwortlich ist, oder, Cain?"
"Ja."
"Rate mal, mit wem sie verheiratet ist."
Cain wurde noch eine Spur blasser. "Das ist nicht dein Ernst."
"Doch. Die Beweise sind unfehlbar. Ich habe mir die Freiheit genommen und einen Privatdetektiv engagiert. In der Mappe findest du ein paar Bilder als Beweisstücke. Ich dachte, das wäre hilfreich, falls es zu einer Klage kommen sollte."
"Ja. Danke, Jean."
Jean nickte. "Keine Ursache. Wie geht es dir damit?"
Cain fuhr sich müde über das Gesicht. "Ich weiß nicht… Ich weiß nicht, was ich tun soll. Was soll ich nur tun?" fragte er verzweifelt.
Jean bedachte Cain mit einem mitfühlenden Blick. "Du weißt genau, was du zu tun hast. Du hast es lange genug vor dir her geschoben."
"Du hast ja Recht." Cain stützte seinen rechten Ellenbogen auf den Schreibtisch und rieb sich mit dem Zeige- und Mittelfinger die Schläfe. Sie pulsierte und kündigte bevorstehende Kopfschmerzen an. "Es ist nur so schwer."
"Für mich war es auch nicht leicht dir das zu sagen." sagte Jean. "Ich lasse dir die Unterlagen hier. Ruf mich an, wenn du Fragen hast. Aber du musst dich mit dieser Sache befassen, Cain. Es stehen eventuell Arbeitsplätze auf dem Spiel, wenn das nicht endlich gestoppt wird. Von den anderen Folgen will ich gar nicht erst anfangen."
"Ich weiß. Verdammt, ich weiß das alles!" Wütend schlug Cain mit der Faust auf die Tischplatte. "Was können wir nur dagegen unternehmen?"
"Du wirst nicht um eine Verhaftung herumkommen. Wenn wir Glück haben, liegt das ganze Geld unberührt auf dem Konto, aber ich denke, dass das eher unwahrscheinlich ist. Du musst Schmerzensgeld anfordern plus die Rückzahlung der Verluste. Wenn das verschwundene Geld wieder auf die richtigen Konten verteilt wird, dann haben wir eine gute Chance." "Okay." Cain vergrub das Gesicht kurz in seinen Händen und seufzte tief. "Oh Jean. Warum muss es nur unbedingt sie sein?"
Jean zog hilflos die Schultern hoch. Es traf immer die Falschen. "Läuft es denn privat besser?"
Cain schüttelte den Kopf. Er wirkte traurig. "Nein, nicht mehr. Ich glaube, ich habe einen schlimmen Fehler begangen."
Cain hatte nun so lange auf das weiße Blatt gestarrt, dass es anfing an manchen Stellen grün- und rotstichige Punkte zu verteilen. Die Buchstaben und Zahlen tanzten wild vor seinen Augen herum, umarmten sich, ließen sich wieder los, formten schwarz auf weiß plausible Wörter oder bluteten tiefrot vor sich hin. Dann verschwammen sie, wurden unklar und wieder klar, bis sie zu einer Komposition verschmolzen und eins blieben.
Es erschien ihm absurd, dass man Schicksale auf ein paar Blätter Papier pressen und sie herumschwenken konnte, als wären sie leicht zu nehmen.
Jeans Besuch hatte ihm die Augen geöffnet und ihm gezeigt, wie unprofessionell er sich in den letzten Tagen benommen hatte.
Nachdem er mit Kara vor drei Tagen dieses Gespräch geführt hatte, hatte sich etwas in ihm geöffnet. Es tat gut und war vergleichbar mit den befreienden Tränen, die er bei der Nachricht von Sarahs Obduktion vergossen hatte. Und dann später, als sie gemeinsam im Bett lagen, hatte er ihren gleichmäßigen, ruhigen Atemzügen gelauscht und sich unglaublich zufrieden gefühlt. Ihm war, als würde nichts mehr fehlen. Er hatte überschwänglich reagiert, mit Kara herumgealbert, seinem Verlangen nach ihr leichtsinnig nachgegeben, ohne über mögliche Konsequenzen seines Verhaltens nachzudenken.
Es kam ihm richtig vor und er nutzte es aus, genoss es in vollen Zügen und fühlte sich in vergangene Zeiten zurückkatapultiert, als
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Kommentare
Siri schrieb am 2010-07-16 11:44:50:
hi l.,
ich wollte fragen wie es mit der fortsetzung aussieht und ob du weißt was bei rockundliebe los ist.
ich möchte mich nochmal für die geschichte bedanke die du mir vor 2 jahren geschickt hast (oh gott, ist das lange her), und hoffe du hast eine der geschichten an einen verlag verkaufen können.
ganz liebe grüße,
siri
PS. hier meine emailadresse : siri20[at]gmx[punkt]de
Marie schrieb am 2010-07-07 07:36:37:
Hey.
Ich habe grade die Nach durch deine Geschichte bis hierher gelesen. Und ich hoffe wirklich du schreibst noch daran. Und Ich hoffe die Fortsetzung kommt bald.
Deine andere Geschichte, Eyes like Yours, habe ich übrigens schon mindestens 10mal gelesen.
Das erste Mal bin ich glaube ich auf die Geschichte gestoßen vor bestimmt 5 Jahren. Erst habe ich dann eine Zeit lang nich mehr dran gedacht, aber dann habe ich mich wieder an die Geschichte erinnert, sie überall gesucht, abgespeichert und immer wieder gelesen. Die Geschichte ist ein Traum.
Und ich bin immernoch der Meinung, dass du dich damit an einen Verlag wenden solltest.
Die Geschichte hat natürlich auch ein paar Makel, aber wenn du möchtest (und zu einem Verlag gehen willst), schreibe ich mal solche Kleinigkeiten auf, die mir aufgefallen sind und schicke sie dir.
Jedenfalls würde ich gerne mit dir über deine Geschichten reden. Sie sind fabelhaft.
Wenn du möchtest, melde dich unter punk-rock_girl@web.de
Liebe Grüße
!!! schrieb am 2010-05-08 10:20:44:
Wann geht es denn endlich weiter?
LG
... schrieb am 2010-03-04 08:17:48:
bitte unbedingt, ganz schnell weiter schreiben...
wie immer, ein super kapitel,
bin schon ganz neugierig, wie es weitergeht,...
Lee schrieb am 2010-03-03 22:14:06:
Bezaubernd...
Endlich geht es weiter und gleich so viel :)
Also bei dem Ende hoffe ich das das Warten nicht so lange dauern wird!!!
Es macht soo viel Spaß deine Geschichten zu lesen!!!
Ich speicher sie mir, aus Angst, dass es die Seite irgendwann nicht mehr gibt, auch alle ab :)
Man merkt einfach, dass dir das Schreiben Spaß macht und viel bedeutet!
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