Keep Breathing (Kapitel 15)
von
Fullmoon
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auffrischen."
Kara starrte auf die Blätter in ihrer rechten Hand. Sie hatte sie beinahe vergessen.
"Wir reden. Heute Abend." drohte sie ihm.
Cain nickte. Innerlich seufzte er tief.
Er sah ihr nach wie sie sein Büro verließ. Ihre langen, schwarzen Haare wippten fröhlich auf und ab und stellten einen eigenartigen Kontrast zu ihrer Stimmung dar.
Sie schloss die Tür lauter als notwendig und hinterließ nur noch ihr persönliches Parfüm. Ihm bangte es vor dem Gespräch mit ihr. Nicht, weil sie wieder versuchen würde in seine Seele zu dringen. Dazu würde es gar nicht kommen. Kara glaubte wohl, dass sie ihn von seinem Entschluss abbringen könnte, doch sie würde nur enttäuscht werden. Er konnte nicht mehr zurück.
Und am Ende war es doch sie, die alle Bindungen zu ihm abbrechen würde.
Funken sprühend stapfte Kara zurück in ihr Büro. Dieser bekloppte Mensch! Welcher Dämon hatte nun wieder Besitz von ihm ergriffen und seine Seele in ein dunkles, schwarzes Loch verwandelt? Sie hätte sich gar nicht gewundert, wenn ihm noch ein Paar Hörner und ein langer spitzer Schwanz gewachsen wären.
Seine Launen waren vollkommen unkontrolliert und willkürlich.
Die Wut in ihr stieg immer weiter an und brachte ihre Körpertemperatur zum Brodeln. Aus ihrer Nase stiegen imaginäre Dampfschwaden. Laut ausatmend stopfte sie Cains Scheißblätter in ihre Handtasche, ohne sich besonders darum zu kümmern, dass sie beim späteren Auspacken völlig zerknittert sein würden. Am liebsten hätte sie sie zu Konfetti verarbeitet und sich bei jedem reißenden Geräusch vorgestellt, es wäre Cain, den sie auseinander nahm. Ohne sich hinzusetzen fuhr sie den Computer herunter und wollte gerade aus dem Büro stürmen, als ihr kleiner Ordentlichkeitsdrang sie davon abhielt. Schnell fegte sie Überflüssiges in den Mülleimer und konnte auch nicht widerstehen ihre Kugelschreiber in einem Abstand von 0,5 Millimetern nebeneinander anzuordnen.
Wenn schon ihr Leben ein einziges Chaos war, so konnte sie doch wenigstens ihren Arbeitsplatz sauber halten. Sie schulterte ihre Tasche und ging.
Wehe, Cain würde ihr über den Weg laufen. Doch natürlich hielt er sich in seinem sicheren Büro auf und machte einen auf Wichtig. Grimmig hämmerte Kara auf den Fahrstuhlknopf. Sie verfehlte ihn und hätte mit dem Fuß darauf eingedroschen, wäre Clémentine nicht hinter ihr gewesen und würde alles mit neugierigen Augen verfolgen.
Also hämmerte sie ein zweites Mal darauf und sobald sich die Türen so weit öffneten, dass sie durch passte, quetschte sie sich hinein. Was für ein Pech für ihn, das sie mit ihrem Auto hier war. Wie er wohl nach Hause kommen würde?
Ist mir doch scheißegal, redete sie sich ein, während der Fahrstuhl in die Tiefgarage fuhr. Ihre hohen Pumps klackerten stakkatoartig zu ihren Gedanken, als sie zu ihrem Mini ging. ~Cain. Du. Ver-damm-ter. I-di-ot!~
Kara riss die Fahrertür mit einer solchen Wucht auf, dass sie gegen den Betonpfeiler neben ihr knallte und einen hässlichen Kratzer hinterließ.
"Oh Gott, nein!" stöhnte sie und inspizierte den Schaden. Sie hätte beinahe laut aufgeheult, als sie mit den Fingern über den demolierten Lack fuhr.
Dieser behinderte Betonpfeiler hatte eine richtig tiefe Kerbe hinterlassen!
Da es sowieso ein beschissener Tag war, holte Kara weit aus und trat mit voller Wucht gegen den Pfeiler. Dabei traf sie ihn in einem ungünstigen Winkel und der Aufprall ihres Fußes gegen das steinharte Beton tat so weh, dass sie sich japsend gegen ihr Auto lehnte, den Schuh auszog und ihre schmerzenden Zehen befühlte. Schließlich öffnete sie ihre zerstörte Fahrertür und humpelte in den Wagen, nicht ohne dem Betonpfeiler einen vernichtenden Blick zuzuschießen.
Ihr Fuß pochte wie ein dorthin gerutschtes Herz. Bevor sie losfuhr, prüfte sie, wie weit sie ihn belasten konnte und jaulte auf, als sie ihn nur leicht gegen das Gaspedal drückte.
Das darf doch nicht wahr sein, dachte sie gepeinigt.
Hatte sie sich tatsächlich bei dieser lächerlichen Aktion irgendetwas verstaucht, wenn nicht sogar gebrochen? Und sie dachte, der Tag könnte nicht schlimmer werden.
Kara kramte ihr Handy aus der Tasche und rief Natalie an. Doch irgendetwas stimmte nicht. Stirnrunzelnd betrachtete sie das Display und erkannte das Problem: Sie war in einer Tiefgarage und hatte somit kein Netz.
"Verdammte Mistkacke!" fluchte sie und stieg aus dem Auto. Eher würde sie sich in den Arsch beißen, als Cain darum zu bitten sie nach Hause zu fahren.
Also quälte sie sich zurück zum Fahrstuhl und fuhr ins Erdgeschoss. Dort schleppte sie sich zur nächstgelegenen Sitzgelegenheit und wählte erneut Natalies Nummer. Die Frauen an der Rezeption beäugen sie misstrauisch, während sie Nat im Flüsterton ihre prekäre Lage kurz schilderte und sie anflehte, sie nach Hause zu fahren.
"Weine nicht, Aschenputtel, der Prinz kommt sofort!" hatte Nat fröhlich gezwitschert. "Ich bin an einen Punkt in meinem Leben angekommen, wo ich den Scheißprinzen töte und sein Pferd aufesse." hatte Kara nur murrend erwidert.
Natalie hatte einen Lachanfall bekommen und ihr versichert, sie wäre in fünfzehn Minuten da. Erleichtert legte Kara wieder auf und starrte die ‚Rezeptionsschlampen', wie sie Clémentine insgeheim nannte, so penetrant an, dass sie aufhörten über sie zu tuscheln und wieder ihrer Arbeit nachgingen.
Während sie auf Nat wartete, startete Kara ein privates Rehabilitationsprogramm und drückte immer wieder mit dem Fuß gegen den eleganten Marmorfußboden der Eingangshalle. Am Anfang war sie erschreckt zusammengezuckt, doch mittlerweile hatte sie sich an den Schmerz gewohnt. Sie fing an, ihre Zehen zu bewegen und den Fuß hin und herzudrehen. Sie wollte verdammt sein, wenn diese blöden Frauen sie durch die Eingangshalle humpeln sahen. Um kein Misstrauen zu erwecken, dass mit ihr eventuell etwas nicht stimmte, fuhr sie sich kokett mit der Hand durchs Haar. Sie war eben nur eine Geschäftsfrau, die nonchalant mit dem Fuß hin und her wippte, wie es auch andere Kosmopolitinnen taten.
Offenbar ging ihre Taktik auf, denn die ‚Rezeptionsschlampen' sahen nicht mehr herüber. Etwas entspannter lehnte sich Kara zurück und ließ ihre Gedanken schweifen.
Da sich ihre Wut in den letzten Minuten auf einen wehrlosen Betonpfeiler gerichtet hatte, war ihre andere Wut Cain gegenüber so weit verebbt, dass sie nicht wieder das Bedürfnis hatte gegen irgendwelche Gegenstände zu treten.
Was er ihr wohl verheimlichte? War dieses Geheimnis so schwerwiegend, dass er keine Bindung mehr mit ihr eingehen konnte?
~Wie soll ich denn meine Objektivität bewahren, wenn ich mich zu sehr meinen Gefühlen dir gegenüber hingebe?~
Was hatte er damit gemeint? Ihr Herz fing auf einmal an, vermehrt Blut durch ihre Arterien zu pumpen. Ihr wurde ganz warm. Cain hatte Gefühle für sie. Genau das hatte er damit gemeint. Doch Gefühle welcher Art und wie tief mussten sie gehen, wenn er sich rein beruflich nicht mehr konzentrieren konnte?
Die Unterlagen, die er ihr gegeben hatte, lugten aus ihrer Tasche hervor.
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Kommentare
sie schrieb am 2010-12-25 17:51:53:
wann geht es weiter?
Olli schrieb am 2010-09-29 09:37:07:
deine Story's sind unglaublich, ich könnte sie jeden Tag lesen :-)
und jetzt warte ich sehnsüchtig auf eine Fortsetzung.
Wäre toll, wenn du dein Fans nicht weiter quälst ;-) und für Nachschub sorgst :)
LG Olli
Sanny schrieb am 2010-09-25 15:31:01:
Hey!
Ich kenn deine Geschichten nun auch schon eine ganze Weile, Eyes Like Yours ist mein ganz persönlicher Bestseller ;-)
Bitte schreib schnell weiter! Du hast unglaubliches Talent...
Liebe Grüße,
Sanny
Siri schrieb am 2010-07-16 11:44:50:
hi l.,
ich wollte fragen wie es mit der fortsetzung aussieht und ob du weißt was bei rockundliebe los ist.
ich möchte mich nochmal für die geschichte bedanke die du mir vor 2 jahren geschickt hast (oh gott, ist das lange her), und hoffe du hast eine der geschichten an einen verlag verkaufen können.
ganz liebe grüße,
siri
PS. hier meine emailadresse : siri20[at]gmx[punkt]de
Marie schrieb am 2010-07-07 07:36:37:
Hey.
Ich habe grade die Nach durch deine Geschichte bis hierher gelesen. Und ich hoffe wirklich du schreibst noch daran. Und Ich hoffe die Fortsetzung kommt bald.
Deine andere Geschichte, Eyes like Yours, habe ich übrigens schon mindestens 10mal gelesen.
Das erste Mal bin ich glaube ich auf die Geschichte gestoßen vor bestimmt 5 Jahren. Erst habe ich dann eine Zeit lang nich mehr dran gedacht, aber dann habe ich mich wieder an die Geschichte erinnert, sie überall gesucht, abgespeichert und immer wieder gelesen. Die Geschichte ist ein Traum.
Und ich bin immernoch der Meinung, dass du dich damit an einen Verlag wenden solltest.
Die Geschichte hat natürlich auch ein paar Makel, aber wenn du möchtest (und zu einem Verlag gehen willst), schreibe ich mal solche Kleinigkeiten auf, die mir aufgefallen sind und schicke sie dir.
Jedenfalls würde ich gerne mit dir über deine Geschichten reden. Sie sind fabelhaft.
Wenn du möchtest, melde dich unter punk-rock_girl@web.de
Liebe Grüße
!!! schrieb am 2010-05-08 10:20:44:
Wann geht es denn endlich weiter?
LG
... schrieb am 2010-03-04 08:17:48:
bitte unbedingt, ganz schnell weiter schreiben...
wie immer, ein super kapitel,
bin schon ganz neugierig, wie es weitergeht,...
Lee schrieb am 2010-03-03 22:14:06:
Bezaubernd...
Endlich geht es weiter und gleich so viel :)
Also bei dem Ende hoffe ich das das Warten nicht so lange dauern wird!!!
Es macht soo viel Spaß deine Geschichten zu lesen!!!
Ich speicher sie mir, aus Angst, dass es die Seite irgendwann nicht mehr gibt, auch alle ab :)
Man merkt einfach, dass dir das Schreiben Spaß macht und viel bedeutet!
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