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Kategorien > Love Story´s > Liebe

Keep Breathing (Kapitel 15)

von Fullmoon

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unsichtbaren Schleier mit sich herumtrug.
Er wollte nicht wieder beim Anblick ihrer veilchenfarbenen Augen in die Knie gezwungen werden, so wie damals, als sie seine Affäre mit Lydia herausgefunden hatte.
Ihn sollte der verlorene Ausdruck in ihrem Gesicht völlig kalt lassen. Diese feinen, weichen Züge, die um seine Zuneigung, seinen Respekt und seine M e n s c h l i c h k e i t bettelten. Wie sollte er das alles ertragen, wenn er sich doch eingestehen musste, dass er sie gern hatte? Er mochte es, wenn sie bei ihm war, auch wenn er am Tag ihrer Hochzeit nicht daran geglaubt hatte. Cain blinzelte und sein Blick wurde wieder klar. Die Buchstabensuppe vor ihm verschärfte sich.
War es richtig sich wieder emotional von ihr zu lösen? Es musste so sein.
Wie war es mit Ärzten, die ihren hoffnungsvollen Patienten erklärten, dass ihre Krankheit unheilbar war und sie sterben würden? Auch sie mussten Distanz waren und durften deren Verzweiflung und Trauer nicht zu nah an sich heranlassen.
Wenn sie nach einem harten Arbeitstag nach Hause zu ihren Familien gingen und mit ihnen zu Abend aßen, mussten sie doch auch vergessen, dass sie vor zwei Stunden ein Herz in der Hand gehalten hatten und es, irgendwann unter ihren vergeblichen Versuchen es wieder zu beleben, einfach aufgehört hatte zu schlagen. Ja, auch sie mussten vergessen, dass an den steril gesäuberten Händen zuvor Blut geklebt hatte.
Es war nicht immer leicht das Richtige zu tun, das hatte niemand gesagt. Als Lydia ihn damals aus ihrer Wohnung geschmissen hatte, musste er sich auch dazu überwinden Kara zu suchen, um sich bei ihr zu entschuldigen.
Cain lächelte, als er sich das Bild seiner früheren Haushälterin mit den violetten Haaren ins Gedächtnis rief. Sie war wirklich eine herzensgute Frau gewesen, die wusste, was richtig und was falsch war.
Er hatte vorgehabt noch einmal bei ihr vorbeizufahren, um sich für sein Verhalten ihr gegenüber zu entschuldigen. Er hatte sie benutzt und sie hatte sich benutzen lassen. Insgeheim plagten ihn immer noch leichte Gewissensbisse deswegen, obwohl er sie immer erfolgreich verdrängt hatte.
Cain warf einen Blick auf die Uhr. Zwanzig nach sechs. Wirklich Zeit aufzubrechen. Da er mit Karas Wagen hergekommen war, hatte er im Laufe des Nachmittags einen Leihwagen bestellt. Clémentine hatte ihm die Schlüssel hereingebracht, bevor sie nach Hause gegangen war. Cain schnappte sie sich und verließ sein unaufgeräumtes Büro.
Als er kurze Zeit später viel zu schnell aus der Tiefgarage fuhr, musste er unwillkürlich an Kara denken. Er stellte sich vor, wie sie ihn mit erhobenem Zeigefinger ermahnte das Tempo zu drosseln. Ihre Illusion ignorierend, drückte er etwas weiter aufs Gas, als wolle er sich damit etwas beweisen. Nein, sie hatte keine Kontrolle über ihn.
Schnell verbannte er sie aus seinen Gedanken, um einen klareren Kopf zu bekommen.
Die Sonne stand tief am Horizont und blendete ihn. Zu faul, um seine Sonnenbrille herauszusuchen, klappte er das Sonnenverdeck herunter.
An seiner rauen Fahrweise festhaltend, stürzte er aus der Tiefgarage in die Hauptstraße. Er nahm jemandem die Vorfahrt und das wütende Hupen des Übergangenen verfolgte ihn noch einige hundert Meter weiter, doch er blendete es einfach aus.
Den Weg zu Lydia kannte er auswendig. Er musste sie einfach sehen.
Was Kara dazu sagen würde? Fände sie es in Ordnung oder würde sie mit Eifersucht reagieren?
Cain würde es nie erfahren, denn er hatte nicht vor, ihr davon zu erzählen.

Kara verfolgte im Fernseher eine der trivialen vorabendlichen Seifenopern und kühlte mit einer Kompresse ihren Fuß. Im Laufe des Nachmittags war er noch etwas angeschwollen, doch die Kühlung zeigte bereits Wirkung.
Den Fernseher hatte sie angemacht, damit ihr nicht zu sehr auffiel, dass Cain noch nicht zuhause war. Leider erzielte diese Maßnahme eher das Gegenteil, da die schmachtenden Paare, die mit übertriebenen Liebesbekennungen nur so um sich warfen, sie nur zu gut daran erinnerten, dass sie ganz allein war.
Aber sie weigerte sich die besorgte Hausfrau zu spielen, die bei jeder verstreichenden Minute kummervoll aus dem Fenster sah, um die Umgebung nach irgendwelchen Anzeichen von herannahenden Scheinwerfern abzusuchen.
Er hat eben viel zu tun, beruhigte sie sich. Immerhin ist er der Chef.
Letzteres hallte mit Spott angehaucht in ihrem Kopf wider.
War denn ein Anruf zu viel verlangt?
~Kara, ich komme später nach Hause.~
War das denn wirklich so schwer? Es handelte sich doch nur um einen klitzekleinen Anruf, der ihre zum Reißen gespannten Nerven beruhigen würde. Er müsste doch nur seinen Arm ausstrecken und ein paar Tasten wählen.
Wo war das Problem, verdammt noch mal?
Weitere Minuten verstrichen. Die Seifenoper neigte sich mit einer dramatischen Szene dem Ende zu und es folgten Nachrichten, die sie aber nur mit einem halben Ohr mitverfolgte. Als Kara die lang ersehnten Scheinwerfer sah, sprang sie erleichtert von der Couch auf und hastete, so schnell, wie ihr Fuß es ihr erlaubte, zur Haustür. Sie benahm sich lächerlich, doch es war ihr egal. Er musste es ja nicht unbedingt wissen. Es konnte ja sein, dass sie zufällig jetzt den Müll herausbringen wollte. Sie sah auf ihre leere Hand. Keine Mülltüte.
Ihr würde schon etwas einfallen.
Kara riss die Haustür auf und stieß mit einer Person zusammen, die eindeutig nicht Cain war. "Vorsicht!" Flinke, schlanke Hände griffen nach ihr und verhinderten einen zweiten Unfall, der ihr wahrscheinlich noch das Genick gebrochen hätte.
Einen Moment lang starrte sie die Person vor ihr einfach nur fassungslos an.
Diese lächelte sie verhalten an. "Hallo, Kara."
"Lydia!" Spontan drückte Kara ihre einstige Verbündete an sich. Ihre Umarmung wurde schüchtern erwidert. "Was machst du denn hier?" fragte sie überrascht. "Ich meine… Das soll nicht heißen, dass du nicht willkommen bist! Das bist du nämlich!" fügte sie rasch hinzu. Seit ihrer letzten Begegnung hatte sich Lydia erstaunlich verändert. Ihr sonst so blasses Gesicht war leicht gebräunt und ihre Haarfarbe hatte ein natürliches, dunkles braun angenommen durch das sich helle Strähnchen zogen.
Lydias Lächeln erweiterte sich um einige Zentimeter. "Danke, Kara. Du bist so freundlich, nach allem…"
"Stopp." unterbrach Kara sie ernst. "Das ist Vergangenheit. Bitte, komm doch rein. Cain ist leider noch nicht da."
Doch Lydia blieb stehen. "Ich wollte mich nur schnell verabschieden. Mein Freund wartet am Auto." Sie wies auf einen hoch gewachsenen, muskulösen Mann mit kurz geschorenen Haaren, der sich lässig gegen die Fahrertür lehnte. Er sah aus, als wäre er ein strenger Türsteher einer noblen Diskothek, doch er hatte eine offene, warme Ausstrahlung.
Der Mann nickte ihr zu, während er sich eine Zigarette anzündete.
Kara sah Lydia verwirrt an. "Verabschieden? Warum?"
"Man hat Marko einen guten Job in einer anderen Stadt angeboten und er hat mich gefragt, ob ich ihn begleite. Und ich habe ‚Ja' gesagt." erklärte Lydia achselzuckend.
Kara

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Kommentare

sie schrieb am 2010-12-25 17:51:53:
wann geht es weiter?
Olli schrieb am 2010-09-29 09:37:07:
deine Story's sind unglaublich, ich könnte sie jeden Tag lesen :-)
und jetzt warte ich sehnsüchtig auf eine Fortsetzung.
Wäre toll, wenn du dein Fans nicht weiter quälst ;-) und für Nachschub sorgst :)
LG Olli
Sanny schrieb am 2010-09-25 15:31:01:
Hey!
Ich kenn deine Geschichten nun auch schon eine ganze Weile, Eyes Like Yours ist mein ganz persönlicher Bestseller ;-)
Bitte schreib schnell weiter! Du hast unglaubliches Talent...
Liebe Grüße,
Sanny
Siri schrieb am 2010-07-16 11:44:50:
hi l.,
ich wollte fragen wie es mit der fortsetzung aussieht und ob du weißt was bei rockundliebe los ist.

ich möchte mich nochmal für die geschichte bedanke die du mir vor 2 jahren geschickt hast (oh gott, ist das lange her), und hoffe du hast eine der geschichten an einen verlag verkaufen können.

ganz liebe grüße,
siri

PS. hier meine emailadresse : siri20[at]gmx[punkt]de
Marie schrieb am 2010-07-07 07:36:37:
Hey.
Ich habe grade die Nach durch deine Geschichte bis hierher gelesen. Und ich hoffe wirklich du schreibst noch daran. Und Ich hoffe die Fortsetzung kommt bald.
Deine andere Geschichte, Eyes like Yours, habe ich übrigens schon mindestens 10mal gelesen.
Das erste Mal bin ich glaube ich auf die Geschichte gestoßen vor bestimmt 5 Jahren. Erst habe ich dann eine Zeit lang nich mehr dran gedacht, aber dann habe ich mich wieder an die Geschichte erinnert, sie überall gesucht, abgespeichert und immer wieder gelesen. Die Geschichte ist ein Traum.
Und ich bin immernoch der Meinung, dass du dich damit an einen Verlag wenden solltest.
Die Geschichte hat natürlich auch ein paar Makel, aber wenn du möchtest (und zu einem Verlag gehen willst), schreibe ich mal solche Kleinigkeiten auf, die mir aufgefallen sind und schicke sie dir.
Jedenfalls würde ich gerne mit dir über deine Geschichten reden. Sie sind fabelhaft.

Wenn du möchtest, melde dich unter punk-rock_girl@web.de
Liebe Grüße
!!! schrieb am 2010-05-08 10:20:44:
Wann geht es denn endlich weiter?
LG
... schrieb am 2010-03-04 08:17:48:
bitte unbedingt, ganz schnell weiter schreiben...
wie immer, ein super kapitel,
bin schon ganz neugierig, wie es weitergeht,...
Lee schrieb am 2010-03-03 22:14:06:
Bezaubernd...
Endlich geht es weiter und gleich so viel :)

Also bei dem Ende hoffe ich das das Warten nicht so lange dauern wird!!!
Es macht soo viel Spaß deine Geschichten zu lesen!!!

Ich speicher sie mir, aus Angst, dass es die Seite irgendwann nicht mehr gibt, auch alle ab :)
Man merkt einfach, dass dir das Schreiben Spaß macht und viel bedeutet!

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