Keep Breathing (Kapitel 15)
von
Fullmoon
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griff nach ihrer Hand, als könnte sie sie dadurch überreden zu bleiben. "In einer anderen Stadt? Oh, Lydia, ich hoffe, das liegt nicht an…"
"Nein, nein." unterbrach die andere Frau sie sanft. "Es ist wirklich alles in Ordnung. Es ist nicht wegen dir oder Cain."
"Natürlich. Wie dumm von mir zu glauben, dass ich damit etwas zu tun habe. Tut mir Leid." "Sei nicht albern. Ich hatte auch ein schlechtes Gewissen, wegen dem, was passiert war." Kara trat unruhig von einen Fuß auf den anderen. Mit einer vagen Geste deutete sie ins Haus. "Ich kann Cain anrufen, damit du dich von ihm verabschieden kannst." schlug sie vor. "Nein, Kara, mach dir keine Umstände."
"Warte, es dauert nur einen kurzen Augenblick."
"Nein, bitte, ich will das nicht." Lydia schüttelte heftig mit dem Kopf. "Es ist gut so.
Wirklich."
Kara gab widerwillig nach. "Wann ziehst du denn um?" fragte sie. Vielleicht könnte Cain dann noch bei Lydia vorbeifahren...
"Heute." antwortete Lydia und machte somit ihre Pläne zunichte.
"Oh." Erst jetzt bemerkte Kara, dass der Wagen von vorne bis hinten voll gepackt war. "Ich muss langsam los. Marko hasst es zu warten." In Lydias Stimme schwang ein Hauch Zärtlichkeit mit, als sie von ihrem neuen Lebensgefährten sprach.
Hätte Kara noch Zweifel an der Ernsthaftigkeit ihrer Beziehung gehabt, so wären sie spätestens an diesem Zeitpunkt verflogen.
Die beiden Frauen umarmten sich. "Ach, Lydia…" murmelte Kara. "Ich wünsche dir alles, alles Gute. Und danke für alles. Danke."
Sie erinnerte sich daran, wie die zierliche Haushälterin ihr geholfen hatte, ihre Sachen hoch in ihr Zimmer zu tragen oder an ihre kleinen aufmunternden Worte, als sie wieder einmal von Cain alleine gelassen wurde. "Du hättest nicht kündigen sollen."
"Doch. Es war notwendig. Für uns alle." Lydia lächelte wieder, als sie die Tränen in Karas Augen sah. Liebevoll umschloss sie ihr Gesicht mit beiden Händen. "Außerdem bin ich diejenige, die sich bedanken muss, Kara. Danke, dass du mir nicht böse bist."
"Ich war nie böse auf d i c h." schniefte Kara und wischte sich mit dem Handrücken die Tränen weg. "Sorry. Ich bin nicht gut im Verabschieden. Da werde ich immer so sentimental."
"Das macht doch nichts." Lydia ließ Kara los und drückte ein letztes Mal ihre Hand. "Bitte sag auch Cain ‚Danke' von mir."
Kara nickte. "Das werde ich."
Lydias Freund, der in der Zwischenzeit ins Auto eingestiegen war, hupte ungeduldig.
"Komme schon!" rief Lydia in seine Richtung.
"Liebst du ihn, Lydia?"
Kara konnte nicht anders. Sie musste es einfach fragen.
"Cain habe ich nicht geliebt. Aber Marko lässt mich etwas fühlen."
Mit einem letzten Lächeln ging Lydia zum Auto. Kara stand im Eingang und beobachtete, wie es fort fuhr.
Wie scharfsinnig Lydia war. Kara hatte noch nicht einmal selbst gewusst, ob sie mit dieser Frage Cain oder Marko gemeint hatte. Doch die andere Frau hatte ihre Unsicherheit erkannt und war instinktiv darauf eingegangen.
Das Telefon klingelte. Seufzend schloss Kara die Tür. Vielleicht hatte Cain ja eine Eingebung gehabt und meldete sich endlich bei ihr. Sie hoffte es.
Denn genau wie Lydias Freund konnte sie Warten nicht ausstehen.
Cain beendete seine turbulente Fahrt mit einem riskanten Parkmanöver, welches den Kofferraum seines Vordermanns nach vorne geschoben hätte, wäre er nicht rechtzeitig auf die Bremse getreten. Mittlerweile hatte es angefangen leicht zu nieseln.
Er rannte schnell zu dem Wohngebäude und suchte nach der passenden Klingel, doch er konnte Lydias Namen nirgends entdecken. Verwirrt runzelte er die Stirn.
Wie konnte das sein? Besonders aufmerksam ging er die einzelnen Hausnamen noch einmal durch, doch er hatte sich nicht geirrt.
Sie war doch nicht etwa… Nein, dachte Cain.
Oder etwa doch?
"Du hast es tatsächlich getan." murmelte er in die Dunkelheit hinein. Dann lächelte er ein klein wenig. "Viel Glück."
Es hätte ihm albern vorkommen sollen vor Lydias Wohnung Worte auszusprechen, die sie nicht hören konnte, doch das tat es nicht.
Der Regen wurde stärker. Cain warf einen letzten Blick auf die Tür, durch die er nie wieder hindurch gehen würde. Das Bett dahinter, das er nie wieder zerwühlen würde.
Er war nicht traurig.
Es war ihre Entscheidung und er respektierte sie. Bis jetzt war ihm gar nicht bewusst gewesen, wie sehr er sie als Mensch geschätzt hatte.
Er erinnerte sich an den Tag, als er sie halb bewusstlos auf der Straße gefunden hatte. Seit Sarah war sie die Einzige gewesen, um die er sich je gekümmert hatte. Warum gerade sie konnte er gar nicht beantworten. Vielleicht war es die Tatsache, dass sie sonst niemanden hatte und ganz allein war, die ihn dazu bewegt hatte.
Er war mit ihr beim Arzt gewesen, hatte ihr bei der Genesung zugeschaut und sich ihre Geschichte angehört. Er hatte die blauen, violetten, grünen und gelben Flecken an ihrem Oberschenkel gesehen, die sie beschämt versucht hatte zu verdecken.
Als er ihr anbot bei ihm zu arbeiten, war sie ihm glücklich um den Hals gefallen. Äußerst verlegen hatte er sich aus ihrer Umarmung befreit. Er wollte nicht als Retter gesehen werden. Sie stellte ihm nie Fragen über seine Vergangenheit, doch sie war nicht dumm. Natürlich bemerkte sie beim Putzen Sarahs Foto auf seinem Nachttisch und dachte sich ihren Teil. Sie hatte oft herumgescherzt und kleine Späße mit ihm getrieben, um ihn zum Lachen zu bringen. Und obwohl er selten darauf eingegangen war, hatte sie nie damit aufgehört. Einmal war er an der Grippe erkrankt und sie hatte sich jeden Tag um ihn gekümmert und ihn gesund gepflegt. Sie hatte ihm Hühnerbrühe gekocht und ihm einen kalten Lappen an die Stirn gehalten. Während ihn Fieberträume plagten, hatte sie seine Hand gehalten und irgendwann hatte er ihr von Sarah erzählt.
Von der Verzweiflung am Anfang, von der jetzigen Leere.
Von den schwarzen Gedanken, die ihn heimgesucht hatten. Von seiner Erwägung sein Leben zu beenden. Sie hatte ihn nie verurteilt.
Er war ihr für so vieles dankbar.
Und im entscheidenden Moment seiner Ehe mit Kara, hatte Lydia ihm die Augen geöffnet. ~Ist es das, was du wolltest, Cain? Noch mehr Leid, noch mehr Schmerz?~
War er damals nicht sofort aufgebrochen, um sich bei Kara zu entschuldigen? Hatte er nicht dann am darauf folgenden Tag seine Ehe mit ihr öffentlich gemacht?
Cain setzte sich wieder ins Auto und startete den Motor. Er würde jetzt nach Hause fahren und das Richtige tun. Er brauste aus der Parklücke heraus.
Er sollte Kara anrufen. Wahrscheinlich saß sie händeringend auf der Couch und fragte sich, wo er sich so lange herumtrieb.
"Hallo?"
"Kara, hier ist Cain."
Er hörte, wie sie erleichtert die Luft wieder aus ihren Lungen ausstieß. "Cain. Wo steckst du?"
"Ich bin auf dem Weg nach Hause. Ich wollte dir nur Bescheid sagen."
Für einen Augenblick war es still. "Danke." sagte sie schließlich.
Cain legte auf und wollte das Handy wieder wegstecken, doch es rutschte ihm aus der Hand und fiel in den Fußraum
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Kommentare
sie schrieb am 2010-12-25 17:51:53:
wann geht es weiter?
Olli schrieb am 2010-09-29 09:37:07:
deine Story's sind unglaublich, ich könnte sie jeden Tag lesen :-)
und jetzt warte ich sehnsüchtig auf eine Fortsetzung.
Wäre toll, wenn du dein Fans nicht weiter quälst ;-) und für Nachschub sorgst :)
LG Olli
Sanny schrieb am 2010-09-25 15:31:01:
Hey!
Ich kenn deine Geschichten nun auch schon eine ganze Weile, Eyes Like Yours ist mein ganz persönlicher Bestseller ;-)
Bitte schreib schnell weiter! Du hast unglaubliches Talent...
Liebe Grüße,
Sanny
Siri schrieb am 2010-07-16 11:44:50:
hi l.,
ich wollte fragen wie es mit der fortsetzung aussieht und ob du weißt was bei rockundliebe los ist.
ich möchte mich nochmal für die geschichte bedanke die du mir vor 2 jahren geschickt hast (oh gott, ist das lange her), und hoffe du hast eine der geschichten an einen verlag verkaufen können.
ganz liebe grüße,
siri
PS. hier meine emailadresse : siri20[at]gmx[punkt]de
Marie schrieb am 2010-07-07 07:36:37:
Hey.
Ich habe grade die Nach durch deine Geschichte bis hierher gelesen. Und ich hoffe wirklich du schreibst noch daran. Und Ich hoffe die Fortsetzung kommt bald.
Deine andere Geschichte, Eyes like Yours, habe ich übrigens schon mindestens 10mal gelesen.
Das erste Mal bin ich glaube ich auf die Geschichte gestoßen vor bestimmt 5 Jahren. Erst habe ich dann eine Zeit lang nich mehr dran gedacht, aber dann habe ich mich wieder an die Geschichte erinnert, sie überall gesucht, abgespeichert und immer wieder gelesen. Die Geschichte ist ein Traum.
Und ich bin immernoch der Meinung, dass du dich damit an einen Verlag wenden solltest.
Die Geschichte hat natürlich auch ein paar Makel, aber wenn du möchtest (und zu einem Verlag gehen willst), schreibe ich mal solche Kleinigkeiten auf, die mir aufgefallen sind und schicke sie dir.
Jedenfalls würde ich gerne mit dir über deine Geschichten reden. Sie sind fabelhaft.
Wenn du möchtest, melde dich unter punk-rock_girl@web.de
Liebe Grüße
!!! schrieb am 2010-05-08 10:20:44:
Wann geht es denn endlich weiter?
LG
... schrieb am 2010-03-04 08:17:48:
bitte unbedingt, ganz schnell weiter schreiben...
wie immer, ein super kapitel,
bin schon ganz neugierig, wie es weitergeht,...
Lee schrieb am 2010-03-03 22:14:06:
Bezaubernd...
Endlich geht es weiter und gleich so viel :)
Also bei dem Ende hoffe ich das das Warten nicht so lange dauern wird!!!
Es macht soo viel Spaß deine Geschichten zu lesen!!!
Ich speicher sie mir, aus Angst, dass es die Seite irgendwann nicht mehr gibt, auch alle ab :)
Man merkt einfach, dass dir das Schreiben Spaß macht und viel bedeutet!
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