Keep Breathing (Kapitel 9)
von
Fullmoon
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„Kara, wie schön dich wieder zu sehen!“ rief Julie, als sie mit Cain aus dem Aufzug stieg und streckte die Arme nach ihr aus. Kara erwiderte die Umarmung, konnte aber an nichts anderes denken, als Cains ringlose rechte Hand.
„Wie war euer Flug? Seid ihr gut angekommen? Gefällt euch euer Zimmer?“ bombardierte Julie sie und Kara wollte den Mund aufmachen und irgendeine Lüge erfinden, doch Giles kam ihr zuvor.
„Chérie, sei doch nicht so neugierig. Ich bin mir sicher, dass sie einen guten Flug hatten und ihnen die Suite gefällt. Oder, Kara?“ Er zog sie an sich und drückte ihr einen Kuss aufs Haar.
„Das Zimmer ist wunderschön.“ antwortete Kara wahrheitsgemäß und vermied es Cain anzusehen. ~Gott sei Dank hat es zwei Schlafzimmer.~
„Setzen wir uns doch erst in die Lobby und besprechen unseren Tagesablauf.“ schlug Giles vor und legte beiden Frauen beschützend die Hand auf den Rücken. „Cain, was machst du für ein miesepetriges Gesicht?“
Cain hielt es nicht für nötig seinem Vater zu antworten und folgte ihm stumm.
„Also wirklich, Giles, immer musst du alles durchplanen.“ beschwerte sich Julie, setzte sich aber trotzdem auf einen der Sessel, der einer Tischgruppe angehörte. „Kara und ich werden ein wenig bummeln gehen. Sie braucht noch ein Kleid.“
„Ich weiß. Und dann müsst ihr zur Maniküre, zur Pediküre, zum Frisör und was weiß ich. Die Gala fängt aber um acht Uhr an.“
„Wir könnten schon längst weg sein, wenn du nicht noch alles besprechen müsstest.“
„Chérie…!“ Giles drückte seiner Frau beschwichtigend die Hand. „Ich möchte Kara noch ein paar Informationen über die Gala geben.“
Wie immer, wenn es um Geschäftliches ging, verdrehte Julie die Augen und lehnte sich resigniert in die weichen Polstermöbel zurück.
„Kara, wir werden dich nicht als Cains Dolmetscherin vorstellen.“
Kara horchte auf. „Wieso nicht?“
„Es verschafft uns einen kleinen Vorteil, wenn die Leute, mit denen wir uns unterhalten, nichts davon wissen, dass du mehrere Fremdsprachen sprichst.“
„Ach, du denkst, dass sie uns dann für blöd halten? Wenn sie sich dann umdrehen und in ihrer Heimatsprache über uns ablästern, dann kann ich euch alles brühwarm erzählen.“ sagte Kara und Cain war überrascht, wie schnell sie diese Strategie durchschaut hatte.
Kara war überhaupt nicht wohl bei dem Gedanken. Sie hatte irgendwie das Gefühl in eine Falle getappt zu sein, konnte es sich aber nicht erklären. Giles machte einfach nur das Beste aus der Situation. Und diese ‚Situation’ war die Tatsache, dass sie mit Cain verheiratet war.
Giles nickte. „Wir wollen ehrliche Geschäftsleute, mit denen wir verkehren. Dies ist eine Methode die schwarzen Schafe auszusortieren.“
„Verstehe.“
Giles warf einen prüfenden Blick auf seine Uhr. „Um sechs Uhr solltet ihr wieder im Hotel sein.“
„Sechs Uhr? Giles, das ist unmöglich!“ beschwerte sich Julie. „Bei all den Sachen, die wir zu erledigen haben.“
„Ich dachte, ihr wollt nur ein Kleid kaufen? Warum braucht ihr dafür fünf Stunden?“
Giles erntete einen missbilligen Blick seiner Frau. „Du hast das Flanieren auf der Champs-Elysées vergessen. Und unseren Besuch im Café. Und-“
„Schon gut!“ Ergeben hob Giles eine Hand. „Um sieben. Dann müsst ihr euch aber beeilen. Die Gala beginnt um acht, vergesst das nicht.“
„Cain, du bist heute so schweigsam. Was ist los?“ fragte Julie und überging Giles Ultimatum.
Cain versuchte seine Mutter anzulächeln, war sich aber sicher, dass sein Gesicht wie eine Grimasse aussah. „Die Arbeit.“
Beinahe wäre Kara zusammengezuckt, doch sie hatte sich noch gerade zurückhalten können.
Cain, du arrogantes Arschloch, dachte sie erbost.
„Du solltest dieses Wochenende nutzen und dich entspannen. Das Four Seasons bietet hervorragende Wellnessangebote an.“
„Danke, maman. Ich werde mich erkundigen.“
Zufrieden sah Julie Kara an. „Was ist? Sollen wir los?“
Kara nickte, froh Cains Gegenwart entfliehen zu können. „Ja, sonst kommen wir noch in Zeitdruck.“ sagte sie so lässig wie möglich.
Die beiden Männer sahen zu, wie ihre Frauen das Hotel verließen und beiden entfuhr ein leiser Seufzer.
Giles blickte Cain mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Wofür war das denn?“
„Wofür war was?“
„Der Seufzer.“
Cain zuckte mit den Achseln. „Nur so.“
„Nur so? Wenn du deinen Vater schon anlügst, dann mach es wenigstens vernünftig!“
Cain stieß einen weiteren Seufzer aus. Was sollte er seinem Vater bloß erzählen?
„Es ist die Suite.“ Das war wenigstens nicht ganz gelogen. Giles’ Zimmerwahl hatte schon einen Teil dazu beigetragen, dass er und Kara sich gestritten hatten, obwohl er sich nicht mehr sicher war, ob diese Sorte von Auseinandersetzung noch zu einem Streit zählte.
„Oh!“ entfuhr es Giles und er rutschte verlegen auf dem Sessel herum. „Die… äh, anderen Suiten waren schon besetzt. Selbst deine Mutter und ich mussten eine andere Suite nehmen. Bill Gates hat die Präsidentensuite vor uns weggeschnappt.“
„Zwei getrennte Zimmer hätten auch gereicht.“
„Dort gibt es zwei getrennte Zimmer.“ erinnerte Giles seinen Sohn an den Aufbau des kleinen Appartements.
Cain winkte jemandem vom Personal zu sich heran. „Einen Whiskey, bitte. Mit Eis. Willst du auch etwas?“
„Nein, danke.“ lehnte Giles ab. „Du trinkst schon? Hast du mal auf die Uhr geguckt?“
„Ich weiß, wie viel Uhr es ist!“ sagte Cain genervt. Und ich hab mir diesen Drink verdammt noch mal verdient, fügte er im Stillen hinzu.
„Habt ihr euch wegen des Zimmers gestritten?“ nahm Giles das Bohren wieder auf.
„Wer sagt, dass wir uns gestritten haben?“ fragte Cain defensiv.
„Nun, Kara hat sich auch etwas komisch verhalten.“
Ein Kellner kam und servierte Cain seinen Drink. Cain bezahlte und trank einen großen Schluck. Wie erwartet brannte ihm der Whiskey in der Kehle und löste ein warmes Gefühl in seinem Bauch aus, das jedoch nicht lange anhielt.
Es satt habend, um den heißen Brei zu reden, schilderte er seinem Vater den Knackpunkt ihres Streits.
„Es ist dieser verfluchte Ring.“
„Du trägst ihn nie.“
„Das weiß ich auch!“
„Aber es verletzt sie.“ stellte Giles nüchtern fest, seine warmen Augen auf Cain gerichtet.
Noch ein Schluck. „Ja.“
„Hast du Schuldgefühle wegen Sarah?“
„Wenn ich das wüsste. Ich kann ihn einfach noch nicht tragen. Es fühlt sich nicht richtig an.“
Giles schwieg eine Weile und lauschte dem munteren Treiben in der Lobby. Ein Paar mit einem Kleinkind reiste gerade wieder ab und das Kind zupfte an der Jacke des Vaters, um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.
„Hast du dir schon einmal überlegt, ob es sich für Kara richtig anfühlt?“ fragte er schließlich.
Cain erstarrte. Nein, Schuldgefühle waren das Letzte, was er gebrauchen konnte. Sie war das gute Mädchen, der Engel, nicht er.
„Aber wir reden hier über mich.“
„Du hast Recht. Es geht um dich. Doch, ob du es willst oder nicht, Cain, du bist verheiratet. Und gerade du müsstest eigentlich wissen, dass eine Ehe nicht auf Egoismus beruht. Es gibt kein Ich, sondern nur ein Wir.“
„Aber die Umstände-“
„Du wurdest über die Umstände
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Kommentare
Fullmoon schrieb am 2008-05-19 11:38:55:
hallo! hab mich da vielleicht falsch ausgedrückt...! die story ist natürlich noch nicht fertig, nur ist mein schreibstoffvorrat
jetzt erschöpft und das heißt, dass ich erst mal weiterschreiben muss, bis ich wieder was einsenden kann ;)
LG
Emily schrieb am 2008-05-18 16:23:32:
super geschrieben ^^ aber warum das vorlezte jetzt wo es doch grade erst richtig los geht ?
gLaMmY schrieb am 2008-05-18 15:38:07:
das vorletzte =O =(
das is ja schade ... =(
aber trotzdem wieder supi geschrieben
!!! schrieb am 2008-05-18 14:26:27:
Das Vorletzte? Ich find die story hammamäßig, weiß auch nicht wie du auf die ideen kommst. Da kannst du doch nicht einfach aufhören, ich möcht noch mehr lesen! Also schreib schon weiter.
lg
eli schrieb am 2008-05-18 11:47:50:
das vorletzte??? nein, bitte weiter schreiben :-)
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