Kennenlernen
von
Michael Behofsics
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Eine Gestalt von unglaublicher Größe und Grazie stand vor mir.
Sie war nackt, hatte kein Geschlecht, und war von grauer, halb durchsichtiger Haut bedeckt.
Ich musste hochsehen um das Gesicht der Gestalt zu sehen, an den langen, schlanken Beinen entlang sah ich aufwärts.
Mein Kopf war auf Höhe der Knie. Doch mir fiel auf das die Kniekehlen außen waren.
Also bog diese Gestalt die Knie nach hinten beim gehen.
Es hatte auch keine Brustwarzen. Der Hals war unnormal lang (na ja für mich jedenfalls).
Der Kopf der Gestalt war lang, doch mit unglaublich weichen und liebevollen Zügen gesegnet.
Es hatte keine Nase und auch keine Augenlider, da fiel mir auch erst auf das es keine Haare hatte. Kein Haar störte den Anblick dieser wunderschönen Gestalt.
Der lippenlose Mund formte Worte die für Menschliche Ohren nicht erfassbar waren.
Viele kleine, spitze Zähne kamen zum Vorschein.
Eine viel zu kleine Zunge schnellte auf und ab.
Dann lächelte die Gestalt mich an und hob langsam den Arm.
Es hielt seine Hand, auf der nur drei breite Finger zu erkennen waren, vor mein Gesicht und legte sie auf meinen Kopf.
Es fuhr mir durch die Haare und da konnte ich plötzlich seine Freude und Entzückung über seine Entdeckung fühlen.
Seine Haut wurde heller, fast weiß, und war nun nicht mehr so transparent.
Während es mit der einen Hand meine Haare erforschte, legte es mir die andere auf die Wange und streichelte mich, das Lächeln wurde breiter und freundlicher.
Ihre Haut fühlte sich genauso glatt und weich an wie sie aussah.
Es bückte sich und sah mir direkt in die Augen.
Noch nie hatte ich so schöne Augen gesehen wie diese.
Es war das schönste und leuchtendste Grün das ich je gesehen habe.
Ich weiß nicht wie lange es mich ansah, vielleicht waren es Sekunden, Minuten, vielleicht aber auch Stunden. Ich sah wie sich immer und immer wieder die Farbe der Augen veränderte und anstatt zu blinzeln, wie Menschen es tun, bildete sich immer wieder ein neuer Feuchtigkeitsfilm damit die Augen nicht austrockneten.
Sie richtete sich wieder auf, nahm mich an der Hand und ging mit mir durch einen riesigen Torbogen aus Silber.
Erst als wir hindurchgingen konnte man sehen was auf der anderen Seite war.
Dort standen noch mehr solcher Wesen, einige hatten rote Haut, andere hatten weiße Haut, und einige wechselten gerade langsam von schwarz zu grau.
Wir gingen auf die Gruppe zu. Als wir direkt vor ihnen standen, gestikulierte das mir schon bekannte Wesen und sprach offensichtlich mit den anderen.
Die meisten der Wesen wechselten ihre Farbe zu weiß, aber manche blieben bei grau.
Auf den ersten blick sahen alle diese Wesen gleich aus, aber je länger ich sie ansah desto mehr unterschiede konnte ich erkennen. Die gravierendsten unterschiede waren im Gesicht, ich kann nicht mehr sagen was für unterschiede das waren, aber ich sah das manche nicht so schön waren wie andere.
Mein Freund trat hinter mich und schob mich sanft zu den anderen Wesen.
Einige traten näher und erforschten ebenfalls meine Haare und mein Gesicht.
Andere wirkten eher ängstlich. Erst nach Stunden verloren einige das Interesse. Nach und nach gingen die Wesen wieder ihrer Wege, bis ich und mein neuer Bekannter allein dastanden. Wie zuvor legte es mir eine Hand auf den Kopf, und mit der anderen streichelte es mein Gesicht. Ich fühlte die Trauer die dieses Wesen im Moment empfand. Es umarmte mich herzlich. Lange hielt es mich fest, dann richtete es sich auf und überließ mich meinem Schicksal. Welchem auch immer.
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Kommentare
Ina schrieb am 2006-12-04 19:55:00:
Eine schöne faszinierende Geschicht, nur weiß man irgendwie nicht ob dieses Wesen geschlechtlich ist, ob es nun ein sie, ein Freund oder ein es ist.
Lexa schrieb am 2006-10-18 15:57:15:
Schön und gleichzeitig irgendwie beklemmend. Schön, dass beide die Andersartigkeit des anderen zugelassen
haben. Beklemmend wegen der Ungewissheit dieser bizarren Einsamkeit, die plötzlich vorhanden scheint. LG Lexa
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