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Kategorien > Anders > Trauer

Kleiner Hase, lach doch mal!

von sie.wollten.es.so.

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Kleiner Hase, lach doch mal!

Sie würgte den Hasen bis zu seiner Bewusstlosigkeit. Seine Augen waren rot unterlaufen und es schien als würden sie jeden Moment hervortreten. Wie lieblich er doch nur aussieht, in dieser
Verfassung. Sie lachte hämisch, denn er hatte es verdient. Doch wie konnte es sein, dass die erhoffte Befriedigung nicht eintraf. Ihre Augen suchten hektisch das liebevoll eingerichtete
Kinderzimmer ab. Sie wollte zerstören. Dinge mit ihren blossen Händen einfach entzwei teilen. Am besten sollte es Glas sein. Es sollte ihr weh tun. Sie wollte das Blut spritzen sehen und
sich an diesem wundervollen Schmerz erfreuen. Kopf gegen die Wand schlagen? Die Schränke mit den Fäusten zertrümmen? Den Körper mit den frisch lackierten Nägeln zerkratzen?
Sie schrie auf als sie jä aus ihren Gedanken gerissen wurde. "Liebling kommst du bitte essen?" Es war ihre Mutter. Sie bemerkte zum Glück nicht, dass ihre Tochter schwer nach Atem ring und
ihre Augen tränenunterlaufen waren. Jedoch bemerkte sie den Hasen in Josephines Händen. " Ach, in diesen Hasen bist du auch völlig vernarrt. Wo hast du den denn schon wieder her? Dein
Zimmer ist längst voll von unzähligen Stofftieren." Josephine hörte die Worte ihrer Mutter nicht. Ihr wurde speiübel bei dem Gedanken den Hasen so missbraucht zu haben. Sie stand wortlos
auf und folgte ihrer Mutter ins Esszimmer.
Es war ein friedlicher Sonntagnachmittag. Die Familie saß ausnahmsweise mal vollzählig am Tisch versammelt und es duftete köstlich nach Fleisch und frischem Gemüse. " Ist es nicht toll,
dass wir ein so prachtvolles Gemüse in unserem Garten wachsen haben?"; begann die Mutter das Gespräch. " Josy, wie viel möchtest du davon?" "Ich möchte nichts essen." Es war natürlich
die falsche Antwort und die darauf folgende Predigt ihrer Mutter, sie sei viel zu dünn und wahrscheinlich magersüchtig, zerstörte im Nu, die gewünschte Ruhe. Josy jedoch war ein Profi im
Abschalten. Sie drückte den Schalter an ihren Ohren auf taub und schaute sehnsüchtig aus dem Fenster. Es schien die Sonne. Ein freudiger Anblick im kalten, dunklen Winter. Eine weisse
Taube, saß vor ihr in einem alten morschen Baum. Wo ist denn nur der schwarze Rabe, den sie so gerne gesehen hätte. So eine scheisse, dachte sie sich. Der liebe Gott, der Kaiser von
China oder wer noch da draussen sein Unswesen treibt, soll bloss nichts so tun, als wolle er Gutes über die Menschen bringen. Von wem auch immer dieses scheiss Leben erfunden wurde,
eins steht fest, jemand hat großen Spaß daran dieses Brettspiel, damit zu leiten, indem er nichts als Schmerz verrichtet. Den handvoll Menschen die noch glücklich sind, werden schon bald
die Augen geöffnet. Früher oder später trifft es jeden. Ja, dachte sie, Gott ist ein Märchenwesen erzählt von denen die ihr Leid überspielen wollen. Der Teufel ist derjenige den wir um
Verschonung bitten sollen. Sie lachte bei dem Gedanken, wie dumm und naiv die Spielfiguren doch nur sind.
Ist es nicht das beste schlauer zu sein und aus dem Spiel des Lebens auszutreten?

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Kommentare

sie.wollten.es.so. schrieb am 2008-10-06 13:11:00:
Hallo, dies ist nur ein Ausschnitt aus der Geschichte. Ich würde mich über ein paar Kommentare sehr freuen!
Lg Lisa

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