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Kategorien > Humor > Aus dem Leben

Knete im Arsch

von Manfred Edelnutte

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Mein Chef gab mir meinen Lohn. Zweihundert Mark, ganz schön wenig für einen ganzen Monat Plagerei. Zuhause warteten die Balgen, das wusste ich, ich wollte zwar teilen, doch alles sollten sie auch nicht kriegen!
Auf der Straße viel mir sofort der Hot-Dog Verkäufer auf, der wollte ran an mein Geld, hattes gewittert. Scharfsinnig schnitt ich ihn mit meinen Blicken vom gegenüberliegenden Randstein. Ich weis was du von mir willst. Ihm noch nicht - aber mir reichte es. Ich ging zu ihm hinüber und klopfte mit dem Finger auf seinen Wagen:
„Vergiss es, du Würstchen! Mein Geld bekommst du nicht! Die Wurst...“ dabei griff ich in den Wagen und zog eine Hand voll Würste heraus „ist doch Plus-Wurst, 50 Pfennig, mehr ist die nicht Wert! Und der Lappen“ mit der andern griff ich in den Semmelhaufen „keine 30!“
So verabschiedete ich mich vom „Jeder Hot-Dog 50 Pfennig“-Stand und stampfte erbost die Straße hinunter.
Meine zweihundert Mark wollte ich mir sicherheitshalber in die Unterhose stecken, nein, zu gefährlich, weiter rein, ab damit ins Hinterteil. Ich drückte es mit dem Zeigefinger rein, damit es auch ja ganz verschwunden wäre, falls jemand nachsehen würde.
Ich wollte das Geld sinnvoll investieren, also für mich, nicht bloß für die andern. Im „Gögg-inn“ spendierte ich mir also selbst ein Pilsebärchen. „Pils pils, pilsebärchen“ brummte ich in den Schaum hinein. Als die Frau nicht herschaute, haute ich ab. Es war aber nicht der Geiz, ich wollte mir bloß nicht in den Hintern fassen.
Dann kaufte ich Zigaretten, als der Opa nicht herschaute, haute ich ab. Es war aber wieder nicht der Geiz, sondern die Gelegenheit. Der alte, niemals hätte der mich verfolgen können. Geschmeichelt von meiner Ravinesse entglitt mir ein Lächeln. Ich war schon einer... da hätte wirklich was draus werden können.
Dann fuhr ich Straßenbahn, ich wollte noch in den Tierpark, was für mich tun. Es holperte und machte „Plop“, dann kam ein Schaffner und kontrollierte die Fahrgäste. Wenn er mich erwischen würde, müsste ich Strafe zahlen, aber dass ich kein Ticket hatte, lag ja wieder nicht am Geiz, ich entlohne nur ungern in der dritten Person.
Um einen Trubel auszulösen schubste ich den jungen Mann neben mir in eine Gruppe Eisessender Muskelmänner. Die ganze Runde sties mit den Köpfen zusammen und drückte dem Gegenüber sein Eis auf die Brust. Jetzt hatten Sie alle eine Waffel auf der Brust, wie die Einhörner! Geschickt wie ich war, hatte ich mich natürlich längst hinter einem anderen Fahrgast versteckt und zeigte hinter seinem Rücken auf ihn. Die Muskelshirts spannten die Busen und die Waffeln schossen davon. Der junge Fahrgast auf den ich die Attacke geschoben hatte war zwar sehr schmächtig, aber ich war mir sicher der würde das schon aushalten. Ausserdem ging Mitleid oder Schuld gerade nicht, weil die Freude über den aufgegangenen Plan viel größer war. Der Schaffner beschäftigte sich nämlich jetzt mit dem prügelnden Quintett und ich konnte mich an der nächsten Haltestelle aus dem Staub machen.
Jetzt musste ich die nächste Bahn nehmen, am Lohntag laufe ich doch nicht zu Fuß.
Die Wartezeit wollte ich mir mit Nasenbohren vertreiben, doch der Geruch, der mich an mein Geld erinnerte, lies den Finger blitzartig wieder herausschnellen. „Stinkt die Knete, stinkt...“ murmelte ich und da gings auch schon weiter. Ab in den Park.
Um keinen Eintritt zu bezahlen verkleidete ich mich als Giraffe. Das war schön im Tierpark, viele Tiere waren da. Dann ging ich wieder, weil es mir bei den Vögeln zu langweilig geworden war.
Außerdem hatte ich die spendablen Futterzieher satt, die den Vogeltieren einen nach dem andern ausgaben. Alte Angeber, ich will auch Knete zum verfüttern oder verschwenden! Ich brauchte einfach mehr Geld und wie mein Opa immer gesagt hatte: „Junge, man muss Geld investieren um Geld zu machen!“ Und Glück hatte ich schon immer gehabt und Geld zum investieren hatte ich jetzt ja auch. Also schlich ich mich nochmal ins „Gögg-inn“, da haben sie die Automaten mit den drei runden Kreisen. Ich hatte zwar keine Ahnung wie das Spiel funktioniert, aber das mit dem Glück und dem investieren... da konnte doch nichts mehr schief gehen. Zuerst musste ich aber die Scheine abwaschen, der Automat wollte sie vorher nicht annehmen.
Und schon drehten sich lustig die Kreise „Pling, pling, pling“ alle drei eingerastet. Der Automat machte lustige Geräusche, ganz schlecht konnte ich also nicht gewesen sein. Also rein mit dem nächsten Schein. Fünf Stunden später war ich pleite. Ich haute einfach ab als der Automat nicht herschaute, doch draußen merkte ich, dass er mein Geld ja schon hatte.
Zuhause knutschte ich dann meine Frau, dann merkte sie immer gar nicht, dass ich Dummheiten gemacht hatte.

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Kommentare

loisneville2003@hotmail.com schrieb am 2008-04-24 15:58:20:
Na ja, .... hier wird wohl ein ganz besonderes Publikum angesprochen ...

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