Kopfkino
von
Sternenfee
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Es ist dunkel, in der Nähe ruft ein Käuzchen, die Blätter unter meinen Füßen rascheln und knistern, vor lauter Wald sehe ich kaum, wo ich hinlaufe. Hätte ich ihn nicht an meiner Seite, würde ich wahrscheinlich schon in irgendeinem Graben liegen, wie ein Käfer auf dem Rücken, unfähig mich zu bewegen. „Wir sind da!“, Jake blickt mich an, erwartungsvoll. In seiner großen braunen Augen kann ich Begeisterung sehen. Ich schaue mich um. Ein großes Feld erstreckt sich vor uns, der Wind streift langsam und leicht durch die zahlreichen Weizenähren. Fast könnte man meinen, er singt ein leises Lied. „Komm!“, Jake zieht mich an der Hand hinter sich her. Ich wehre mich nicht, bin froh bei ihm zu sein. Er geht voran und macht den Weg zwischen den Ähren frei, ich folge ihm. Langsam, aber vertraut. Der Weg scheint nicht enden zu wollen, Meter um Meter laufen wir durch das Feld. Wäre ich alleine hier, würde ich nicht mehr herausfinden. Aber ich vertraue ihm, er wird wissen, was er tut. Plötzlich bleibt er stehen. Ich bin so in Gedanken, dass ich ihn fast umstoße. „Hoppla. Langsam Prinzessin!“, er stolpert, kann sich aber wieder fangen. Ich trete vor ihn und bin fasziniert. Noch nie habe ich so etwas Schönes gesehen. Vor mir im Feld liegt eine große rote Decke, umgeben von zahlreichen Blütenblättern und Zweigen. Ringsherum Kerzen. „Ich… das ist…!“, ich bringe kaum einen Ton heraus, Tränen steigen mir in die Augen. Jake hilft mir: „Schön?“ „Ja, wunderschön.“ Er umfasst mich von hinten und zieht mich an seinen Körper. Ich lehne meinen Kopf an seine Brust und lausche seinem Atem. Es fühlt sich alles so gut, so richtig an. Ich sauge die frische Abendluft ein und lasse mich fallen. Jake hält mich fest und beginnt mich im Nacken zu küssen. Ich drehe mich zu ihm um. „Ich liebe dich, Prinzessin!“ Unsere Lippen treffen sich und wir verschmelzen in einen nicht enden wollenden Kuss. Jake drückt mich behutsam nach hinten, sodass wir zusammen auf der Decke landen. Ich lege mich hin, er auf mir. Jede Zelle meines Körpers pulsiert, die Kühle des Abends kann mir nichts anhaben, solange er nur bei mir ist. Er dreht sich auf den Rücken, zieht mich mit. „Weißt du eigentlich, wie glücklich du mich machst?“, flüstere ich ihm ins Ohr. „Lass mich nie wieder alleine, ja?“ „Wie könnte ich, Prinzessin? Du bist die Frau, auf die ich so lange gewartet habe, da werde ich den Teufel tun und dich je wieder weg lassen!“, er kichert. „Ich hätte nie gedacht, dass wir beide einmal hier so liegen würden.“, erwidere ich. „Du tust mir so gut, Jake.“ Er schiebt die Hände unter meinen Pullover, tastet sich langsam den Rücken hoch. Ich schließe die Augen und lasse ihn machen. Um nichts in der Welt würde ich mich jetzt bewegen. Er zieht mir den Pulli über den Kopf und dreht mich auf den Rücken. „Das ist doch in Ordnung, Prinzessin?“ „Ja, alles bestens.“ Mehr als in Ordnung ist das. „Hat dir schon mal jemand gesagt, dass du wunderschön bist? Perfekt nahezu.“ „Nein, du alter Charmeur. Aber aus deinem Mund hört sich das ganze sehr gut an.“ Seine Hände wandern meinen Körper hinunter. Ein Hauch seines Aftershaves steigt mir in die Nase. Nein, diesen Mann gebe ich nie mehr her. Um keinen Preis der Welt. Ich ziehe ihn zu mir nach oben, umfasse ihn mit aller Kraft und drücke ihn an mich. „Ich liebe dich, Jake!“ Meine Hände wandern seinen Oberkörper entlang und langsam öffne ich die Knöpfe seines Hemds. Der Duft seines Aftershaves wird stärker, ich habe Angst ohnmächtig zu werden. Sein Duft, sein Körper, er. Alles an ihm macht mich wahnsinnig. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so etwas für einen anderen Menschen empfinden könnte. Das Hemd landet im Feld. Es tut gut seine Wärme auf meiner Haut zu spüren und ich wünsche mir, dass dieser Augenblick ewig anhält. „Hättest du gedacht, dass da mit uns beiden jemals etwas wird?“, frage ich ihn. Jake überlegt. „Ehlich gesagt, nein. Aber zum Glück hast du ja nicht lockergelassen. Was muss ich für ein Idiot gewesen sein, dich nicht schon viel früher bemerkt zu haben. Wie leer wäre mein Leben ohne dich?“ „Weißt du, wenn ich nicht alles versucht hätte, wüsstest du ja gar nicht wie es wäre. Dann könntest du nichts vermissen.“, erwidere ich. „Das stimmt. Aber jetzt würde ich es vermissen. Sehr sogar…“, er schaut mir tief in die Augen.“ Ich liebe dich! Mehr als alles andere auf der Welt.“ Ich merke, wie mir einige Tränen die Wange herunter laufen. Jake schaut mich erschrocken an. „Hey, was hast du denn? Hab ich was Falsches gesagt?“ „Nein!“, schniefe ich. „Ich bin einfach nur so froh, dass ich dich jetzt habe. Ganz alleine für mich. Ich möchte mit dir alt werden, Jake. Ich möchte mit dir Kinder haben. Ich möchte alles mit dir teilen, alles! Versprich mir, dass du immer bei mir bleibst, ja?“ „Ich verspreche es dir!“, er schaut mich an. Genau dieser Blick war es, in den ich mich verliebt habe, diese Augen, die kleinen Lachfältchen. „Und jetzt hör auf zu weinen.“ Er küsst mir die Tränen weg und streicht mir das Haar aus dem Gesicht. „Ich liebe dich!“, wiederholt er. „Und das wird sich so schnell bestimmt nicht ändern. Du bist die Frau, die mich glücklich macht und ich bin unendlich froh jetzt hier bei dir, mit dir zu sein!“ Ich lächle. „Na, also. So gefällst du mir schon viel besser.“ Er nimmt mich in den Arm und beginnt eine Melodie zu summen. Er wiegt mich hin und her, wie man es mit einem Kind tun würde. Ich fühle mich wohl, so wohl wie schon lange nicht mehr. In seinen Armen kann ich die Welt vergessen. Das Einzige was in diesem Moment zählt sind wir, er und ich. Ich schließe die Augen, lege meinen Kopf auf seine Brust, lausche seinem Herzschlag. Ruhig und regelmäßig pocht es. Ich merke, dass ich mit einem Mal unendlich müde werde. Jake streift mit seinen Fingern über meinen Rücken. „Schlaf Prinzessin. Ich werde nicht weggehen. Ich liebe dich.“ Es ist wie im Film, ich fühle mich wie in einem großen Wattebausch. Warm, wohlig, aufgehoben. Ich gebe mich meiner Müdigkeit hin, er wird auf mich aufpassen. Ganz sicher. Ich merke noch, wie Jake eine Decke über uns legt, bevor ich einschlafe. Er hält mich, ist bei mir, ich liebe ihn.
„Emily, aufwachen! Emily, hey komm, es ist schon spät.“ „Jake?“, ich öffne die Augen. „Was? Nein Schatz, Mom. Wer ist Jake?“ Ich blicke in das Gesicht meine Mutter, sie lächelt mich an. Ihre grünen Augen strahlen. „Ach, niemand.“ Ich schaue mich um, kein Feld, keine Blüten, keine Kerzen, kein Jake. Alles nur ein Traum, denke ich. Schade, aber wenigstens in meinem Kopf waren wir glücklich, und wie glücklich wir waren. Ich steige aus dem Bett, ziehe meine Weste über und gehe nach unten zum Frühstück. Mom soll nicht zu lange auf mich warten.
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Kommentare
Aurelia schrieb am 2008-08-05 14:49:06:
wenn es bloß nur vorstellung wäre.... leider sind es vielmehr unerfüllte träume, von einem mann, der nie meiner sein wird :(
Janine schrieb am 2008-07-20 00:44:54:
Ohhhh
Eine sehr schöne Geschichte
Voll toll
Ich glaube jedes Mädchen hat sich einmal in ihrem Leben sowas vorgestellt:-D
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