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Kategorien > Philosophie > Nachdenkliches

Kritik am Glauben

von Daniel Akhtar

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…Mein alter Philosophieprofessor hat mir mal bei einer Diskussion unter vier Augen meine zwei Augen etwas weiter geöffnet. Seine Worte waren für mich so genial, scharfsinnig und beinahe schon weise, dass ich mir dachte, sie hier zu veröffentlichen…

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Der Mensch braucht Sicherheit um sich in der Welt bewegen zu können. Irgendwann einmal verlagerte sich jene Sicherheit von der Keule auf eine fiktive Gestalt, oder mehrere Götter. Je „intelligenter“ der Mensch wurde, desto unvorstellbarer war es für ihn, nach dem Tod einfach nicht mehr zu existieren. Es war nicht nur unvorstellbar, sondern verdammt beängstigend. Man wollte doch nicht eingestehen oder sich ausmalen dass die Verwandten, vielleicht der verstorbene Vater, einfach nichts mehr ist. Diese, nennen wir es mal Tatsache, überragte unser Vorstellungsvermögen, und genau deswegen schuf man sich selbst Sicherheit. Kam dann noch jemand und erzählte vom ewigen Leben, dem Paradies, und „heilte“ Menschen, liess man sich beruhigt und glücklich in eine Couch fallen, die am Ende eines harten Arbeitstages auf einem wartet.
„Aber in der Bibel kann man doch nachlesen was Jesus wirklich vollbracht haben soll!“, erwiderte ich. Oder versuchte ich zumindest…
Was wenn Jesus einfach ein Genie war? Ein Hobby-Mediziner, einer, der die Leute mit Reden fesseln konnte, und so redegewandt war, dass sie seine Worte für die reine Wahrheit hielten. Natürlich nicht alle, aber immerhin so viele, dass das Christentum die grösste Religion weltweit wurde!
„Das müsste ja heissen, dass er die Rolle bis zum Ende durchspielte. Auch im Angesicht des bitteren Endes. Ist das möglich?“
Ja. Wenn ein Mensch von seinen Lügen zu leben lernt, sich damit eine Existenz aufbaut, so verschmilzt für denjenigen die Wahrheit mit der Lüge. Man kann es sich vorstellen wie wenn man sein Leben lang Löffelchen biegt- durch Gedankenkraft versteht sich. Auch dann wird irgendwann der Punkt kommen, an dem man es nicht mehr wahrhaben will oder kann, dass zum Beispiel die Ehre und Berühmtheit auf Täuschung aufgebaut ist, und man der einzige Mensch ist, der das weiss. Dann will man das nicht mehr wissen.

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Diese Worte waren für mich sehr beeindruckend. Es leuchtete mir so einiges ein. Zum Glück dauerte das Gespräch noch viel länger als ich es hier niedergeschrieben habe. Ich hoffe aber, dass ich euch mit diesen Worten zum Nachdenken gebracht habe…

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Kommentare

TJ Omar schrieb am 2008-11-29 21:37:13:
Früher war ich gläubig. Nach der Zeit und vielen Nachdenken kam ich zu dem Schluss, das es keinen Gott geben kann. Laut der Bibel hatt Gott die Menschen geschaffen, doch die Wahrheit ist, dass die Menschen den Gott erschaffen haben. Trotzdem würd ich sagen, dass ich kein böser Mensch bin. Aber wenn andere an Gott glauben wollen, sollen sie es ruhig tun, wenn es sie beruhigt und hilft. Ist deren Sache.
So, jetzt zur dir, Daniel. So eine Geschichte hatte ich hier wirklich nicht erwartet. Trotzdem bin ich froh die hier zu finden. Und @Marika: Die letzten drei Zeilen deines Komentars; Da stimme ich dir zu 100%% zu.

MfG TJ Omar
ich schrieb am 2008-08-17 13:54:08:
jeder Mensch klammert sich an irgendwas. -- an irgendwelche Illusionen. LG
Marika schrieb am 2008-08-16 20:55:20:
ich hatte vor kurzem ein Gespräch mit einem sehr gläubigen Mann der mich von Gott überzeugen wollte. Und er fragt mich wieso irgendein Mensch "Gut" sein soll, wenn es keinen Gott gibt. Und ich sagte: Siehst Du: und das ist die Herausforderung. Die Menschen brauchen einen Grund "gut" zu sein. Ich nicht. Dein Professor hat ja so Recht.
Was ist Gott?
Ein imaginäres Alphamännchen, von Primatenhirnen erdacht und genutzt ,
um die eigene Position innerhalb der Säugetierhierarchie von Homo sapiens aufzubessern.
Entzaubern wir die Welt - und die Hierarchien werden fallen.

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