Geschichte einsenden Links & Rings AGBs Impressum
Kategorieauswahl
Wir freuen uns über jeden Autor, der hier auf Storyparadies.de seine Geschichten veröffentlichen möchte.Da jeder Autor Feedback braucht, sind Kommentare, solange es sich um konstruktive Kritik handelt, möglich und auch ausdrücklich erwünscht. Bitte verwenden Sie zur Einsendung der Geschichten und Kommentare unser Formular und beachten Sie dabei unsere Regeln.
Suche


Kategorien > Humor > Liebe

Küsse mit Dreizehn

von Hora-Li

1 2


Da waren sie nun… meine “drei Probleme”. Die da im einzelnen waren: Helge, eine menschenleere und recht dunkle Bushaltestelle und kein Gesprächsthema mehr. Es war so eine von den “altmodischen” Bushaltestellen, die aus dunklem Holz zusammen gezimmert waren und so einen ganz eigenen und merkwürdig “modrigen” Geruch besaßen. Diese stand in meinem Heimatdorf am Rande des Schulhofes und wenn es überhaupt auf diesem Globus eine Bushaltestelle mit “Charme geben sollte… diese darf sich mit Sicherheit nicht zu jenen welchen zählen. Was jetzt folgen würde, war - wie sagt man so schön - “klar wie Kloßbrühe”, allerdings stand ich schon damals nicht sonderlich auf klare Kloßbrühe. Ich wollte weder Helge, noch diese menschenleere und dunkle Bushaltestelle noch dieses Schweigen, weil der Gesprächsstoff ausgegangen war. Ich trat nervös von einem Fuß auf den anderen, weniger aus Verlegenheit, sondern vielmehr war der Grund ein ausgeprägtes Gefühl des Unwohlseins. Ein kleiner Anfall von Panik überkam mich und ausgerechnet jetzt fiel mir kein blöder Spruch ein, der mich aus dieser doch recht “misslichen Lage” hätte befreien können. Der war doch sonst immer parat… meine Lehrer konnte ich mit meinen unpassenden Sprucheinlagen manchmal kurz vor die Verzweiflung bringen und gerade jetzt sollte mir nix einfallen!? Ich wollte es nicht wahr haben und so geschah’ was geschehen musste. Eh ich mich versah’ hatte ich ein Gesicht direkt vor meinem und seine Nasenspitze an meiner. Mein Gesichtsausdruck muss in etwa dem einer Kuh beim skateboarden entsprochen haben… oder sagen wir mal so… so oder so ähnlich stelle ich mir den Gesichtsausdruck einer Kuh beim skateboarden zumindest vor. Es war, als wäre mir unser Terrier-Mischling mit einer etwas angeschwollenen (und dadurch ziemlich unbeholfenen) Zunge zu nahe gekommen - wirklich nicht sonderlich schön, aber wenigstens konnte ich den Hund mit einem kurzen “Aus!” zum aufhören bewegen… meistens jedenfalls. Aber ein kurzes, prägnantes “Aus!”, fand selbst ich in dieser Situation doch mehr als unpassend. War es doch der Moment, der einen “erwachsener“ machen sollte, den man womöglich viele Tage lang an den verschiedensten Dingen geübt, den man sich mit der besten Freundin tausendmal beredet und den man sich in der Fantasie tausendmal ausgemalt hat. Den man unbedingt haben wollte, damit man “mitreden“ konnte und an den man sich doch ein Leben lang daran zurückerinnern sollte. Danke Helge! Ich erinnere mich auch heute noch, als wäre es gestern gewesen, an diesen ersten “richtigen” Kuss …und immer noch will mir der Vergleich zu unserem alten Terrier-Mischling (Gott hab’ ihn selig) in diesen Momenten nicht aus dem Kopf gehen.

Einige - mir unendlich lang vorkommende - Sekunden später hatte ich meinen ersten “richtigen” Kuss also hinter mich gebracht. Etwas irritiert guckte ich an Helge vorbei in die Leere des dunklen Bushaltestellenhäuschen und suchte angestrengt in mir nach einem Gefühl oder zumindest einen paar netten Umschreibungen, die das soeben passierte hätten beschreiben können. Aber so angestrengt ich auch in mich kehrte… außer unserem Terrier-Mischling namens Nicky war da nix. Ich schüttelte den Gedanken beiseite und zwang mich zu einem verlegenen Lächeln, denn mittlerweile war wohl auch Helge mein etwas merkwürdiger Gesichtsausdruck aufgefallen und er schaute ein wenig fragend und unglücklich drein. Also knipste ich fix mein “Verlegenheitslächeln” ein und sogleich trat so etwas wie ein selbstgefälliges Grinsen auf sein Gesicht. Gerade noch rechtzeitig trat ich zwei Schritte zurück, denn anscheinend haben die (zugegeben… aus heutiger Sicht würde ich sagen nicht unbedingt massenhaft vorhandenen) Gehirnwindungen meines Gegenübers mein angeknipstes Verlegenheitslächeln als Aufforderung für einen “Nachschlag” von dieser gewöhnungsbedürftigen Zungentätigkeit gedeutet. “Alles… bloß DAS nicht !!”, schoss es mir blitzartig durch den Kopf und trat gleich noch einen weiteren Schritt zurück, so dass ich aus der Dunkelheit des Bushaltestellenhäuschens hinaus in das Licht der spätsommerlichen Abenddämmerung kam. Ich fühlte mich sofort merklich wohler, wenngleich ich mich gleichzeitig ein wenig nervös umschaute, ob jemand die Situation hätte beobachten können. Aber es war kein dörflicher Flurfunker in Sicht und so entspannte ich mich zunehmend. Ich steuerte also langsam aber sicher auf mein Fahrrad zu und murmelte etwas in der Art von, “ich muss jetzt langsam mal nach Hause” über die linke Schulter, als ich im selben Blickwinkel Helge aus dem dunklen Bushaltestellenhäuschen näher kommen sah. Ich griff nach dem Lenkrad meines Fahrrades, schwang mich auf meinen Fahrradsattel und zwang mich zu einem kurzen Winken in Richtung Bushaltestelle, in der ein nunmehr etwas verdutzt dreinblickender Helge im Halbdunkeln zurück blieb. Er tat mir fast ein wenig leid… aber eben nur fast und eben nur ein wenig.

Der nächste Tag war ein Sonntag … mein Handballspiel sollte erst am Nachmittag stattfinden und so hatte ich für den Vormittag außer ausschlafen noch nichts weiter geplant. Es muß so um die Mittagszeit gewesen sein, als es an der Tür klingelte. Das war soweit noch nichts Ungewöhnliches und kam gerade an den Wochenenden durch die Handballbegeisterung der gesamten Familie öfter mal vor. Meine Mutter ging zur Tür und ich weiß nicht warum, aber irgendwie beschlich mich plötzlich ein merkwürdiges Gefühl einer Vorahnung, die mir nicht so recht gefallen wollte. Ich wollte gerade noch die Treppe hinunter rufen, dass ich schon so gut wie weg bin, falls es für mich sein sollte, als ich auch schon meine Mutter sagen hörte “Helge, was führt Dich denn hierher?… Britta… ja… die ist hier… ” “Shit, shit, shit“, schoss es mir so spontan durch den Kopf, das war nicht das, was ich mir so für meinen “handballfreien Vormittag” so gedacht habe. Aber nun gut, es nützte ja nix und so quälte ich mich langsam und Schritt für Schritt aus meinem Zimmer die Treppe hinunter. Wenigstens hatte meine Mutter ihre sonst so gastfreundliche Ader an diesem Tag wohl noch nicht vollständig aktiviert, denn sie hatte ihn vor der Tür warten lassen. Somit brauchte ich mir keine großartigen Gedanken darüber machen, wie ich ihn am schnellsten aus dem Haus’ bekommen könnte. Soweit so gut… das war vielleicht eine kleine Erleichterung, aber wie um Gottes willen verklickerte ich jetzt diesem breit grinsenden Jüngling vor der Haustür, dass ich nicht vor hatte, meine Zeit mit ihm zu verbringen, ohne dass ich als pubertierende Zicke galt? OK, ich WAR eine pubertierende Zicke, aber das tut ja auch nix weiter zur Sache. Nun, da standen wir also wieder… und wieder einmal fühlte ich mich nicht so ganz wohl in meiner Haut. Herrje… das darf doch nicht wahr sein, schon wieder wollte mir nix einfallen, wie ich die Situation hätte ein wenig “erträglicher” gestalten können. Also bekam ich nicht mehr heraus als ein “tut mir leid, ich habe keine Zeit - ich muß gleich in die Sporthalle!” Gut, er war vielleicht nicht der

1 2

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen



Aufgrund des extremen Mißbrauchs der Kommentarfunktion sind wir leider gezwungen, die Kommentare ab sofort redaktionell zu überprüfen. Wir bitten um Ihr Verständnis.