Laternenlichter
von
Mathias
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Ruhig ist es geworden. Vorhin war noch die ganze Straße voller Autos, Menschen und Leben. Und jetzt? Autos weg, Menschen weg.
Nach und nach schaltet sich eine Straßenlaterne nach der nächsten an. Aus den Kanaldeckeln ziehen Nebelwolken Richtung Himmel und bilden eine fast unheimliche Symbiose mit dem Straßenlaternenleuchtlicht.
Es ist kalt geworden hier draußen. Früher, als Kind, habe ich dieses Wetter geliebt. Immer wenn die Außenluft so kalt war, dass man seinen Atem sehen konnte.
Früher tat ich dann immer so, als rauchte ich. Meistens stellte ich mir vor, wie die Cowboys in der Kinowerbung meine Marlboro anzustecken und einfach das Leben zu leben.
Natürlich als Cowboy. Indianer wollte niemals einer von uns Kindern sein.
Wir wollten stark und männlich wirken. Pferde reiten, Whisky trinken und Banken überfallen.
Wir wollten im Wald wohnen und Bohnen aus der Büchse essen.
Heute stehe ich hier unter der Laterne, warte auf meinen Bus und stecke mir eine Zigarette nach der nächsten an.
Das Straßenlaternenleuchtelicht spiegelt sich auf der nassen Straße und ich muss wieder an Gestern denken.
„Lass uns doch Freunde bleiben“, hast du gesagt.
Letzte Woche oder vor zwei Tagen hätte ich noch nicht gedacht, dass mich diese Worte so treffen. So verletzen.
Nach 4 Jahren einfach aus.
„Es hat doch keinen Sinn mehr“ hast du dann noch hinzugefügt.
Ich konnte nichts erwidern und verließ die Wohnung.
Seit diesem Moment läuft alles im Zeitraffer an mir vorbei. Die Autos, die Menschen, das Leben.
Nur jetzt im Moment bin ich glücklich.
Allein unter dem Straßenlaternenleuchtlicht, mit meiner Zigarette und den Erinnerungen an ein früheres Leben im Dunst des Kanaldeckelnebels.
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Kommentare
isi meyer schrieb am 2006-11-25 02:26:31:
arm: laternenleuchtlicht, was das?
vielglück weiterhin!
p.s.: mir ist das noch nie passiert...
emma grün schrieb am 2006-11-24 13:31:48:
schön, weil jedem schon mal passiert.
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