Leben, wie es keiner tut - Kapitel 1
von
Kariii
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Kapitel 1
Es war mein siebzehnter Geburtstag, als ich die Treppe der Schule hinunter fiel. Nun gut, ich fiel nicht von allein, ich wurde von hinten angerempelt und verlor das Gleichgewicht.
Ich hatte auch nicht damit gerechnet plötzlich angerempelt zu werden.
Auf jeden Fall purzelte ich die Treppe hinunter und wachte im Krankenhaus mit einem gebrochenen Bein und einer Gehirnerschütterung wieder auf. Das hieß drei Tage Krankenhausaufenthalt.
„Dass dir das an deinem Geburtstag passiert… Irgendwie komisch“
Ich riss meinen Blick vom Fenster los und schaute zu Linn, welche auf dem unbequemen Krankenhausstuhl saß und mich mit ihrem typisch schiefen Grinsen anlächelte.
„Ja, aber es passt zu dir“ mischte sich jetzt Melissa ein, welche gerade wieder zur Tür hinein kam mit zwei Bechern Starbuckskaffee und einem Pappbecher mit Tee in der Hand.
Ich mochte keinen Kaffee mehr, seitdem ich wusste, dass man davon gelbe Zähne bekommen sollte.
Seitdem trank ich immer Tee, wenn die anderen sich bei Starbucks oder Meyerbeer einen Kaffee holten.
„Einen Kaffee Americano für Linn“ Mit einem breiten Lächeln reichte Melissa den Becher an Linn.
„Und einen Kamillentee für den Pechvogel des Jahres“ Ihr Lächeln wurde noch breiter, während sie mir den Pappbecher reichte und dabei demonstrativ auf mein Gipsbein schaute, welches auf einer Stütze lag.
„Alles Gute zum Geburtstag, Süße“ fügte sie dann hinzu und setzte sich auf die Bettkante.
Ich verdrehte die Augen und musste dennoch lachen: „Irgendwie passt das zu mir“
Linn nickte immer noch grinsend: „Aber sei froh. Du hast ein Zimmer für dich allein“ Sie deutete auf das freie Bett neben meinem.
„Ach, fragt sich nur wie lange. Man ist doch niemals in einem Krankenhauszimmer allein. Da kann man schon froh sein, wenn nicht noch zu dritt ist“ prophezeite Melissa und nippte an ihrem Kaffee. Sie verzog das Gesicht, als sie an dem heißen Getränk die Zunge verbrannte und Linn begann laut zu Lachen: „Das ist die Strafe Gottes für die Pessimistischen“
„Das war nur realistisch“ widersprach Melissa und ich musste automatisch über die beiden Lachen.
Jetzt saß ich hier, an meinem siebzehnten Geburtstag, mit einem gebrochenem Bein und dröhnendem Kopf im Krankenhaus und meine beiden besten Freundinnen hatten nichts besseres zu tun, als sich mal wieder gegenseitig mit ihren Neckereien aufzuziehen und mich dadurch zum Lachen zu bringen.
Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sie sich auch mit alten, misslungenen Partybekanntschaften ärgern würden.
Und ich saß in Mitten dieses Lärms und musste lachen, obwohl es in meinem Kopf wie verrückt hämmerte.
Doch deshalb liebte ich meine beiden besten Freundinnen so: Sie würden mich sogar im Gefängnis noch zum Lachen bringen.
„Ihr seid schlimm wie immer. Schon mal darauf Rücksicht genommen, dass mir der Kopf wehtut?!“ fragte ich mit gespielter Empörtheit.
Linn wollte gerade etwas erwidern, als die Schwester ins Zimmer gestürmt kam: „Ihr seid ja immer noch hier?!“ fuhr die die beiden zickig an und zeigte auf Melissa und Linn.
„Das ist schon okay“ versuchte ich sie zu besänftigen. Doch die Schwester schüttelte nur mit dem Kopf und nahm mir mein Kissen weg, gegen das ich mich gelehnt hatte um es aufzuschütteln.
„Besuchszeit ist maximal eine Stunde. Ihr seid jetzt schon fast zwei da!“ beharrte die Schwester weiter auf ihrem Standpunkt und schüttelte verständnislos mit dem Kopf.
Dann zeigte sie wieder auf Melissa und Linn: „In fünf Minuten seid ihr verschwunden“
„Können wir ihr wenigstens noch die Geschenke geben?“ fragte Melissa höflich und dennoch vorsichtig.
„Geschenke?“ rief ich aus und spürte gleich einen stechenden Schmerz, den mein Schrei in meinem Kopf ausgelöst hatte.
„Das tat weh, was?“ fragte die Schwester mit einem Lächeln auf dem Gesicht, von dem ich nicht ganz sagen konnte, ob es Mitleid oder Schadenfreude war.
Ich nickte nur leicht und schaute dann wieder zu meinen beiden Freundinnen, welche beide in ihren Taschen kramten.
„Wird dir gefallen“ sagte Melissa mit ihrer hohen Stimme, ohne aufzuschauen.
„Ach, scheiße!“ fluchte Linn laut, während sie in ihrer Mega-Riesentasche herumkramte.
„Nicht so laut!“ schalte die Schwester sie, welche immer noch im Raum war und meinen Pappbecher mit Kamillentee wegwarf und mir einen eklig schmeckenden Gesundheits-Biotee vor die Nase stellte.
„Starbucks ist nicht gut“ erklärte sie, als hätte sie meinen Blick gesehen ohne aufzuschauen.
„Das war aber Tee“ erwiderte ich leise und sah in Melissas verblüfftes Gesicht.
„Starbucks ist schlecht!“ wiederholte die Schwester, diesmal energischer.
„Okay, Starbucks ist schlecht!“ stimmte ich nun leise zu und die Schwester nickte zufrieden und begab sich zur Tür, und drehte sich dann noch mal um: „Und ihr beiden seid in fünf Minuten verschwunden. Charlotta muss auch mal schlafen“
Als sie meinen vollen Namen Aussprach zuckte ich zusammen. Wie ich diesen Namen hasste. Lotta war schon schlimm genug, passte aber eher zu mir als Charlotta.
Wenn man den Namen Charlotta hört, denkt man immer zuerst an eine reiche, kleine Zicke.
Lotta klang nach mir. Lotta, das kleine, schüchterne Mädchen. Und genau das war Lotta, das war ich.
Die Tür zum Zimmer wurde zugeschlagen und das Monster von Krankenschwester war weg.
Linn atmete erleichtert aus und ihr Blick sagte mir alles. Doch sie sprach ihren Gedanken noch zusätzliches aus: „Dass so eine Tante deine Krankenschwester wird, war auch irgendwie klar. Aber ich denke sie macht ihre Arbeit gut“
„Sei nicht gleich wieder zu optimistisch!“ Melissa strafte Linn mit einem strengen Blick. „Die Frau ist ein Albtraum… Noch fünf Minuten, blah, blah, blah!“ äffte sie die Schwester wirklich gekonnt nach.
Wieder begann ich zu lachen, verstummte aber sehr schnell wieder, als mein eigenes Lachen zu stärkeren Kopfschmerzen führte. Ich rieb mir die Schläfen, als Melissas Stimme neben mir ertönte: „Happy Birthday, Süße“ Sie drückte mir ein schweres und großes Päckchen in die Hand, welches mit Herzchenpapier verpackt war.
„Endlich bist du so alt wie ich!“ warf Linn mit ein und drückte mir auch ihr Geschenk in die Hand, welches im Gegensatz zu dem von Melissa verkrüppelt verpackt war. Linns Geschenk war kleiner aber wesentlich schwerer. Mal sehen, was sich wieder extravagantes ausgedacht hatte.
„Ja, endlich siebzehn. Und ich bin immer noch sechzehn“ Melissa verdrehte die Augen, doch ich zuckte nur mit den Schultern, während ich das erste Geschenk von Melissa auspackte: „Mit siebzehn darfst du auch nicht mehr, als mit sechzehn“
„Ich freue mich schon auf meinen achtzehnten. Und ratet mal, wann der ist“ alberte Linn weiter rum. Heute war sie wirklich gut drauf.
„In fünf Monaten“ riefen Melissa und ich im Chor und wieder verzog ich das Gesicht, weil mein Kopf sich erneut mit furchtbarem Schmerz wehrte.
„Okay, wir sind jetzt leise“ murmelte Melissa und ich nickte nur und rupfte das letzte bisschen Papier von seinem Inhalt.
Eigentlich hatte
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Kommentare
Schoko2836103 schrieb am 2010-07-05 17:39:53:
Sehrt toll aber wieso 1. Liebe ??
lu schrieb am 2010-06-30 18:10:36:
bin schon gespannt wies weitergeht :D
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