Leben, wie es keiner tut - Kapitel 1
von
Kariii
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ich schon gewusst, was es sein würde, als ich es in der Hand hatte. Da habe ich schon gefühlt, dass es ein oder mehrer Bücher sein mussten.
Doch jetzt riss ich die Augen auf. Woher wusste sie, dass ich schon seit Wochen mit mir im Zwiespalt war, ob ich mir diese Bücher kaufen sollte oder nicht.
Ich nahm Sturmhöhe von Emily Bronte in die Hand und las den darunterliegenden Titel, den ich eigentlich auch schon wusste: Der englische Maler von Jenn Crowell.
Mit fassungsloser Miene schaute ich auf. „Woher hast du das gewusst?!“
„Na, hör mal. Ich geh regelmäßig mit dir in diesen stinkenden, alten Buchladen und sehe mir an, welche Bücher du mit einer Sehnsucht in den Augen betrachtest, wie ich noch nicht einmal meinen Freund anschauen kann“ rief Melissa laut auf und entschuldigte sich gleich darauf wieder, als sie mein schmerzverzerrtes Gesicht sah.
Eine Weile schaute ich Melissa noch mit großen Augen an, bis mich Linns Stimme aus meinen Gedanken riss: „Jetzt pack meins auch. Mach schon! Ich möchte deine Reaktion noch sehen, bevor das Monster…“ Sie zeigte zur Tür. „… wieder kommt“
„Ja, ja. Ich mach ja schon“ plapperte ich schnell, um Linn zu besänftigen und riss das Papier auseinander.
Ich musste lachen, als ich seinen Inhalt sah. Ein kleines Buch mit dem Namen Der Junge im gestreiften Pyjama und viele kleine bunte Steine und ein paar Räucherstäbchen. Linn schenkte mir immer Räucherstäbchen.
„Damit du das Monster räuchern kannst“ zwinkerte Linn mir zu.
„Ja, ich werde deinen Rat beherzigen“ stimmte ich nickend zu und zog beide zu einer Umarmung zu mir heran: „Danke. Jetzt habe ich wenigstens was zu lesen hier in diesem langweiligen Krankheiten“
„Hast ja nur schon fünf auf dem Tisch liegen“ scherzte Melissa und ich lachte mit ihr mit. Diesmal aber leise, damit mein Kopf nicht schon wieder protestieren musste.
„Na ja, was soll ich denn sonst hier anderes machen…“ murmelte ich. „Und ihr dürft ja nur eine Stunde hier sein“
„Waren deine Eltern schon da?“ fragte Linn und zog die hellen Brauen nach oben.
„Ja, meine Mama, für eine viertel Stunde, oder so. Dann musste sie die beiden Kleinen abholen“ Die beiden Kleinen, das sind meine beiden kleinen Brüder.
Melissa machte gerade den Mund auf um etwas zu sagen, als wieder die störrische Stimme der Krankenschwester durch den Raum schallte: „Jetzt aber ab mit euch. Das waren jetzt wohl deutlich mehr, als fünf Minuten“
Wieder hämmerte es von innen an meinen Kopf.
Automatisch zog Linn die Schultern nach oben und den Kopf ein, als sie an der Schwester vorbeilief und sich ihre Tasche nahm.
Melissa sammelte noch schnell den Müll ein, dann nahm auch sie sich ihre Tasche und flüsterte noch leise: „Wir kommen morgen wieder“
„Sind ja nur drei Tage“ munterte Linn mich auf, bevor sie die Tür hinter sich zuzog und mich mit der Monster Schwester allein ließ.
„Jetzt hast du deine Ruhe. Aber erst musst du noch was essen“ sagte sie und klang erstaunlich freundlich.
„Ich mag die beiden. Mich stört es nicht, wenn sie da sind“ meinte ich und zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß. Ich war ja auch mal…“ Sie warf einen Blick in meine Akte. „…siebzehn.“ Sie lächelte mich an, dann wurde sie ernst und warf einen erneuten Blick in ihre Unterlagen. „Heute geworden?!“
Ich nickte, schüchtern lächelnd. „Ja, das gebrochene Bein war das beste Geschenk, das ich je bekommen habe“ Ich legte die Bücher, die Glückssteine und die Räucherstäbchen auf das kleine Tischchen neben meinem Bett.
„Oh, das kann ich mir vorstellen“
Man will es nicht glauben, aber Monster-Schwester hat soeben gelacht.
„Dann wünsch ich dir alles Gute“ Sie stellte mit das Essen auf den kleinen Tisch, neben meine Bücher. „Mein Geschenk an dich, Charlotta.“
„Danke“ Ich wollte gerade den Plastikteller zu mir nehmen, als ich noch mal zur Schwester schaute: „Eins noch…“
„Ja?“ Sie ließ die Türklinke los und schaute mich fragend an.
„Könnten sie mich bitte Lotta nennen. Charlotta klingt so… tussig“
Einen Moment lang zog die Monster-Schwester die Brauen zusammen, doch dann nickte sie: „Okay. Alles klar“
Mit diesen Worten schloss sie die Tür wieder hinter sich und als ich mich gerade über das Essen hermachen wollte, überkam mich eine Übelkeitswelle, die für eine Gehirnerschütterung normal war. Mit angewidertem Gesichtausdruck schob ich den Teller von mir weg und lehnte mich mit dem Kopf gegen die weichen Kissen.
Draußen ging langsam die Sonne unter, dabei war es doch erst sechs Uhr. Doch für einen Wintertag war dies normal. Ich habe es immer gehasst im Winter Geburtstag zu haben und all die darum beneidet, die das Glück hatten im Sommer geboren zu sein.
Melissa und Linn gehörten zu diesen beiden glücklichen. Beide hatten im Juli Geburtstag.
Ich seufzte und starrte noch eine Weile zur orangeroten Sonne hinauf, bis mir die Augen schmerzten, dann fielen mir die Augen zu und ich schlief ein, ohne mir darüber Gedanken zu machen, dass mein Magen jetzt doch anfing zu knurren, oder dass ich eine typische Bauch- oder Seitenschläferin war und nun bis ich den Gips abbekam nur auf dem Rücken schlafen konnte. Doch Gott sei Dank waren nur die Wade und der Knöchel verbunden. Der Oberschenkel hatte keine Schäden von meinem halsbrecherischen Schubs-Sturz getragen.
Das wäre ja noch schöner gewesen…
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Kommentare
Schoko2836103 schrieb am 2010-07-05 17:39:53:
Sehrt toll aber wieso 1. Liebe ??
lu schrieb am 2010-06-30 18:10:36:
bin schon gespannt wies weitergeht :D
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