Lebensdrang
von
Mularion
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Part 1 - Der Unfall
Es war wunderschön. Ich konnte es nicht glauben, dass es so enden muss, aber jetzt ist es mir egal. Ich war mit Freunden unterwegs, habe mit ihnen gefeiert. Zuviel anscheinend. Ich saß an einer Bar, ich weiß nicht mehr wo, aber ich weiß, dass der Alkohol nur so floss. Ich habe mich betrunken, weil meine Freundin mich verlassen hat. Sie ist mit diesem Erik abgehauen, hat ihn einfach verehrt und mich als Spielzeug in den Container geworfen. Ich war wütend auf mich, dass ich auf so ein falsches Spiel eingegangen bin. Ich hab mir die Kante gegeben, wollte meine Sorgen weg trinken, habe wohl zu viel des Guten gehabt. Wie in einem geschnittenen Film, erinnere ich mich nur noch an kleine Abschnitte, als ich aus der Bar taumelte. Ich ging nach Draußen. Filmriss. Ich fuhr die Landstraße entlang. Filmriss. Der Mond erstrahlte heller den je. Filmriss. Ein Auto kollabierte mit meinem. Filmriss. Ich wachte auf, spürte, wie Blut aus meiner Stirn schoss und gegen die Scheibe klatschte. Ich stieg aus, hustete heftig. Ich fiel auf den Boden, krabbelte auf allen Vieren. Filmriss. Ich lag vor dem anderen Wagen, schaute durch die Windschutzscheibe, versuchte zu erkennen wie es dem Fahrer ging. Filmriss. Meine Hände waren Blut übergossen, die Leiche heftig zu gerichtet. Der Kopf war zertrümmert, ein Bein war durch das Lenkrad abgetrennt worden und lag immer noch auf dem Gaspedal. Ein paar Zähne lagen auf dem Armaturenbrett und seine Finger waren gänzlich verdreht. Filmriss. Ich stand wieder auf den Füßen, taumelte über die Straße, fiel auf die Knie, atmete ein letztes Mal. Nun bin ich hier. Ich schwebe über dem Meer, überfliege noch einmal den Ort an dem ich den Tod fand. Die Polizei und der Krankenwagen stehen da. Sie versuchen mich zurück zu holen, doch meine Seele ist nicht mehr da, nicht mehr zurück zu holen. Riesige Flügel halten mich in der Luft. Der eine ist weiß, der andere schwarz wie die Nacht selbst gewesen war. Ich kann sie lenken, will aber noch bleiben, sehen was sie mit mir machen. Sie packen meinen Körper, legen ihn auf eine Trage und verschleiern meine Leiche in einem Leichensack. Der Fahrer liegt neben mir auf einer Trage, jedoch nicht in einem Leichensack, sondern mit einer Sauerstoffsmaske auf dem Mund und der Nase. Was hab ich getan. Was habe ich mir dabei gedacht. Ich lasse los, fliege nach oben, verschwinde von der Welt und gehe ins Licht, das schon gierig nach meiner Seele schreit. Mein Name ist Traver Thomsen. Ich bin hier um Frieden zu finden. Ich bin es, der nach seiner Rückkehr schreit. Mein Frieden ist nicht hier im Himmel, im Licht. Ich will zurück, ich will leben. Es ist noch nicht vorbei.
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