Lebensdrang: Part 2 - Das Paradies
von
Mularion
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Part 2 - Das Paradies
Ich hatte meine Flügel nicht mehr unter Kontrolle und stürzte ins Licht. Das Licht blendete mich und gab mir das Gefühl zu Hause zu sein, doch hier wollte ich nicht bleiben. Ich liege plötzlich auf einer grünen saftigen Wiese. Um mich herum ist nichts außer das riesige Wiesenfeld, doch erst, als ich mich umdrehte sah ich einen Baum. Langsam stehe ich auf, fasse mir an den Rücken und spüre mit meinen Händen, dass die Flügel ,die ich nach dem Unfall hatte, verschwunden waren. Ich bin splitternackt, das Blut ist verschwunden und ich mache kleine Schritte nach vorn, gehe langsam zu diesem Baum. Ich atme ein, spüre diese frische Luft, spüre diese Geborgenheit, schaue mich um nach einem Fluchtweg. Ich lege den Kopf in meinen Nacken, schaue nach oben und sehe wie sich der blaue Himmel über diesem Feld erstreckt. Ich gehe etwas schneller, beginne zu laufen, merke plötzlich wie ein Windzug durch mein Haar gleitet. Schmetterlinge fliegen vor meinem Gesicht hin und her, betrachten den Neuen, der jetzt im Himmel seine Ruhe finden sollte, doch ich will hier weg. Es ist nicht der Ort an dem ich sein möchte. Ich bin jung, habe das ganze Leben noch vor mir gehabt, sehne mich auf die Erde zurück zu kehren. Vor mir erstreckt sich jetzt dieser Baum. Er blüht, als wäre es Sommer und ist so grün, dass kein anderer Baum je hatte. Ich blicke erneut nach oben, merke erst jetzt, dass es keine Sonne gibt, aber alles hell erleuchtet ist. Ich lege meine Hand gegen die harte Rinde, begutachte den starken Stamm von allen Seiten, suche nach einer Tür nach Draußen. Ich höre plötzlich ein Kinderlachen, sehe wie ein Kind splitternackt über das Wiesenfeld hüpft. Langsam folge ich ihm, bleibe ihm dicht auf den Versen. Das Kind bleibt stehen, steht mit dem Rücken zu mir. Ich gehe näher an es heran, stehe nun vor ihm. Ich klopfe ihm auf die Schulter, drehe es mit meiner Hand um und schaue nun in sein Gesicht. Es kann nicht sein. Es darf nicht wahr sein. Wie kann das sein? Ich stehe doch hier! Ich bin doch ich! Wieso sehe ich mich als Kind vor mir? Ich sehe mich vor mir wie ich als Kind ausgesehen hatte. Ich hatte kurze braune Haare, leuchtend blaue Augen, war als Kind sehr dünn. Ich nehme es an der Hand und betrachte die Fingernägel. Ich sehe wie sie abgeknabbert waren. Ich habe früher immer an meinen Fingernägel gekaut, wenn ich mich fürchtete oder über etwas nachdachte. Ich gehe langsam in die Hocke, setzte mich ins Gras und schaue ihm ins Gesicht. ,,Bist du ich? Wer bist du?”, frage ich ihn, doch er antwortet nur mit einem Lächeln. Er schaut mich verlegen an, dreht sich um und läuft davon. Ich springe auf, laufe ihm hinterher. Vielleicht kennt er ja den Ausgang aus dem Paradies. Das Wiesenfeld wird kleiner und ich trete nun auf einen ausgetrockneten Boden, den man sonst nur in den Wüsten findet. Dies ist die Grenze, die das Paradies mit dem Leben verknüpft. Glaube ich zumindest. Ich gehe weiter, habe den Kleinen aus den Augen verloren. Schlangen und Skorpione schleichen sich an mich heran. Ich laufe schneller, entkomme diesen Bestien. Der Himmel wird immer roter, färbt sich erst Orange und geht dann in das grelle Rot über. Meine Augen tun mir weh, denn das rote Licht brennt wie Feuer. Ist das der Weg zur Hölle oder gelange ich nur so zu meinem Leben zurück? Ich gehe weiter, halte die Augen so gut wie es nur geht offen. Ich fasse mir an den Kopf, spüre wie etwas aus meiner Stirn schießt. Ich nehme die Hand vor meine Augen und erkenne nur schwach das Blut in meiner Hand. Schmerzen überkommen mich, quälen mich, doch ich gehe weiter. Ich bin stark, halte diese Qualen aus und mache nicht schlapp. Ich merke wie ich wieder ins Gras gehe, sehe wie der Himmel sich nun wieder blau färbt, doch als ich runter sehe, sehe ich wie ich auf einer Wolke stehe, merke wie sich die weiche Wolke meine Füße beglückt. Ich denke hier endet das Paradies. Hier endet das vor dem ich geflüchtet, noch nicht bereit war. Eins jedoch weiß ich jetzt schon. Hier endet meine Reise noch nicht. Hier ist erst der Beginn meiner Rückkehr. Hier beginnt der Showdown zwischen Leben und Tod.
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