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Kategorien > Horror > Psycho

Letzter Atemzug

von Michael Behofsics

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Carl wachte in vollkommener Finsternis auf, und es war unerträglich heiß. Die Luft war schwer und das Atmen auch. Carl versuchte aufzustehen. Sogleich bemerkte er auch dass das unmöglich war. Die Decke war so niedrig dass er sich nicht einmal zur Hälfte aufrichten konnte. Es lief ihm kalt den Rücken runter nachdem der Schmerz auf seiner Stirn verebbt war.
Er versuchte tief einzuatmen, weil er das Gefühl hatte gleich zu ersticken. Er achtete darauf wie sich seine Lungen mit heißer schwerer Luft füllten und fühlte sich nicht besser. Eher im Gegenteil. Die Luft schmeckte widerlich. Ihm wurde schlecht, aber das kümmerte Carl im Moment wenig. Er tastete um sich herum und stellte fest, dass er eingesperrt war. Er drückte zuerst nur leicht gegen den Deckel den er über sich vermutete. Als sich nichts rührte, überkam ihn Panik. Carls Atem wurde rasend, sein Herz hämmerte gegen seine Brust wie er gegen das Holz über sich hämmerte. Nach kurzer Zeit war er erschöpft, er atmete schnell und tief ein.
Ohne es zu merken suchte er nach einem Spalt im Holz, um Licht oder Luft zu bekommen, jedoch vergeblich. Carl brüllte um Hilfe. Immer und immer wieder. Er hämmerte gegen die Seitenwand und trat mit der Ferse gegen den Boden, aber nichts rührte sich. Er fing an um sich herum zu tasten, in der Hoffnung etwas wie einen Ausgang zu finden. Er fand nichts.
Das Atmen wurde unerträglich. Der widerliche Geschmack dieser heißen Luft ließ Carl würgen. Carl hämmerte weiter gegen das Holz über sich, er schlug und schlug und schlug, bis seine Fäuste aufgeschunden und blutig waren, und es ihm vorkam als wären seine Knöchel aus Pudding. Seine Gedanken rasten. Er malte sich aus was mit ihm passieren würde wenn er hier nicht rauskäme, er fragte sich warum er hier drin war und er fragte sich wer ihn hier hereingesteckt hatte. Doch die quälendste Frage war: Warum war er hier drin?
Diese Frage quälte ihn einige Minuten, die ihm wie Stunden vorkamen. Er ließ viele Szenarien vor seinem geistigen Auge ablaufen doch nichts was er getan hatte konnte dazu geführt haben von irgendjemand eingesperrt zu werden. Carl schwitzte wie ein Schwein.
Er war schon schweißnass als er aufwachte, doch jetzt wurde es ihm erst bewusst.
Er hasste dieses Gefühl verschwitzt zu sein. Jetzt wurde ihm auch bewusst warum die ekelhafte Luft eigentlich so ekelhaft schmeckte. Er schmeckte sich selbst, seine Ausdünstungen, seinen Schweiß. Erst jetzt fiel ihm auch auf dass er nackt war.
Der versuch an sich herunter zu sehen endete in einem verzweifelten schrei, als er feststellte das er ja in vollkommener Dunkelheit und somit blind war. Die Panik steigerte sich ins unermessliche. Carls Lunge kam ihm vor wie Blei, und er hatte Durst, seine Kehle brannte wie Feuer. Er fluchte und schrie und verfluchte Gott und die Welt, und Autos und die Menschen und Blumen und Bäume und Häuser und Bars die überteuertes Bier verkauften. Die Panik ließ ihn alles hassen. Er schlug wieder gegen das Holz über sich und kratzte daran.
Er kratzte wie besessen, als ob er jemandem in einem Tobsuchtsanfall die Haut vom Gesicht kratzen wollte. Seine Fingernägel brachen einer nach dem anderen bis zur Wurzel ab. Die Finger waren nur noch blutige, geschwollene Klumpen, aber das bemerkte Carl gar nicht. Auch nicht als ihm das Blut auf den Körper tropfte. Er kreischte wie wahnsinnig und biss sich die Lippen und die Zunge blutig. Es war ihm egal wie, aber er musste hier heraus. Also schlug er den Kopf gegen das Holz über sich, bis er kurz davor war das Bewusstsein zu verlieren.
Atmen fiel ihm immer schwerer. Es kam ihm vor als würde er sich sein eigenes Leben aussaugen. Carl warf sich hin und her in seinem kleinen hölzernen Grab, und kreischte und brüllte um Hilfe. Vergebliche mühe. Der Versuch durch ruhiges, gleichmäßiges Atmen ein wenig Luft zu sparen wurde jedoch durch seinen Durst vereitelt, der ihn dazu zwang flach aber lange und tief ein zu atmen. Nun befiel ihn wieder eine andere Art der Panik.
Er fürchtete den Erstickungstod, der unweigerlich eintreten würde. Und zwar in kürze.
Wieder kratzte er mit seinen fleischigen, blutigen Klumpen an dem Holz über ihm.
Aber die Schmerzen ließen ihn aufbrüllen. Er nahm die Finger seiner rechten Hand in den Mund, weil er glaubte das die Schmerzen dann schneller verschwinden würden, und stellte fest dass keine Nägel mehr an seinen Fingern waren. Aber das Blut, das ihm in den Hals floss, löschte ein wenig das Feuer das in seinem Rachen loderte. Nachdem er kurz das Blut wieder hochgewürgt hatte schnappte er gierig nach Luft. Er musste feststellen das zu wenig da war um noch weiter zu überleben. Also tat er noch einen tiefen Atemzug, der ihm befriedigender schien als jede letzte Zigarette die er in seinem Leben jemals geraucht hatte, und bereitete sich auf die Ohnmacht vor die seinen Tod bedeutete. Als Carl das Bewusstsein verlor lächelte er aufgrund der Erinnerung an das Gefühl des letzten Atemzuges den er tat.


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Kommentare

heilmann schrieb am 2006-10-30 09:01:04:
echt gut könnte aber noch was besser werden!aber für den anfang nicht schlecht,aber kopf hoch wird schon.
Sarah schrieb am 2006-10-26 17:34:27:
Ich find die Geschichte cool
Anne schrieb am 2006-10-26 17:33:14:
Ich find die geschichte Cool. ich hab sie für die Schule gebraucht! Leider wurd es nichts .
Tipp: Mehr spannung !!! Blut ! Horror !!!! Angst!
UUUHHHAAAAA
michael behofsics schrieb am 2006-10-18 18:16:51:
na dann werd ichs mir wohl bei gelegenheit nochmal durch den Kopf gehen lassen.
Christoph Schlüter schrieb am 2006-10-17 21:22:49:
Ja, es ist sehr cool geschrieben. Doch packend fand ich´s ehrlich gesagt nicht besonders. Da bim ersten Absatz klar ist, dass er in einem Grab liegt und von da an nur die "typischen" Verhaltensweisen runtergespult werden, die man z.B. aus Quentin Tarantinos CSI-Folge, Kill Bill 2, Gesucht , Lebendig begraben 1u.2 und Oxygen kennt ( alles Filme ), war ich jetzt nicht wirklich gefesselt. Zugegeben, der Schluss gefällt mir. Die Situation ist eigentlich dankbar und gut gewählt, aber du hättest echt eine Menge mehr rausholen können. Bau es langsam auf. Verrate nicht so schnell, wo der gute Carl sich befindet. Lass die Geschichte böser werden, sorge für eine Schlusspointe. Was zum Beispiel, wenn Carl eigentlich derjenige war, der den Mord begehen wollte, und nun selbst das Opfer wird. Schadenfreude könnte auch gut kommen.
Insofern pflichte ich coils bei: du solltest die Geschichte ausbauen. Lass diese Szene die böse Pointe am Schluss sein.
Auf jeden Fall überarbeiten. könnte sich lohnen.
Coils schrieb am 2006-10-17 10:38:42:
Das ist sehr cool geschrieben, packend ... hab eigentlich darauf gewartet, dass er aus einem Traum wieder aufwacht, aber so gefällt mir das viel besser! Solltest Du mal eine größere Geschichte schreiben und jemanden umbringen wollen, knall diesen Absatz einfach dazwischen, damit wird er zum Höhepunkt! Weitermachen bitte...

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