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Kategorien > Vampire > Sex

Leviatan

von Puppet Despire

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Nicht, dass ich so etwas nicht schon mal gesehen hätte, aber dieses Mal war etwas anders. Ich konnte nicht sagen ob es sein Aussehen war, oder der Geruch, den dieser Junge verströmte. Mir machte diese Notwendigkeit eigentlich nichts mehr aus, viel zu lange hatte ich mich mit dem letzten Rest Menschlichkeit und dem damit verbundenen Gewissen gequält. Meine Lage hatte ich akzeptiert – und was blieb mir auch anderes übrig?
»Maurice! So hilf mir doch! « Sarim schaute bös zu mir rüber. Der Junge schlug und trat wild um sich. Sicher stand er Todesängste aus, der Schweiß floss ihm über das Gesicht und seine Augen waren weit aufgerissen.
»Brich ihm einfach das Genick, er wird uns eh nur eine Last sein – schau ihn dir doch an! Kleiner sogar als du, und er ist auch mindestens so schwach.« Die Hände vor der Brust verschränkt trat ich einige weinige Schritte an das Gewusel heran.
»Ich finds nicht lustig, Maurice, wirklich nicht.“ Er keuchte. „Halt ihn für mich fest!«
Mit einem Seufzen ließ ich mich auf dem Jungen nieder, kniete mich auf seine Oberarme und hielt seinen Kopf fest, aber sanft zwischen meinen Händen. Seine olivgrüne Haut war tropfnass, glänzte, ebenso wie seine dunklen Augen. Jetzt, bei näherer Betrachtung erkannte ich den Grund für Sarims Wahl. Der Junge war auf eine mir bis dahin nicht vertraute Art ‚schön’. Ruckartig hörte der Junge auf sich zu wehren, wirkte fast ergeben in meiner Klammer. Er hatte nun die Augen geschlossen und allein sein rasselnder Atem zeugte von Leben in ihm. Links und Rechts schauten seine Arme unter meinen Knien hervor, sie hatten schon fast ihre Farbe verloren. Angeregt betrachtete ich das Blut, das durch sie schoss, als ich kurz meine Knie hob.
Sarim strich dem Knaben durch die Haare. »Was für eine Zuckerschnute, nicht, Maurice? So jemanden lässt man nicht einfach im Dunklen durch die Strassen huschen.« Mit einem wohligen Seufzen drückte er dem Armen einen nassen Kuss auf die Stirn, steckte sich das kleine Hütchen mit dem klauenartigen Metallnagel auf den Daum und umschloss langsam den Hals des Jungen. Der Nagel bohrte sich mit nur geringem Widerstand in das Fleisch, und das Geräusch der reißenden Haut entlockte auch mir ein Gefühl von Erregtheit.
Der Junge zuckte nur kurz zusammen, biss die Zähne aufeinander und atmete heftig. Sein Wimmern machte mich wahnsinnig, schwer war ich mit meiner Beherrschung beschäftigt.
Je mehr Saft aus ihm floss, desto geringer wurde sein stiller Protest. Ich hatte es schon oft beobachtet – kurz bevor das Herz aufhört zu schlagen, werden die meisten Menschen sehr ruhig und ihre Gesichtszüge weich. Auch der Junge hatte seine Augen halb geöffnet und schaute – ja – fast gütig zu mir herauf.
Sarim malte unterdes geistesabwesend in der Lache, die nur langsam in die Erde sickerte. Ich wusste, dass Sarim nicht dieselben Gefühle beim eigentlichen Töten empfand wie ich. In meiner Anfangszeit ekelte ich mich vor mir selbst, jedes einzelne Mal, wenn ich tötete. Ich konnte mich nicht damit abfinden, dass Töten nun meinen Erhalt sichern sollte. Nicht sehr lange, aber die erste Zeit war es schlimm.
Ich meinte, eine winzige Bewegung auf den Lippen des Jungen gesehen zu haben. Seine Augen verloren allmählich ihren Glanz, der ganze Körper unter mir sackte langsam zusammen. Sein Mund war leicht geöffnet, und so legte ich vorsichtig mein Ohr an ihn.
»Levin…«
Er hatte diese Worte gesagt. Sehr leise, da war ich mir sicher. Und doch hatte ich keinen Atemhauch verspürt.
Als ich mich aufrichtete, sah ich, dass er bereits tot war. Sarim malte immer noch im Blut und murmelte wirres Zeug. Vielleicht hatte ich auch nur ihn gehört. Sarim tötete so anders als ich. Er lässt sie verbluten, sticht sie zwar, aber dennoch hat er Angst vor dem Sterbenden. Die Gleichgültigkeit der sterbenden Personen erträgt er nicht. Er ist nicht Herr seiner Sinne – wohl selbst einen grausamen Tod gestorben. Erzählt hat er mir davon nie.
Ich löste meinen Griff, rutschte von seinen Armen und biss mit in den Unterarm. Leider war das Geräusch, das meine Haut machte, nicht annähernd so schön wie das einer Menschenhaut.
Mit einem stetigen plit, plit ließ ich mein Blut in den leicht geöffneten Mund des Knaben tropfen. Meine Beherrschung rann mir mit dem Blut aus dem Körper, ich musste an mich halten. Ich sah die Tropfen, die seinen Mund verfehlten, sah, wie sie seinen schlanken Hals hinab liefen und sich mit seinem Blut auf der Erde mischten. Ich sah die Tropfen auf seiner Wange, seinen Lippen, verfolgte sie bis zum Aufprall, wollte sie wegküssen.
»Maurice!« Sarim riss mich jäh aus meinen Gedanken. »Du Spinner hast bald genauso viel Blut verloren wie er!«
Erschrocken riss ich meinen Arm an mich, leckte geistesabwesend über die Wunde und verpackte ihn dann in meinem Hemd.
Der Tod war fürchterlich, aber zu sehen, wie das Unleben in dem Jungen wuchs, erfüllte mich mit Behagen. Die Veränderungen wurden merklicher mit jeder Sekunde. Seine Haut, die eben noch aschfahl und eingefallen war, blühte nun förmlich und schimmerte im blassen Mondschein. Sein dunkles Haar war nicht mehr klebrig, es war als würde der Schweiß und sein Blut einfach von ihm abperlen.
Als er die Augen öffnete, musste ich schwer an mich halten, um nicht zurückzuschrecken. Sie waren atemberaubend schön, bernsteinfarbend und unergründlich. Er richtete sich auf und ich wusste was er sah. Die Nacht, mit all ihren Schatten war nun so klar und greifbar. Seine Nasenflügel bebten, brauchte er nun nicht mehr zu atmen, so sog er doch den ganzen köstlichen Duft ein, der ihm als Mensch verwehrt gewesen war.
Als ich noch ein Mensch gewesen war, waren mir viele Dinge nie bewusst gewesen. Ich war achtlos mit allem umgegangen, hatte alles als selbstverständlich hingenommen. Die Welt, meine Stadt, meine Freundin. Sie war die Luft, die ich atmete, und ich hatte nicht einmal die Kraft besessen, sie zu würdigen.
Der Gedanke an sie machte mich auch jetzt, so viele Jahre nach meiner Wandlung noch schwermütig. Trauer fühlte ich keine – wie sollte ich auch, ohne Herz, ohne Seele. Ich konnte nicht sagen, ob der Schwermut, den ich fühlte, wenn ich an sie dachte, Liebe war. Geliebt hatte ich sie. Keine Frage. Aber als junger Mann, der ich damals war, wusste ich vieles nicht zu schätzen. Auch nicht die Schönheit der Nacht, wie sie der Junge hier vor mir jetzt erlebte.
Und ich liebte auch ihn schon jetzt. Sarim hatte bis jetzt keinerlei Verantwortung getragen, für keinen seiner Welpen, er hatte sie alle erschaffen, um sie dann mit sich und ihrem Schicksal alleine zu lassen. Letztendlich hatte ich sie alle wieder vernichtet.
»L..Lev…in?«, schnurrte der Junge und streckte die Hand aus, um sie auf meine Wange zu legen.
Ich wich zurück, nicht, weil ich Angst gehabt hätte, sonder weil er so ohne Furcht nach mir gegriffen hatte. Kein anderer Neuer hatte so reagiert nach seinem Tod. Sie waren alle überfordert mit ihrer Situation – hatten sie doch eben erst ihren Tod erlebt.
»Levin...ich habe dich

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Kommentare

Jone schrieb am 2011-09-19 23:22:11:
die Geschichte ist klasse xD was man alles bei google finden kann oO
btw sind mit "welpen" offtmals personen gemeint, die in einem neuen abschnitt (von was auch immer ) stehen, und viel neues dazulernen müssen -auf welchen gebieten auch immer~ so wie kleine hundebabies die man eben noch abrichten muss :O
Lynn schrieb am 2009-03-03 13:28:45:
Also die Geschichte ist wirklich gut! Das was ich nicht checke ist, warum diese Unterkategorie? Was hat das denn damit zu tun?
faraday schrieb am 2009-02-21 21:00:54:
und weiter???
Andrei Keit schrieb am 2008-02-11 20:10:24:
Einfach schön geschriebene Geschichte
Freu mich schon auf die Fortsetzung
Du machst das wirklich toll - wie du die Gefühle der Personen niederschreibst - wie du die einzelnen Situationen beschreibst und schmückst - einfach nur großartig
Du hast wirklich ein Händchen in Sachen Vampire
Ich liebe so geschriebene Geschichten bei denen man ins kleinste Detail geht und dem Leser ein Gefühl von Gänsehaut verleit
Schaurig schön und es ist es wirklich wert zu lesen
Du machst das ausgezeichnet - nur weiter so
Ich freu mich schon auf deine Geschichten :-)

Es grüßt Andrei
Puppet schrieb am 2008-02-09 08:15:37:
Ja - es ist auf jeden Fall eine Fortsetzungsgeschichte! Lasse doch niemanden im Dunklen stehen :)

Dein Bruder heisst Levin? Ich habe diesem Charakter den Namen Levin gegeben, weil eine liebe Klassenkameradin von mir ebenfalls einen Bruder hat, der Levin heisst :)
Und ist das nicht ein schöner Name :)
milena schrieb am 2008-02-08 21:34:54:
hey puppetdespire,
deine geschichte hat mich gefesselt, aber den schluss kapier ich auch nicht. bitte, mach den noch etwas klarer, weil, ehrlich, der rest der geschichte ist unheimlich und sehr spannend.
wenns ne fortsetzung geben würde, und man rausfinden würde, warum der junge den anderen levin nennt- ich würds auf jeden fall lesen wollen!
übrigens: mein bruder heisst auch levin, musste grinsen beim lesen =)

Puppet schrieb am 2008-02-08 20:25:05:
vielen dank dass ihr euch die zeit genommen habt, meine geschichte zu lesen :)

also...dies ist auf jeden fall eine fortsetzungsgeschichte - daher das alles offen lassende ende :)
ein welpe ist in meinem vampirismus ein neugeschaffener vampir


also, bin scho fleissig am weiterschreiben

lg yasmin


Yuriko schrieb am 2008-02-08 15:06:54:
okay, das ende versteh ich nicht, aber ansonsten find ich deine geschichte klasse !!!
hoffe, du schreibst bald weiter !!!
Yve schrieb am 2008-02-08 14:55:44:
Joa .. also, ich finde die Geschichte gut, aber warum denn Welpen? Welpen sind doch Hunde... oder ? ^^ Na ja.. wie schon gesagt sehr gut geschrieben, gibt es noch eine Fortsetzung?

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