Licht der Hoffnung
von
Josie.
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Ein Blitz erleuchtete die dunklen Straßen. Durch den Stromausfall brannten nur in wenigen Häusern ein paar Kerzen. Philipp hielt seine zitternde Katze Jayla fest in seinen Armen, denn sie war das einzige, was ihm noch blieb. Der Regen donnerte auf das dünne Wellblechdach der kleinen Hütte. Er hatte keine Angst mehr. Er hatte vor nichts mehr Angst seit seine Eltern gestorben waren und er sich alleine durchkämpfen musste. Von einem Leben voller Luxus in ein Leben aus reinem Leid. Aus dem Heim lief er weg, weil er geschlagen wurde, alle ihn schubsten, weil er der reiche war, der von dem Direktor verwöhnt wurde, weil der kleine Junge Geld hatte, dass der Direktor aber allein für sein eigenes Wohl gebrauchte. Für ihn war es jetzt normal unter einem dünnen, löchrigen Wellblechdach zwischen den Mülltonnen und Ratten zu wohnen und zu hungern. Er durfte sich niemandem zeigen, denn dann würde er sofort ins Heim zurückgebracht und alles würde von vorne anfangen.
Als das Gewitter dann endlich vorbeigezogen war, glitt der kleine Junge frierend von der Nässe und der Kälte in einen unruhigen Schlaf. Er träumte von einer Landschaft mit vielen Blumen, dass war ihm klar, doch es waren nur blasse Bilder aus einem einheitlichen grau, an dem sich nichts änderte, auch wenn die graue Sonne hinter den grauen Wolken verschwand. In seinem Traum drehte er sich um und sah einen alten Mann, der vor ihm stand. Er kannte ihn nicht und stand einfach nur hilflos da. "Philip.", sagte der alte Mann. "Dein Leben war erst mit Frieden, Glück und Reichtum beschänkt. Und dann kam die Strafe, die deine Familie für all die Taten erhielt, die ihr im Unrecht getan habt. Und jetzt wird dir ein Licht die Erlösung bringen."
Am nächsten Morgen wurde Philip von Jayla geweckt, die ihm mit ihrer rauen Zunge über den Handrücken leckte. Langsam setzte er sich auf. Fierend versuchte er sich an seinen Traum zu erinnern, doch das Einzige, an das er sich erinnern konnte, waren Worte, die nicht alle aneinander passten. Es waren einzelne bruchstücke aus verschiedenen Sätzen. Seufzten begann er langsam vorwärts zu kriechen, wobei er darauf achtete, nicht mit dem Kopf an das dünne Wellblech zu stoßen. Plötzlich spürte er etwas an seinem Kopf. Er wusste nicht, was es war. Er riss seine Augen auf und konnte nichts sehen. Langsam streckte er die Hand in die Richtung aus, in der er das vermutete, gegen das er mit seinem Kopf gestoßen war.Schmerz verteilte sich in seiner Handfläche und Philip sah ganz kurz ein Licht aufblitzen, ehe sich der Schmerz in seinem ganzen Körper verteilt hatte und den kleinen Jungen von seinem Leid erlöste. ~
Das Licht, welches der kleine Bettlersjunge sah, war der Blitz, der aufleuchtete, als seine nasse Hand das Stromkabel berührte, das durch das Gewitter beschädigt worden war. Dieses Licht, war das erste und zugleich das letzte Licht, dass er in seinem Leben sah, ehe er von den qualen des Lebens erlöst wurde und für immer in Frieden leben konnte.
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