Licht in den Schmelzöfen!
von
Andre Schuchardt
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Prolog
Es war einmal, vor ewig langer Zeit, ein Reisender. Fern aus dem heißen Norden soll er gekommen sein, zig Leben bevor die ersten Menschen sich wieder zu Stämmen zusammengeschlossen hatten. Verbannt vom Herrscher seiner eignen Heimat, gestraft für seine etlichen Vergehen, wanderte er ziellos immer weiter gen Süden. Erst als es zu kalt für ihn wurde noch weiter zugehen, machte er endlich Halt. Nun ließ er sich nieder und begann, sich einen Weg zu erdenken, es seinen alten Freunden und neuen Feinden mehr als schmerzhaft heimzuzahlen.
Nach Jahren der Herumirrung kam er an das gewaltige und damals noch so genannte Lavameer, das heute besser bekannt ist als Lusuvameer und seinen Namen einst verdankte den Vulkanen, welche auf seinem Grunde lagen. Er überquerte es und entschied sich südlich davon niederzulassen, denn hier war es noch erträglich genug warm für ihn, der die Nähe der heißen Berge schätzte. Sein Heimstatt war immer größer und er verbreitete Schrecken über die in den Wäldern lebenden, damals noch primitiv mit den Tieren lebenden Kalten, denen er ihren Namen gab um ihr kaltes Fleisch zu bezeichnen und andere zu warnen. Seine Macht war beachtlich und er besaß Waffen, den Waldbewohnern unbekannt.
Dort lebte er denn nun für ungezählte Jahre und sann nach über Racheplänen, doch sollte es ihm die drohende Zeit vielleicht vereiteln? Er alterte und das für ihn zu kühle Klima tat das seine. Aber dann, eines Nachts, was sah er da? Licht in den fernen Bergen im Westen! Tat er es zu Beginn noch als einen Waldbrand ab, so näherte es sich ihm doch viel zu schnell und viel zu stetig, ohne die Richtung der Ausbreitung zu ändern. Bald sah er es dann auch größer werden, sein gesamtes Blickfeld allmählich ausfüllend und letztlich verlor er, ohne jedoch zu wissen warum, jegliches Bewusstsein und schwamm hinaus in die dunklen Tiefen des Schlafes.
Als er wieder erwachte, da lag er nicht mehr auf seinem gemütlichen Schlafplatz, doch fest geschnürt in metallenen Ketten. Sein Heim sah er im Tale fern unter sich, seinem Blicke freigelegt, und nur zu deutlich sah er es in schwarzem Schutt und grauer Asche. Er erkannte was ihm passiert war, als eine Gestalt zu ihm sprach. Dem aussehen nach einer der Waldbewohner, welcher er selber doch so gerne als Nahrung nutzte, doch gänzlich anders gewandet als diese und wohl ähnlichen Umständen ausgesetzt wie er selbst seit seiner Verbannung.
,,Nun sollst du zahlen für all deine grausamen Taten gegen uns und alle anderen friedlichen Einwohner dieser Ebenen!", sprach man, ,,doch wirst du nicht etwa gnadenvoll schnell enden wie dein elendes verseuchtes Heim. Versenkt wirst du, in die ewig kalten Moorwasser, auf das du nie wieder diese Welt strafen wirst mit deiner eklen Anwesenheit!"
Und siehe! Man tat wie geheißen und bannte ihn auf den Boden der kalten, dunklen Fluten. Dort lag er denn für erneut ewig lange Zeit und grübelte, wie er sich befreien und nun auch noch an den Bewohnern dieser grünen Ebenen rächen könnte. Doch die Lunton konnten nicht über ihn wachen, bald sollte hier das Reich von Amíen herrschen, und dies wusste nichts von ihm und seinem Schicksal. Im Laufe der Zeiten entstanden so über seinem nassen Grabe die Reiche von Luvaun und Amíen und mehr als eine gewaltige Schlacht tobte an den Ufern des Sees zwischen ihnen sowie dem Sennreich. Und Städte wurden gegründet an den Ufern der Moorwasser und man fuhr die Flüsse herauf und herab. Und eine lange Periode des unruhigen Dahinlebens ward geboren.
Der Gefesselte auf des Sees Grund, in den Sagen der Luvaunen oft genannt das Monster der moorigen Wassern, welches, sofern es je sollte wiederkommen, Zerstörung würde bringen über das Land als Zeichen des Weltenendes, dieser beobachte alles und ward in seiner Pein allmählich wahnsinnig. Doch seine Stunde sollte kommen, die Zeichens des Unterganges häuften sich, die abergläubischen Bewohner des Landes verkrochen und Anhänger der Dunkelheit ergriffen die Macht allerorten.
Es war die Zeit, zu der Caulin von Luvaun auszog die Teile des Reiches von Amíen zu erobern, die zwischen den Flüssen lagen und in dessen Nachfolge seine Söhne sich den Rest von Amíen aneigneten. Caulin bedarf für diese Tat zahlreicher Söldner sowie Verräter in den Reihen von Amíen selber und dies war es, in der sich die Dunkelheit ihre Form an den Moorwassern gab.
Eine kleine Gruppe von Caulins Söldnern gelangte in Folge der Kämpfe bald an den See. Sie hatten die Geschichten von dem Gefangenen am Grunde des Sees zwar durchaus gehört, doch schreckte sie dies nicht, taten sie es doch als alten Aberglauben ab. Ein Bauer berichtete ihnen bald, dass wohl auch reiche Schätze einst versunkener Schiffe mit am Boden des Sees liegen würden. Was ihnen aber hier nicht bewusst war: der Bauer war ein Kundschafter Amíens und den Luvaunen nicht wohl gesonnen.
Nach Jahrhunderten des Wachens verspürte der Gefangene nun endlich wieder etwas neues und Aussicht auf Fortführung seiner Rache. Auf der Suche nach Schätzen befreite man ihn unvorsichtigerweise. Schnell stillte er seinen Hunger. Dann erschien das erste Feuer am Himmel und die Welt stand still, doch ahnte sie. Und im Schutze des Feuers stärkte das Monster sich. Der nun wieder Freie zog alsbald weiter in die nahen Lande des Salzes am Rande von Luvaun und den anderen Reichen. Reisende aus West gen Ost wurden seine Beute und er hielt seine Macht in diesen Grenzlanden.
Caulin von Luvaun und seine Nachfolger ahnten anfangs hiervon nichts und führten ihre selbst gegebene Aufgabe fort, Amíen zu erobern. In seinen ersten Jahren kümmerte sich das Reich nicht um den Schrecken an seinen östlichen Grenzen, ging es doch als nächstes gegen seinen westlichen Nachbarn Harite vor und eroberte bald auch dies. Zusätzlich zu dem Monster an seinen östlichen Grenzen wurde das Reich auch selber nun zu einem. Dem Schrecken des Salzwaldes aber wurde gewahr, dass seine Beute sich nun immer stärker zu Gemeinschaften zusammen schloss, doch kümmerte er sich noch nicht groß darum. Die Fosten kamen aus dem Norden her angereist und ließen sich im benachbarten Pakama nieder, nördlich seines Salzwaldes. Luvaun blühte auf, wurde bald zu Groß-Luvaun und vollbrachte Wunderwerke der Baukunst und Wissenschaften. Und endlich auch kümmerte man sich um die Schreckensgeschichten der Bauern aus den Grenzlanden.
Der Räuber des Salzwaldes hielt allabendlich Ausschau nach Opfern, doch sah er stattdessen eines Nachts erneut ein Licht, diesmal aus den Ebenen im Westen. Jedoch ahnte er nun, was dies sein könnte und versuchte sich zu wehren, doch lange hielt auch er dem nicht stand und musste bald weichen. Nach langer Jagd und Flucht seinerseits verkroch er sich tief in einer Höhle der östlichen Berge und seine Opfer sollten für einige Zeit allein die bergbewohnenden Tiere sein. Doch sein Hass wuchs, wurde immer gewaltiger, ließ ihn sich verändern und schon lange zielte er nicht mehr allein nur auf seine ihn damals verstoßenden Freunde von einst, nun auch für immer die
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