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Kategorien > Fantasy > Horror

Licht in den Schmelzöfen!

von Andre Schuchardt

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einem gewöhnlichen Tag saß man abends wieder zusammen am Feuer.
„Ich frage mich, ob er etwas gefunden hat“, sprach Acharn.
„Da er noch nicht wieder da ist muss es wohl etwas wichtiges sein“, vermutete Gäl.
„Da ist es wieder“, sprach Scharta.
Und wieder sahen sie das Licht, wieder in der Ferne, hoch von den Bergen, über die Wipfel der Bäume zu ihnen herunter scheinen.
„Langsam macht mir das Angst“, murmelte Breiga und zog ihren Umhang enger um sich.
„Also zumindest wissen wir jetzt, dass sie noch da sind“, sprach Frigach.
„Sie? Ja, gut, sie. Böse Monster die Axar gefressen haben“, scherzte Armich böse und erntete dafür von Harrich und Frigach ebenso böse Blicke, während Breiga neben ihm ihn einfach nur schlug.
„Ich glaube, du solltest wohl als nächster nachsehen gehen“, sprach Marna lauernd.
Doch da ertönte unvermittelt ein lang gezogener, schmerzerfüllter Schrei in der Nacht.
„Was war das?“ fragte Gäl und blickte zu den Bergen.
„Jemand tut Axar etwas an“, vermutete Breiga mit sich leicht überschlagender Stimme und schlug die Hände vor das Gesicht, um ein Weinen zu unterdrücken.
Marna setzte sich neben sie und nahm sie tröstend in den Arm. Auffordernd blickte sie die anderen an.
„Jemand muss nachsehen gehen!“ verlangte sie.
„Damit man uns so was auch antut? Nein Danke“, erwiderte Armich mit verschränkten Armen und ablehnendem Blick.
„Ich werde gehen“, sprach Gäl, richtete sich auf und nahm seinen Bogen.
„Dann komme ich mit dir!“ erwiderte Scharta, seine Frau, der man die Angst um ihren Mann ansah.
„Lasst mich aber auf euch aufpassen“, ergänzte Acharn ohne zu zögern.
Als die drei sodann Aufbruch bereit waren, wandte sich noch einmal Harrich an sie.
„Kommt wieder, wenn ihr auch nur ansatzweise wisst, was geschehen ist. Wagt nicht zu viel. Nicht, dass ihr auch noch verschwindet.“
Gäl nickte ihm nur zu, dann waren die drei auf dem Weg.
Die anderen verblieben ums Feuer versammelt. Niemand sprach mehr ein Wort, alle starrten schweigend ins Feuer und lauschten den Geräuschen der Nacht. Nach und nach verschwand man zum Schlafen, doch Elinna blieb länger zurück und beobachtete erneut das Licht droben am Hang. Doch bald erlosch auch dies, früher als die Tage zuvor. Elinna dachte an die, welche ausgezogen waren und fragte sich, was mit ihnen nun wohl sei. Sie hoffte das Beste.
Doch am Morgen waren sie noch nicht zurückgekehrt. Das übliche Tageswerk sollte verspätet beginnen. Denn Armich weckte sie alle.
„Sie sind immer noch nicht wieder da“, sprach er, als alle wach waren.
„Was meinst du, sollen wir nun tun?“ fragte Frigach, noch etwas verschlafen guckend.
„Was ist mit ihnen passiert?“ warf dagegen Breiga mit leicht verzweifeltem Unterton ein.
Es war Harrich, der sie unterbrach.
„Bewahrt erstmal Ruhe. Um hoch genug auf den Berg und wieder zurück zu kommen braucht man vielleicht etwas Zeit. Frigach und Armich, überprüft die Fallen. Marna, kümmere dich um Breiga und bereite mit Elinna das Essen vor. Ich werde mich mal etwas umsehen. Wir beraten uns heute Mittag!“ sprach er und so ward es.
Später sollte er als Letzter zum Essen kommen.
„Ich habe ihre Spur bis an den Fuß des Berges verfolgt, doch dort verschwinden sie einfach“, erklärte er, nachdem er sich gesetzt hatte.
„Gibt es auch keine anderen Spuren? Banditen? Raubtiere?“ fragte Frigach, doch ihm war klar, dass Harrich dies erwähnt hätte.
Und dieser schüttelte erwartungsgemäß den Kopf.
„Nichts. Ihre Spuren hören einfach plötzlich auf.“
„Als wären sie von einem fliegenden Ungeheuer verschleppt wurden“, murrte Armich.
„Sag so was nicht!“ entfuhr es Breiga, der schon sichtlich unbehaglich zumute war.
„Was machen wir jetzt?“ fragte Marna in die Runde.
„Wir gehen sie natürlich suchen!“ forderte Frigach bestimmt.
„Und wenn sie uns auch schnappen?“ gab Breiga besorgt zu bedenken.
„Dann sind wir ebenso tot wie die anderen“, verkündete Armich düster.
„Du Scheusal!“ sprach Marna und nahm Breiga in den Arm, der man ihre Angst ansah.
Da unterbrach Harrich ihr aufgeregtes durcheinander rufen .
„Seid still! Wir wissen überhaupt nicht, ob etwas passiert ist. Vielleicht wurden sie nur aufgehalten!“ sprach er.
In dem Moment durchbrach ein weiblicher Schrei die üblichen Geräusche des Waldes, wie um seine Worte Lüge zu strafen. Harrich verzog das Gesicht.
„Lasst uns fliehen! Ins Dorf! Hilfe holen!“ forderte Breiga mit sich überschlagender Stimme.
„Nein, wir lassen niemanden zurück! Wir gehen sie suchen!“ widersprach ihr Harrich.
Es gab Murren und Einrufe, doch vor allem mit Frigach und Marna auf seiner Seite setzte sich diese Forderung schließlich durch. Bald nach dem Essen machten sie sich fertig.
„Wir müssen vor der Nacht unterwegs sein. Die anderen verschwanden immer nachts“, stellte Harrich fest.
Es war beschlossen wurden, Elinna als jüngste und unerfahrenste im Lager zu lassen bis zu ihrer Rückkehr. Hier, in der Nähe des Dorfes, sollte sie sicherer sein.
„Elinna, wir kommen bald wieder, mach dir keine Sorgen. Pass gut auf das Lager auf“, sprach Marna und umarmte ihre Tochter zum Abschied.
„Bis bald“, sprach auch Harrich und der Trupp machte sich auf den Weg.
Doch natürlich machte Elinna sich Sorgen. Viele sogar. Sie war nun allein und was sollte sein, wenn auch diese nun verschwanden? Um sich abzulenken erledigte sie allerlei kleinere Aufgaben im Lager. Schließlich aber wurde es Nacht.
Und droben sah sie das Licht, weit in der Ferne, hoch in den Bergen, über die Wipfel der Bäume scheinen.
Und Elinna hatte Angst. Nie zuvor kam ihr der Wald so bedrohlich vor. Dunkle Leiber wiegten sich im Wind, knarrten und schrien nach ihrem Fleisch. Gelbe Augen stachen aus der Dunkelheit hervor und suchten Stellen sie zu beißen. Aus tausend Kehlen gellten die rufe sie zu zerfetzen. Doch es war nur der Wald, sagte sie sich, zog die Decke fest um ihre Schultern und schürte das Feuer. Bald schlief sie ein.
Niemand kam mehr, sie zu wecken. Irgendwann erwachte sie von allein und stellte dies sorgenvoll fest: sie war allein.
Beruhige dich, sagte sie sich, mache deinen Eltern keine Schande indem du jetzt verzweifelst. Warte noch kurz, stärke dich, und wenn sie nicht wiederkommen... ja, was dann? Zurück ins Dorf und Hilfe holen? Vielleicht käme ich zu spät. Oder verpasse die zurückkommenden Jäger. Nein, wenn sie nicht wiederkommen, gehe ich sie selber suchen. Ich muss wissen, was geschehen ist.
So und auf viele weitere Arten führte sie zahlreiche innere Zwiegespräche aus, derweil sie sich Essen machte und wartete. Doch rein gar nicht geschah. So schulterte sie ihren Bogen, nahm ihr Messer und brach auf, dorthin, wohin die anderen gegangen waren, dorthin, von wo das Licht zu ihnen geschienen hatte.
Bald aber verlor sie den Weg. Verwirrt bahnte sie sich ihren Weg durchs Unterholz, sah nur noch die grünen Wipfel über und keinen Weg vor sich. Zweige und Äste zerrten an ihr, wollten sie zerkratzen und von ihrem Ziel abbringen. Tiere huschten vor ihr oder dem drohenden Unheil davon. Und Elinna, sie wollte nur noch

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