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Kategorien > Fantasy > Horror

Licht in den Schmelzöfen!

von Andre Schuchardt

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ein Viertel des Weges hinter ihr lagen, vernahm sie plötzlich ein Heulen von der Seite. Erschrocken wandte sie den Kopf und wurde einer großen, grobschlächtigen Gestalt gewahr, die fern ihrer, rechts auf einem Felsvorsprunge hockte. Sie nahm es nur als schemenhaften Schattenumriss in der Dunkelheit wahr doch wusste sofort, dass es auch sie sah – und musterte.
Ohne zu zögern duckte sie sich hinter einen großen Stein, doch es war zu spät. Noch in der Bewegung erblickte sie, wie das Wesen auf allen Vieren einen Satz von seinem Felsen herab machte und mit der Gelassenheit eines sich an schleichenden Raubtieres auf sie zu kam.
Sofort sprang Elinna auf und rannte so schnell sie nur konnte den Hang entlang, von diesem Wesen fort. Ohne sich um zu blicken wusste sie, dass sie verfolgt wurde. Ihr blieb keine Zeit für Angst, so überlegte sie bereits im Laufen, was sie nun tun könne. Doch ihr fiel nichts brauchbares mehr ein, so rannte sie einfach weiter und immer weiter. Sie sprang über Erdhügel, kletterte über kleinere Vorsprünge, riss an Büschen und warf sie hinter sich um ihren Verfolger zu verlangsamen, doch jedes Mal hörte sie es nur springen und weiter vorwärts stürmen.
Plötzlich löste sich unter ihren Schritten ein Teil des Hanges. Erschrocken versuchte sie noch halt zu finden, sprang vorwärts und landete hartzweifelt versuchte sie sich aufzurichten, doch trat mit ihren Füßen bloß ins Leere und lose Steine davon, rutschte mit ihren Händen nur auf dem lockeren Boden aus.
Das Wesen, von dem ihr nur gewahr wurde, dass sein Umriss gegen die Nacht größer war als der ihre, mächtiger und stärker, kam langsam und laut schnaubend auf sie zu. Als es nah genug war, öffnete es weit sein Maul und das erste, was Elinna nun klar von diesem Wesen erkennen konnte, waren seine Zähne, auf denen das ferne Licht der Sterne funkelte.
Es setzte zum Sprung an.
Elinna ergriff verzweifelt einen Haufen Erde und warf ihn in Richtung des Wesen. Dieses heulte getroffen laut auf als ihm Erde in die Augen geriet und schüttelte wild und wütend den Kopf. Elinna nutzte diese Zeit, um endlich auf die Beine zu kommen. Sie griff nach einem Felsvorsprung über sich und schaffte es halb kletternd, halb sich hochziehend dort hinauf zu gelangen. Von hier ab gab es kaum noch einen begehbaren Pfad den Berg hinauf, den einzig nutzbaren versperrte dieses Wesen.
Noch während sie dies dachte, vernahm sie ein Zischen und sah etwas schnell durch die Luft surren. Mit einem stumpfen Geräusch traf es ihren Verfolger. Dieser heulte erneut auf, diesmal scheinbar schmerzerfüllt. Halb blind und getroffen wankte es, wollte sich umdrehen. Da traf es ein zweites Geschoss, ein Pfeil, wie Elinna nun erkannte. Das Wesen kam ins Wanken, konnte sich auf dem schmalen Pfad kaum noch halten. Ein dritter Pfeil sollte es treffen, gleichzeitig der Boden unter seinen Füßen wegrutschen. Mit einem letzten Schrei stürzte es und rollte halb, halb rutschte es den Hang des Berges herab.
Elinna blieb keine Zeit zu überlegen, was hier geschehen war. Fast augenblicklich erschienen zwei Gestalten mit menschlichen Umrissen an der Stelle, wo die Bestie hin gerutscht war. Sie trugen Bögen und Schwerter bei sich und Elinna dachte zuerst, das seien ihre Eltern oder andere der Jäger. Sie war auch bereits kurz davor sich oben auf dem Vorsprung zu erkennen zu geben, da fingen die beiden an miteinander zu sprechen und sie erkannte ihren Irrtum. Die Beiden sprachen keine ihr bekannte Sprache. Waren das die, welche für das Licht und die Geschehnisse der letzten Tage verantwortlich waren? Welche die Jäger nun gefangen hielten?
Die beiden Gestalten wandten sich um, ohne der Bestie oder dem Vorsprung über sich weitere Beachtung zu schenken, und machten sich auf, den Pfad den Berg hinauf zu gehen.
Elinna lehnte sich erschöpft zurück und verlor damit die beiden aus den Augen. Sofort spürte sie, wie dieser Vorfall doch an ihrer Kraft gezehrt hatte. Sie bemerkte eine Aushöhlung in der Felswand neben sich, kroch in diese hinein und legte sich hin, nur kurz auszuruhen.
Als sie erwachte, schien ihr die Sonne erneut ins Gesicht. Mehr überrascht denn angewidert verscheuchte sie ein paar Käfer, welche es sich auf ihr gemütlich gemacht hatten. Immerhin ließ sie diese Gesellschaft schnell munter werden. Ihre Wegzehrung hatte sie verloren, ebenso hielt sie hier oben nicht mehr viel. Sie beschloss, lieber augenblicklich weiter zu ziehen. Doch statt runter auf den einfachen Pfad zu gehen, blieb sie in den Klippen und Vorsprüngen des Berges, kletterte von einem zum anderen, deren Deckung stets nutzend und ebenso das Sonnenlicht, solange es noch da war.
Doch irgendwann war sie an einem Punkt angelangt, an dem es nicht weiterging. Steine lösten sich unter ihren Füßen und rasselten den Berg herab, als sie sich am Ende des letzten Vorsprungs vorbeugte und hinab zum Pfad sah. Dieser verlief weiter in Schlangenlinien den Berg hinauf bis zu seiner Spitze, ordentlich ausgetreten von zahlreichen Füßen vor ihr und sicher genug aussehend. Doch Zeichen für irgend etwas Lebendiges entdeckte sie hier nicht, nicht einmal Spuren in der Erde des Pfades, nicht einmal Pflanzen am Wegesrand. Sie blickte hinauf zum Bergkamm und soweit sie dem Pfad mit den Augen folgen konnte, doch alles war ruhig und unverdächtig.
Schließlich traute sie sich und kletterte von ihrem Versteck herab. Vorsichtig eilte sie anschließend den Pfad entlang, so schnell sie ihre Beine trugen und noch mitmachten und in der steten Hoffnung, niemanden auf sich aufmerksam zu machen. Denn scheinbar gab es hier ja so etwas wie Wachen, die sie des Nächtens sogar vor diesem Untier errettet hatten, vermutlich ohne von ihr zu ahnen. Aber bald schon war sie kurz vor dem Kammrücken. Da sah sie plötzlich vor sich, aus der Höhe, Rauch aufsteigen. Schnell drückte sie sich an die Felswand rechterhand. Vor sich erspähte sie einen großen abseits stehenden Felsen, hinter den sie sich gut verstecken konnte.
Doch nichts geschah, der Rauch stieg weiter friedlich zum Himmel.
Sie huschte weiter von Fels zu Fels, von Höhle zu Höhle, immer auf ihre Deckung achtend. Doch weiter sah sie nichts und niemanden.
Schließlich ging die Sonne langsam unter, sie war bereits so gut wie oben. Vielleicht kämen die Gestalten ja nur nachts heraus? So überlegte sie. Schnell beschloss sie, sich ein möglichst gutes Versteck zu suchen und dort zu warten. Sie fand es in Form einer kleinen Höhle, zu einer Hälfte vom einem Felsen verdeckt, zur anderen von einem Busch, durch den sie hindurch scheuen konnte. Ihr Magen knurrte.
Sie musste nicht lange warten, da war die Sonne verschwunden.
Und nun sah sie das Licht und wusste, von wem es stammte, als es ihr schräg gegenüber auf der höchsten Stelle des Berges entzündet wurde.
Ganz eindeutig war es kein Lagerfeuer, sondern eher eine Art Leuchtzeichen, in Form eines Feuers, entzündet in einer großen Schüssel hier droben auf dem Berg. Und nun sah sie auch allerlei Gestalten vom Kamm her kommen und den Pfad entlang

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